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Über dieses Buch

Das 2017 erschienene Buch von Hubert Knoblauch »Die kommunikative Konstruktion der Wirklichkeit« enthält den Entwurf einer eigenen, über den bisherigen sozialen Konstruktivismus hinausgehenden soziologischen Theorie. Der vorliegende Band erhebt den Anspruch einer systematischen Auseinandersetzung mit diesem Opus ausdrücklich nicht. Gleichwohl ist »Die kommunikative Konstruktion der Wirklichkeit« archimedischer Bezugspunkt einer sehr viel breiter greifenden Beschäftigung mit dem Autor und seinem bisherigen soziologischen Schaffen. 2019 wird Hubert Knoblauch 60 Jahre alt. Aus diesem Anlass als Kollektivprodukt geschaffen, enthält der Band rund 100 Beiträge von Kolleginnen, Weggenossen, Freunden und Schülerinnen, die Knoblauchs Werk und Person aus einer Vielzahl verschiedener Perspektivierungen beleuchten. Formal am Aufbauprinzip einer quasilexikalischen Gestalt orientiert, entfaltet sich ein Kaleidoskop höchst diverser und ihrem Gehalt wie ihrer Form nach sehr unterschiedlicher Bezugnahmen auf den hier geehrten Soziologen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Am 21. März 2019 wird Hubert Knoblauch 60 Jahre alt. Damit jährt sich das von Scharfsinn, Beflissenheit und enormem Tatendrang getragene Schaffen eines ebenso produktiven wie inspirierenden Soziologen, den die Autorinnen und Autoren der Beiträge dieses Bandes zu ihrem Freund, Lehrer, Kollegen oder Weggenossen zählen dürfen. Bei keinem von ihnen dürfte die Begegnung mit ihm spurlos gewesen sein. Er, der mitten in seiner anhaltend energiesprühenden Wirkensphase steht, hat unlängst in Form einer voluminösen Abhandlung zum Kommunikativen Konstruktivismus (Knoblauch 2017) ein Opus vorgelegt, das die Theorieentwicklung ein großes Stück vorantreiben will.
Bernt Schnettler, René Tuma, Dirk vom Lehn, Boris Traue, Thomas S. Eberle

A

Zusammenfassung
Wenn wir ausnahmsweise nicht an irgendwelchen gottväterlichen (vulgo: Luckmann’schen) Denkbarkeiten herumrätselten, war eines der ansonsten noch Gemeinschaft zwischen uns stiftenden Dinge, die wir in jener eingeschnürten Grenzstadt am großen See häufig häuslich taten, ein Spiel zu spielen – selbstverständlich stets, wenn auch zugegebenermaßen nicht nur, aus soziologischem Interesse. Das Spiel heißt »Acquire« und man kann es noch immer kaufen und sogar im Internet nachlesen, worum es dabei geht und welche Regeln gelten. Deshalb erspare ich mir weitere Erläuterungen dazu. Erwähnenswert ist die ganze Sache hier ja nur, weil Hubert K. aus diesem – bis in unseren homoerotisierten Briefwechsel hinein virulenten – Spielgeschehen heraus einen frühen bzw., soweit ich weiß, überhaupt seinen ersten hinlänglich ausgearbeiteten Entwurf zu dem inzwischen von ihm so etikettierten Konzept der »triadischen Relationierung« entwickelte, das nunmehr – nicht nur, aber doch besonders augenfällig – die KKdW durchwest. Zwar nannte er das, was er sich seinerzeit zusammenreimte, noch nicht »Relationierung«, sondern »Achse«. Aber im Grunde hat er sich damals schon ausgedacht, was er strukturell auch heute noch, wenngleich in einer deutlich avancierteren Rhetorik, behauptet.
Ronald Hitzler, Scott Lash, Jörg Strübing, Anina Engelhardt, Barbara Grüning, Ilja Srubar, Uwe Flick

B

Zusammenfassung
Begeisterung als Stichwort sucht man in den einschlägigen Lexika zur Soziologie noch vergeblich. Das Wort fehlt in allen mir bekannten, einschlägigen soziologischen Registern. Der Begriff – so macht es den Eindruck – könnte im wissenschaftlichen Kontext höchstens im Rahmen von religionssoziologischen Erwägungen zur animistischen Beseeltheit von Dingen in einem übertragenen Sinn, oder dann bestenfalls noch in ethnographischen Beschreibungen zu Sportanlässen und anderen organisierten Jubelveranstaltungen auftauchen. Und dies obwohl Begeisterung für fast alle von Menschen betriebenen Vorhaben und Unternehmungen von grosser Bedeutsamkeit ist. Und zwar insbesondere auch dann, wenn es fachlich schwierig und anspruchsvoll zu und her geht und gehen muss wie in der wissenschaftlich betriebenen Soziologie.
Christoph Maeder, Achim Brosziewski, Thomas S. Eberle

