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28.05.2019 | Konstruktion + Entwicklung | Infografik | Onlineartikel

FuE-Ausgaben auf Rekordhoch

Autor:
Dieter Beste

Mit 3,03 Prozent des Bruttoinlandprodukts erreichen Wirtschaft und Staat 2017 erstmals deutlich das Ziel der Bundesregierung, drei Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) für Forschung und Entwicklung (FuE) auszugeben.


Noch nie wurde in Deutschland so viel geforscht und entwickelt wie im Jahr 2017. Das belegen die Ergebnisse der FuE-Datenerhebung der Wissenschaftsstatistik im Stifterverband im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.  69 Milliarden Euro investierten die Unternehmen 2017 in die eigene Forschung und Entwicklung. Das sind knapp sechs Milliarden Euro mehr als noch ein Jahr zuvor. Der Anstieg der internen FuE-Ausgaben von 9,5 Prozent ist so stark wie nie zuvor. Dafür haben die Unternehmen zusätzliches Personal eingestellt. 436.571 Forscher und Entwickler haben 2017 in den Forschungsabteilungen der Unternehmen gearbeitet. Im Jahr 2016 waren es noch 413.027 FuE-Beschäftigte. Auch der Wert der Forschungsaufträge, die Unternehmen an andere Unternehmen, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen im In- und Ausland vergeben, ist auf ein neues Hoch gestiegen und liegt bei 19,5 Milliarden Euro. Der Anteil der FuE-Ausgaben an der gesamtwirtschaftlichen Leistung liegt im Jahr 2017 bei 3,03 Prozent des BIP.

Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland bei der FuE-Quote im vorderen Mittelfeld, vor den USA, Frankreich oder China. Zu den Spitzenreitern gehören Südkorea, Israel und die Schweiz. Traditionell wird vor allem in den Großunternehmen geforscht und entwickelt. Kleine und mittelständische Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten machen lediglich acht Prozent der FuE-Ausgaben aus. "Wir brauchen mehr Vielfalt in der Forschungslandschaft, um im internationalen Wettbewerb nachhaltig mithalten zu können und die wichtigen gesellschaftlichen Ziele wie Klima- und Umweltschutz, Sicherheit, Gesundheit und Versorgung zu gestalten", sagt Andreas Barner, Präsident des Stifterverbandes: "Um das Potenzial bei den kleinen und mittelständischen Betrieben zu heben, sollte die steuerliche FuE-Förderung schnellstmöglich von der Bundesregierung umgesetzt werden."

Steuerliche Forschungsförderung - Chance vertan?

Der jetzt im Mai vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf zur steuerlichen Forschungsförderung hat nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AIF) allerdings einen Schönheitsfehler, denn er enthalte keinen Auftragskostenansatz. "Die meisten KMU haben keine eigene Forschungsabteilung. Eine nur auf Personalkosten beschränkte steuerliche Forschungsförderung kommt bei vielen Mittelständlern also gar nicht an", kommentiert AiF-Präsident Sebastian Bauer: "Schon aus ordnungspolitischen Gesichtspunkten muss das Unternehmen frei wählen können, ob es Forschungen mit eigenem Personal durchführt, oder diese einer für den jeweiligen Forschungsgegenstand spezialisierten Forschungseinrichtung in Auftrag gibt und die entsprechenden Personalkosten des Auftragnehmers im Sinne der Förderung geltend macht (Auftragskostenansatz). Sonst wird die steuerliche Forschungsförderung gerade die kleineren Mittelständler verfehlen, und es würde darüber hinaus die Chance verpasst, hier Kooperationen zwischen der Wirtschaft und Forschungseinrichtungen im Sinne eines Transfers von Erkenntnissen der Grundlagenforschung anzuregen." Der Anreiz für kleinere Unternehmen in Deutschland, mehr Forschungsaktivitäten zu entfalten, sei in diesem Fall leider nur schwach.

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