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Über dieses Buch

Ziel des Bandes ist es, aktuelle interdisziplinäre Ansätze der Forschung an der Schnittstelle von Kommunikation und Technik aufzuzeigen und Einblicke aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu ermöglichen: Technischer Wandel oder Innovation als Gegenstand der Kommunikation; Kommunikation zum Abbau von Reaktanzen bei komplexen Technologien; Erwartungsmanagement; Aufgaben und Rolle der Mitarbeitenden bei der Kommunikation von Technik; Persönliche Kommunikation von Verkäufern technischer Leistungen (B2C) oder Außendienst / Sales (B2B); Optimierung von Gebrauchsanleitungen; Kommunikation zur besseren Kundenintegration bei technischen Leistungen; Landes- und branchenspezifische Besonderheiten der Kommunikation von Technik.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kommunikation mit Technik

Frontmatter

Kreativität und Medienwandel

Die Entwicklungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien verändern den Dialog zwischen Konsument und Marke. In diesem Beitrag wird der Frage nachgegangen, ob und wenn ja, in welcher Form, die Entwicklungen die Kreativarbeit von Agenturen und Unternehmen beeinflusst. Es wird deutlich, dass die Entwicklung kreativer Ideen auch in Zeiten der Digitalisierung für den Kommunikationserfolg zentral ist. Wesentlich ist die Erweiterung der kreativen Möglichkeiten. Sie führt zu einer veränderten Herangehensweise an kreative Aufgaben, neuen Zusammensetzungen von Kreativteams und zu einer Erweiterung der bestehenden Kreativitätstechniken. Zudem geht der Beitrag darauf ein, dass erfolgreiche Kreativarbeit durch verschiedene Rahmenbedingungen bzw. Kontextfaktoren beeinflusst wird.
Michael Boenigk, Susanne Ulrich

Technik der Kommunikation als kulturbedingte Konzeptualisierungs-Traditionen

Die Frage der Technik der Kommunikation wird in diesem Beitrag unter kulturtheoretischer Perspektive als die Frage nach möglichen landeskulturellen Traditionen der konzeptuellen Ausprägung von Fachinhalten diskutiert. Dabei wird die ubiquitäre Annahme der kulturellen Ungebundenheit von Fachtermini – und somit auch die Universalitätsthese von Fachwissen – kritisch hinterfragt. Am Beispiel der Ergebnisse aus einer umfassenden kulturvergleichenden Studie zur deutschen und schwedischen Organisationstheorie im Bereich der Betriebswirtschaftslehre wird gezeigt, welche zentrale Funktion kognitiv verankerte Konzeptualisierungen für die Vermittlung von Fachwissen haben können. Diese sind aufgrund ihrer kulturspezifischen Verankerung sowohl verbal als auch nonverbal nachweisbar. Dabei kann es sogar zu diametral entgegengesetzten Fachauffassungen kommen. In seinem vollen Ausmaß kann dies vor allem auf konzeptueller Ebene des Sprachgebrauchs nachgewiesen werden. Aufgrund der unterschiedlichen konzeptualisierten Fachtraditionen wird das Vorhandensein sehr unterschiedlicher Fachtermini zu gleichen Handlungsbereichen in verschiedenen Sprachen am Beispiel der beiden im vorliegenden Beitrag untersuchten Sprach- Kulturen nachvollziehbar.
Christopher M. Schmidt

Kommunikation über Technik

Frontmatter

Die Kommunikation von Energietechnologien im Kontext energiepolitischer Zielstellungen

