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26.04.2021 | Kleb- und Dichttechnik | Nachricht | Onlineartikel

Den Geheimnissen der Adhäsion in der Kunststoffwelt auf der Spur

Autor:
Dr. Hubert Pelc
1:30 Min. Lesedauer

Das SKZ in Würzburg und das Fraunhofer IFAM in Bremen starten ab Mai 2021 ein Kooperationsprojekt, um ein Verfahren zur einfachen und schnellen Abschätzung der Adhäsion in Klebsystemen zu entwickeln. 

Es ist bekannt, dass kontrollierbare Oberflächeneigenschaften, wie beispielsweise Oberflächenenergie oder Benetzbarkeit und Oberflächenrauheit, entscheidend für den Adhäsionsaufbau sind. Jedoch gibt es in der Klebtechnik aktuell noch kein etabliertes Verfahren, um eindeutige Adhäsionsvorhersagen in Klebverbindungen treffen zu können. Forscher am Kunststoff-Zentrum SKZ und am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM erarbeiten ab Mai 2021 im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsvorhabens ein Modell, das eine schnelle und einfache Abschätzung der Adhäsion ermöglicht. Ziel des Projekts ist es, die bereits in der Lackbranche etablierte Methode des ‘Wetting Envelope‘ weiterzuentwickeln, sodass die Ermittlung des Benetzungsverhaltens auch für hochviskose Klebstoffe möglich ist. 

Zielgerichtete Klebstoffauswahl

Die Bestimmung der Oberflächenspannung ist mit der bisher gängigen Kontaktwinkel-Methode bei thixotropen beziehungsweise hochviskosen Klebstoffen sehr komplex und aufwendig. Daher sollen weitere alternative Methoden zur Ermittlung der Oberflächenspannung, wie etwa die inverse Gaschromatographie und Elektronenspektroskopie, auf ihre Anwendbarkeit geprüft werden. Zusätzlich werde das Modellsystem um den Einfluss von Füllstoffen in Klebstoffen erweitert und eine mögliche Interdiffusion zwischen Substrat und Klebstoff berücksichtigt. Die entwickelten Methoden sollen abschließend mittels mechanischer Prüfungen validiert werden. Um eine schnellere und zielgerichtete Klebstoffauswahl in der industriellen Anwendung zu ermöglichen, werden die gewonnenen Erkenntnisse zur Adhäsionsvorhersage in einer öffentlich zugänglichen Datenbank zusammengefasst. Interessierte Industrieunternehmen sind eingeladen, das Projekt kostenfrei zu begleiten.

Weitere Informationen

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