C

Zusammenfassung
Die Anfänge der christmas studies werden häufig mit dem Erscheinen von John Alfred Ralph Pimlotts Buch »The Englishman’s Christmas: a Social History« (1978) in Zusammenhang gebracht (siehe z. B. Connelly 1999). Die religions- und wissenssoziologischen Ursprünge der christmas studies sind jedoch ohne Zweifel im Kontext der Berliner Soziologie zu suchen. Insbesondere der Soziologe Hubert Knoblauch hat, ausnahmslos in Vorträgen, die christmas studies begründet.
Martina Löw

D

Zusammenfassung
Sechs wohl sortierte und auch akademisch einschlägige Buchhandlungen sind aufgesucht worden, sie haben es nicht. Iphigenie auf Tauris, Faust I und Faust II, Die Wahlverwandtschaften, Die Leiden des jungen Werther sowieso, Lektüreschlüssel, reichhaltiges Exegese-Material (Tagebücher! Briefe!), nicht zu vergessen die ihrerseits Geistesgeschichte schreibende Sekundärliteratur, alles ist da, nur eines fehlt: Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. Wonach sollte man sonst auch suchen, wenn das zu entfaltende Stichwort »Dichtung« heißt, sich auf einen Geburtstag bezieht und die Erwartung an einen klugen, gehaltvollen, lobenden und irgendwie originellen Text (Himmel hilf – meint das witzig?) wie ein Damoklesschwert (übertriebene Metapher) über dem Haupte schwebt (Haupte – man beachte die einsetzende Philologisierung der Sprache, die Anverwandlung greift).
Angelika Poferl, Silke Steets, Gesa Lindemann, Harold A. Garlic

E

Zusammenfassung
Ein Mann auf einem Bild: Ein Bild von einem Mann! Junger Mann auf schwerem, rotem Motorrad, mit dem rechten Bein die Maschine lässig abstützend, cool gekleidet: schwarze, hochhackige Stiefel, schwarze Jeans, schwarze Lederjacke – passend zu unbehelmten, langen, gelockten, schwarzen Haaren, dazu als stilvoll nuancierte Accessoires die dunkle Sonnenbrille zur dunklen Kleidung und das rote Halstuch zum roten Bike, einer Honda Golden Wing, fertig zum Flug durch den Golden State (→Kalifornien).
Hans-Georg Soeffner, Renate-Berenike Schmidt, Michael Schetsche, Paul Luff, Michael Wetzels

F

Zusammenfassung
Am Anfang war ich der Sprache noch nicht mächtig. Auch meine Doktorarbeit war drei Jahre zuvor eine Fingerübung gewesen, als ich Hubert Knoblauch 2004 das erste Mal auf der von ihm organisierten Tagung »Video-Analysis: Methodology and Methods« in Berlin begegnete. Ontogenetisch gesprochen war ich in der primären Intersubjektivität und wechselte deshalb noch keine Worte mit ihm. Aber die Tagung war schon sehr eindrücklich für mich. Sie hat mich darin bestärkt, Videoanalysen in meiner ersten Krankenhausstudie zu erproben und später in meinem DFG-Projekt zum Operationssaal weiterzuführen.
Ulrike Tikvah Kissmann, Halyna Leontiy, Thomas S. Eberle, Mathias Blanc, Bruno Michon

G

Zusammenfassung
Gartenzäune sind soziologisch unterforscht. Warum ist das so? Man könnte es auf eine von Hubert Knoblauch anfangs der 2000er-Jahre mündlich formulierte Verzichtserklärung zurückführen, die er am Institut für Soziologie der TU Berlin des Öfteren in Reaktion auf die Akteur-Netzwerk Theorie verlauten ließ: »Wir machen keine Soziologie von Gartenzäunen!«. In der Tat war Knoblauch mit dieser abstinenten Haltung nicht allein. Schon in den 1990er-Jahren hatte Niklas Luhmann in einer Podiumsdiskussion mit Bruno Latour darauf verwiesen, dass die »kunterbunten Gegenstände der meisten STS ihren Platz in der Umwelt des Sozialen hätten« (aufgeschrieben von Wagner 1996: 481).
Cornelius Schubert, Alejandro Baer, Theresa Vollmer, Helga Kotthoff

