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Über dieses Buch

Palmöl ist das billigste und beliebteste Fett in der Lebensmittel- und Kosmetikbranche. Indonesien liefert 90 Prozent des weltweit gehandelten Palmöls, hinter dessen Anbau aber eine ökologische und soziale Katastrophe steht. Im Zuge der Rodung des indonesischen Regenwaldes zugunsten des Palmöl-Geschäfts kippt zum einen das globale Klima. Zum anderen werden Indigene und Kleinfarmer von ihrem Land vertrieben. Der „Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) wurde 2004 auf Sumatra etabliert, um die genannten Probleme zu lösen. Die Studie untersucht im Rahmen der Global-Governance-Forschung die Gründe für das Scheitern des RSPO und zeigt die Grenzen und Möglichkeiten von Private Policy Networks in der globalen Umweltpolitik auf: Verantwortlich sind „Transnationale Unternehmen“ (TNUs) und andere dominierende Akteure im Palmöl-Geschäft, aber auch schwache staatliche Rahmenbedingungen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
„Weltumweltpolitik“ ist eines der beherrschenden politischen Themen bzw. die normative Governance-Herausforderung des 21. Jahrhunderts (Biermann/Pattberg 2004) sowie ein „Schlüsselthema in der internationalen Politik“ (Oels/Carvalho 2012: 257). Artenverlust, Treibhauseffekt, Klimaerwärmung und der Verlust der Ozonschicht sind nur einige prominente Schlagwörter, die die grenzüberschreitenden negativen Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels illustrieren. Die internationale Gemeinschaft ist sich einig, dass der Mensch das Klima negativ verändert hat und dass die Probleme nur gemeinsam in Kooperation gelöst werden können (Simonis 2005; Willke 2006).
Tatjana Fabricius

Kapitel 2. Grundlagen der Global Governance-Perspektive

Zusammenfassung
In der Politikwissenschaft stehen im Zusammenhang mit Governance drei prominente Fragen im Fokus: erstens, ob und inwieweit Governance ein neues wissenschaftliches Paradigma ist, zweitens, ob und inwiefern der Nationalstaat sich im Rahmen der Globalisierung gewandelt hat und drittens, was die effizienteste Kombination von Governance-Modi ist. Diese Fragen konnten bisher in der Politikwissenschaft nicht klar beantwortet werden. Zweifelsohne herrscht aber ein Konsens darüber, dass der Begriff „Governance“ unscharf verwendet wird (siehe Mayntz 2009; Behrens et al. 2005) und mit veränderten Wahrnehmungen der in der Praxis handelnden Akteure einhergeht (vgl. Benz et al. 2007a: 9). Governance im Mehrebenensystem stellt die politische und theoretische Herausforderung im Zusammenhang mit der Globalisierung dar (siehe Messner/Nuscheler 2003).
Tatjana Fabricius

Kapitel 3. Theorie I: Das INEF-Konzept

Zusammenfassung
Die zentralen Figuren der politikwissenschaftlichen Global Governance-Theorie in Deutschland sind Dirk Messner und Franz Nuscheler. Anhand ihrer Global Governance-Architektur werden sechs konfliktträchtige Problemtypen im Kontext von Global Governance identifiziert; (1) Verschwendung von globalen öffentlichen Gütern, (2) Unlösbarkeit globaler Interdepedenzprobleme mangels globaler Institutionen, (3) globales Phänomen „Armut“, (4) Systemkonkurrenz der Nationalstaaten in der Weltwirtschaft, (5) grenzüberschreitende Probleme, die nur gemeinsam gelöst werden können und (6) strukturelle Probleme. Bei Letzteren stehen die Integration neuer Akteure und das vermehrte Hinterfragen deren Legitimation bzw. deren Auswirkung auf politische Entscheidungsprozesse im Mittelpunkt.
Tatjana Fabricius

