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17.02.2023 | Kleb- und Dichttechnik | Nachricht | Online-Artikel

CO2-Fußabdruck auf das Gramm genau bestimmen

verfasst von: Leyla Buchholz

1:30 Min. Lesedauer

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Reibungsarme Dichtungen sorgen dafür, dass Motoren und Maschinen energieeffizienter arbeiten. Mit einer neu entwickelten Methode lässt sich der CO2-Fußabdruck aus der Produktion von Dichtungen und anderen Bauteilen bestimmen.

Wieviel Gramm CO2 stecken in einem Dichtungsring? Und wie kann die Treibhausgasbilanz aus der Produktion eines Bauteils bereits in der Konstruktionsphase minimiert werden? Freudenberg Sealing Technologies arbeitet seit zwei Jahren an einem Projekt, das es erlauben soll, den CO2-Fußabdruck der Produkte genau zu bestimmen. Hier gibt es zwei wesentliche Faktoren, die die Emissionsbilanz eines Bauteils beeinflussen. Der erste Faktor ist die Auswahl des Materials, aus dem die Dichtung gefertigt wird, der zweite ist der Herstellprozess der Dichtung.

Green Index ermöglicht Vergleich von Produkten

Um die Treibhausgas-Bilanz von Werkstoffen zu erstellen, hat das Unternehmen einen „Green Index“ entwickelt. Darin sollen neben den klimarelevanten Emissionen auch andere Umwelteigenschaften chemischer Stoffe berücksichtigt werden, um intern Materialien und Prozesse vergleichen und bewerten zu können. Giftige Vorprodukte sollen so weit wie möglich vermieden werden, um die Arbeitssicherheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten und auch andere Umwelteinflüsse zu berücksichtigen. Da moderne Dichtungen oft aus Materialmischungen bestehen, werden alle Einzelkomponenten berücksichtigt, um keine Fehlanreize für die Auswahl bestimmter Materialien zu setzen.

Um das Treibhausgaspotenzial (Global warming potential, GWP) einzelner Materialkomponenten zu bestimmen, wird eine Expertendatenbank verwendet, die der ISO-Norm 14044 für Ökobilanzen gerecht wird. Dabei werden mittlere, standort-unabhängige GWP-Werte für jeden einzelnen Stoff genutzt, also unabhängig von der konkreten Herkunft.  Die Summe der nach Materialanteilen gewichteten GWPs ergibt dann den gesamten GWP eines Dichtungsmaterials. Parallel erfolgt die Überprüfung der Schädlichkeit einzelnen Materialkomponenten anhand von Arbeitsschutzrichtlinien sowie der europäischen REACH-Chemikalienverordnung. Letztendlich ergibt sich ein dimensionsloser Wert, mit dem der Dichtungswerkstoff einer bestimmten Nachhaltigkeitsklasse des Green Index zugeordnet werden kann.

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Wie Industrieproduktion nachhaltig gestaltet werden kann

Quelle:
Klima

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