Die europäische Energiepolitik steht im Kontext von drei politischen Zielen: Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit. Energiepolitische Fragen über den Einsatz von unterschiedlichen Energietechnologien innerhalb des Energiesystems werden im Kontext dieser drei Ziele diskutiert, entschieden und kommuniziert. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, wie Energietechnologien auf europäischer Ebene kommuniziert werden und welche Verknüpfung dabei zu den drei grundlegenden Zielen hergestellt wird. Mit theoretischem Bezug zum Konzept des Framings und mittels einer Inhaltsanalyse wurden Pressemitteilungen der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments untersucht. Dieses Vorgehen ermöglicht, nach expliziten Bezugnahmen zu Energietechnologien zu suchen und Aussagen darüber zu treffen, ob es Schwerpunksetzungen bezüglich der Ziele Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gibt. Ferner interessiert, inwiefern sich solche Schwerpunksetzungen im Laufe der Zeit verschieben und in welchem Kontext die Energietechnologien zu diesen drei Zielen genannt werden. Im Ergebnis wird deutlich, dass – entgegen der forschungsleitenden Hypothese – nicht Wettbewerbsfähigkeit am häufigsten betont wird, sondern dass Energietechnologien von den europäischen Institutionen vor allem im Kontext von Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit genannt werden.
Anne Flämig-Wolak, Samarth Kumar, Nick Pruditsch, Christoph Zöphel

Kommunikation, Recht und Technik: Elektronische Gebrauchsanweisungen für Medizinprodukte

Die Rechtswissenschaften haben die haftungsrechtliche Relevanz von Gebrauchsanweisungen frühzeitig erkannt. Fehler und Unvollständigkeiten in Gebrauchsanweisungen, die bei Anwendern zu Schäden führen, machen den Hersteller oder den Importeur eines Produkts schadenersatzpflichtig. Zudem hat nicht zuletzt die Rechtsprechung die Verständlichkeit von Gebrauchsanweisungen eingefordert. Dagegen wird die Form einer Gebrauchsanweisung (Print, elektronisch) in der Regel nicht thematisiert. Anders im Bereich der Medizinprodukte: Hier existiert seit dem Jahr 2012 eine Verordnung der Europäischen Kommission über elektronische Gebrauchsanweisungen. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit dieser Verordnung. Er geht insbesondere der Frage nach, ob es aufgrund des neuen Medizinprodukteregimes zu Änderungen kommen wird.
Christian Szücs

Objektivierung von Wertigkeit basierend auf dem Ansatz des Markenwerttransfers

Konsistentes und glaubwürdiges Kommunizieren sowie Handeln sind elementare Bestandteile eines nachhaltigen Markterfolges. Der Ansatz der Integrierten Kommunikation, welche die konsequente Weiterführung des Corporate Identity-Prozesses darstellt, verfolgt das Ziel, aus unterschiedlichen Quellen der Unternehmenskommunikation eine Einheit herzustellen, um gegenüber den Zielgruppen ein konsistentes Erscheinungsbild zu vermitteln. Die weitgehende Homogenisierung des Produktangebots, wie beispielsweise bei Automobilunternehmen, macht eine individuelle und glaubwürdige Profilierung durch das Produktdesign nötig. Denn Produkte sind nach der Interface-Theorie Gestalt gewordene Aussagen des Unternehmens und tragen über das Markeninterface, welches einen virtuellen gestalterischen Idealzustand beschreibt, in besonderer Weise zur Markenbindung bei. Folgernd wird die Passung von Produkten zu den intendierten Werten der Unternehmen im Sinne wertekonsistenter und daraus entstehender glaubwürdiger Kommunikation zunehmend wichtiger. Dies zeigt den Bedarf an markenwertorientierter Produktgestaltung mittels Markenwerttransfer. So aktivieren die Signale, die die einzelnen konstituierenden Wahrnehmungselemente (qualitativ semantische Designcues) aussenden, korrespondierende mentale Modelle, welche durch linguistisch vordefinierte Kontexte offengelegt werden können. Glaubwürdigkeit entsteht somit dann, wenn die Designcues inhaltlich kongruent mit den individuellen Zielen der Person sind und widerspruchsfrei verknüpft werden können.
Thomas Reiser, Manuela Lackus

