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Über dieses Buch

Elisabeth Süßbauer erforscht, welche kulturell-kognitiven Mechanismen und Strategien städtische Verwaltungen entwickeln, um die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern. Die auf Dokumentenanalyse und Interviews basierende Studie zeigt, dass es verschiedene Arten gibt, wie Klimaanpassung in die Stadtplanung „übersetzt“ wird. Da zeremonielle und strategische Anteile dieser Übersetzungen überwiegen, werden kreative (Re-)Kombinationen mit anderen Stadtentwicklungszielen behindert. Mit der Betrachtung des „unsichtbaren“ Wissens zum Klimawandel leistet das Buch einen wichtigen Beitrag zu einer sich erst langsam etablierenden Soziologie der Klimawandelfolgenanpassung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Die Erfahrungen mit den jüngsten Hochwasserkatastrophen von Elbe, Donau und Mulde im Jahr 2013 haben deutlich gemacht, dass die Folgen des Klimawandels bereits heute spürbar sind und sich in Zukunft verschärfen werden. Der Weltklimarat (IPCC) warnt in seinem neuesten Sachstandsbericht vor einem Anstieg des Meeresspiegels um 26 bis 82 Zentimeter bis zum Jahr 2100, was einem gut ein Drittel stärkeren Anstieg als bislang angenommen entspricht (Stocker et al. 2013). Ohne stärkere Maßnahmen zum Klimaschutz könnten sich die Kosten der Auswirkungen in Deutschland laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung bis zum Jahr 2050 auf insgesamt knapp 800 Milliarden Euro1 belaufen (Kemfert 2007: 165).
Elisabeth Süßbauer

2. Anpassungsforschung – ein heterogenes Diskursfeld

Zusammenfassung
Zu Beginn des Dissertationsprojektes im Jahr 2010 wurde im wissenschaftlichen Diskurs zunehmend die Umsetzung von Klimaanpassung diskutiert, während in den Jahren zuvor das Thema durch zwischenstaatliche Organisationen wie dem Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) auf die internationale politische Agenda gebracht worden war. Dementsprechend befassten sich soziologische und politikwissenschaftliche Arbeiten vor 2010 vorwiegend mit dem Anpassungsdiskurs auf internationaler Ebene.
Elisabeth Süßbauer

3. Stadtplanung als Entscheidungskontext für Klimaanpassung in Städten

Zusammenfassung
Nachdem im vorangegangenen Kapitel eine Begriffsbestimmung von Anpassung an Klimawandelfolgen aus sozialwissenschaftlicher Perspektive vorgenommen wurde, wird in diesem Kapitel die Stadtplanung als Kontext für Anpassungsprozesse und -entscheidungen näher betrachtet.
Elisabeth Süßbauer

4. Theoretische Grundlagen: Wissen und Wandel in Organisationen

Zusammenfassung
Dieses Kapitel bildet den theoretischen Rahmen der Untersuchung. Um die Wirkungen von wicked problems auf die Sinnstrukturen in der Stadtplanung zu ergründen, wird ein neo-institutionalistischer Zugang gewählt. Aus dieser Sicht stellt Planung nicht zwingend ein absichtsvoll analytisches und problemlösendes Entscheiden und Handeln dar, sondern ein in hohem Maße durch institutionalisierte Erwartungen und kulturelle Basisannahmen reguliertes Handeln (Hutter 2007: 18). Der Neo-Institutionalismus eignet sich daher als theoretische Grundlage für die oben beschriebenen „ungeplanten“ Prozesse in der Stadtplanung im Zusammenhang mit Klimaanpassung. Die grundlegenden Konzepte und Begriffe des Neo-Institutionalismus werden in Kapitel 4.1 vorgestellt.
Elisabeth Süßbauer

