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21.07.2021 | Kleb- und Dichttechnik | Nachricht | Onlineartikel

Kleben und Dichten ohne VOC-Emissionen

Autor:
Dr. Hubert Pelc
2 Min. Lesedauer

In vielen Verfahren zur Oberflächenbehandlung kommen Primer, Haftvermittler oder andere Chemikalien, bei denen umweltbelastende VOCs freigesetzt werden, zum Einsatz. Das Openair-Plasma-Verfahren von Plasmatreat verspricht hier eine umweltfreundliche Alternative.

Flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOC) belasten nicht nur die Umwelt, sondern haben auch einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Anwender. Daher gibt es verschiedene Bestrebungen, die Reduktion von VOC-Emissionen voranzutreiben. Bereits 2017 begann etwa China mit der Einführung neuer Umweltschutzbestimmungen, die in den Jahren 2018 und 2019 in entsprechende Vorschriften zur Kontrolle der VOC-Emissionen mündeten. Ziel war es, die VOC-Emissionen bis Ende 2020 um 10 % zu senken. Die Minderung von VOC-Emissionen ist aber nicht nur ein chinesisches Thema. Im Dezember 2016 erließ die EU neue Vorschriften zur massiven Reduzierung der Luftverschmutzung. Dies betrifft auch flüchtige, organische Substanzen, also die VOCs. 

Automobil- und Elektronikindustrie

Gerade beim Einsatz von Lacken in der Automobilindustrie und der Herstellung von Elektronik sollen VOC-Emissionen reduziert werden. Hier ist die notwendige Haftfestigkeit eine Frage der Oberflächenenergie und der Polarität der Oberfläche. Oft handelt es sich um unpolare Materialien, die schwer benetzbar sind. In der Vergangenheit waren Haftvermittler auf Lösungsmittelbasis die einzigen Mittel der Wahl, mit denen die Oberflächen vorbehandelt wurden, damit der Lack entsprechend haftet. Teilweise befinden sich allein im Haftvermittler mehr als 80 % der Stoffe, die für die VOC-Emissionen verantwortlich sind.
Nach Angabe von Plasmatreat ermögliche der direkte Einsatz von Openair-Plasma saubere und hochaktive Oberflächen, auf denen selbst Wasser gut benetzt. Der Einsatz von Lösungsmitteln zum ‘Anquellen‘ der Oberfläche sei daher nicht mehr erforderlich. Der gesamte Plasmaprozess verlaufe trocken, abwasserfrei und umweltfreundlich. 

Fertigung ohne nasschemische Abfälle

Die Plasmatechnologie beruht auf einem einfachen physikalischen Prinzip: Durch Energiezufuhr ändern sich Aggregatzustände, Feststoffe werden zu Flüssigkeiten, und Flüssigkeiten werden zu Gas. Wird dem Gas noch mehr Energie zugeführt, ionisiert es und wird zu Plasma, dem 4. Zustand der Materie. Trifft das Plasma mit seinem hohen Energieniveau dann auf Materialien, so verändern sich die Oberflächeneigenschaften, wie z. B. die Polarität. Plasmatreat zufolge habe dieser Effekt eine signifikante Auswirkung auf verschiedene Klebprozesse: Ob strukturelle Klebverbindungen im Automobil, Abdichtungen in der Elektronik oder eine schnelle, blasenfreie Nassetikettierung mit hoher Anfangsfestigkeit – mithilfe von Openair-Plasma und lösungsmittelfreien Klebstoffen sei es möglich, dass bei diesen Fertigungsprozessen nicht nur VOC-Emissionen reduziert bzw. ganz vermieden werden, sondern zudem keine nasschemischen Abfallstoffe anfallen.
 

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