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10.12.2012 | Konstruktion + Entwicklung | Im Fokus | Onlineartikel

Technische Akustik – Lärm im Betrieb verringern

Autor:
Herbert J. Joka

Lärm stört! Im Betrieb kann er die Produktivität reduzieren, wenn beispielsweise Disstress zu mehr Fehlern in der Produktion oder Krankheitsabwesenheit führt. Die systematische Lärmbekämpfung sollte von ihrem Nutzen ausgehend und nicht vom Aufwand verstanden werden.

Vornehmlich ist es die Luft, über die Schall im Allgemeinen oder Lärm im Speziellen wahrgenommen wird. Eine hohe Lärmbelastung am Arbeitsplatz kann schnell zur Ermüdung, aber auch erhöhten Fehlerquoten beitragen. In Kenntnis der Zusammenhänge lässt sich oft auch nachträglich das Lärmniveau senken, was die Arbeitsbedingungen zu verbessern hilft.
Die elastische Luft wird durch eine Schallquelle zur Schwingung angeregt und vom Ohr wird diese Schwankung als Schalldruck wahrgenommen. Schall ist somit ein vom Ohr wahrgenommener Druckunterschied. Gemessen und angegeben wird der relative Unterschied der Druckpegel in der Einheit Dezibel (dB). Die vorhandenen Frequenzen des untersuchten akustischen Umfeldes, die einen Einfluss auf das menschliche Wahrnehmungsempfinden haben, werden darin allerdings nicht explizit abgebildet. Die Wellenlängen in der Luft, die das Ohr aufnehmen und über das Gehirn verarbeiten kann, können im Bereich von circa 1,7 Zentimetern bis etwa 17 Metern liegen, was den Frequenzen 20kHz, beziehungsweise 20Hz entspricht.
Qualitativ kann man in erster Annahme sagen, dass höherfrequente Töne unangenehmer als niederfrequente empfunden werden. Da der Erfolg von Maßnahmen der Lärmbekämpfung maßgeblich von den auftretenden Frequenzen abhängt, gilt es, das Frequenzspektrum hinreichend genau zu ermitteln. Teils handelt es sich um sehr engbandige Frequenzen.
So bedingt beispielsweise die akustische Signatur einer Drehmaschine, die Turbinenläufer schruppt, Maßnahmen im niederfrequenten Bereich anzusiedeln. Eine in bestimmten Frequenzen schwingende Abdeckung kann hier beispielsweise entweder durch die konstruktive Versteifung "ruhiger gestellt", oder nachträglich mit Antidröhnmasse versehen werden, um für mehr Ruhe zu sorgen.
Bei hochtourig laufenden Drehautomaten für die Uhrenindustrie, deren Klang bisweilen an eine Turbine erinnert, können neben den vorhandenen Plexiglasabdeckungen der Maschinen so genannte Baffles an der Decke installiert werden. Sie dämpfen die höherfrequenten Frequenzen. Damit sie ihre Wirkung bestmöglich entfalten können, ist es erforderlich, das akustische Spektrum präzise zu kennen, um Material mit optimierten Poren einzusetzen.
Für die Konstruktion, den Bau und die Installation von Maschinen bedeutet Akustik, stets den konkreten Einsatzfall beachten zu müssen. Das heißt, auch den Raum, in denen sie betrieben werden, akustisch zu kennen, weil er eine Art von Resonanzkörper ist.
Die wirkungsvollste Methode, den Lärmpegel einer Maschine im Einsatz möglichst niedrig zu halten, ist die primäre Lärmbekämpfung, für die die Technische Akustik die Werkzeuge und Lösungen bereit hält.

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2009 | OriginalPaper | Buchkapitel

Lärm

Quelle:
Technische Akustik

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