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Über dieses Buch

Was ist Kompetenz? Was macht die Kompetenz von Organisationen und Netzwerken insbesondere im Verhältnis zu individuellen Akteuren aus? Will man diese Fragen für die heutige Zeit beantworten, dann geht das nur, wenn man Kompetenzen aus der Perspektive einer Sozialtheorie aufnimmt und dabei die Bedeutung von Organisationen und Netzwerken in modernen Gesellschaften berücksichtigt. Günther Ortmann, Peter Kappelhoff und Arnold Windeler nähern sich dem Thema Kompetenz jeweils aus der Perspektive einer solchen Theorie, aus der Sicht der Ressourcentheorie, der Evolutions- und Komplexitätstheorie und der Strukturationstheorie. Jörg Sydow formuliert Konvergenzen und Divergenzen der drei in diesem Band vorgestellten Theorieperspektiven und liefert einen Rückblick nach vorn.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kompetenz. Sozialtheoretische Grundprobleme und Grundfragen

Zusammenfassung
Kompetenzen lassen sich nur verstehen und erklären, wenn man sie sozialtheoretisch einbettet. Sozialtheorien wiederum bedürfen eines Verständnisses von Kompetenzen, geht es im Sozialen doch immer auch um Vermögen, Soziales in der Zeit und im Raum hervorzubringen, fortzuentwickeln und gegebenenfalls zu verändern. Günther Ortmann, Peter Kappelhoff und ich präsentieren drei Vorschläge, Kompetenzen sozialtheoretisch einzubetten und in ihrer Bedeutung für den jeweiligen Theorieansatz zu charakterisieren: (1) Ressourcentheorie, (2) Evolutions- und Komplexitätstheorie und (3) Strukturationstheorie.
Arnold Windeler

Können und Haben, Geben und Nehmen. Kompetenzen als Ressourcen: Organisation und strategisches Management

Zusammenfassung
Seit die Forschung zum strategischen Management die Ressourcen und besonders die Kompetenzen der Unternehmung als Quelle strategischer Wettbewerbsvorteile entdeckt hat, hat sich die einschlägige Literatur zu einem riesigen, schnell und schneller wuchernden Dschungel ausgewachsen. Resource-based view, Theorie der Kernkompetenzen, knowledge-based view und competence-based view lauten die einschlägigen wissenschaftlichen Labels. Für eine Sichtung müssen energisch Schneisen geschlagen werden. Das tue ich, indem ich mich auf die in jener Literatur eher vernachlässigte Frage konzentriere, ob und wie die Kreation, der Transfer, die Koordination und die Nutzung strategisch wichtiger Kompetenzen organisatorisch ermöglicht werden können.
Günther Ortmann

Kompetenzentwicklung in Netzwerken: Die Sicht der Komplexitätsund allgemeinen Evolutionstheorie

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung zur reflexiven Moderne kann Kompetenzentwicklung als evolutionärer Prozess im Rahmen von selbstorganisierten Lernnetzwerken verstanden werden (vgl. Erpenbeck 2002; Ortmann 2009). Solche Lernnetzwerke erfordern theoretisch eine handlungs- und eine systemtheoretische Betrachtungsweise und können formal als komplexe adaptive Systeme [KAS] (Netzwerke) betrachtet werden, die selbst wieder aus komplexen adaptiven Systemen [KAS] (individuellen oder kollektiven Akteuren) bestehen. Derartige KAS aus KAS sind die strukturelle Matrix eines rekursiven Prozesses der Kompetenzentwicklung im Sinne selbstorganisierten Lernens. Einerseits sind nämlich Kompetenzen als Dispositionen zum Selbstlernen Voraussetzung für eine sinnvolle und erfolgreiche Teilnahme an Kompetenzentwicklungsnetzwerken. Andererseits sind Kompetenzen gerade Resultat der Kompetenzentwicklung in selbstorganisierten Lernnetzwerken.
Peter Kappelhoff

Können und Kompetenzen von Individuen, Organisationen und Netzwerken. Eine praxistheoretische Perspektive

Zusammenfassung
In diesem Aufsatz formuliere ich einen Theorierahmen für die Erklärung der soziale Konstitution von Können und Kompetenz von Individuen, Organisationen und Netzwerken, der soziale Praktiken in den Mittelpunkt der Analyse rückt und auf Arbeiten des englischen Soziologen Anthony Giddens (1984) aufbaut. Die Ausarbeitung eines solchen Theorierahmens ist gerade in modernen Gesellschaften mit ihrer erhöhten Reflexivität, ihren gestiegenen Risiken und Komplexitäten bedeutsam (Giddens 1990a). Denn diese Gesellschaften erfordern heute nicht nur von Akteuren zunehmend Kompetenzen; sie setzen heute auch vielfach auf moderne Organisation und Vernetzung als für die Gesellschaft adäquate Formen der Koordination (z.B. Powell 2001). Ob und inwiefern diese jedoch erlauben, gegebenenfalls sogar passende Kompetenzen zu entwickeln und die Kompetenzentwicklung wirklich erleichtern, sind offene Fragen der Kompetenzforschung. Selbstredend sind diese auch empirisch zu beantworten.
Arnold Windeler

Kompetenzen, Konvergenzen, Divergenzen – Ein Rückblick nach vorn

Zusammenfassung
In der sich seit Jahren entfaltenden „Kompetenzindustrie“ (Rastetter 2006) besteht die Gefahr, dass dem ‚Wesen‘ von Kompetenzen nicht wirklich auf den Grund gegangen wird (vgl. auch Moldaschl 2010). Dies gilt insbesondere für die zentrale Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen geplanter, systematischer Kompetenzentwicklung, sei es auf der Ebene von Individuen, auf der Ebene von Organisationen oder gar auf der Ebene von interorganisationalen Netzwerken. Dabei lassen sich, wie in diesem Band gezeigt worden ist, Kompetenzen und Kompetenzentwicklung auf diesen drei besonders relevanten Ebenen mit Hilfe moderner Sozialtheorien tief greifend und auch für Fragen der praktischen Entwicklung und des Managements nicht nur personaler und organisationaler Kompetenzen sondern auch von Netzwerkkompetenzen Gewinn bringend analysieren.
Jörg Sydow
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