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07.12.2020 | Klimaschutz | Nachricht | Onlineartikel

Schott will bis 2030 klimaneutral werden

Autor:
Leyla Buchholz
2 Min. Lesedauer

Das Unternehmen Schott stellt sich den Herausforderungen des Klimawandels. "Wir wollen uns bis 2030 zu einem klimaneutralen Unternehmen weiterentwickeln und damit aktiv einen Beitrag für den Klimaschutz leisten“, so Dr. Frank Heinricht, Vorsitzender des Vorstandes. Das Projekt „Zero Carbon“ ist Bestandteil der neuen Konzernstrategie.

Mit dem Strategieprojekt "Zero Carbon“ beginnt Schott eine neue Ära seines Umwelt- und Klimamanagements. Als Spezialglashersteller gehört das Unternehmen einer energieintensiven Industriebranche an. Spezialgläser und Glaskeramiken werden in großen Schmelzwannen bei Temperaturen von bis zu 1.700 °C geschmolzen. Bisher werden die Schmelzwannen mit den fossilen Energieträgern Erdgas und Heizöl oder mit Elektrizität beheizt. Auch bei der Weiterverarbeitung der Gläser wird viel Energie benötigt. Durch diesen Energiebedarf beträgt der klimarelevante Fußabdruck rund eine Million Tonnen CO2e (CO2-Äquivalente) pro Jahr.

"In unserem Engagement für den Klimaschutz sehen wir drei Schritte: Zunächst wollen wir möglichst viele klimaschädliche Emissionen vermeiden, nicht vermeidbare Emissionen im nächsten Schritt deutlich reduzieren und, falls nicht anders möglich, schließlich die restlichen Emissionen kompensieren“, sagte Frank Heinricht. Die Verbesserung der Energieeffizienz hat das Unternehmen schon seit Jahrzehnten im Blick. Durch die Einführung der Oxy-Fuel-Schmelztechnologie und die zunehmende Nutzung von Strom zur Beheizung der Schmelzwannen seit den 1990er Jahren ist es bereits gelungen, den spezifischen Energieverbrauch um über 30 % zu senken. Im Rahmen eines Energiemanagementsystems arbeiten Experten intensiv daran, weitere Einsparpotenziale zu identifizieren und zu nutzen.

Umstieg auf Grünstrom bis 2021

Bei elektrischer Energie setzt das Unternehmen künftig vollständig auf Grünstrom. Bereits 2021 will der Konzern seinen Strombedarf zu 100 % durch erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie und Biomasse decken.

Langfristig will das Unternehmen außerdem ganz auf die Nutzung fossiler Energieträger verzichten, soweit es technologisch machbar ist. "Dieser Transformationsprozess braucht allerdings Zeit und erfordert hohe Entwicklungs- und Investitionskosten“, so Heinricht. Einen vielversprechenden Lösungsansatz sieht das Unternehmen dabei in der Wasserstofftechnologie. Daneben prüfen Forscher und Schmelztechnologen die Machbarkeit weiterer technologischer Ansätze.

Kompensation technologisch nicht vermeidbarer Emissionen

Bis CO2-freie Lösungen für die Beheizung großer Glasschmelzwannen zur Verfügung stehen, will Schott technologisch nicht vermeidbare Emissionen durch Investitionen in Klimaschutzprojekte kompensieren. Derzeit erstellt der Konzern ein Kompensationsportfolio, das hohe Anforderungen an die Nachhaltigkeit der Projekte erfüllt. Hierzu können beispielsweise Aufforstungsprojekte in verschiedenen Ländern gehören, die nach strengen Standards zertifiziert sind. 

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