Skip to main content
main-content

08.02.2021 | Kapitalmarkt | Im Fokus | Onlineartikel

Investoren orientieren sich an der Generation Z

Autor:
Barbara Bocks
4 Min. Lesedauer

Die Rahmenbedingungen für europäische Firmen verändern sich aktuell genauso wie für den Rest der Welt und das nicht erst seit der Corona-Pandemie. Ein aktueller Report hat nun ermittelt, welche Branchen für Investoren in Europa das beste Zukunftspotenzial haben.

Die Zeichen stehen aktuell in den meisten Branchen auf Veränderung. Bis ins Jahr 2019 lief beispielsweise 80 Prozent des Welthandels offline ab. Bis zum Jahr 2025 sollen allerdings weltweit 40 Prozent der Kleidung und Schuhe online verkauft werden im Vergleich zu 20 Prozent im Jahr 2019. Die Einnahmen des stationären Handels werden pro Jahr um durchschnittlich drei Prozent zurückgehen. Zu diesem Ergebnis gelangt ein aktueller Research Report der Bank of America (BofA). Dieser Bericht hat die Investmentaussichten einzelner Branchen in Europa in den kommenden zehn Jahren beleuchtet.

Empfehlung der Redaktion

2020 | OriginalPaper | Buchkapitel

Investieren an der Börse

Eine Investition an der Börse ist eine gute Möglichkeit für die langfristige Geldanlage. In diesem Kapitel wird zunächst die Funktionsweise der Börse erläutert. Daraufhin werden verschiedene Strategien dargelegt und die jeweiligen Vor- und Nachteile beleuchtet. 

In der Finanzbranche bleiben die Fintechs große Konkurrenten der Banken. Das sehen auch die BofA-Analysten so und nicht nur in Deutschland. Die Marktkapitalisierung von Adyen, einer großen europäischen Bezahlplattformen, übersteige beispielsweise die der größten Banken jedes europäischen Landes im Jahr 2020. Außerdem habe sich das Branchengewicht der Kreditinstitute im Stoxx-600-Index seit 2015 auf nur noch rund sieben Prozent fast halbiert. Schuld daran tragen aus Sicht der Analysten verschiedene Einflussfaktoren wie der steigende Wettbewerb, das aufwändige Risikomanagement sowie an die niedrigen Zinsen.

Der natürliche Zins ist künftig negativ

"Bereits seit längerer Zeit bewegen sich die Realzinsen, also die Nominalzinsen abzüglich der Inflationsrate, in zahlreichen Ländern im Bereich von null Prozent", beschreiben die Springer-Autoren Carl Christian von Weizsäcker und Hagen Krämer in ihrem Beitrag "Sparen und Investieren im 21. Jahrhundert: Das Ende der Kapitalknappheit" in der Zeitschrift "Wirtschaftsdienst". Dafür würden viele die Europäische Zentralbank (EZB) und die von ihr verfolgte expansive Geldpolitik verantwortlich machen, so die beiden Professoren. 

Diese Kritik an der EZB ist jedoch aus ihrer Sicht nicht gerechtfertigt, "da die Null-Zinsen auf fundamentale Faktoren auf dem Kapitalmarkt zurückgeführt werden können". Sie argumentieren, dass es sich hierbei nicht um ein temporäres Phänomen handelt, sondern dass es strukturelle Ursachen gibt, die das Angebot an und die Nachfrage nach Kapital bestimmen. Kapital ist aus Sicht der Experten "im 21. Jahrhundert nicht länger knapp und der natürliche Zins negativ".

Neben der Zinsproblematik werden Kreditinstitute in der EU laut des BofA-Research-Berichts in den kommenden zehn Jahren vor allem durch elektronische Bezahlverfahren, digitale Währungen, die weiter wachsende Konkurrenz durch Fintechs und Bigtechs sowie Open Banking und Generation-Z-Trends herausgefordert. 

Automatisierte IT-Lösungen im Fokus

Eine Branche, die aktuell besser dasteht als die Finanzbranche ist der europäische Sektor für automatisierte IT-Lösungen. In den vergangenen zehn Jahren gehörten europäische Firmen laut den BofA-Analysten zu den erfolgreichsten Verkäufern von Hard- und Software und stellten drei der Top Fünf an globalen Anbietern für industrielle Software. 

In den kommenden zehn Jahren werden dem Bericht zufolge globale Spannungen bei den Lieferketten dazu führen, dass die Produktion wieder ins Inland zurückkehrt und mehr lokal produziert wird. Das wird aus Sicht der BofA-Analysten dazu führen, dass die Firmen mehr für industrielle Automatisierung, kluge Logistik-Lösungen und automatisierte Lagersystemen ausgeben, die wegen des erhöhten E-Commerce-Aufkommens gebraucht werden.

Health-, Clean-, Med- und Fintech im Trend

Insgesamt bewegen Europa derzeit drei fundamentale Entwicklungen: "Dazu gehört der Klimawandel, bei dem wir viel Regulierung beobachten und eine öffentliche Meinung, die diese Entwicklungen begünstigt", erklärt Haim Israel, Co-Autor der Studie, Equity Strategist bei Merrill Lynch, gegenüber Springer Professional. Der zweite Trend ist die Alterung der Bevölkerung, die zu vielen Innovationen unter anderem im Gesundheitsbereich und bei Fintechs geführt hat. Der dritte Trend ist der Fokus auf technischen Neuerungen, bei denen Europa bisher generell weniger investiert hat als andere Regionen. 

"Investoren werden sich auch auf Sektoren fokussieren, die der Generation Z gefallen, wie Online, neue Medien und Internet", so Haim. Hierzu gehören unter anderem Health-Tech, Cleantech, Fintech und Medtech. Nachhaltige Investments sowie Sektoren mit einem guten ESG-Fußabdruck spielen aus seiner Sicht in den kommenden zehn Jahren auch eine immer größere Rolle.

"Die Corona-Pandemie hat einige Megatrends wie Nachhaltigkeit beschleunigt, die zuvor nicht die höchste Priorität hatten", so Haim weiter. Die Krise werde dafür sorgen, dass sich der Markt für Gesundheitsdienstleistungen durch den Einsatz von Big Data und Künstlicher Intelligenz mehr technologisiert. Auch die Digitalisierung in unserem Alltag, also etwa der Einsatz der 5G-Technologie, und moderner Medien hat aus Sicht des Experten durch die Pandemie einen Sprung nach vorne gemacht. Schwierigere Zeiten kommen aus Haims Sicht in den kommenden zehn Jahren auf die Automobil- und Bankenbranche, Öl und Gas sowie die Tabakindustrie zu, da sie an Beliebtheit bei Investoren verlieren.

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

06.01.2021 | Kapitalmarkt | Nachricht | Onlineartikel

Kapitalmärkte starten 2021 in Lauerstellung

14.01.2021 | Vertriebskanäle | Im Fokus | Onlineartikel

Modevertrieb steckt in der Krise

Premium Partner

    Bildnachweise