Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Ursula Alexandra Ohliger untersucht Kennzeichen und den Wandel der Politikberichterstattung im deutschen Boulevardjournalismus seit den 1950er Jahren. Dabei widmet sich die Autorin der Frage, inwiefern sich die gesellschaftlichen Transformationsprozesse innerhalb des Mediensystems, der politischen Öffentlichkeit und des politischen Systems im Wandel der Politikberichterstattung im Boulevardjournalismus widerspiegeln. Eine qualitative und eine quantitative Inhaltsanalyse der Politikberichterstattung in deutschen Boulevard- und Informationsmedien bilden dabei die Grundlage der Studie. Die Befunde legen nahe, dass sich die Berichterstattung im Boulevardjournalismus teilweise zu einer alternativen Institution medialer Politikvermittlung entwickelt hat.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Christian Lindner von der Freien Demokratischen Partei (FDP) äußerte sich in obigem Zitat zu einem Interview mit den drei FDP-Politikerinnen L. Steiner, N. Beer und K. Suding im deutschen Lifestyle-Magazin Gala. Eine dazugehörige Fotostrecke zeigte die drei Politikerinnen als „Drei Engel für Lindner“. Suding hatte drei Tage vor Lindners Talkshow-Auftritt und einige Wochen nach dem Interview in der Gala im Februar 2015 bei der Wahl zur Hamburger Bürgerschaft den höchsten FDP-Stimmenanteil in der Hansestadt seit 1974 errungen („FDP – Bürgerschaftswahl 2015: Wir bleiben auf dem Teppich“, 2015, 17. Februar).
Ursula Alexandra Ohliger

Kapitel 2. Entwicklung und Charakteristika der Boulevardpresse in Deutschland

Zusammenfassung
Zunächst sollen einige für den weiteren Verlauf der Studie wichtige Begriffe definiert werden. Der Arbeit liegt zunächst die Auffassung zugrunde, dass Politik „die Gesamtheit der Aktivitäten zur Vorbereitung und zur Herstellung gesamtgesellschaftlich verbindlicher und/oder am Gemeinwohl orientierter und der ganzen Gesellschaft zugute kommender Entscheidungen [ist]“ (Meyer, 2003, S. 41). Die mediale Politikberichterstattung ist dabei Teil der politischen Kommunikation, die „der zentrale Mechanismus bei der Formulierung, Aggregation, Herstellung und Durchsetzung kollektiv bindender Entscheidungen [ist]“ (Jarren & Donges, 2002, S. 22).
Ursula Alexandra Ohliger

Kapitel 3. Theoretische Konzeptualisierung: Folgen gesellschaftlicher Transformationsprozesse

Zusammenfassung
Ausgangsbasis für die konzeptionellen Grundlagen der Studie ist die Beobachtung eines Strukturwandels der Öffentlichkeit (Habermas, 1990) und damit im Zusammenhang stehende Transformationsprozesse innerhalb der gesellschaftlichen Teilsysteme – dem Mediensystem, der politischen Öffentlichkeit und dem politischen System (vgl. Albæk, van Dalen, Jebril & de Vreese, 2014).
Ursula Alexandra Ohliger

Kapitel 4. Folgen gesellschaftlicher Transformationsprozesse für die mediale Politikberichterstattung

Zusammenfassung
Die Analyse der spezifischen Charakteristika und Veränderungsprozesse innerhalb der medialen Politikberichterstattung sind konzeptionell eingebettet in Transformationsprozesse, die sich mitunter seit den 1950er Jahren innerhalb des Mediensystems, der politischen Öffentlichkeit und dem politischen System vollziehen. Die Studie folgt der Annahme, dass die gesellschaftlichen Transformationsprozesse innerhalb dieser drei Teilsysteme nicht folgenlos geblieben sind für die Veränderung der medialen Politikberichterstattung und damit für die Kennzeichen journalistischer Inhalte (vgl. Albæk et al., 2014, S. 3-8). Für die Verortung der theoretischen Modellierung wird im weiteren Verlauf mitunter auf verschiedene Makro-Meso-Mikro-Modelle zurückgegriffen, wie sie in der Journalismusforschung zur Erklärung struktureller Veränderungen in der Berichterstattung hinzugezogen werden (vgl. de Vreese et al., 2017).
Ursula Alexandra Ohliger

Kapitel 5. Boulevardjournalismus als alternative Institution medialer Politikvermittlung