31.000 Bürstenkopfbewegungen – Sprach- und medienwissenschaftliche Analysen zur Verpackung technischer Produkte (am Beispiel einer Schallzahnbürste)

Verpackungstexte sind bisher in der sprachwissenschaftlichen Forschung kaum beachtet worden, obwohl sie doch ein bedeutendes Kommunikationsmittel im Rahmen der Vermarktung von Produkten sind. Zurückgreifen kann man auf die semiotisch ausgerichtete Dissertation von Sonja Steves „Verpackungsaufschriften als Text“ (1999); das zusammenfassende Analysemodell ist aber ein Fragebogen, wie sie selbst schreibt. Gerlinde Hardt-Mautner spricht bereits 1992 von der Verpackung als „silent salesman“ am point of sale (Hardt-Mautner 1992).
Zur Untersuchung dieser „Textsorte“ wurde ein ganzheitliches – funktional ausgerichtetes – Analysemodell entwickelt (Reimann (im Druck)), das an ausgewählten Beispielen vorgestellt wird. Wie kommunizieren also Verpackungen für technische Produkte (z.B. elektrische Zahnbürste, digitale Kamera, Bügeleisen)? Am point of sale dominiert das Produkt selbst (Ausstellungsstücke) und nicht – wie bei anderen Produkten (eher) üblich – die „Hülle“ (Lebensmittel, Hygieneprodukte usw.). Neben produktspezifischen Fragen – dazu gehören z.B. (bei anderen Produkten) auch Duftproben – interessieren u.a. auch Verpackungs- und Markenspezifika. Ferner müssen die rechtlichen Vorgaben der Packungsgestaltung bei der Analyse berücksichtigt werden. Ein Vergleich mit Verpackungen anderer Produktgattungen (z.B. Lebensmittel, Hygieneartikel) dürfte ebenfalls aufschlussreich sein. Die Relevanz der Verpackung für die Wirtschaft(skommunikation) heute zeigt sich auch an den zahlreichen Verpackungs-Fachmessen, die jedes Jahr ausgerichtet werden. Dagegen dürfte das Deutsche Verpackungsmuseum (Heidelberg) eher aus gesellschaftlich-kultureller Sicht interessant sein.
Sandra Reimann

Transmedia Storytelling in der Innovationskommunikation

Technologische Innovationen setzen sich nicht von selbst in Wirtschaft und Gesellschaft durch, sondern brauchen in der Regel kommunikative Unterstützung, um diese zu erklären und Akzeptanz und Bedarf zu schaffen. Als Teilbereich der Unternehmenskommunikation hat sich dazu in den letzten Jahren das spezialisierte Handlungsfeld Innovationskommunikation herausgebildet. Dieser Beitrag widmet sich der Frage, inwieweit und für welche Aufgaben der Ansatz des Transmedia Storytelling, der bislang vor allem im Entertainment-Bereich verortet ist, ein geeignetes Werkzeug dazu ist. Ausgehend von einer Diskussion der Kernbegriffe Innovation, Innovationskommunikation, Storytelling und Transmedia Storytelling entwirft der Beitrag einen Referenzrahmen, um die Möglichkeiten und Begrenzungen dieses Werkzeugs transparent zu machen und Einsatzfelder zu identifizieren.
Bernd Hartmann

Die Komplexität des Druckreglers – Anwendung eines textgrammatischen Analysemodells für komplexe Texte