H

Zusammenfassung
Vor einigen Monaten erreichte mich die Anfrage, einen auch persönlich gefärbten Beitrag zu Hans Albert zu schreiben, dem Kontrahenten von Habermas im »Positivismusstreit« und mein Vorgänger auf dem Lehrstuhl für »Soziologie und Wissenschaftslehre« der Fakultät für Sozialwissenschaften an der Universität Mannheim. Natürlich habe ich gleich zugestimmt, es gab viel zu sagen. Unter anderem das: Er hatte nach unseren ersten Kontakten in Mannheim Mitte der 80er-Jahre meine Bemühungen so ab 1990 mitbekommen, die verschiedenen Ansätze der Soziologie unter das Dach einer umfassenden, man könnte heute sagen: analytisch-empirischen Soziologie zu bekommen – und das eben nicht bloß in einer einseitig ökonomisch-rationalistischen und imperialistischen Sichtweise, sondern unter systematischem Einschluss der hermeneutisch-kulturellen Dimensionen des sozialen Geschehens nach den Vorgaben von Weber und Schütz insbesondere, auch sogar der Luhmann’schen Systemtheorie.
Hartmut Esser

I

Zusammenfassung
Es ist schon einige Jahrzehnte her, dass ich mit einem befreundeten Pärchen im Auto nach Kassel fuhr. Das Auto war ein (fast) neuer Golf GTI und war der ganze Stolz von Peter, einem 30-jährigen Gymnasiallehrer. Peter lebte mit vier Freunden in einer Wohngemeinschaft, die sich selbst für alternativ hielt. In einer Kleinstadt im Ruhrgebiet unterrichtete er die Fächer Deutsch und Englisch. Peter saß heute auf dem Beifahrersitz, wohl deshalb, weil er gestern Abend auf einer Party zu viel getrunken hatte.
Jo Reichertz, Regine Herbrik, K. Neil Jenkings

J

Zusammenfassung
Die vielfältigen Varianten der »Todesnähe«, die Hubert Knoblauch erforschte, haben ihn zwar in Sphären großer Transzendenzen geführt, aber sicherlich nicht ins Jenseits; denn ›große Transzendenzerfahrungen‹ sind, gleich welcher Art, so hat unser gemeinsamer Lehrer, Thomas Luckmann, immer wieder mit seinem Lehrer, Alfred Schütz, betont, innerweltliche, wenn auch außeralltägliche Erfahrungen. Käme Hubert Knoblauch tatsächlich in die jenseitige Welt – auch das muss irgendwann einmal sein, aber jetzt und hoffentlich so schnell noch nicht –, würde er irritiert sein. Denn in der jenseitigen Welt der Katholik*innen (→Katholizismus) – und von der muss ja die Rede sein, wenn Hubert Knoblauch nicht noch prämortal konvertieren wird, was ihm ja angesichts der Kenntnis von Konversionserzählungen ein Leichtes wäre – in dieser posttranszendenten katholischen Transzendenz also herrscht Chaos.
Michael N. Ebertz

K

Zusammenfassung
Kaffee hat für Huberts Werk und für sein Wirken eine wichtige Bedeutung. Zu Beginn seines soziologischen Wirkens, als »die kommunikative Konstruktion der Wirklichkeit« (Knoblauch 2017) noch in den Kinderschuhen der 1980er-Jahre steckte, beschäftigte sich Hubert mit Kaffeefahrten. Wer schon einmal an einer solchen Fahrt teilgenommen hat, wird sich erinnern, dass dem Kaffee als Getränk dabei nur eine Nebenfunktion zukommt.
Dirk vom Lehn, Andrea Ploder, Sandro Ratt, Meike Haken, Jörg Bergmann, Ska Wiltschek, Thomas S. Eberle, Arnulf Deppermann, Manfred Prisching, Susanne Günthner, Hans-Theo Zacharias, Monika Wohlrab-Sahr, Ajit Singh

L

Zusammenfassung
Dein runder Geburtstag, Hubert, ruft einmal mehr die Erinnerung an unsere erste Wegkreuzung wach und lässt mich dann an eine Gemeinsamkeit denken, die ich mir so nie vor Augen geführt hatte. Im Konstanzer →Archiv, dem von Carl Mayer inspirierten und unter Tom Luckmanns Leitung dann von Richard Grathoff und Walter Sprondel aufgebauten »Alfred-Schütz-Gedächtnis-Archiv«, so der ursprüngliche Titel, schnell zum »Sozialwissenschaftlichen Archiv Konstanz«, eben dem SAK, geworden, in eben diesem Archiv hat sich unsere Arbeit erstmals gekreuzt. Wir hätten die Staffelübergabe wirklich eleganter bewältigen können, aber das ist ja längst Schnee von gestern.
Martin Endreß