Zusammenfassung
Im folgenden Kapitel sollen die Kennzeichen und Veränderungen der Politikberichterstattung im Boulevardjournalismus öffentlichkeitstheoretisch verortet werden. Dazu werden zunächst knapp die öffentlichkeitstheoretischen Leistungsanforderungen und Funktionen von Massenmedien vor dem Hintergrund der Transformationsprozesse im Mediensystem, in der politischen Öffentlichkeit und dem politischen System erörtert. Ebenso dienen in diesem Zusammenhang Cultural Studies-Ansätze sowie Modelle zur Neubewertung des Boulevardjournalismus innerhalb der politischen Öffentlichkeit als Grundlage für die theoretische Konzeptualisierung.
Ursula Alexandra Ohliger

Kapitel 6. Forschungsinteresse und Forschungsfragen

Zusammenfassung
In den vorherigen Kapiteln wurde theoretisch begründet, warum Transformationsprozesse innerhalb des Mediensystems, der politischen Öffentlichkeit und des politischen Systems einen Einfluss auf Inhalte, Darstellung und Kontextualisierung der boulevardesken Politikberichterstattung entfalten. Auf Basis der empirischen und theoretischen Beobachtungen der sich transformierenden Teilsysteme wird daher angenommen, dass sich der Boulevardjournalismus zu einer alternativen Form der Politikberichterstattung innerhalb eines Teilöffentlichkeitsforums entwickelt hat, das für dessen Teilnehmer politische und soziale Funktionen erfüllt und die Diskurse in der zentralen politischen Öffentlichkeitssphäre beeinflussen kann.
Ursula Alexandra Ohliger

Kapitel 7. Anlage der Studie – Analyse der Politikberichterstattung im Boulevardjournalismus

Zusammenfassung
Die empirische Methode der Inhaltsanalyse erlaubt die systematische, intersubjektiv nachvollziehbare Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Mitteilungen mit dem Ziel einer darauf gestützten interpretativen Inferenz auf mitteilungsexterne Sachverhalte (Früh, 2011, S. 27). Mit Hilfe dieser Methode können Kennzeichen der Kommunikation systematisch identifiziert werden sowie replizierbare und valide Inferenzen von beobachteten Elementen des Kommunikationsprozesses gemacht werden (Schulz, 2008, S. 349). Die Inhaltsanalyse bietet dabei als datenreduzierende Methode die Möglichkeit, Komplexität zu verringern und zentrale Muster der Berichterstattung herauszuarbeiten mit dem Ziel, aus der Vielfalt der Objekte die wesentlichen Tendenzen herauszufinden und so verallgemeinerbare Aussagen zu ermöglichen (vgl. Rössler, 2010, S. 18).
Ursula Alexandra Ohliger

Kapitel 8. Ergebnisdarstellung: Kennzeichen und Wandel der Politikberichterstattung im Boulevardjournalismus

Zusammenfassung
Dieses Kapitel präsentiert die Befunde der beiden Teilstudien, der zeitlich zuerst durchgeführten qualitativen und der nachgeschalteten quantitativen Inhaltsanalyse. Die Ergebnispräsentation erfolgt entlang der in Kapitel 6 vorgestellten Forschungsfragen, die wiederum aus den theoretischen Überlegungen abgeleitet wurden. Zunächst werden die Befunde zu Themen und Themenselektion (Kapitel 8.1) vorgestellt, im zweiten Teilkapitel zu Darstellung und Präsentation (Kapitel 8.2) und im dritten Abschnitt schließlich zu Interpretation und Kontextualisierung der politischen Berichterstattung (Kapitel 8.3).
Ursula Alexandra Ohliger

Kapitel 9. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zusammenfassung
Beliebt, bunt und banal? Diese etwas plakativ formulierte Fragestellung, die die Kritik am Phänomen der politischen Berichterstattung im Boulevardjournalismus wiedergibt, bildete die Ausgangsbasis der vorliegenden Studie. Die Kennzeichen und Veränderungstendenzen daraufhin zu untersuchen, ob sich in diesen Medieninhalten die Transformationsprozesse innerhalb des politischen Systems, des Mediensystems und der politischen Öffentlichkeit widerspiegeln, und die Politikberichterstattung sich damit zu einer alternativen Form medialer Politikvermittlung darstellt, war das Ziel der vorliegenden Studie. Die Grundlage für die Beantwortung dieser forschungsleitenden Untersuchungsfrage bildete dabei eine 2016 durchgeführte qualitative und eine 2017 durchgeführte quantitative Inhaltsanalyse boulevardesker und genuin informationsorientierter Politikberichterstattung.
Ursula Alexandra Ohliger

Backmatter

Weitere Informationen