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05.09.2017 | Kapitalmarkt | Im Fokus | Onlineartikel

Unternehmen kassieren immer öfter die eigenen Prognosen

Autor:
Sylvia Meier

Viele Unternehmen mussten im ersten Halbjahr 2017 die eigenen Prognosen korrigieren. Während viele Firmen die eigenen Erwartungen übertreffen, müssen andere wiederum Gewinn- und Umsatzwarnungen veröffentlichen.

Die Studie "Prognoseänderungen im Prime All Share" von der Beratungsgesellschaft Ernst & Young zeigt, dass viele Unternehmen sich besser entwickelt haben, als ursprünglich erwartet. Von den 300 im Prime Standard gelistete Unternehmen haben 107 Gewinn- oder Umsatzerwartungen veröffentlicht. Die ursprünglichen Prognosen wurden in diesen Fällen also übertroffen. Laut Marc Förstemann, Partner bei EY, liegt die positive Entwicklung in einer positiven weltweiten Konjunkturentwicklung, niedrigen Zinsen und vor allem einer deutlich anziehenden Nachfrage in Europa  begründet. Diese Rekordzahlen sind, gerade in Anbetracht vieler Unsicherheiten, beispielsweise durch politische Entwicklungen, durchaus bemerkenswert.

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Auf der anderen Seite mussten jedoch auch viele Unternehmen Gewinn- und Umsatzwarnungen veröffentlichen. Im ersten Halbjahr 2017 wurden 29 negative Prognoseänderungen bekannt gegeben. So haben sich beispielsweise die Geschäfte

  • in 47 Prozent der Unternehmen durch Konjunktur- und Marktentwicklungen,
  • bei 17 Prozent durch interne Abläufe oder 
  • bei 14 Prozent durch Wertberichtigungen nicht so entwickelt, wie zuvor erhofft.

Aktienkurse reagieren empfindlich

Ad-hoc-Meldungen von Unternehmen über Prognoseänderungen – ob positiv oder negativ – werden am Markt genau beobachtet. Bei Gewinn- und Umsatzwarnungen fielen die betroffenen Aktienkurse am Tag der Veröffentlichung im Schnitt um sechs Prozent, bei Gewinn- und Umsatzerwartungen stiegen die Kurse um drei Prozent. Die Springer-Autoren Philipp Karl Maximilian Lindmayer und Hans-Ulrich Dietz erklären das Phänomen anhand eines Beispiels im Buchkapitel "Langfristige Geldanlage: Aktien, Anleihen, Genussscheine und Kunst" (Seite 116): "Der Umsatz ist der dem Unternehmen zufließende Zahlungsstrom. Der Gewinn ist das, was an Anteilseigner ausgezahlt werden kann. Eine Gewinnwarnung eines Unternehmens, auch wenn der Gewinn von 2 Milliarden Euro auf "nur" 1,5 Milliarden fällt, führt daher am Markt zu einer geringeren Bewertung der Aktie." Die Autoren erläutern, dass sich die erwarteten Gewinne damit verringern. Dies wirkt sich entsprechend auf die Bewertung aus. Für Anleger sind die Gewinnaussichten eines Unternehmens oft der entscheidende Faktor bei der Frage: Soll in eine Aktie investiert werden oder nicht?

Viele Prognosen sind nicht haltbar 

Die vielen Prognoseänderungen zeigen, wie schwierig es für Unternehmen ist, wirklich beständige Voraussagen abzugeben. Besonders anfällig zeigen sich laut der EY-Analyse die S-DAX-Unternehmen: Fast jedes zweite Unternehmen, das im S-Dax gelistet ist, musste seine Prognose anpassen. Die Analyse des ersten Halbjahres 2017 lässt vermuten, dass viele Firmen bei den ursprünglichen Prognosen aufgrund möglicher Risiken aus Vorsicht eher zu tief gestapelt haben. Diese Unsicherheit kann sich allerdings auch auf potenzielle Investoren übertragen, die zurecht hinterfragen, wie glaubwürdig die veröffentlichte Zahlenwerke überhaupt noch sind.

Welche Branche veröffentlicht die meisten Gewinn- und Umsatzwarnungen? 

Die eigenen Prognosen mussten vor allem Unternehmen aus folgenden Branchen relativieren:

  • Automobil (85 Prozent)
  • Groß- und Einzelhandel (79 Prozent)
  • Industrie (73 Prozent)
  • Technologie (70 Prozent)
  • Bau (67 Prozent)

Die Anteile zeigen, wie sehr die Automobilbranche momentan unter Druck steht, einerseits durch Entwicklungen, wie die Elektromobilität, andererseits durch Skandale. Viele Kunden wurden und sind zum Beispiel durch das so genannte Dieselgate in ihren Entscheidungen verunsichert. Mit Gewinn- und Umsatzwarnungen überträgt sich die Unsicherheit zudem auf Anleger.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Aktienanalyse

Quelle:
Finance

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