M

Zusammenfassung
Mediatization refers to an everyday experience characterized by the saturation by (predominantly digital) media into each and every social domain, which, in the process of doing so, contributes to their transformation. More specifically, it refers to the relationship between the transformation of media and communication on the one hand and culture and society on the other (Couldry/Hepp 2013: 197). With reference to everyday experience it can be said that mediatization has ›quantitative‹ as well as ›qualitative‹ effects.
Andreas Hepp, Nina Baur, César A. Cisneros-Puebla, Lorenza Mondada

N

Zusammenfassung
»Alles nur Theater, alles nur Show«, so lautete der Titel meiner Magisterarbeit, vorgelegt in Konstanz 1996, angeregt – natürlich – von Hubert Knoblauch, der mir damals zurief: »Wie lautet die Frage, auf die die Nachtbar die Antwort ist?« Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich sie ungefähr so beantwortet: Die Nachtbar stellt eine Enklave traditioneller, stereotyper Geschlechterbilder dar (→Gender): »Auf der einen Seite, der Anbieterseite, stehen Frauen, auf der anderen, der Nutzerseite, stehen Männer. Beide Geschlechter inszenieren sich sowohl selbst als auch das jeweils andere Geschlecht mit« (Messner 1996: 135).
Monja Messner, Michael Hutter

O

Zusammenfassung
›Die Masse‹ ist – bei allem, was sie sonst noch sein mag – eine wirkmächtige und wandelbare gesellschaftliche Ausdrucks- und Darstellungsform. Die Ornamente, die Individuen in Menschenansammlungen bilden, und die Figuren, die solche Ornamente im öffentlichen Raum oder auf Bildern ergeben, kommunizieren politische Ideen, kollektive Werthaltungen oder situative Befindlichkeiten in bildhafter Prägnanz (Simmel 2009, Knoblauch 1998).
Michael R. Müller

P

Zusammenfassung
On the crumbling wall of a former C18th foundry in a small town in England, there is a short notice. It reads ›in this furnace, Abraham Derby first smelted iron ore with coke and thus began the modern age.‹ It is perhaps misleading to compare Abraham Derby’s extraordinary innovation with ›the world’s first laptop presentation‹ in Paris in 1992, and yet Robert Gaskins and his colleagues have to be credited with a development that has radically transformed the way in which knowledge is communicated and instantiated.
Christian Heath

Q

Zusammenfassung
I met Hubert Knoblauch for the first time in 2004. At the time he was probably completing the article that FQS (Forum Qualitative Social Research Sozialforschung) would publish a year later with the title Focused Ethnography (2005). Among the emails I received in my inbox during the first few months of 2004 was one from Alejandro Baer, who forwarded to me the call for papers for a conference titled »The State of the Art of Qualitative Social Research in Europe«.
Miguel S. Valles Martínez

R

Zusammenfassung
Rauchen ist eine genussvolle Tätigkeit, die sich durch alle Schichten verbreitete und für bestimmte Berufsgruppen geradezu typisch war, z. B. für Künstler, Intellektuelle oder Journalisten. Rauchen war im Verbund mit Trinken (→Kaffee, Wein, →Bier, Spirituosen) und »Schwätzen« oft konstitutiver Bestandteil eines soziokulturellen Lebensstils, besonders in →Kneipen und Kaffeehäusern. Nach einer »Soziologie des Rauchens« sucht man in der soziologischen Fachliteratur allerdings vergebens, und ein Google-Search liefert lediglich zwei Treffer zu diesem Stichwort im Kontext von Psychopathologie und Psychiatrie (z. B. Tölle 2013).
Thomas S. Eberle, Gabriela B. Christmann, David Lin, Boris Traue, Jörg Stolz, Anna Neumaier

S

Zusammenfassung
Zur kommunikativen Konstruktion des Knoblauch’schen Denkens. Oder: zur Frage, warum Huberts Schaubilder ohne ihn keinen Sinn ergeben.
Miira Hill, Lilli Braunisch, Bernardo Fernández, Giampietro Gobo, Anna-Katharina Hornidge, Martin Endreß, David Joshua Schröder, Dariuš Zifonun, Elena Botsi, Markus Hero, Werner Rammert, Norbert Schröer, Reiner Keller, Armin Nassehi

