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30.07.2013 | Konstruktion + Entwicklung | Im Fokus | Onlineartikel

Ausgezeichnete Forschung

Autor:
Dieter Beste

Der Europäische Forschungsrat fördert die „bahnbrechende und visionäre“ Forschung der Springer-Autoren Matthias Wuttig und Leif Kobbelt, Professoren an der RWTH Aachen, in den kommenden fünf Jahren mit jeweils mehr als zwei Millionen Euro. Es geht um die Optimierung von 3-D-Modellen zur besseren Unterstützung von Verarbeitungs- oder Produktionsprozessen sowie um die gezielte Nutzung atomarer Unordnung in ungewöhnlichen Materialien für neue Anwendungen.

Mit den ERC Advanced Grants fördert der Europäische Forschungsrat jedes Jahr in den EU-Mitgliedsländern angesiedelte Projekte, die sich als Pionierforschung charakterisieren lassen. In diesem Jahr wurden die beiden Aachener Professoren und Springer-Autoren Leif Kobbelt und Matthias Wuttig ausgezeichnet.

Optimierung von 3-D-Modellen

Leif Kobbelt befasst sich mit der Entwicklung neuer Algorithmen für die effiziente und intelligente Erzeugung und Verarbeitung komplexer 3-D-Modelle. Als Mitherausgeber der Buchserie „Geometry and Computing“ hat Kobbelt eine Plattform für die Veröffentlichung der neuesten Forschungsergebnisse in diesem Themenbereich etabliert. Jüngst erschien in dieser Reihe als Band 8 „Foundations of Geometric Algebra Computing“ von Dietmar Hildenbrand.

Digitale 3-D-Modelle haben in der letzten Zeit in diversen Anwendungsgebieten immer mehr an Bedeutung gewonnen. Das Anwendungsspektrum reicht von Computergrafik, Multimedia und Computer-Spielen bis zu Ingenieurwissenschaften, Architektur und Medizin. „Wir wollen in den kommenden fünf Jahren eine Lücke schließen, die zwischen der Erfassung und der breiten Verwendung geometrischer Daten klafft. Unser Ziel ist es, ein ganzes System von Algorithmen zu entwickeln, das die Verarbeitung der Datenflut zum Beispiel von eingescannten 3-D-Objekten automatisiert, um Verarbeitungs- oder Produktionsprozesse zu unterstützen“, erläutert Kobbelt.

Kontrolle atomarer Unordnung

Matthias Wuttig konnte in den letzten Jahren eine „Schatzkarte“ für Verbindungen der Elemente Tellur und Selen erstellen, die viele Materialien mit besonderen Eigenschaften, wie zum Beispiel Supraleiter, Phasenwechselmaterialien, topologische Isolatoren oder Thermoelektrika enthält. Die ungewöhnlichen Charakteristika dieser Materialien sind nicht nur Folge der unkonventionellen chemischen Bindung in diesen Substanzen, sondern auch eine Konsequenz der extrem hohen atomaren Unordnung. „Der nächste Schritt ist, Möglichkeiten zu finden, diese Unordnung zu kontrollieren und damit gezielt nutzbar zu machen“, sagt Matthias Wuttig.

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