Die Publikation “Baderschneider, Nina (2015): Die Komplexität der Gebrauchsanweisung. Ein textgrammatisches Analysemodell. tekom Hochschulschriften 23. Stuttgart: tcworld GmbH“ liefert, wie ihr Untertitel verrät, ein “textgrammatisches Analysemodell” für komplexe Texte. Dieses Modell wurde am Beispiel der Textsorte Gebrauchsanweisung (von elektrischen Haushaltsgeräten) erarbeitet und vorgestellt: Gebrauchsanweisungen als Bestandteile technischer Geräte sind komplexe Texte und setzen sich aus verschiedenen Textteiltypen zusammen. Die vorliegende Untersuchung greift die Forschungsfrage der erwähnten Publikation auf und prüft diese auf ihre Erweiterbarkeit. Es zeigt sich, dass der produktbegleitende Text eines höchst-fachbezogenen Bauteils der Gastechnik ebenso auf Basis dieses Modells analysiert werden kann und die Vertreter der Textsorte Gebrauchsanweisung weit über Gerätegrenzen und Zielgruppen beziehungsweise Käuferschichten hinaus Gemeinsamkeiten aufweisen.
Nina Baderschneider

Fachjournalismus und die soziale Konstruktion von Märkten: Der Beitrag von Journalismus zur Entstehung und Stabilisierung von Innovations- und Technologiemärkten

Der Begriff Innovation ist als Ziel oder Strategieelement in nahezu jeder Publikation eines Industrieunternehmens, aber auch in Politik und gesellschaftlichen Gruppierungen zu finden und positiv konnotiert (vgl. Blättel-Mink/Menez 2015; Carell/Euteneuer 2007). Auf der anderen Seite beklagen Unternehmen und Politik gleichermaßen, dass Innovationen nicht genügend in der massenmedialen Berichterstattung berücksichtigt werden (vgl. Zerfaß/Sandhu/Huck 2004). Das trifft vor allem auf Investitionsgütermärkte zu. Für Innovationen sind Öffentlichkeit und Medien aber zentrale Voraussetzungen. Ihnen wird zudem eine Wirkung auf die Rezipienten bei der Bewertung von Technologien zugeschrieben (vgl. Kepplinger 2011; Schweiger 2013). Im Folgenden richtet sich der Fokus vor allem auf Innovationen in Technologien und den zugehörigen Märkten. Innovationen schaffen neue oder tragen zur Veränderung bestehender Märkte bei. Marktentstehung und Marktstabilität hängen dabei, so die grundlegende hier vertretene These, maßgeblich von Kommunikation, Medien und Leistungen eines Funktionssystems Journalismus ab. Leistungsanbieter und Leistungsempfänger agieren dabei unter den Bedingungen von Unsicherheit und Medialisierung. Fach- und massenmediale Leistungsangebote haben für die Konkurrenz auf Märkten die Funktion eines one-way-mirror (White 2002) und sind gleichzeitig Indikator für die Relevanz von Themen (Bulkow/Schweiger 2013) und damit die Basis für Rationalitätsfiktionen (Schimank 2006).
Volker M. Banholzer

Erwartungsmanagement bei technischen Innovationen am Beispiel des Smartphone-Marktes in Deutschland

Im Zeitalter der Technik geht der Trend hin zu immer hochwertigeren und neueren Produkten (Cooper/Reimann/Cronin 2010: 21). In diesem Zusammenhang ist es essentiell für Unternehmen zu identifizieren, welchen Einfluss Erwartungen in Bezug auf technische Innovationen haben. Auf Grundlage dieser Relevanz beschäftigt sich der vorliegende Beitrag mit der Frage, inwieweit ein Unternehmen ein erfolgreiches Erwartungsmanagement integrieren kann, um einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zu gewährleisten.
Hilde Biedermann, Linda Buschbeck, Lisa Kraus, Janin Raue

Kommunikation in der Industrie 4.0

Frontmatter

Chancen und Herausforderungen der Organisations- und Personalentwicklung im Zeitalter der Industrie 4.0 – Bestandsaufnahme und Ausblick

