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11.10.2019 | Konstruktion + Entwicklung | Im Fokus | Onlineartikel

Ressourceneffizienz auf dem Prüfstand

Autor:
Dieter Beste

Ob ein Produkt völlig neu entwickelt oder ein bestehendes verändert wird – der Blick des Konstrukteurs auf den Ressourcenverbrauch über den Produktlebenszyklus hinweg kann Kosten sparen und letztlich gut fürs Klima sein. Aber wo beginnen?

Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) bietet im Auftrag des Bundesumweltministeriums einen Ressourcencheck an. Damit sollen Unternehmen des produzierenden Gewerbes dabei unterstützt werden, während der Produktentwicklung die Ressourceneffizienz zu überprüfen und zu steigern. Potenziale für Ressourceneffizienz finden sich jedoch nicht nur in der Produktgestaltung und Auswahl der verwendeten Materialen, sondern auch in der Nutzungsphase und abschließenden Verwertung, heißt es in einer Mitteilung des VDI ZRE. Der Ressourcenverbrauch lasse sich im Produktlebenszyklus in allen Phasen senken: bei der Herstellung, während der Nutzung und bei der Verwertung.

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Mit dem neuen Online-Tool können Unternehmen die Ressourceneffizienz ihrer Produktentwicklungen jetzt auf den Prüfstand stellen. Anwender müssen dafür im Portal sechs Fragen beantworten: beispielsweise ob sie den materialbedingten Ressourcenverbrauch ihrer Produkte kennen und versuchen, ihn zu minimieren, ob sie versuchen, ihre Produkte möglichst langlebig zu gestalten oder ob Produktkomponenten und -materialien nach dem Produktlebensende wieder- oder weiterverwendet bzw. -verwertet werden. 

Nach Beantwortung der Fragen erhält der Anwender eine Auswertung zum Umgang mit Ressourcen in der eigenen Produktentwicklung. Zu jeder Antwort werden ausführliche Checklisten aufgeführt, die zeigen, wie vorhandene Einsparungspotenziale genutzt werden können. Teilweise werden hierzu Methoden empfohlen, wie sich die Produkte ressourceneffizient gestalten lassen. 

Ein Leben mit unserem Anspruch an Lebensqualität, Sicherheit und Gesundheit erfordert es, hoch entwickelte Technologien anzuwenden und vielfältige Ressourcen zu nutzen: Energie, Rohstoffe, Umwelt, Wissen, menschliche Arbeit und Kreativität. Ressourcen sind aber grundsätzlich begrenzt, sei es durch endliche Vorräte, ihre Auswirkungen auf das Klima oder eine begrenzte Reproduzierbarkeit. Ein verantwortungsvoller, effizienter Umgang mit Ressourcen liegt daher im Interesse aller Menschen." Reimund Neugebauer, "Ressourceneffizienz", Seite 2.

Neben den Checklisten und Methodenvorschlägen wartet der Ressourcencheck mit Beispielen aus der Praxis auf, die zeigen, wie Produkte so entwickelt werden, dass sie Ressourcen schonen. So wurde etwa am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der TU Berlin ein Konzept für eine modulare Werkzeugmaschine entwickelt, um auf Nachfrageschwankungen oder neue Produktprogramme flexibel reagieren zu können. Ein Vorbild für Materialeinsparungen gibt das Unternehmen Aqseptence Group ab. Dort hatte man eine Baugruppe in Wasseraufbereitungsanlagen neu konstruiert und mittels Anpassung der Geometrie sowie durch Materialsubstitution bei einigen Bauteilen durch Kunststoffe pro Antriebseinheit mehr als 450 Kilogramm Edelstahl eingespart.
 

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