5. Forschungsdesign: empirisch begründete Theoriebildung

Zusammenfassung
Da das Forschungsziel die Exploration von stadtspezifischen Deutungen von Klimaanpassung und damit zusammenhängenden Sinngebungen von Klimawissen ist, ist die Grounded Theory als Methodologie für diese Untersuchung geeignet. Die Grounded Theory will Sinn- und Bedeutungsstrukturen, mit denen Akteure ihre soziale Alltagswelt kognitiv strukturieren, verstehen (Suddaby 2006: 633). Sie geht dabei über eine deskriptive Beschreibung sozialer Tatsachen hinaus; als Technik der interpretativen Sozialforschung soll sie vielmehr Erklärungen für Unterschiede im Verhalten bieten (Goulding 2009: 381). Sie wird daher für das Aufdecken lokaler und kontextspezifischer Bedeutungen und Verständnisse von Konzepten wie Nichtwissen oder Unsicherheit verwendet (Smithson 2010: 91).
Elisabeth Süßbauer

6. Die Fallstudienstädte: lokalspezifische Ausgangsbedingungen

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die offiziellen Anpassungsstrategien der Städte Dresden, Essen und Berlin vorgestellt. Sie geben Aufschluss darüber, wie in den Städten prioritäre Räume, Handlungsbereiche und Maßnahmen für eine Anpassung an den Klimawandel festgelegt wurden. Diese Entscheidungen werden vor dem Hintergrund der lokalspezifischen Stadtstrukturen und der klimatischen Betroffenheit getroffen. Um diese Auswahlprozesse besser einordnen zu können, wird in Kapitel 6.1 zunächst eine Übersicht über die rein statistische Betroffenheit der Städte von Klimawandelfolgen gegeben. Die Betroffenheit wird vor allem von der jeweiligen geophysischen Empfindlichkeit, also beispielsweise dem Anteil an Grünflächen, der Bevölkerungsdichte oder der naturräumlichen Lage der Stadt, bestimmt.
Elisabeth Süßbauer

7. Die stadtplanerische Übersetzung der Klimaanpassung

Zusammenfassung
Dieses Kapitel beinhaltet die Ergebnisse der Interviewauswertung nach der Technik der Grounded Theory, die zum Ziel hatte, die Deutungen und Interpretationen von Klimawandelfolgen und die damit verbundenen Herausforderungen zu systematisieren. In den Interviews kristallisierten sich verschiedene Möglichkeiten heraus, wie Klimaanpassung als Thema in den Kontext der Stadtplanung eingepasst wird. Diese Einpassung als stadtplanerische Konstruktionsleistung bildet daher das Schlüsselthema der Auswertung, das alle Interviews miteinander verbindet. Als Kernkategorie wird der Begriff der Übersetzung (translation) von Czarniawska und Sevón (1996) übernommen, womit Interpretationsleistungen von organisationalen Akteuren als vermittelnder Instanz zwischen den Institutionen und den Handlungen gemeint sind (siehe Kapitel 4.3.2). In der vorliegenden Arbeit wird Klimaanpassung durch Übersetzung in das Feld der Stadtplanung kontextualisiert.
Elisabeth Süßbauer

8. Diskussion der Ergebnisse

Zusammenfassung
Die Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit berührte drei Forschungsfelder: die Organisations- und Wissenssoziologie, die sozialwissenschaftliche Anpassungsund Transformationsforschung und die Planungstheorie. In diesem Kapitel wird ein Versuch der Einbettung der Untersuchungsergebnisse in die jeweiligen Felder unternommen. Aufbauend auf der Reflexion der Ergebnisse wird in Kapitel 8.1 ein Erklärungsmodell für Anpassungsentscheidungen in Organisationen entwickelt. In Kapitel 8.2 wird diskutiert, inwiefern die entwickelten Konzepte (Sinnmuster und Übersetzungsmechanismen) für die Erforschung von Anpassung als Transformation kultureller Deutungsmuster genutzt werden können. In Kapitel 8.3 werden diese Überlegungen vor dem Hintergrund planungstheoretischer Ansätze diskutiert. Kapitel 8.4 bietet ein zusammenfassendes Fazit sowie den Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf.
Elisabeth Süßbauer

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