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21.10.2014 | Klimawandel | Im Fokus | Onlineartikel

Wie schädlich sind Bromverbindungen für die Ozonschicht?

Autor:
Julia Ehl
2 Min. Lesedauer

Die Gesamtmenge von Brom in der Stratosphäre ist bisher unbekannt. Die Einschätzung der Gefährlichkeit ist daher schwierig. Forscher am Karlsruher Institut für Technologie koordinieren eine Messkampagne.

Die Wirkung von Brom auf die Ozonschicht ist vergleichbar zu der von Chlor. Die Gesamtmenge von Chlor in der Stratosphäre, der zweiten Schicht der Erdatmosphäre, nimmt bereits seit den 1990er Jahren ab. Die Menge von Brom in der Stratosphäre und wichtige Details der Photochemie sind bis jetzt noch nicht ausreichend erforscht.

Eine vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierte Messkampagne unter der Beteiligung des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) und der Universität Heidelberg misst mit einem Ballon, der in seiner Gondel eine bisher einzigartige Kombination von Fernerkundungsgeräten enthält, rund 40 ozon- und klimarelevante Spurengase gleichzeitig. Die Gase werden nicht direkt vor Ort gemessen, sondern elektromagnetische Strahlung detektiert. Aus dieser Strahlung werden die atmosphärischen Parameter ermittelt, da sie mit der solaren und/oder terrestrischen Strahlung in Wechselwirkung treten, informiert das KIT. Erklärtes Ziel der in eine Kooperation zwischen den französischen und kanadischen Raumfahrtbehörden CNES und CSA eingebundenen Kampagne ist die genaue höhenabhängige Erfassung der Bilanz des reaktiven Broms in der zweiten Schicht der Erdatmosphäre.

Das Element Brom

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Brom gehört zu der Gruppe der Halogene. Mit dem Element, dem chemischen Verhalten, dem Vorkommen und dem Vergleich insbesondere zum Element Chlor beschäftigen sich Gert Blumenthal et. al. im Buchkapitel "17. Gruppe (VII. Hauptgruppe) Halogen Fluo F, Chlor CL, Brom BR, Iod I, Astat At". In Kapitel 25.3, ab Seite 303, werden die Elemente Chlor, Brom, Iod und Astat in Bezug auf ihre chemischen Eigenschaften verglichen.

Verwendung von Brom

Bromverbindungen werden zur Herstellung von Pestiziden und Fungiziden verwendet. Bromierte Diphenylether dienen als Flammschutzmittel unter anderen für Teppiche und Kunststoffe und in Feuerlöschern. Sabine Greßler und Michael Nentwich weisen in ihrem Buchkapitel "Umweltauswirkungen künstlich hergestellter Nanomaterialen" auf Seite 40 darauf hin, dass nanoskaliertes Titandioxid und Siliziumoxid als Ersatzstoff für Brom die gleiche feuerhemmende Wirkung erzielen und somit Brom ersetzen können.

Informationen zum Ballon

Volumen

400.000 Kubikmeter

Nutzlast

760 Kilogramm

Aufstiegshöhe

Bis zu 40 Kilometer

Messgeräte:

  • Infrarot-Spektrometer MIPAS-B


  • Fernes-Infrarot-/Sub-mm-Spektrometer TELIS

  • UV-/vis-Spektrometer mini-DOAS

  • KIT-Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Spurengase und Fernerkundung (IMK-ASF)

  • Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)

  • Universität Heidelberg

Neu entwickelte Lagestabilisierung der Gondel,  die eine Messung der selben Luftmassen ermöglicht.

KIT-Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Spurengase und Fernerkundung (IMK-ASF)

 

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