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10.12.2013 | Kommunikation | Interview | Onlineartikel

"QR-Codes sind ein Nerd- und Nischenthema"

Autor:
Annette Speck
2 Min. Lesedauer

Jeder vierte deutsche Onlinehaushalt hat schon mal einen QR-Code gescannt. Doch als Responsemedium für Werbung sind QR-Codes überholt, glaubt Matthias Schrader, CEO der Agentur SinnerSchrader.

Springer für Professionals: Wie beurteilen Sie die in aktuellen Studien genannten Nutzungsraten von QR-Codes auf Produkten und in der Werbung durch die Verbraucher?

Matthias Schrader: Mich lassen die Zahlen kalt. Letztlich zeigen sie nichts anderes als: Fast niemand nutzt QR-Codes. Dieses Gescanne ist viel zu kompliziert. Auch wenn QR-Codes mittlerweile mit Bildchen und Mustern versehen werden könnten, bleibt es eine ziemliche Nerd- und Nischengeschichte.

Für welche Ziele lassen sich QR-Codes im Marketing sinnvoll einsetzen?

Wenn, dann gibt es nur wenige Nutzungsszenarien. Und zwar solche mit ganz klarem Fokus auf Mobile. Niemand will unterwegs einen Code scannen und daheim die so gewonnene Internetadresse in den Desktop-Browser übertragen. Vorstellbar sind Modelle, in denen sich ein Nutzer einen Gutschein oder Bonus erscannen kann. Wenn der Einsatz eines QR-Codes lediglich gerechtfertigt mit: "Scan mich, dann sparst Du Dir das Eingeben einer Internetadresse” - dann würde ich sagen: Die meisten Nutzer sind mit einer Google-Suche schneller als mit dem Scannen eines Codes. Vor allem, wenn man sich dafür womöglich noch die passende App herunterladen muss.

Wie werden sich der Einsatz und die Nutzung von Scan-Techniken im Marketing entwickeln?

Der Hype um den QR-Code ist vorbei. Die Zukunft gehört intelligenteren Techniken aus dem Bereich BLE, also Bluetooth Low Energy. In neuen iOS- und Android-Geräten ist BLE bereits Standard. Bei Apple z.B. läuft diese zukunftsweisende Technologie unter “iBeacon”. Sie erlaubt die drahtlose Kommunikation mit Mobilgeräten auch über größere Distanzen, etwa in einem Ladengeschäft. Und das ohne extra Apps und bei geringem Energieverbrauch. Eine spannende Sache für Unternehmen, Händler und Kunden.

Studien belegen: Verbraucher erwarten Informationen hinter QR-Codes
Die auf dem Nielsen-Haushaltspanel 2012 basierende Studie "QR-Codes - Chance oder Strohfeuer" liefert zahlreiche Daten zur Nutzung von QR-Codes durch die Konsumenten in Deutschland. Ein wichtiges Ergebnis der Untersuchung: Die Verbraucher erwarten hinter QR-Codes relevante Informationen zu Produkten oder Herstellern.
Auch die vom E-Commerce Center Handel (ECC Handel) herausgegebene Studie "Mobile Commerce im Handel" kommt zu dem Schluss, dass Informationssuche der Hauptgrund für das Scannen von QR- oder Barcodes ist.

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