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11.02.2015 | Kommunikation | Im Fokus | Onlineartikel

Wie sich iBeacons zur Marketing-Geheimwaffe entwickeln

Autor:
Eva-Susanne Krah
3 Min. Lesedauer

Interaktive digitale Kundenkommunikation bringt Unternehmen im Marketing viele Vorteile. Insbesondere iBeacons eignen sich, um Kunden zum Kauf zu leiten und sie besser kennenzulernen.

Mit so genannten Location based services sind Kunden über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets überall und zu jeder Zeit auszumachen. Mit iBeacons, kleinen Funksendern, die als Lotsen dienen, können sie sogar gezielt mit interaktiven Informationen geleitet werden – zum Beispiel im Handel. Mobile Informationen, die in Echtzeit am jeweiligen Standort ausgespielt werden, animieren Kunden dann, in bestimmten Geschäften spezielle Verkaufsaktionen zu nutzen. Der Vorteil für Marketer: Das Nutzungs- und Kaufverhalten von Kunden lässt sich durch diese Push-Technologie hervorragend steuern.

iBeacons könnten sich damit zur neuen Geheimwaffe im Marketing entwickeln. Eine branchenübergreifende Studie des Innovations Lab der Mediaagentur Initiative unter Marketingentscheidern hat ergeben, dass drei Viertel der Befragten in iBeacons einen Mehrwert zur klassischen Kommunikation sehen. Die Vorteile von iBeacons sehen Marketingprofis vor allem in der Vernetzung der On- und Offline-Welt. Doch obwohl die Technologie es ermöglicht, den Kommunikationsmix besser zu steuern, gibt es in Fachkreisen auch Skeptiker: So befürchten zwei Drittel der Befragten auch Risiken für die werbliche Nutzung, da Konsumenten sich schnell von zu viel Push-Werbung belästigt fühlen.

Was iBeacons im Marketing leisten

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iBeacons sind nichts anderes als kleine digitale Sendestationen, die an entsprechende Apps von Unternehmen gekoppelt sind. Sie wurden von Apple 2013 in Verbindung mit der Bluetooth-Low-Energy-Technologie (BLE) erstmals in den Markt gebracht. Betritt ein Kunde beispielsweise ein bestimmtes Geschäft, sucht das Smartphone automatisch nach dem nächsten iBeacon und aktiviert die App, in der dann personalisiert Informationen zu Produkten, Handelsaktionen oder Preisen hinterlegt sind. Diese werden dann automatisch aufgerufen. iBeacons sind daher ein interesssanter Weg, um Kundenpotenziale mit gezielten Mobile-Marketing-Maßnahmen effizienter zu steuern und so Mehrumsätze zu generieren. Als Nebeneffekt können Unternehmen präzisere Kundeninformationen aus den Nutzungsprofilen ihrer Kunden gewinnen. Darunter sind zum Beispiel Daten wie

  • persönliche Einkaufshistorien,

  • die Verweildauer im Laden,

  • genutzte Dienste, etwa wie Werbe- oder Produktinformationen,

  • Videoclips,

  • genutzte Zusatzinformationen von Werbepartnern,

  • Messung von Besucher- und Frequenzströmen im Einzelhandel oder auf Events.

Gesammelte Nutzungsdaten lassen sich im Anschluss in POS-Analysesystemen auswerten und über die Verknüpfung zu CRM-Systemen zu Werbe- und Vertriebsdaten vernetzen. Dadurch werden Kundeninteraktionen für spätere Marketing- oder Vertriebsmaßnahmen direkt messbar.

Facebook triggert Nutzerempfehlungen mit iBeacons

Facebook will die iBeacon-Technologie nach Berichten des Schweizer "Tages Anzeigers" nutzen, um mit der Anwendung mit "Place Tips" Nutzern per Smartphone Hinweise zum Ort zu geben, an dem sie sich gerade befinden. Auch die Empfehlungen anderer Nutzer sollen eingespielt werden. iBeacons werden bereits im Bankenbereich eingesetzt, wie Harald Brock und Alexander Oelling in dem Bankmagazin-Beitrag "Neue Chancen der digitalen Interaktion nutzen" (Ausgabe 11-2014, Seite 48-49) schreiben.

Aus ihrer Sicht bietet die iBeacon-Technologie für Banken und Sparkassen "neue Möglichkeiten der Kundenansprache". Denn Kreditinstitute könnten die Online-und Offline-Welt miteinander verknüpfen, indem sie mit Kunden in oder vor der Filiale über iBeacons in Kontakt treten und ihnen spezielle Angebote und Services anbieten. Auch hier ist es die personalisierte Kundenansprache, die den Mehrwert für die Marke und ihre Nutzer bietet. Über Kooperationspartner kann außerdem die Technologie auch für gemeinsame Aktionen eingesetzt werden – und liefert ihnen wertvolle Nutzerdaten.

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Quelle:
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