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2022 | Buch

Kompetenzmodelle für den Digitalen Wandel

Orientierungshilfen und Anwendungsbeispiele

herausgegeben von: Prof. Dr. Ralf Knackstedt, Prof. Dr. Jürgen Sander, Jennifer Kolomitchouk

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

Buchreihe: Kompetenzmanagement in Organisationen

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Über dieses Buch

Das Fachbuch bietet Orientierungshilfe bei der Analyse der Kompetenzanforderungen im Digitalen Wandel. Es stellt Kompetenzmodelle unterschiedlicher Ausrichtungen vor und dient als Ausgangsbasis für die Profilbildung in der eigenen Organisation. Schwerpunkte sind Computational Thinking, Informationskompetenz, Künstliche Intelligenz und ethische Reflexion. Die Anforderungen dienen als Basis für die Konzeption einer passgenauen Kompetenzentwicklung für den Digitalen Wandel. Anschaulich präsentierte Anwendungsbeispiele regen die Umsetzung innovativer Maßnahmen im Umfeld der eigenen Organisation an.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Kompetenzen für den digitalen Wandel erfordern Orientierungshilfe
Zusammenfassung
Der digitale Wandel hat bereits nahezu alle Bereiche, in denen Menschen miteinander leben und arbeiten, erfasst. Vor dem Hintergrund des digitalen Wandels stellt sich die Frage, welche Kompetenzen Individuen und Organisationen benötigen, um weiterhin erfolgreich ihre Ziele erreichen zu können. Neue Kompetenzen rücken in den Vordergrund, bestehende Kompetenzen verändern sich oder verlieren an Bedeutung. In unserem Beitrag präsentieren wir einen durch sieben Dimensionen aufgespannten morphologischen Kasten, mit dessen Hilfe sich bestehende Kompetenzmodelle charakterisieren und vergleichen lassen. Um die Suche und Auswahl geeigneter Kompetenzmodelle zu erleichtern, stellen wir hier die Beiträge der Autor_innen des vorliegenden Bandes vor. Schließlich präsentieren wir ein Workshopkonzept, das bei der Einschätzung des Bedeutungswandels von Kompetenzen in der eigenen Organisation helfen kann. Wir erläutern den Ablauf des Workshops und den Einsatz einer Wissenskarte als kreativitätsförderliches Werkzeug.
Ralf Knackstedt, Marco Di Maria, Jennifer Kolomitchouk, Jürgen Sander

Mit Kompetenzmodellen digitalisierungsbezogene Bildungserträge erfassen und fächerübergreifend konzipieren

Frontmatter
2. Computer- und informationsbezogene Kompetenzen und Computational Thinking: Ein Überblick über die Konstrukte der International Computer and Information Literacy Study (ICILS 2018)
Zusammenfassung
Mit der international vergleichenden Schulleistungsstudie ICILS (International Computer and Information Literacy Study) wurden in den Jahren 2013 und 2018 mittels computerbasierter Tests die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von Schüler_innen der achten Jahrgangsstufe im internationalen Vergleich gemessen. Im Rahmen eines internationalen Zusatzmoduls der Studie wurde zudem im Jahr 2018 erstmalig der Bereich „Computational Thinking“ erfasst. Mit diesem Beitrag werden die beiden gemessenen Kompetenzkonstrukte vorgestellt.
Julia Gerick, Birgit Eickelmann
3. Förderung von Kompetenzen in der digitalen Welt als fächerübergreifende Aufgabe in der Schule: Konsequenzen für die Lehrkräftebildung
Zusammenfassung
Dieser Beitrag befasst sich mit der Frage, welche Kompetenzen in der digitalen Welt Schülerinnen und Schüler erwerben müssen, um an einer von Digitalisierung geprägten Gesellschaft partizipieren zu können und in ihr mündig zu werden. Darauf aufbauend wird erörtert, welche professionsspezifischen digitalisierungsbezogenen Kompetenzen Lehrkräfte benötigen, um ihren Schülerinnen und Schülern diese Kompetenzen in der digitalen Welt zu vermitteln. Im Anschluss daran werden Möglichkeiten dargestellt, wie Lehrkräfte im Rahmen ihrer Ausbildung dazu befähigt werden können, diese Herausforderungen bei stetig fortschreitendem digitalen Wandel während ihres Berufslebens zu meistern. Abschließend werden Herausforderungen für die Forschung zu diesen Themen thematisiert.
Christof Wecker, Nicoletta Bürger, Jürgen Menthe, Barbara Schmidt-Thieme