Seit der Einführung des Konzepts Industrie 4.0 im Jahr 2011 hat das Feld große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Im Mittelpunkt der Überlegungen zur Industrie 4.0 stehen meist deren Anwendungsmöglichkeiten und technologischer Nutzen. Aus der Perspektive der Organisations- und Personalentwicklung ergibt sich ein Forschungsdefizit zu wichtigen Fragen im Rahmen der Umsetzungsmöglichkeiten des Konzepts Industrie 4.0. Ziel des Aufsatzes ist es, eine Zwischenbilanz über den bisherigen Diskurs der Industrie 4.0 zu ziehen, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Wechselwirkung zwischen Industrie 4.0 und Organisationsentwicklung gelegt werden soll. Zentral soll hierbei herausgestellt werden, inwiefern die Industrie 4.0 ihren Zukunftsprämissen gerecht werden kann und mit welchen wesentlichen Herausforderungen und Chancen das Konzept zukünftige Organisationen konfrontieren wird. Auch soll an dieser Stelle ein kurzer Überblick über essentielle Aufgabenfelder sowie Maßnahmen und Handlungsempfehlungen der Organisations- und Personalentwicklung im Zeitalter der Industrie 4.0 aufgezeigt werden.
Xun Luo, Maja Störmer

Industry 4.0 (I40) Connectivity: Smart Factory Communications

The term smart factory focuses on a vision of how industrial production will look like in the future. Machinery and equipment will be able to self-organize and make decisions autonomously. Part of the smart factory vision is that relevant data will be available in real-time, leading to faster decisions; this will result in the design of more flexible, effective, innovative, hybrid, and efficient processes. Multiple redundancy protocols will contribute to high reliability in smart factory communication. The success of the smart factory vision depends on the underlying communication technologies achieving high-performance levels; in case the communication infrastructure cannot meet the requirements, many applications will not work as intended. In this article, the basics of the Internet of Things (IoT), the Industrial Internet of Things (IIoT), Industry 4.0 (I40), and Smart Factory are introduced, followed by an analysis of smart factory communications. This study focuses on how the manufacturing landscape is changing for smart factories. It is analyzed how communications in manufacturing Local Area Networks should be structured, what kind of challenges for security and reliability companies have to consider for implementing the smart factory concept, how they should organize the network management, and what kind of network topology organizations should use for different communication structures. The paper concluded with a network management scenario for the smart factory of the future.
Birgit Oberer, Alptekin Erkollar

Gestaltungsdiskurs Industrie 4.0: Akzeptanzaspekte, Frames, Institutionalisierungen

Industrie 4.0 bestimmt die Agenda in Fach- und Wirtschaftsmedien. Dabei ist Industrie 4.0 weder Produkt oder Dienstleistung noch ein Schema oder eine Methode, die gekauft oder erlernt und eingesetzt werden können, sondern ein Konzept, das mehrere Aspekte bündelt. Dabei wird Industrie 4.0 einerseits sozial konstruiert. Andererseits werden sich soziale Organisationen und Praktiken an diese Innovation anpassen. Dabei spielt Akzeptanz dieser Innovation eine wichtige Rolle, über die in einem Gestaltungsdiskurs verhandelt wird. Entscheidend ist, welche Frames im Diskurs verwendet werden. Hier lassen sich Framing-Ansätze aus Policy-Forschung, politikwissenschaftlicher Bewegungsforschung sowie Journalismus- und Kommunikationswissenschaft nutzbar machen. In dieser Abhandlung werden exemplarisch zwei Frames skizziert. Einerseits die Bewertung von Industrie 4.0 unter den Aspekten von Datensicherheit und IT-Security und andererseits die Diskussion um die Entwicklung des Arbeitsmarktes mit Blick auf Robotik und Künstlicher Intelligenz. Diese Frames machen auch deutlich, dass ob der gesellschaftlichen Bedeutung und Wirksamkeit von Industrie 4.0 ein breiter Gestaltungsdiskurs erforderlich ist, der allerdings erst am Anfang steht.
Volker M. Banholzer

Gamification und Innovationskommunikation: Konturierung von Industrie 4.0 mittels angewandter Spielformen als Interactive Storytelling

