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26.10.2020 | Kapitalmarkt | Nachricht | Onlineartikel

Sustainable Finance behauptet sich in der Krise

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
1:30 Min. Lesedauer

Die Berücksichtigung von Umwelt, Soziales und Governance (ESG) in der Finanzbranche schreitet pandemiebedingt schneller voran, als vermutet, zeigt eine aktuelle HSBC-Umfrage. Vor allem Emittenten entsprechender Produkte wollen stärker auf Nachhaltigkeit achten.

Zwar hat die Corona-Pandemie die Finanzwirtschaft vor besondere Herausforderungen gestellt. Doch dem Segment nachhaltiger Finanzierungen und Investments hat sie einen Auftrieb beschert. Dies ist das zentrale Ergebnis des aktuellen "Sustainable Financing and Investing Survey". Für die Studie hat die britische Bank HSBC weltweit jeweils rund 1.000 Emittenten und Investoren befragt. 

Von den insgesamt 2.000 Befragungsteilnehmern schätzen mehr als 90 Prozent ESG als wichtig oder sogar sehr wichtig ein. Emittentenseitig stufen vier Prozent mehr als im Vorjahr das Thema ESG als sehr wichtig ein. Insgesamt halten
93 Prozent der weltweiten Emittenten umwelt- und sozialbezogene Finanzierungen für unverändert wichtig. In Europa liegt die Zustimmung mit 95 Prozent besonders hoch.

Regulierung, Risiko und Rendite treiben Investoren 

Leicht gefallen ist 2020 dagegen die Bewertung von ESG-Aspekten bei den globalen Investoren. Sie setzten aufgrund der krisenbedingten Marktvolatilität auf auf Risiko und Rendite. 2019 stuften 94 Prozent aus dieser Gruppe entsprechende Kriterien als wichtig ein. Aktuell sind das noch 86 Prozent weltweit und 79 Prozent in Europa. Für 62 Prozent der europäischen Anleger geben der regulatorische und der gesellschaftliche Druck den Ausschlag bei der Entscheidung für ein Investment. Weltweit nannten 49 Prozent Risiko und Rendite als wichtigste Entscheidungsgrundlage. 43 Prozent gaben hier die Erwartungen der Gesellschaft und 41 Prozent Regulierungsbehörden als wichtigstes Kriterium an.

"Nachhaltige Finanzierungen haben sich schneller als erwartet im Mainstream der Kapitalmärkte etabliert. Deshalb werden ESG-Deals zunehmend als ernstzunehmende Assetklasse bewertet und weniger als Ausdruck
des Engagements für soziale und ökologische Fragen", so Daniel Klier, Global Head Sustainable Finance bei HSBC. Im nächsten Schritt müssen ihm zufolge die ESG-Investments den Kampf mit bereits etablierten Anlagemöglichkeiten in Bezug auf Risiko und Rendite aufnehmen.

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