Mit Kompetenzmodellen spezielle Aspekte des digitalen Wandels vertiefen

Frontmatter
4. Informationskompetenz
Zusammenfassung
Der Beitrag nimmt zunächst eine Begriffsnäherung vor. Hiernach ist Informationskompetenz die Fähigkeit, sich in einem Handlungskontext informationell abzusichern. Informationskompetenz ist eine Grundvoraussetzung lebenslangen Lernens und gesellschaftlicher Teilhabe. Im zweiten Schritt werden historische Entwicklungslinien, die Relevanz von Informationskompetenz sowie das Verhältnis zu anderen Kompetenzen skizziert und zentrale Informationskompetenzmodelle angeführt. Darüber hinaus wird Informationskompetenz hinsichtlich der relevanten Lebensphasen und der betreffenden Lebensbereiche eingeordnet. Abschließend wird die Frage gestellt, wie Informationskompetenzbeförderung gelingen kann. Die These dabei ist, dass informationskompetentes Verhalten kognitive, motivationale und paradigmatische Gelingensbedingungen aufweist.
Joachim Griesbaum
5. Künstliche Intelligenz und ihre Anforderungen an den Kompetenzerwerb
Zusammenfassung
Die weitreichende Durchdringung von Technologien künstlicher Intelligenz in das Alltagsleben der Menschen bringt einen fortschreitenden technologischen Fortschritt und große Erleichterungen im Alltags- oder Berufsleben. Gleichzeitig bergen datengetriebene Algorithmen eine große Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Datengrundlage sowie dem Vorgang der Modellentwicklung. Eine weitreichende Bildung über die Chancen und Risiken durch die Anwendung künstlicher Intelligenz ist erforderlich, um eine gleichberechtigte und gerechte Algorithmenentwicklung zu ermöglichen. Im vorliegenden Beitrag wird daher ein Modell für den Kompetenzerwerb im Bereich künstliche Intelligenz mit Fokus auf unterschiedliche Personengruppen und unterschiedliche thematische Bereiche vorgestellt.
Katharina Teuber, Azadeh Dindarian, Naz Cilo-van Norel Ekaterina
6. Selbstgesteuertes Lernen und Kollaboration – Schlüsselkompetenzen für das Arbeiten im digitalen Wandel
Zusammenfassung
Das Zeitalter der digitalen Transformation ist u. a. geprägt durch hohe Geschwindigkeiten technologischer Entwicklungen, Komplexität, Globalisierung und Unbeständigkeiten. Zahlreiche Modelle befassen sich mit der Frage, welche Kompetenzen und Fähigkeiten im 21. Jahrhundert benötigt werden, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Selbstgesteuertes Lernen und Kollaboration werden als Schlüsselkompetenzen für den digitalen Wandel angesehen. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Beitrag 14 Kompetenzmodelle betrachtet, die solche Kompetenzbedarfe für das 21. Jahrhundert formulieren und auf die für die Teilhabe an der sog. VUCA-Welt entscheidenden Selbstlern- und Kollaborations-/Vernetzungsfähigkeiten eingehen. Die Ansätze zur Selbstlern- und Kollaborationskompetenz aus den einzelnen Modellen werden abstrahiert und kategorial zusammengeführt. Abschließend werden Umsetzungsperspektiven im Spannungsfeld von Individuum und Organisationen aufgezeigt, wie z. B. Konzepte des Workplace Learning, zur Gestaltung von Learning und Development sowie zur Bedeutung von (sozialen) Netzwerken und Communitys für individuelle Lern- und Entwicklungsstrategien.
Birgit Oelker