Gamification nutzt die positiven Eigenschaften digitaler Spiele, wie Motivation und Engagement, um diese auf einen anderen, nicht der Unterhaltung dienenden, Nutzungskontext zu übertragen. Potentiell kann dieses Ziel erreicht werden, wenn das Nutzererleben in den Mittelpunkt gestellt und Spielelemente in den Gegenstand der Betrachtung integriert werden. In der Unternehmenskommunikation wird über Storytelling als Instrument gerade in der Innovationskommunikation diskutiert (vgl. Zerfaß/Möslein 2009; Rohling 2014; Mützel 2015). Dieser Beitrag versucht anhand des Beispiels Industrie 4.0 eine Differenzierung von Serious Games, Gamification und Interactive Storytelling mit Blick auf die Unternehmenskommunikation zu leisten. Dies stützt sich auf ein Projekt der externen Unternehmenskommunikation eines mittelständischen Anbieters von Automatisierungslösungen für den Maschinen- und Anlagenbau. In der Auseinandersetzung und Abgrenzung mit aktuell verwendeten Gaming-Begriffen plädieren die Autoren dafür, im Zusammenhang mit B2B-Kontexten den Begriff Applied Game oder Industrial Newsgame zu verwenden. Die Möglichkeiten von Storytelling mithilfe von Applied Games in der Unternehmenskommunikation werden anhand eines Lehr-Forschungsprojektes der TH Nürnberg evaluiert.
Volker M. Banholzer, Robert Weber

Kommunikation in den Branchen Energie, Automobil, Brauereien und Museen

Frontmatter

Strategiemodell zur Steigerung der Verarbeitungsmotivation für komplexe Stromprodukte

Die Motivation zur Verarbeitung von Informationen zu komplexen Produkten ist oft sehr gering. Ein Projekt geht der Frage nach, wie sich die Verarbeitungsmotivation für Informationen zu Strom aus erneuerbaren Energien erhöhen lässt. Anhand von Experteninterviews und Best-Practice-Beispielen wurde ein Strategie-Modell entwickelt und daraus vier Pilotbeispiele abgeleitet. Sie wurden quantitativ und qualitativ verifiziert.
Sascha Demarmels, Matthias Albisser, Sonja Kolberg, Esther Federspiel, Dorothea Schaffner

Handwerkliche Braukunst und innovative Technologie: der kommunikative Spagat zwischen Tradition und moderner Technik

In einer sich ständig stärker globalisierenden, stark informations- und werbeüberlasteten Welt (Kroeber-Riel et al. 2009) ist Authentizität eine wichtige Orientierungsgröße geworden. Auch Konsument-Innen orientieren sich wegen der funktionalen Austauschbarkeit von Leistungsangeboten an dem Unternehmen hinter dem Produkt. Die Positionierung und Selbstdarstellung von Unternehmen muss daher glaubwürdig und authentisch sein. Für viele Unternehmen bedeutet dies, dass sie sich trotz moderner, industrieller Produktionsverfahren als traditionsgebunden, bodenständig und dem ursprünglichen Handwerk verbunden darstellen. Speziell für die Brauereibranche, die in den vergangenen Jahren durch kontinuierliche Absatzrückgänge (Henke/Schulte 2003), aber auch Produktinnovationen und neue Unternehmenstypen wie Mikrobrauereien geprägt gewesen ist, ist dieser scheinbare Widerspruch relevant: Wie hält man einerseits dem immensen Wettbewerbsdruck Stand, indem man hochtechnologische Produktionsverfahren einsetzt, während man sich andererseits aus marketingstrategischen Gründen als traditionelles Handwerksunternehmen zu positionieren versucht? Ziel des Beitrags ist es herauszuarbeiten, in welcher Weise Brauereien in ihrer Selbstdarstellung Technik, Innovation und industrielle Herstellungsverfahren mit Tradition, Handwerk und Authentizität verknüpfen. Gegenstand der Untersuchung sind Unternehmenswebseiten (Sánchez Prieto 2011) von Brauereien, wobei ein besonderes Augenmerk auf diejenigen Teile der digitalen Selbstdarstellung gelegt wird, die sich mit dem Produktionsverfahren und dem gewerblichen sowie historischen Selbstverständnis befassen. Mit einbezogen werden Brauereien aus dem gesamten Spektrum, d.h. von multinationalen Konzernen über regionale Mittelständler bis hin zu Haus- und Mikrobrauereien. Mit Hilfe von textlinguistischen Methoden wird ermittelt, ob – und gegebenenfalls wie – es den Brauereien gelingt, Technik als Kompetenz und Ressource werbewirksam zu inszenieren, während sie gleichzeitig authentische Werte wie Tradition, Handwerk und Bodenständigkeit zum Ausdruck bringen. Die Ergebnisse können über eine spezifische marketingkommunikative Technik Aufschluss geben, die auch für andere Branchen interessant sein könnte. Ferner könnten die Ergebnisse dazu anregen, den Wahrheitsgehalt solcher Selbstdarstellungen kritisch zu hinterfragen.
Martin Nielsen

