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Über dieses Buch

Komplexität und Unübersichtlichkeit, Rationalität und Intuition – das sind Herausforderungen, mit denen Wissenschaft und Praxis gleichermaßen konfrontiert sind. Das Buch führt in Systemaufstellungen als eine wissenschaftliche Methode ein, mit der sich Komplexität produktiv bewältigen lässt. Die besondere Stärke der Methode liegt in ihren Visualisierungsmöglichkeiten. Das Buch baut auf den Erfahrungen und Reflexionen auf, die die beiden Autoren in den letzten Jahren mit Systemaufstellungen in Forschung und Lehre an der Universität Bremen gewonnen haben.
Bekannt ist die Methode der Systemaufstellungen vor allem, um therapeutische Prozesse zu begleiten oder die Organisationsberatung zu unterstützen. Sie hat jedoch deutlich mehr Potenzial. Mit Aufstellungen lässt sich die Komplexität jeder Art von System greifbar machen. Interventionen können leicht simuliert werden. Zudem eignet sich die transverbale Sprache in Aufstellungen dafür, Studierende, Praktiker und Wissenschaftler gleichermaßen anzusprechen. Weil diese Sprache von allen verstanden wird, ist ein effektives gemeinsames Arbeiten von allen Beteiligten möglich.
Die Autoren stellen die verschiedenen Anwendungsbereiche der Methode dar und zeigen, wie Aufstellungen nicht nur Wissenschaftlern, sondern auch Praktikern helfen, Komplexität so zu bewältigen, dass innovative Einsichten gewonnen werden können.


Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Eine Lesehilfe für dieses Buch

Zusammenfassung
Dieses Buch ist auf drei Ebenen geschrieben. Das Neue, was uns in den Kopf gekommen ist, das bieten wir ihnen ganz herkömmlich an: Sie lesen unsere Texte in ihrer linearen Darstellungsweise und können hoffentlich unseren Gedanken folgen, warum wir so denken, handeln, forschen und experimentieren. Wie es sich auf der linearen Ebene gehört, wollen die Gedanken hier auch nachvollziehbar zu einem logischen Ende gebracht werden.
Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

Kursorisches über Systemaufstellungen

Zusammenfassung
Welche Bedeutung eine neue Methode hat, lässt sich leicht an der Anzahl der Veröffentlichungen beobachten. Welche Professionalisierungstendenz hinter der Anwendung einer neuen Methode steckt, lässt sich an dem Willen zur Selbstreflexion in diesen Veröffentlichungen beobachten. Seit ca. 30 Jahren verbreiten Aufstellungsleiter/innen ihre Erfahrungen im therapeutischen und beraterischen Kontext und tragen so zu einem höheren Bekanntheitsgrad der Methode bei.
Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

Beispiele von Erkundungsaufstellungen Teil 1

Zusammenfassung
Wir nennen unseren Aufstellungstyp Erkundungsaufstellungen, weil wir Systeme verstehen und etwas Neues über Systeme lernen wollen: Wir erkunden sie so, wie wir weiter vorne Erkundungsforschung beschrieben haben. Der Begriff des Erkundens gefällt uns so gut, weil er auch im Alltag für eine ergebnisoffene und gleichwohl neugierige Tätigkeit steht. Erkunden beinhaltet zudem die Haltung eines unbewerteten Findenwollens von Unerwartetem. Am Ende eines Erkundungsprozesses steht häufig ein erstes Staunen über das Gefundene und ein gutes Gefühl, etwas Neues gefunden zu haben.
Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

Ein System lesen? Wie geht das?

Zusammenfassung
Systeme lesen zu lernen ist für uns eine Voraussetzung, um deren Entwicklung zu ermöglichen. Wandel, Entwicklung, Change Management oder Transformation ganzer Systeme sind die komplexen Themen unserer Zeit, die sich hinter all der Management- und Leadership-Literatur verbergen. Mit diesem Buch wollen wir einen Beitrag leisten, der auf vielleicht noch originelle Weise die beiden Quellen eines tieferen Verständnisses von Wandel zu einem Strom verbindet: die Quelle der persönlichen Veränderung mit der Quelle eines systemischen und emergenten Sehens.
Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

