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17.02.2021 | Keramik + Glas | Nachricht | Onlineartikel

Ton-Häuser auf dem Mars bald Realität?

Autor:
Leyla Buchholz
2 Min. Lesedauer

Wissenschaftler der TU Berlin untersuchen Tonmineralien, die auf dem roten Planeten vorkommen. Die Forscher hoffen, damit eine neue Ressource erschlossen zu haben, die sich zur Konstruktion einfacher Unterkünfte oder funktionaler Gebrauchsgegenstände auf dem Mars eignet.

Am 18. Februar 2021 soll es soweit sein: Die Mars 2020 Mission erreicht den roten Planeten. Der Mars Rover Perseverance soll in dem Jezero Crater landen – einem riesigen Krater auf dem Mars, von dem Wissenschaftler vermuten, dass dort früher ein See war. Wenn es überhaupt je Leben auf dem Mars gab, könnte sich das eventuell in diesem Krater nachweisen lassen, da er Wasser enthielt. Der Rover soll entsprechende Untersuchungen vornehmen. Aus den Satellitenbeobachtungen des Mars ist bereits bekannt, dass genau in diesem Krater verstärkt Tonmineralien vorkommen, wie sie auch auf der Erde zu finden sind. Solche Tonmineralien werden bereits seit längerem von Wissenschaftlern der TU Berlin aus dem Fachgebiet Keramische Werkstoffe von Prof. Dr. Aleksander Gurlo erforscht.

In mehreren Veröffentlichungen wiesen sie nach, dass sich diese Tonmineralien sowohl für die Herstellung getöpferter Gebrauchsgegenstände aus gebrannter Keramik als auch für den Bau ganzer Häuser eignen würden. „Aufgrund der großen Entfernung von der Erde wird eine menschliche Erforschung, dauerhafte Stationierung oder sogar Besiedlung des Mars nur unter Verwendung lokaler Marsressourcen möglich sein – eine Praxis, die als In-Situ-Ressourcennutzung bezeichnet wird“, erläutert David Karl, wissenschaftlicher Mitarbeiter in dem Team von Aleksander Gurlo.
 

Prozesse unter Mars-Bedingungen erforschen

Für die künftige In-Situ-Ressourcennutzung Forschung hoffen die Wissenschaftler der TU Berlin mit ihren Arbeiten zu Tonmineralien eine neue Ressource erschlossen zu haben. In ihren aktuellen vorgelegten Publikationen konnten die Forscher nachweisen, dass sich ihr Materialsystem mit allen typischen Formgebungsverfahren nutzen lässt, um ungebrannte Tonstrukturen oder gebrannte Keramiken herzustellen. Somit wäre das System für die Konstruktion von einfachen Unterkünften oder funktionalen Gebrauchsgegenständen auf dem Mars prädestiniert.  Die ersten Messungen des Perseverance Rovers könnten ihnen dabei helfen, die Tonzusammensetzung ihrer Materialien weiter zu optimieren. Ziel ist es, die wissenschaftliche Erforschung des Mars mit diesem tonhaltigen Materialsystem zu unterstützen.

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