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Parkhäuser mit Klebstoffen sanieren

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Parkhäuser aus Beton-Stahlblech-Konstruktionen sind oft durch Tausalze geschädigt und lassen sich kaum noch in Stand setzen. Die Hochschule München entwickelt nun ein kombiniertes Verfahren, mit dem die Lebensdauer verlängert werden kann.

Florian Ilg, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Material- und Bauforschung, bringt eine klebtechnische Verstärkung auf einem Modell der Deckenunterseite eines Parkhauses an.


Eine große Anzahl an Parkhäusern wurden in den vergangenen Jahrzehnten mit additiven Deckensystemen aus Stahl-Trapezblechen und Stahlbeton errichtet. Der große Nachteil dieser günstigen und schnellen Bauweise ist, dass sie eine hohe Anfälligkeit für witterungs- und vor allem tausalzbedingte Belastungen aufweist. Dringen die in den Tausalzen enthaltenen Chloride bis zur Stahlbewehrung oder zum Blech durch, kommt es bereits nach wenigen Jahren zur Korrosion an Betonstahl und Blech. Deckensysteme mit derartigen Korrosionsschäden sind mit den herkömmlichen Technologien kaum noch wirtschaftlich in Stand zu setzen.

Erfolg durch Kombination zweier Methoden

Im Projekt “GlueCS-Park“ werden zwei Methoden kombiniert: der kathodische Korrosionsschutz auf der Betonoberseite der Parkdecks sowie die geklebte Verstärkung von geschädigten Blechen. Für die Oberseite der Parkdecks entwickeln die Forschenden an der Hochschule München ein kathodisches Korrosionsschutzsystem (KKS), bei dem Carbonnetze in eine zusätzliche dünne Betonschicht eingebracht werden. Jene dienen als Verstärkung der Decke und als Anode für das KKS-System, um die Korrosion mit Hilfe eines Schutzstroms, der durch das Carbonnetz verteilt wird, zu unterbinden.

Auf der Deckenunterseite werden auf die geschädigten Trapezbleche dauerhafte Verstärkungen aus Stahl mit chlorid-dichtem Klebstoff angebracht. Prof. Dr. Christian Schuler, Forscher an der Fakultät für Bauingenieurwesen der Hochschule München, ist im Projekt verantwortlich für das Thema Sanierung mit Klebstoffen: “Wir installieren keine neuen Träger oder Abstützungen, sondern wollen mit einer Art Pflaster die Kraft homogen um die Schadstelle herumleiten“. Erste Langzeitversuche belegen die Wirksamkeit beider Methoden: dass das KKS-System die weitere Korrosion aufhält und dass die klebtechnische Verstärkung weiterhin die Tragfähigkeit der Konstruktion gewährleistet.
 

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