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19.02.2020 | Keramik, Glas | Nachricht | Onlineartikel

Die Sonne im Visier

Autor:
Leyla Buchholz
2 Min. Lesedauer

Ende Januar wurden erste Bilder des Daniel K. Inouye-Sonnen Teleskops (DKIST) der National Science Foundation (NSF) veröffentlicht: Sie zeigen beispiellose Details der Sonnenoberfläche und geben eine Vorschau auf die zu erwartenden herausragenden Ergebnisse dieses weltgrößten 4-Meter-Sonnenteleskops. Der Spiegelträger ist aus Glaskeramik.

Das größte Sonnenteleskop der Welt ist mit einem Spiegelträger aus Zerodur Glaskeramik von Schott ausgestattet. Die Abbildungsqualität wird durch einen monolithischen 4,26 m Spiegel möglich. Der große Spiegeldurchmesser und die hervorragenden Materialeigenschaften erlauben es, 25 km große Strukturen auf dem fast 150 Mio. km entfernten Zentralgestirn zu beobachten. Das entspricht der Beobachtung einer Erbse aus 30 km Entfernung. Das Auflösungsvermögen ist damit um den Faktor 2,6 höher als beim bisher größten Sonnenteleskop, dem Big Bear Solar Observatory in der Nähe von Los Angeles, das einen Primärspiegel aus dem gleichen Material nutzt.

DKIST-Projektmanager Joseph McMullin: „Einen Spiegelträger in den geforderten Spezifikationen zu fertigen, war zweifelsohne eine große technologische Herausforderung. Schott war für unser Projekt der perfekte Partner und hat tolle Arbeit geleistet.“ Die Scheibe für den Primärspiegel hat Advanced Optics bereits im Jahr 2014 an den Polierer, das Optical Science Center der Universität von Arizona in Tucson geliefert.

Das Inouye-Sonnentelskop der NSF auf dem 3.000 m hohen Berg Haleakala, Maui, in Hawaii wird eine neue Ära der Sonnenforschung und einen Sprung nach vorn beim Verständnis der Sonne und ihrer Auswirkungen auf unseren Planeten ermöglichen. Für die Forschungen verantwortlich ist das National Solar Observatory (NSO), das von der US-Dachorganisation AURA (Association of Universities for Research in Astronomy Inc.) betrieben und von 22 Forschungsinstitutionen aus mehreren Ländern unterstützt wird.

In zahlreichen großen Teleskopprojekten– wie dem ESO Very Large Telescope (VLT), dem Gran Telescopio Canarias (GTC), den Keck-Teleskopen auf Hawaii oder dem fliegenden NASA-Teleskop Sofia - wird die Glaskeramik aufgrund ihres thermischen Ausdehnungskoeffizienten nahe Null als Spiegelträger eingesetzt. Das Material wurde vor über 50 Jahren in Mainz entwickelt. Es ermöglicht eine extreme Formgenauigkeit der Teleskopspiegel und sorgt damit für scharfe Bilder. Aktuell fertigt das Unternehmen die Spiegelträgerkomponenten für das Extremely Large Telescope (ELT) der ESO (Europäischen Südsternwarte), das mit einem 39 m-Hauptspiegel künftig das größte Auge der Menschheit sein wird. Es wurden bereits Segmente für den vierten Spiegel der Teleskopoptik sowie zwei Spiegelträger der 4-m-Klasse für den Sekundär- und Tertiärspiegel des ELT ausgeliefert. Jetzt startet das Unternehmen mit der Serienfertigung von über 900 Spiegelkomponenten für den segmentierten Primärspiegel. First Light des ELT auf dem chilenischen Cerro Armazones soll in 2025 sein.

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