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2021 | Buch

Konstruierte Wahrheiten

Wahrheit und Wissen im postfaktischen Zeitalter

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Über dieses Buch

In einer Welt, in der immer mehr Fake News verbreitet werden, wird es zunehmend schwieriger, Wahrheit und Lüge, Wissen und Meinung auseinanderzuhalten. Desinformationskampagnen werden nicht nur als ein politisches Problem wahrgenommen, vielmehr geht es in der Fake-News-Debatte auch um fundamentale philosophische Fragen: Was ist Wahrheit? Wie können wir sie erkennen? Gibt es so etwas wie objektive Fakten oder ist alles sozial konstruiert? Dieses Buch erklärt, wie Echokammern und alternative Weltbilder entstehen, es macht das postfaktische Denken für die gegenwärtige Wahrheitskrise verantwortlich und zeigt, wie wir einem drohenden Wahrheitsrelativismus entgehen können.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Kapitel 1. Phänomenologie des Postfaktischen

Der Postfaktualismus bezeichnet einen Zustand, bei dem Wahrheit nicht mehr respektiert wird, Tatsachen nicht anerkannt werden und Menschen zunehmend nach Gefühl und Gruppenzugehörigkeit urteilen. Es werden verschiedene Erscheinungsformen des Postfaktualismus vorgestellt, wie z. B. Fake News, Verschwörungstheorien, Wissenschaftsskeptizismus und Pseudowissenschaften, und deren Folgen aufgezeigt. Postfaktisches Denken führt zur Entstehung von Filterblasen und Echokammern, fördert die Gruppenpolarisierung und stellt eine Gefahr für die Demokratie dar.

Thomas Zoglauer
Kapitel 2. Epistemologie des Postfaktischen
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden verschiedene philosophische Strömungen wie der Relativismus, der soziale Konstruktivismus und der Wissenschaftskonstruktivismus vorgestellt und kritisch analysiert, die zu einer Relativierung des Wahrheitsbegriffs beigetragen haben. Der Postfaktualismus greift das Objektivitätsideal an, bezweifelt die Existenz objektiver Tatsachen und reduziert Wahrheit auf einen intersubjektiven Konsens. Es wird daher der Frage nachgegangen, wie das Objektivitätsideal verteidigt und gerettet werden kann.
Thomas Zoglauer
Kapitel 3. Faktizität und Wahrheit
Zusammenfassung
In der Philosophie wurden verschiedene Wahrheitstheorien entwickelt, wie die Korrespondenztheorie, die Kohärenztheorie, die pragmatische Wahrheitstheorie und die deflationäre Wahrheitstheorie, die unterschiedliche Antworten auf die Frage geben, was Wahrheit ist. Alle diese Theorien haben ihre Stärken und Schwächen, können aber dem Postfaktualismus nichts entgegensetzen. Ich werde mit dem perspektivischen Realismus eine Theorie vorstellen, die Elemente des Perspektivismus und Realismus in sich vereinigt und geeignet ist, den Postfaktualismus in seine Schranken zu verweisen.
Thomas Zoglauer
Kapitel 4. Information und Wissen

Dieses Kapitel geht der Frage nach, wie aus Informationen Wissen wird. Hierzu wird zunächst geklärt, was man unter Information und Wissen versteht. Ich werde einen epistemischen Kontextualismus vertreten, nach dem Wissen stets kontextsensitiv ist und es verschiedene Grade des Wissens gibt. Es wird gezeigt, dass Wissen aus zweiter Hand nicht immer vertrauenswürdig ist und Google nicht immer eine zuverlässige Wissensquelle darstellt. Google kann zwar viele Informationen liefern, aber um etwas zu wissen, muss man Informationen verstehen und in einen Wissenskontext einordnen können. Es bedarf aufgeklärter Mediennutzer, die in der Lage sind, zwischen wahren und falschen Informationen zu unterscheiden und nicht blind der Meinung anderer vertrauen.

Thomas Zoglauer
Backmatter
Metadaten
Titel
Konstruierte Wahrheiten
verfasst von
Prof. Dr. Thomas Zoglauer
Copyright-Jahr
2021
Electronic ISBN
978-3-658-34597-6
Print ISBN
978-3-658-34596-9
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-34597-6

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