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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

A. Einleitung und Gang der Untersuchung

Zusammenfassung
Frauen und Männer sind nicht nur in Abhängigkeit von ihrer Genusgruppe, sondern ebenso in Abhängigkeit von sexueller Orientierung und sozialer Schicht ungleich auf gesellschaftlichen Machtpositionen verteilt.1 An dieser Tatsache hat sich trotz Frauenbewegung, Frauenforschung und daraus hervorgegangener gleichstellungspolitischer Maßnahmen sowie veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die über gesetzliche Regelungen Individuen unabhängig vom Geschlecht u. a. den gleichen universitären Bildungsstand und, gleichen Lohn für gleiche Arbeit’ ermöglichen sollen, nichts geändert. Die wissenschaftlichen Diskurse zu diesem Thema führten zu Ausdifferenzierungsprozessen, aus denen zum einen die Männerforschung und in weiterer Entwicklung die Geschlechterforschung hervorging. Damit erfolgt auf breiter Ebene eine unterschiedliche Auseinandersetzung mit diesem Thema, das nach wie vor von gesellschaftlicher Relevanz ist. Bestimmte Personengruppen werden weiterhin von Machtpositionen ausgeschlossen. In den unterschiedlichen Forschungssträngen, die sich mit der Thematik Geschlecht und den daraus hervorgehenden Ungleichbehandlungen beschäftigen, bestehen dazu verschiedene theoretische Annahmen und Modelle. Erklärt wird diese gesellschaftliche Ungleichheitsdimension zwischen Frauen und Männern bspw. über biologische Dispositionen oder kulturelle Zuschreibungen und Prozesse, die auf unterschiedlichen Ebenen relevant werden. Dazu gehören auch Annahmen über strukturelle Schließungsprozesse, die in Bereichen die Macht- und Herrschaftsstrukturen betreffen, besonders stark ausgeprägt sind. Zu diesen Bereichen gehört das Management, welches als Machtzentrum von Wirtschaftsorganisationen vor allem durch seine ökonomische Ausrichtung gekennzeichnet ist. Obere Positionen im Management sind nicht selten mit länderübergreifenden Macht- und Herrschaftsinteressen verbunden.
Anett Hermann

B. Stand der Forschung

Zusammenfassung
Die Beschreibung von geschlechtlichen Austauschprozessen im Management wird durch individuelle und feldspezifische Mechanismen ermöglicht, die ihren Ausdruck in Karrieremustern und Karrierelogiken finden. Zur theoretischen Fundierung dieser Prozesse werden im ersten Teil dieser Arbeit (Kapitel I) Studien und Forschungsergebnisse der feministischen Wissenschaft, der Männer- und Geschlechterforschung sowie deren wichtigste Diskurse vorgestellt. Darauf aufbauend wird der Eingang feministischer Forschungsergebnisse in wirtschaftswissenschaftliche Studien diskutiert sowie konkrete organisationstheoretische Ansätze, die auf die Geschlechterproblematik fokussiert sind, beschrieben.
Anett Hermann

C. Pierre Bourdieus Sozialtheorie als theoretischer Rahmen einer geschlechterbasierten Karrierebetrachtung

Zusammenfassung
Karrieren im Management werden im Folgenden basierend auf den theoretischen Annahmen Pierre Bourdieus gesehen. Die Beschreibung von Management als organisationsübergreifender Bereich sowie die sich darin ergebenen Karrieremuster erfolgte bereits aus einer spezifischen Perspektive, was sich zum Teil in der Begriffswahl widerspiegelt. In diesem Teil der Arbeit wird im ersten Kapitel (Kapitel I) die Sozialtheorie Pierre Bourdieus dargestellt, wozu wesentliche Begriffe und Annahmen erläutert werden. Im zweiten Kapitel (Kapitel II) werden Verbindungslinien zwischen den bourdieuschen Annahmen und der feministischen Wissenschaft sowie zur Management- und Karriereforschung gezogen.
Anett Hermann

D. Die Kategorie Geschlecht in Managementkarrieren

Zusammenfassung
Im Management wird „Geschlecht als ungleiche[..] Beziehungsform“1 weder von Organisationen noch von Individuen wahrgenommen. „Geschlecht hat als soziale Kategorie prima facie keinen Bezug zum Organisationszweck.“2 Das bedeutet für Organisationen konsequenterweise, dass sowohl die Genusgruppe als auch sexuelle Ausrichtung keinerlei Einfluss auf die Organisationsziele und Umsetzung dieser haben dürfen. Bei Personalentscheidungen werden formale Kriterien angelegt, bei denen es sich nur um Kriterien der Leistung und vorzuweisende Qualifikationen handelt, d. h. der/die beste KanidatIn wird ausgewählt. Ebenso werden Individuen ihr persönliches Versagen oder ihren Erfolg im Rahmen von Positionsbesetzungen nicht oder nur ausnahmsweise in Verbindung mit dem Geschlecht bringen, sondern sich selbst, konkret ihren erbrachten Leistungen, ihren Fähigkeiten und Kenntnissen zuschreiben. Auch werden geschlechtsabhängige Personalentscheidungen (häufig zugunsten von Frauen auf der Basis von Quotenregelungen) sowohl im sozialen Feld als auch übergreifend im sozialen Raum (bspw. Interpretation in den Medien) negativ bewertet, oft sogar auf einer individuellen Ebene als negativ gesehen. Da es sich bei Geschlecht nicht um ein formales Karrierekriterium handelt wird dem/der Bewerberin ein zusätzlicher Unfahigkeitsnachweis bescheinigt.
Anett Hermann

E. Zusammenfassung: Geschlecht in der Karriereforschung

Zusammenfassung
Karrieremuster im Management — betrachtet unter einem bourdieuschen Fokus — entstehen über geschlechtlich gesteuerte Austauschprozesse zwischen Individuen und Feldstrukturen. Vermittelndes Element ist der Habitus. Geschlechterverhältnisse, Geschlechterhierarchien und Geschlechterdifferenzen sind objektiviert in den Strukturen und inkorporiert in den Habitus als Orientierungs- und Handlungsmuster. Über das Analysieren von Karrierestudien und das Einbinden von Ergebnissen der Geschlechterforschung über die Sozialtheorie Pierre Bourdieus in die Karriereforschung im Management konnte sowohl die Frage nach dem Herstellungsmodus von Differenz, die Frage nach dem Verhältnis von Differenz und die Frage nach den Ursachen für die Flexibilität und Veränderungsresistenz der Vergeschlechtlichung1 beantwortet werden.
Anett Hermann

Backmatter

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