Zwischen den Welten: Wie Technik in Museumszeitschriften kommuniziert wird

Museen erfüllen beim Transfer von Wissen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, sie stehen in ihrer Mittlerfunktion zwischen Experten und Laien. Dabei dringen sie einerseits in die jeweiligen fachlichen Domänen ein, müssen andererseits dafür sorgen, dass auch Nichtexperten Zugang zu den ausgestellten Wissenswelten erlangen. Der Blick ist im Folgenden vor allem auf Technikmuseen gerichtet. Das Besondere ist, dass Technik einerseits traditionell einen sehr starken Alltagsbezug hat, sie andererseits sich sprachlich zwischen theoretisch-abstrakter und praktisch-alltäglicher Darstellung bewegt. Dies ist für den vom Museum zu leistenden Wissenstransfer essentiell. Die Kommunikation eines Museums ist vielschichtig angelegt. Neben den Ausstellungen selbst gibt es viele weitere Möglichkeiten, mit den Bezugsgruppen nach innen und außen in Kontakt zu kommen. Nicht so sehr verbreitet und wohl auch noch nicht weiter wissenschaftlich untersucht, ist die Museumszeitschrift. Sie ist ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Museum, seinen Unterstützern, der Fachwelt und den Besuchern. Es wird gezeigt, wie das Thema Technik in den Museumszeitschriften seinen Platz findet, wie populärwissenschaftlich die Texte dort sind und wie sehr diese Zeitschriften auch PR-Arbeit für das Museum leisten.
Regina Bergmann

Autonomes Fahren im Diskurs – Semantische Netzwerke und diskursive Regelmäßigkeiten

Das Thema „autonomes Fahren“ polarisiert die Automobilbranche, doch bis zu einer gesamtgesellschaftlichen Akzeptanz autonomer Fahrsysteme in PKW steht zumindest in Deutschland noch ein weiter Weg bevor. Akzeptanz beruht auf Einstellungen und Meinungen, die wiederum primär in massenmedialen Diskursen ausgehandelt werden. Daher wird in diesem Artikel untersucht, welche argumentativen Regelmäßigkeiten den Diskurs über das autonome Fahren formieren. Auf diese Weise werden die verschiedenen Sprecherpositionen unterschiedlicher Diskursakteure eruiert und insgesamt fünf zentrale Argumentationsmuster sowie ein zeitgenössisches diskursives Narrativ herausgearbeitet.
Nazim Diehl, Can Diehl