Beispiele von Erkundungsaufstellungen Teil 2

Zusammenfassung
Die Aufstellung wurde am 27. Oktober 2016 im Rahmen der Fortbildung zur Leitung von Aufstellungen in Führungs-, Forschungs- und Weiterbildungskontexten mit den Teilnehmer/innen durchgeführt. Geleitet wurde die Aufstellung von Moritz Schirmer, Teilnehmer der Fortbildung.
Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

Über Intuition und repräsentierende Wahrnehmung

Zusammenfassung
Die Diskussion, die wir heute über Intuition führen, ist eine Antwort auf die auftauchenden Grenzen der Rationalität. Dabei wird manchmal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und erklärt, dass Menschen sich nicht rational verhalten könnten und immer zu irrationalen Entscheidungen neigen. Auch an dieser Stelle wollen wir wieder darauf hinweisen, dass wir mit unserem Buch die Tür in die Sowohl-als-auch-Welt öffnen wollen und Entwicklung nicht als einen Weg-von-hin-zu-Prozess verstehen – mithin weg von der Ratio hin zur Intuition – sondern als transzendente Entwicklung: Wir überschreiten die Ratio und treten in den Raum von Ratio und Intuition und akzeptieren die volle logische Spannung, die durch diesen Schritt auftaucht.
Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

Beispiele von Systemanalysen

Zusammenfassung
Systemanalysen führen wir in derselben Haltung durch wie Erkundungsaufstellungen. Ihr Ablauf ist fast identisch mit ihnen. Wir nennen eine Aufstellung eine Systemanalyse, wenn.
Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

Beispiele für Entwicklungsaufstellungen nach Theorie U

Zusammenfassung
Die Theorie U von Carl Otto Scharmer (2009) ist ein Ansatz für den Wandel von Institutionen, der in der Beratungsszene schon wesentlich mehr Anwendung findet als die geringe Rezeption in der Managementlehre es vermuten lässt. Wir verstehen diesen Ansatz als einen Rahmen, in dem ein transformativer Prozess vom Ich-Raum zum Wir-Raum entworfen wird. Scharmer unterscheidet zwischen zwei grundsätzlichen Lernquellen für Wandel. Innerhalb disruptiver Veränderungen können wir erstarrt zum Status-Quo der Vergangenheit zurückkehren oder uns in hingeben in die entstehende Zukunft.
Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

Systemaufstellungen in der akademischen Lehre

Zusammenfassung
Wenn mit Systemaufstellungen gearbeitet wird, dann stehen Erkenntnis und Irritation unmittelbar miteinander in Verbindung. Dadurch, dass gewohnte Muster anschlussfähig irritiert werden, entstehen neue Erfahrungen, die die Tür zur Erkenntnis öffnen. Das ist genau der Moment, wo etwas Neues dazu gelernt wird. Auf herkömmlichen Wege sind bislang große Anstrengungen nötig, neue Ideen und Innovationen hervorzubringen.
Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

Beispiele für Spiral Dynamics Aufstellungen

Zusammenfassung
Der Entwicklungspsychologie Claire Graves hat in den 60er und 70 Jahren mit Bezug auf vorhandene Entwicklungstheorien ein erfahrungsgeleitetes System von aufeinander folgenden Entwicklungsstufen von Menschen und Systemen beschrieben. Dieses Graves-Value-System wurde dann von Beck/Cowan (2013) zum Konzept der Spiral Dynamics weiterentwickelt. Es geht von der empirischen Beobachtung aus, dass Systeme, Institutionen und Menschen ein vorrangiges Wertesystem oder Problemlösungsmodus haben, welches stimmig zur Komplexität des Kontextes ist oder einmal gewesen ist.
Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

Forschung mit Systemaufstellungen

Zusammenfassung
In den Sozialwissenschaften gibt es grob gesagt zwei verschiedene Klassifikationen von empirischen Methoden, mittels welcher Informationen bzw. Daten eingeholt werden, die zur Erarbeitung oder Prüfung sozialwissenschaftlicher Aussagen nötig sind. Das sind interaktive und nicht-interaktive Methoden. Bei der Anwendung von interaktiven Methoden interagiert der Forscher mit den zu untersuchenden Bereichen.
Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

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