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11.12.2019 | Keramik, Glas | Nachricht | Onlineartikel

Neues Glaskeramik-Kompetenzzentrum in Mainz

Autor:
Leyla Buchholz
1:30 Min. Lesedauer

Mit einer feierlichen Eröffnung nahm der Spezialglashersteller Schott in Mainz ein neues CNC-Kompetenzzentrum für Glaskeramik in Betrieb. In dieser Produktionsstätte werden Glaskeramik-Komponenten mit elektronisch gesteuerten CNC-Maschinen nach Kundenspezifikation bearbeitet. Die Investitionssumme beträgt über 30 Millionen Euro.

Das neue CNC-Kompetenzzentrum ist eines der größten Investitionsprojekte der letzten Jahre im Mainzer Hauptwerk. Es ist zugleich der größte Baustein eines mehrteiligen Investitionsprogramms für die Optik-Fertigung in Mainz, das insgesamt ein Volumen von über 40 Millionen Euro umfasst. Dazu gehören auch eine CNC-Maschinenanlage zur Bearbeitung von Glaskeramikteilen mit einem Durchmesser von bis zu 4,5 m, die bereits 2017 in Betrieb genommen wurde, sowie die umfassende Erweiterung eines Gebäudes an der Hattenbergstraße, wo derzeit moderne Büros entstehen. „All diese Projekte dienen dazu, unseren Geschäftsbereich Optik fit zu machen für die Zukunft“, sagte Dr. Heinricht, Vorsitzender des Vorstandes.

Die neue Produktionsstätte trägt den Namen von Jürgen Petzoldt, dem Pionier der Glaskeramik bei Schott. Dr. Petzoldt war ab 1966 für die Entwicklung der Zerodur Glaskeramik verantwortlich und zählt zugleich zu den Vätern der Ceran Glaskeramik-Kochfläche. Von 1988 bis 1996 war er Mitglied des Vorstandes.

Die Glaskeramik Zerodur zeichnet sich aus durch eine extrem niedrige thermische Ausdehnung von nahezu Null und eine Widerstandsfähigkeit gegen extreme Temperaturschocks von plus 700 bis -200 °C. Sie gilt seit fünf Jahrzehnten als ein hervorragendes Trägermaterial für astronomische Spiegelteleskope und ist ebenso ein Schlüsselmaterial in Navigationsgeräten von Flugzeugen, in der Chipherstellung, in der Produktion von Flachdisplays und in der Präzisionsmesstechnik. Das derzeit spektakulärste Anwendungsbeispiel ist das Extremely Large Telescope (ELT) in Chile, das einen Hauptspiegel von 39 m Durchmesser erhalten wird. Nach seiner Inbetriebnahme Mitte der 2020er Jahre wird es das größte Auge für den Blick ins All sein.

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Quelle:
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