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12.12.2019 | Keramik, Glas | Nachricht | Onlineartikel

Die Meister aus Longquan

Autor:
Leyla Buchholz
1:30 Min. Lesedauer

Es schimmert in vielfältigen Grün- und Blautönen, blickt auf eine über tausendjährige Tradition zurück und erlebt derzeit eine neue Blüte: das Seladon-Porzellan aus der chinesischen Provinz Zhejiang. Eine Ausstellung im Völkerkundemuseum der Universität Zürich bietet Einblicke in Geschichte, Technologie und Wissen rund um das Handwerk in der Seladon-Metropole Longquan.

China kennt verschiedenartige Porzellane, die mit lokalen Tonarten und Erden seit Jahrhunderten in spezialisiertem Handwerk hergestellt werden. Dazu zählt das grünblau schimmernde Seladon, aus der Provinz Zhejiang in Südwest-China. Diesem jadeähnlichen Porzellan und den Fertigkeiten seiner Meister widmet sich die neue Ausstellung des Völkerkundemuseums der Universität Zürich. Als Gastkuratorin wurde die Sinologin und Keramikerin Anette Mertens aus Berlin eingeladen. Anhand exemplarischer Meisterstücke präsentiert sie die Ergebnisse ihrer Seladon-Forschung und lässt Meister aus Longquan sowie deren Schüler zu Wort kommen. In Zusammenarbeit mit ihnen sowie mit der Sinologin Mareile Flitsch, die an der Universität Zürich zu handwerklicher Könnerschaft lehrt und forscht, ist so eine Zusammenschau von Traditionen, Technologien und Kenntnissen entstanden.

Ebenso interessant wie der Wandel und die Modernisierung des Handwerks erschien den Kuratorinnen die Frage nach den Kriterien, anhand derer die Meister heute Wert und Qualität von Seladon bemessen. Welches Spektrum an Tonarten, Glasuren und Dekoren bietet ihnen Spielraum für ihre Könnerschaft und Kreativität? "Die Handwerker richten ihr Augenmerk auf historische Stücke und Stile“, erklärt Anette Mertens. "Die Seladone der Song-Dynastie etwa gelten bis heute als unerreicht.“ Das entsprechende Wissen blieb in Keramiken, aber auch in Scherbenfragmenten in der Umgebung historischer Ofenstandorte bewahrt. Sie dienen den Keramikern im heutigen Longquan als Inspirationsquelle. "Die Gefäße, die wir in der Ausstellung zeigen, repräsentieren das Repertoire dieser modernen Seladon-Künstler“, sagt Mareile Flitsch. "Die Besucher sollen sie als Glasurliebhaber kennenlernen, die unermüdlich nach dem perfekten Seladon streben.“


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