Kommunikation in der universitären Bildung

Frontmatter

Grenzen und Möglichkeiten von Tasks im universitären Fremdsprachenunterricht

In diesem Artikel wurden aus der Praxis-Sicht die Grenzen und Möglichkeiten des Einsatzes von Tasks im universitären Fremdsprachenunterricht erörtert. Gezeigt wurde, wie (Makro)tasks konkret in dem fremdsprachlichen Schreibunterricht eingesetzt werden können und wie sich das Lernpotenzial durch Graduierung und Sequenzierung erhöhen lässt. Grundsätzlich wird deutlich, dass der universitäre Unterricht immens von einem task-geleiteten Zugang zum Lernen profitieren könnte. Die CBS ist mit ihrem case study-Zugang schon diesen Weg gegangen, generell wird sie aber nicht hinreichend auf die zusätzliche Möglichkeit der Graduierung und Sequenzierung aufmerksam.
Mette Skovgaard Andersen

Studierendenintegration bei einer Kommunikationskonferenz an einer Technischen Universität – ein Ansatz zur Realisierung forschungsintegrierter Lehre

Die Integration von Forschung und Lehre stellt das zentrale Element des „Humboldt’schen Bildungsideals“ dar. Der Fokus heutiger Universitätslehre liegt deshalb im „Forschenden Lernen“ der Studierenden und deren Einbindung in die Wissenschaft. Entsprechend dieses Leitsatzes bot die EUKO 2016 unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Florian Siems an der Technischen Universität Dresden den dortigen Studierenden die Möglichkeit, aktiv an einer wissenschaftlichen Konferenz teilzunehmen. Das Ziel dieses Beitrags liegt darin, die dahinterstehende Grundkonzeption der Lehrveranstaltung „Marketing Science“ vorzustellen und die spezifische Umsetzung der Studierendenintegration bei einer Kommunikationskonferenz näher zu untersuchen. Es wird analysiert, wie erfolgreich dieser Ansatz zur Realisierung forschungsintegrierter Lehre war und wie die Integration von Seiten der Studierenden sowie den teilnehmenden Wissenschaftlern wahrgenommen wurde. Dazu wurden während der dreitägigen Konferenz im Oktober 2016 Kurzinterviews mit verschiedenen Teilnehmern geführt und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Integration sowohl von Studierenden als auch von den teilnehmenden Wissenschaftlern als positiver Mehrwert der Konferenz angesehen wurde und verdeutlichen das Potenzial, das eine derartige Integration von Forschung und Lehre hat.
Theresa Dumke, Julia Peschke, Jan Seidel, Laura Steinert, Tabea Wirth

Kommunikation und Datentechnologie

Frontmatter

Endkundenfokussierte Feedbacksysteme im Energiebereich zur zielgruppenkonformen Kommunikation von Verbrauchsinformationen und Handlungsempfehlungen

Feedbacksysteme im Energiebereich, insbesondere zur Auswertung von Verbrauchsinformationen in privaten Haushalten, stellen ein probates Mittel zur Einsparung von Ressourcen dar. Mittelfristig werden Energieversorger durch den Rollout von Smart Metern eine passende Datengrundlage erhalten, welche solche Entscheidungsunterstützungssysteme für einen breiten Personenkreis zugänglich machen und auf aktuelle Trends im Bereich Smart Home einzahlen. Die vorliegenden Untersuchung soll einen Beitrag leisten, zur Konstruktion eines passenden Systems auf Basis von Grundlagen der Business Intelligence mittels der Erhebung eines Status Quo von aktuell bereits verfügbaren Systemen in dieser Domäne sowie der Identifikation von Gestaltungsempfehlungen aus der Forschung. Dazu wird zunächst auf die Grundlagen und Wirkungsmechanismen von Feedback eingegangen. Mittels einer Literaturuntersuchung wurden visuelle und inhaltliche Akzeptanzkriterien sowie der Wunsch des Nutzers nach Individualisierung und Personalisierung der Systeme aufgedeckt, stets mit dem Ziel einer langfristigen Erhaltung der Nutzung.
Tobias Weiss

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