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30.04.2018 | Konsumentenkredit | Im Fokus | Onlineartikel

Verband will weniger digitale Hürden für Online-Kredite

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Fernseher, Designermöbel oder Schmuck – Verbraucher lieben Shopping im Internet. Wie die Kreditbanken vermelden, finanzieren immer mehr Kunden auch ihren Einkauf per Mausklick. Der Bankenfachverband wünscht sich deshalb weniger harte Vorgaben für Kredite im Netz.

Die auf die Finanzierung von Konsum- und Investitionsgütern spezialisierten Kreditbanken konnten laut Bankenfachverband auch 2017 weiter zulegen. Sie vergaben Kredite im Wert von insgesamt 56,5 Milliarden Euro an Verbraucher. Das ist ein Zuwachs von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Noch deutlicher war das Plus bei der Kreditvergabe an Unternehmen. Es stieg um 15 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro. Die stärksten Zuwachsraten erzielten die Kreditbanken allerdings im Netz: Die Institute vergaben 25 Prozent mehr Online-Kredite als noch 2017.

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Obwohl dieser Finanzierungsweg aktuell mit einem Prozent nur einen sehr kleinen Teil des Neugeschäftes ausmacht, sind diese Zahlen dennoch richtungsweisend. Wie der Handelsverband Deutschland (HDE) im April 2018 berichtete, bleibe der Online-Handel der Wachstumstreiber der Branche, mit zweistelligen Zuwachsraten. Mehr als die Hälfte der Händler erwartet im Online-Bereich 2018 bessere Geschäfte als im Vorjahr, so der HDE.

Rechtlicher Rahmen verhindert einfachen Vertragsschluss

Von diesem Trend wollen auch die Kreditbanken profitieren. Damit Verbraucher nicht nur per Mausklick kaufen, sondern auch den dazu angebotenen Kreditvertrag abschließen, ist jedoch eine Online-Identifizierung nötig. Hierzu gebe es ein Video-Ident-Verfahren sowie die elektronische Signatur, erläutert der Bankenfachverband. Da das Verfahren aber komplexer sei, als die Bestellung der Online-Ware, fordert der Verband von der Politik Erleichterungen für den Abschluss von Kreditverträgen. "Wer digitalen Fortschritt will, muss auch die Hürden für digitale Finanzierungen abbauen", mahnte Jan W. Wagner, Vorstandsvorsitzender des Bankenfachverbandes, vor Medienvertretern in Frankfurt an. Nach wie vor verhindere das Schriftformerfordernis für Verbraucherkredite einen einfachen Vertragsschluss im Netz.

Springer-Autor Detlef Hellenkamp sieht im Kapitel "Strukturveränderungen und deren Auswirkungen auf das Bankgeschäft" aus dem Buch "Bankwirtschaft" noch eine weitere Herausforderung, der sich die Bankenbranche stellen muss (Seite 51): "Kreditinstitute befinden sich darüber hinaus in der Situation, dass digital agierende Wettbewerber Teile aus ihrer Wertschöpfungskette als Geschäftsmodell fokussieren und möglicherweise mit geringeren Kosten Marktanteile gewinnen, beispielsweise PayPal, als Anbieter eines Online-Bezahlsystems." Daneben böten im Kerngeschäft der Kreditinstitute Non Banks, beispielsweise Einzelhändler, Telekommunikationsanbieter, Internetanbieter oder Plattformen, ausgewählte Einlagenprodukte, Verbraucherkredite und Zahlungsverkehrsdienstleistungen an. "Die Frage nach einem zukunftweisenden Geschäftsmodell des Kreditinstituts im digitalen Zeitalter gehört somit zu den zentralen Herausforderungen des Managements“, erklärt Hellenkamp.

Verband hebt Rückzahlungsmoral positiv hervor

Erfreulich ist laut Bankenfachverband die Zahlungsmoral der der deutschen Verbraucher. "Im europäischen Vergleich gibt es in der Bundesrepublik eine der besten Rückzahlungsquoten von Krediten", heißt es weiter. Die Ausfallquote liege demnach bei weniger als zwei Prozent, wie der Verband mit Blick auf eine Statistik der EZB feststellte. "Die gute Zahlungsmoral in Deutschland sorgt für eine entspannte Risikosituation im Kreditgeschäft", so Wagner und blickt daher optimistisch in die Zukunft: "Wir erwarten eine konstante Nachfrage nach Konsumfinanzierungen für das laufende Jahr."

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