Mit Kompetenzmodellen die kritische Reflexion des digitalen Wandels fördern

Frontmatter
7. Ethische Kompetenzen für den digitalen Wandel
Zusammenfassung
Der digitale Wandel im Privatleben und in der Arbeitswelt lässt Mensch immer mehr mit Information in verschiedenen Informationssystemen interagieren. Dabei werden umfangreiche Daten gesammelt, Wissen kann schnell kopiert werden und innovative Algorithmen bewerten Menschen oder Situationen. Die Leichtigkeit, mit der heute viele Menschen solche Verfahren anwenden oder ihnen ausgesetzt sind, führt auch zu fragwürdigen Interaktionen. Welches Wissen über Personen soll in Datenbanken für wen verfügbar sein? Darf bestimmtes Wissen kopiert oder genutzt werden? Welche Daten sollen erfasst oder preisgegeben werden? Dieser Beitrag stellt systematisch dar, welche Kompetenzen vor allem zum Datenschutz, zum Urheberrecht und zur Fairness bei der Bewertung für bestimmte Gruppen wichtig sind.
Thomas Mandl, Stefan Dreisiebner
8. Digitale Kompetenz und Privatheit
Zusammenfassung
Es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass Nutzer/innen im Zuge des digitalen Wandels mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet sein sollten. Existierenden Kompetenzmodellen fehlt bislang eine Kompetenz für Privatheit. Die Grenzziehung zwischen Privatheit und Öffentlichkeit und die Einschätzung des privaten Schutzbereiches haben durch den digitalen Wandel eine erhebliche Verschiebung erfahren. Infolgedessen verschwimmt zunehmend die klare Zuordnung dessen, was privat ist beim Umgang mit Daten, vor allem aber bei der digitalen Interaktion im Netz. Für die Entscheidung der einzelnen Nutzerin und des einzelnen Nutzers über ihre und seine Grenzen der Privatheit und deren Schutzbedürftigkeit bedarf es daher einer digitalen Privatheitskompetenz.
Marianne Kneuer

