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30.11.2023 | Klimaschutz | Im Fokus | Online-Artikel

COP28 startet zwischen Kritik und globalem Ausgleich

verfasst von: Frank Urbansky

2:30 Min. Lesedauer

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Die COP28 startet und ist umstritten wie selten zuvor. Insbesondere der ölreiche Ausrichter VAE zieht Kritik auf sich. Er könne, so Teilnehmer, der Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Weltklimakonferenz schaden.

Die 28. UN-Weltklimakonferenz (COP28) mit 197 vertretenen Staaten findet seit dem 30. November 2023 in Dubai statt. Über 70.000 Teilnehmer, darunter Staatschefs, Ministerien und Vertreter verschiedener Sektoren, werden erwartet.

Fond für Ausgleich von Klimaschäden

Im Fokus stehen die Umsetzung des 2015 beschlossenen Pariser Klimaabkommens und Unterstützungsleistungen für den Globalen Süden. Zu letzterem soll ein bereits beschlossener Fonds zum Ausgleich von Klimaschäden weiter ausgestaltet werden. Schon 2009 verpflichteten sich die Industrienationen, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar (etwa 94 Milliarden Euro) für den Klimaschutz und die Anpassung bereitzustellen. Im Jahr 2020 lag der tatsächlich bereitgestellte Betrag jedoch nur bei ungefähr 83 Milliarden US-Dollar. Kurz vor Beginn der Klimakonferenz gab die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bekannt, dass nun das gesteckte Ziel erreicht worden sei. Deutschland erklärte am 1. Tag der Konferenz, 100 Millionen Euro beizusteuern.

Seit der ersten Klimarahmenkonvention 1992 in Rio haben Klimakonferenzen globale Treibhausgasreduktionen (THG) verhandelt – bisher allerdings mit eher bescheidenem bis gar keinen Fortschritt. Denn die THG-Emissionen steigen auch 2023 auf ein Rekordhoch – weltweit betrachtet.

Die COP28 nun dient der Überprüfung der Fortschritte des Pariser Abkommens. Diskutiert werden auch die Reduktion fossiler Energieträger und der Ausbau erneuerbarer Energien.

Trotz Fortschritten, wie der Einigung auf den Kohleabbau und Subventionskürzungen für fossile Brennstoffe, wurde hier wenig erreicht. Der aktuelle IPCC-Bericht zeigt, dass die bisherigen Klimaschutzzusagen unzureichend sind, und warnt vor einer Erwärmung von bis zu drei Grad. Geopolitische Spannungen, insbesondere zwischen den USA und China, beeinflussen ebenfalls die Klimapolitik. In dieses Bild passt, dass es zur COP28 Pläne gibt, das Pariser Klimaschutzziel von 1,5 °C auf 2,9 °C aufzuweichen. Selbst das 2-°C-Ziel wird inzwischen von Wirtschaftsvertretern, aber auch von Wissenschaftlern, als illusorisch angesehen.

Im Vorfeld gab es zudem reichlich Kritik, so auch am Einstimmigkeitsprinzip der COP und dem diesjährigen Vorsitz, den die erdölreichen Vereinigten Arabischen Emirate innehaben. Und damit hängt auch schon ein veritabler Skandal zusammen.

COP für fossile Geschäfte?

COP28-Präsident ist Sultan Al Jaber. Als CEO des Ölkonzerns Adnoc steht er im Verdacht, Treffen mit Regierungs- und Wirtschaftsvertretern aus mindestens 30 Ländern für fossile Energiegeschäfte genutzt zu haben. Das sollen geleakte Dokumente nahelegen, so das Centre for Climate Reporting (CCR) und die BBC in Großbritannien.

Diese Vorgehensweise widerspreche der Unparteilichkeitspflicht von COP-Präsidenten und schade der Glaubwürdigkeit der Klimaschutzverhandlungen. Als COP-Präsident beeinflusse Al Jaber zudem direkt die Abschlusserklärung der Konferenz. Das wiederum könne die Ausrichtung der COP28 beeinträchtigen.

Die Konferenz dauert bis Mitte Dezember. SpringerProfessional wird danach ausführlich in einem Schwerpunkt über die Erfolge und Misserfolge berichten

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