T

Zusammenfassung
Hubert Knoblauch’s contributions in the field of qualitative research are relevant (Knoblauch 2012, 2013 a, 2013 b). I like the way in which Knoblauch combines social theory with empirical research very much and, needless to say, am an admirer of The Social Construction of Reality by Berger and Luckmann (1996), a book that Knoblauch brilliantly summarized and enriched thanks to his critical approach to the sociology of knowledge. On the occasion of his 60th birthday, I would like to tell one of the most grotesque social situations I was involved in during one of my ethnographic researches based on participant observation with ideologically motivated violent groups.
Alessandro Orsini, Ina Schmied-Knittel, Christian Meyer

U

Zusammenfassung
Auf Studierende kann die Sprachgewalt soziologischer Theorien eine befremdliche, wenn nicht gar einschüchternde Wirkung entfalten. So besteht eine zentrale Herausforderung für Soziologiestudierende darin, sich Zugang zu den vielfältigen Denkweisen innerhalb des Faches zu verschaffen. Der soziologische Lehrbetrieb steht wiederum vor der Aufgabe, dem akademischen Nachwuchs die Vielfalt und Komplexität soziologischer Inhalte auf anspruchsvolle und nachvollziehbare Weise zugänglich zu machen.
Aris Harkat, Nils Lüttschwager

V

Zusammenfassung
Jeder kennt sie, viele fürchten sie, noch viel mehr schimpfen auf sie, aber niemand weiß wirklich, was damit gemeint ist oder was sie tatsächlich machen – Verwaltung und Bürokratie. Im Grunde ist klar, dass kein Land, nicht einmal eine einfache Institution wie eine schlichte Universität ohne Verwaltung oder Bürokratie auskommen. Doch was ist denn eigentlich eine Verwaltung? Was eine Bürokratie?
Felicitas Heine, Jorge Luis Borges

W

Zusammenfassung
Im Angesicht ubiquitärer Bedrohungen und Gefahren im Alltag eines Wissenschaftlers, sei es durch Studierende, Mitarbeitende, Kollegen und Kolleginnen oder vor allem der →Verwaltung, hat Hubert Knoblauch eine Reihe von wirksamen kommunikativen Formen zur performativen Verteidigung der eigenen Position entwickelt, welche im Folgenden vorgestellt werden.
René Tuma, Aris Harkat, Michaela Pfadenhauer, René Wilke, Juliane Haus, Thomas Willmann, Gotthilf Schönred

X

Zusammenfassung
Weihnachten ist die Zeit, wenn irgendwann im Briefkasten eine handgeschriebene Fotokarte aus Berlin liegt. Erstaunlich, dass die Knoblauchs jedes Jahr eine neue Idee haben, und dass die »Kinderchen « bei den roten Mützen immer mitmachen. Ich brauche einige Anläufe, um den herzlichen Text zu entziffern und vermute, dass Rotwein mit im Spiel war.
Maggie Kusenbach

Y

Zusammenfassung
Hartnäckigen, aber leider irrigen Annahmen zufolge geistert in der neueren soziologischen Literatur die These umher, es gebe Kulturen, bevorzugt lokalisiert auf den der okzidentalen Zivilisation fernliegenden Inseln in der tropischen Idylle des Südpazifiks, in denen die Bewohner, ganz einer ursprünglich-animistischen Weltansicht verhaftet, bestimmten Feldfrüchten Handlungsträgerschaft zumäßen. Das ist nicht ganz falsch, aber ungenau.
Bronislaw Malinowski

Z

Zusammenfassung
Oh weh, es ist schon wieder 15:35 Uhr und im trüben Berlin beginnt draußen die Sonne langsam zu schwinden. Aber morgen muss doch der Artikel für das Buch von Hubert fertig sein, es ist wirklich die allerletzte Deadline! Grundsätzliches Problem der Wissenschaft scheint mir: Zeitmangel! Wo wir beim Thema wären: Zeit. Ein Thema das ach so viele Soziologen (hier die Männer gemeint, der →Genderaspekt wäre zu untersuchen) meist irgendwann für sich entdecken und ein Buch darüber schreiben (von Elias bis Giddens, von Rosa bis Nassehi). Hier soll die Zeit nun auch untersucht werden und zwar soziologisch-lebensweltlich, genauer empirisch mit Blick auf die Lebenswelt des Hubert Knoblauch.
René Tuma
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