Kapitel 4. Theorie II: Internationale Beziehungen

Zusammenfassung
Es gibt in den Internationalen Beziehungen nicht die „[…] einzige, wahre, universal gültige Theorie“ (Schlosser 1993: 27). Genauso wenig können sozialwissenschaftliche Aussagen eins zu eins übernommen werden, zumal die Kontextfaktoren von Fall zu Fall variieren. Die Gründe für das Scheitern des Roundtable on Sustainable Palm Oil in Indonesien sind zu komplex, um diese nur mit einem theoretischen Ansatz zu erklären.
Tatjana Fabricius

Kapitel 5. Konzeptualisieren

Zusammenfassung
Die Wurzeln der vergleichenden Politikwissenschaft gehen u. a. auf Aristoteles (384-322 v. Chr.), Machiavelli (1469-1517) und John Stuart Mills (1806-1873) Reflexionen über die vergleichende Methode zurück. Der sozialwissenschaftliche Zweig der Politikwissenschaft etablierte sich aber erst mit der Ausdifferenzierung der Staats- und Sozialwissenschaften nach dem Zweiten Weltkrieg. Die neue Weltsituation erforderte auch neue Methoden und Theorien, dem zuerst 1945 in Amerika und fünfzehn Jahre später in Deutschland mit der Subdisziplin der Politikwissenschaft, den „comparative politics“, entsprochen wurde.
Tatjana Fabricius

Kapitel 6. Empirie I: Der RSPO im Global Governance-Prozess

Zusammenfassung
Das Klima ist zunehmend durch Extremsituationen gekennzeichnet und der globale Klimawandel ist weder zu leugnen noch zu stoppen oder sogar zu revidieren.
Tatjana Fabricius

Kapitel 7. Empirie II: Erklärung des Scheiterns des RSPO

Zusammenfassung
Der RSPO auf Sumatra ist in Hinblick auf die Sicherstellung einer nachhaltigen Palmöl-Produktion in Indonesien gescheitert (vgl. Knoke/Inkermann 2015: 23). Nach den Annahmen des moderaten Konstruktivismus (Wendt 1999) gilt: Es entscheiden erstens immaterielle Interessen über Handlungslogik und Entscheidungen in den Internationalen Beziehungen, zweitens ist Akteursverhalten strukturell eingebettet (siehe Abschnitt 4.2.1) und drittens werden das Verhalten und die Handlungen zwischen den Akteuren durch Normen vorgegeben. Die Reproduktion von Normen durch Akteure bringen Wertesysteme hervor, die eine Erwartungshaltung inne haben.
Tatjana Fabricius

Kapitel 8. Empirie III: Government versus Governance

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte ist die Frage der Wirkung des Staates auf Private Policy Networks im Allgemeinen bzw. der Einfluss der indonesischen Regierung auf den RSPO auf Sumatra im Speziellen genauso zu beantworten, wie die Wirkung von Private Policy Networks auf die Handlungs- und Lösungskompetenzen staatlicher Institutionen im Rahmen der globalen Umweltpolitik. Im Verständnis der Studie ist der Staat der dominierende und handlungsstarke Akteur im Internationalen System. Nichtsdestotrotz ist der Staat im Rahmen der Globalisierung aber nicht mehr fähig, national bzw. globale Probleme allein zu lösen (siehe Abschnitt 2.1).
Tatjana Fabricius

Kapitel 9. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zusammenfassung
Ziel der Studie war es, die Möglichkeiten und Grenzen von Private Policy Networks in der globalen Umweltpolitik mit der vergleichenden Methode anhand des Fallbeispiels Roundtable on Sustainable Palm Oil auf Sumatra unter akteurstheoretischer Perspektive zu untersuchen. Die Leitfrage dieser Arbeit war: Warum ist der RSPO auf Sumatra bisher gescheitert. Um die Gründe für das Scheitern des RSPO in Indonesien zu benennen, wurde in dieser Studie der Einfluss von Ideen, (ökonomischen) Interessen und Political Economy auf den RSPO auf Sumatra im Allgemeinen und den untersuchten Akteuren im Speziellen betrachtet.
Tatjana Fabricius

Backmatter

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