Mit Kompetenzmodellen ausgewählte Bildungsszenarien gestalten

Frontmatter
9. Gendersensible Gestaltung eines Computational-Thinking-Kurses mithilfe des PECC-Modells
Zusammenfassung
Während Themen der Informatik meist geschlechtsneutral sind, prägen Stereotypen sowie soziale und kulturelle Wahrnehmungen das Bild der Informatik. Zum einen können die Lehrenden selbst implizite oder explizite geschlechtsspezifische Vorurteile haben und zum anderen prägen etablierte Trends der männlich zentrierten Repräsentation und Geschlechterungleichheit in Bild und Sprache die Informatik. Dies führt zu der Frage, ob eine geschlechterdifferenzierte Sichtweise in der Informatik sinnvoll und notwendig ist. In diesem Beitrag stellt die Autorin das Playing-Engagement-Creativity-and-Creation-(PECC-)Modell vor, welches mit einem Fokus auf Gendersensibilität Kinder und Jugendliche in der Sekundarstufe 1 im Erwerb von Computational Thinking (CT) Skills unterstützen soll. Dafür wurde ein Programmierkurs basierend auf PECC im April 2020 mit 24 Kindern und Jugendlichen zwischen 10–15 Jahren aus Hildesheim online durchgeführt. Auf der einen Seite werden der Aufbau und Ablauf des „Coding4All“-Kurses und die Ergebnisse bezüglich geschlechtersensibler Bedürfnisse beschrieben. Auf der anderen Seite werden auch Herausforderungen dargestellt, wie Kinder und Jugendliche auch online gleichermaßen motiviert werden können.
Bernadette Spieler
10. Forschungsräume für Schülerinnen und Schüler an Kompetenzmodellen orientiert aufbauen und gestalten
Zusammenfassung
Dieser Beitrag stellt drei Forschungsräume mit Angeboten im MINT-Bereich vor, die Schülerinnen und Schüler aktives und selbstgesteuertes Lernen an ausgewählten Exponaten ermöglichen. Zuerst wird die Arbeit des im Jahr 2017 gegründeten Vereins „Open MINT“ in der Region Hildesheim mit seinem Explore Sciencenter vorgestellt. Danach wird der „Kleine Forscher-Raum“ der Stadtverwaltung Trier erläutert, der 2018 im Rahmen der Betreuung des Projektes „Haus der kleinen Forscher“ entstand. Anschließend widmen sich die Autor_innen dem Forschungsraum der Grundschule Bitburg-Süd, der im Schuljahr 2019/2020 eingerichtet wurde. Alle Forschungszentren werden hinsichtlich derselben Aspekte beschrieben, sodass Vergleiche zwischen ihren Konzeptionen erleichtert werden. Zunächst werden jeweils die Motivation und Entstehungsgeschichte der Forschungsräume geschildert. Anschließend werden Organisation und Aufgaben erläutert. Dabei werden Schwerpunkte des Kompetenzerwerbs verdeutlicht. Gemeinsam ist den Forschungszentren das Ziel, mithilfe des technischen Fortschrittes Angebote zu schaffen, die Menschen befähigen, wirksam zu sein. Anhand von Kompetenzmodellen kann die Gestaltung der Forschungszentren geplant und die Umsetzung überprüft werden. Kompetenzen, die für den digitalen Wandel im Fokus stehen, werden dabei nicht einzeln betrachtet, sondern eingebettet in ein Gesamtsystem von Kompetenzen, die von Lernenden erworben werden sollten. Praxisbeispiele veranschaulichen die Durchführung der MINT-Angebote und geben Einblicke in Aufbau und Gestaltung. Abschließend werden Entwicklungsperspektiven vorgestellt und methodisch-didaktische Vorgehensweisen hervorgehoben. Deutlich wird dabei, dass der Bestand und die Zukunftsfähigkeit der Forschungsräume durch Kooperationspartner und Förderer gesichert werden sollten.
Jennifer Kolomitchouk, Matthias Ullrich, Uta Schorn, Claudia Meurer, Ralf Knackstedt
11. Kompetenzmodell für das Niedersachsen-Technikum: Konzeption und Digitalisierungsgrad
Zusammenfassung
Das Niedersachsen-Technikum ist ein Programm zur vertieften Studien- und Berufsorientierung für (Fach-)Abiturientinnen, die Interesse an MINT-Fächern haben. Im Folgenden wird hierzu ein Kompetenzmodell abgeleitet, wobei fünf Kompetenzkategorien unterschieden werden: Fach- und Methodenkompetenz, Berufsorientierungskompetenz, Sozial-kommunikative Kompetenz, Gender- und Diversity-Kompetenz sowie Digitale Kompetenz. Um mehr Chancengleichheit zu bewirken, wurde ein Konzept zur Integration der digitalen Kompetenz in das Niedersachsen-Technikum erstellt. Die Einführung des Konzepts wurde im Technikum 2019/2020 durch eine Erhebung der Wirkung dieser Kompetenzvermittlung begleitet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Technikantinnen insbesondere im Umgang mit Office-Anwendungen, in der Unterstützung bei Computerproblemen und im Einsatz von Programmiersprachen eine höhere Kompetenzwahrnehmung verzeichnen.
Barbara Schwarze, Julia Rieck
12. Lehrkräftebildung in der digital vernetzten Welt: Ein interdisziplinärer Kompetenzrahmen für (angehende) Lehrkräfte und dessen Umsetzung in einem Pilotseminar
Zusammenfassung
Der digitale Wandel der Arbeits- und Lebenswelt stellt neue Anforderungen an Schulen und somit auch an die Lehrer_innenbildung. Diese Aufgabe ist komplex und erfordert interdisziplinäre Zugänge. Der Niedersächsische Verbund zur Lehrerbildung hat daher ein hochschulübergreifendes Expert_innengremium eingesetzt, das u. a. empfohlen hat, Basiskompetenzen aus den Bereichen Medienpädagogik, Informatik und Medienwissenschaft verbindlich in allen niedersächsischen Lehramtsstudiengängen zu verankern. Der Beitrag thematisiert den interdisziplinär und phasenübergreifend entwickelten Kompetenzrahmen Lehrkräftebildung in der digital vernetzten Welt im Rahmen des vom Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) finanzierten Verbundprojektes „Basiskompetenzen Digitalisierung“. Der Kompetenzrahmen soll den niedersächsischen lehrkräftebildenden Hochschulen perspektivisch als Orientierung für die Überarbeitung der Lehramtscurricula dienen. Der Beitrag beschreibt zudem die exemplarische Umsetzung des Kompetenzrahmens in einem Pilotseminar für Lehramtsstudierende.
Torben Mau, Ira Diethelm, Henrike Friedrichs-Liesenkötter, Christian Schlöndorf, Andreas Weich
Metadaten
Titel
Kompetenzmodelle für den Digitalen Wandel
herausgegeben von
Prof. Dr. Ralf Knackstedt
Prof. Dr. Jürgen Sander
Jennifer Kolomitchouk
Copyright-Jahr
2022
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-63673-2
Print ISBN
978-3-662-63672-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-63673-2

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