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03.11.2017 | Kohle | Im Fokus | Onlineartikel

Raus aus der Kohleverstromung

Autor:
Julia Ehl

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen hat sich mit einer Stellungnahme für einen vollständigen Ausstieg aus der Kohleverstromung innerhalb der nächsten 20 Jahre ausgesprochen – Beginn jetzt.

Die Energiewende bedeutet die Transformation des bestehenden Systems weg von fossil-nuklearen Technologien hin zu Erneuerbaren Energien. "Für viele Wissenschaftler ist spätestens das Abkommen von Paris der Einstieg aus dem Kohleausstieg. Sie sehen die ambitionierten Ziele des Abkommens nur erreichbar, wenn möglichst zeitnah auf die Kohle als Energieträger verzichtet wird. Ein weltweites Anwachsen der Kohlekraftkapazitäten ist ihrer Meinung nach unter allen Umständen zu verhindern.", stellt Philip Würfel im Buchkapitel Das Powerhouse: technische Grundlagen der Stromversorgung fest.

Empfehlung der Redaktion

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Das Powerhouse: technische Grundlagen der Stromversorgung

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit einem der wesentlichen Parameter der Energiewende.Es geht um die Frage, welche Technologien uns zur Stromerzeugung zur Verfügung stehen. Über viele Jahrzehnte hatten die fossil-nuklearen Technologien die unbestrittene Leitfunktion in unserem Stromversorgungssystem.


Im Sommer 2015 hatte der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) sich schon einmal zum Kohleausstieg zu Wort gemeldet. Damals forderte er von der Bundesregierung einen Fahrplan für den Ausstieg bis 2040. Jetzt bekam die neue Bundesregierung vom SRU in der Stellungnahme "Kohleausstieg jetzt einleiten" direkt ein Aufgabenpaket vorgelegt: Die kommende Legislaturperiode ist nach Meinung des SRU die letzte Chance, die Weichen für die Umsetzung der Klimaschutzziele zu stellen, wie sie im Pariser Abkommen fixiert wurden. Der Kohleausstieg muss unverzüglich eingeleitet werden.

Herausforderungen und Handlungsempfehlungen

Als zu bewältigende aber machbare Herausforderungen für den Kohleausstieg hat der SRU die Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, die Finanzierung der Bergbau-Folgekosten und die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit identifiziert. Konkret schlägt er vor, den Ausstieg in drei Phasen zu gliedern. Bis 2020 sollen die ältesten, ineffizientesten und Kohlendioxid-intensivsten Kohlekraftwerke stillgelegt werden. Dies ist mit relativ geringen Kosten verbunden, hat aber bereits erhebliche positive Wirkungen auf Umwelt und menschliche Gesundheit.

Bis 2030 sollen in der zweiten Phase die restlichen Kohlekraftwerke mit verringerter Auslastung weiter betrieben werden. Der Verbleib ist auf Grund der Sicherstellung der Versorgungssicherheit ratsam. In der abschließenden Phase ab 2030 werden die noch genutzten Kohlekraftwerke geschlossen.

Was muss die Bundesregierung tun?

Der SRU empfiehlt der neuen Bundesregierung die Festlegung eines Kohlendioxid-Emissionsbudgets für die Kohlewirtschaft. Dieses Emissionsbudget muss mit den Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens in Einklang gebracht werden. Der SRU beziffert die Gesamtmenge der nicht zu überschreitenden Emissionen aus den deutschen Kohlekraftwerken mit 2.000 Megatonnen Kohlendioxid. Zusätzlich müssen die drei vorgeschlagenen Phasen des Ausstiegs verbindlich gesetzlich verankert und eine Kohlekommission parallel zur Gestaltung des Ausstiegspfades und der Strukturpolitik eingesetzt werden. Dabei soll die Bundesregierung den Kohleausstieg beratend begleiten und die Entwicklung einer Strategie für die betroffenen Regionen unterstützen.

Mit Kohlekraftwerken setzen sich die Springer Vieweg-Autoren Peter Markewitz, Richard Bongartz und Klaus Biß im Buchkapitel Kohlekraftwerke auseinander. Nach einer Technologiebeschreibung erläutern sie zukünftige Anforderungen und Randbedingungen. Abschließend beschreiben sie die Technologieentwicklung mit Entwicklungszielen und kritischen Entwicklungshemmnissen.

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