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09.01.2014 | Kommunikation | Interview | Onlineartikel

"Live-Kommunikation ist Teil der Gesamtstrategie"

Autor:
Anja Schüür-Langkau

Events helfen dabei, Marken zu emotionalisieren. Damit sie erfolgreich sind, müssen die Eventmanager Know-how und Erfahrung mitbringen, fordert Springer-Autor Hendrik Wolber.

Springer für Professionals: Welche Rolle spielen Events aus Ihrer Sicht innerhalb der Gesamtmarketingstrategie?

Henrik Wolber: Um diese Frage zu beantworten muss der Begriff „Event“ definiert werden. Was sind Events? Was zählt dazu? Übersetzt und auf den Punkt gebracht ist ein Event ein Ereignis. Ich halte jeden persönlichen Kontakt eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter zu einem Kunden oder zu einer Interessengruppe für ein wichtiges Ereignis. Ich spreche deshalb in diesem Zusammenhang auch nicht so gerne von Events sondern von Live-Kommunikation. Dann wird sehr schnell deutlich, wie viele relevante „Events“ es gibt. Live Kommunikation ist demnach zwangsläufig Teil einer jeden Gesamtmarketing-Strategie. Es sei denn, es existieren überhaupt keine persönlichen Kundenkontakte.

Inwiefern haben sich Relevanz und Einsatzmöglichkeiten des Eventmarketings verändert?

Die Relevanz des Eventmarketings steigt, solange der Differenzierungsanspruch von Marken zu ihren Mitbewerbern steigt. Marken durch Markenwelten aufzuladen, Interaktionsmöglichkeiten zu schaffen, zu emotionalisieren – das sind die großen Ziele, das ist der eigentliche Sinn des Eventmarketings. Es wird dadurch zur wertvollen Ergänzung der klassischen Kanäle, deren Akzeptanz und damit auch deren Relevanz immer weiter nachlässt. Nur noch 20 Prozent der Menschen in Deutschland vertrauen der Werbung. Neue Einsatzmöglichkeiten entstehen natürlich durch die sozialen Medien. Sie bieten das derzeit beste Bindeglied zwischen den Klassischen Medien, zu denen ich auch das Internet zähle, und der Live-Kommunikation.

Was sind die größten Fehler, bei der Planung von Events, die es unbedingt zu vermeiden gilt?

Die größten Fehler sind Fehlkalkulation, Fehlbesetzung und Fehlinterpretation. Eine Veranstaltung von vorn herein richtig und vollständig zu kalkulieren ist eine hochkomplexe Angelegenheit, die ohne einen weitreichenden Erfahrungsschatz unmöglich ist. Wer sein Projektteam nicht mit Veranstaltungs-erfahrenen Personen besetzt, wird Lehrgeld zahlen. Zudem leidet die Qualität und die Kosten für externe Dienstleister steigen deutlich an. Mit Fehlinterpretation meine ich das falsche Verständnis für die Bedürfnisse der Zielgruppe während der Veranstaltung sowie die oberflächliche Nachbetrachtung der Ergebnisse.

Was müssen Eventmanager mitbringen, um in ihrem Beruf erfolgreich zu sein?

In erster Linie persönliche Flexibilität sowie Lern- und Einsatzbereitschaft. Viele erfolgreiche Eventmanager sind Quereinsteiger, haben diesen Beruf nicht auf klassischem Weg erlernt. Sie haben sich ihr Wissen, ihre Qualifikation hart erarbeitet. Ein Eventmanager muss offen sein, sehr kommunikativ, um in kurzer Zeit viel von anderen zu lernen. Er muss bereit sein auch einmal über 100 Stunden pro Woche zu arbeiten und das am anderen Ende der Welt. Und er muss ein Freund der Verantwortung sein. Denn für jeden Eventmanager gibt es viel zu entscheiden. Über hohe Beträge, über Personal oder Konzepte. Das führt zu einer Menge Entscheidungsdruck und zu der unbedingten Voraussetzung, auch in der stressigsten Situation einen Kühlen Kopf zu bewahren.

Zur Person
Hendrik Wolber Vorstandsmitglied der sxces Communication AG, Hamburg, einer weltweit agierenden Agentur für Beratung und Unternehmenskommunikation. In seinem neuen Buch "11 Irrtümer über Eventmanagement" gibt der erfahrene Live-Kommunikationsmanager viele Praxistipps für ein erfolgreiches Eventmanagement.

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Quelle:
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