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19.11.2020 | Konsumentenkredit | Infografik | Onlineartikel

Finanzierungssummen für Konsum und Pkw steigen

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 Min. Lesedauer

Obwohl viele Menschen in der Krise größere Anschaffungen, Feste oder Urlaube verschieben, steigt die Kreditsumme für Konsumgüter oder ein Fahrzeug. Laut einer aktuellen Studie finanzieren die Verbraucher besonders gerne per Ratenkredit.

Zwei Drittel aller im Handel finanzierten Käufe würden Verbraucher ohne Ratenzahlung nicht tätigen. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei der Hälfte. Insgesamt werden in rund jedem dritten bundesdeutschen Haushalt Konsumgüter aktuell finanziert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Marktstudie zur Konsum- und Kfz-Finanzierung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag des Bankenfachverbands. Hierfür wurden im Juli 2020 annähernd 2.000 Personen zwischen 18 und 69 Jahren repräsentativ befragt. 

Ratenkredite bei Pkw-Käufern besonders beliebt

"Die Bedeutung alternativer Bezahloptionen hat deutlich zugenommen", erläutert Verbandsgeschäftsführer Jens Loa. So fragten mehr als 70 Prozent der Finanzierungsnutzer Ratenzahlungen sogar aktiv nach. Das gilt allen voran für Fahrzeuge. Dabei machen Ratenkredite bei Gebrauchtwagen 30 Prozent und bei Neuwagen 29 Prozent der Verwendungszwecke aus. Erst dann folgen Möbel und Küchen mit 15 Prozent, Unterhaltungselektronik mit 13 Prozent sowie Haushaltsgroßgeräte mit elf Prozent. 

Die durchschnittliche Finanzierungssumme beziffert die Studie mit 11.300 Euro genutzter Finanzierung. 2019 lag diese noch bei 10.600 Euro. Es kletterte vor allem die Zahl der Kredite bis 5.000 Euro um drei auf 40 Prozent. Auch bei Summen zwischen 10.000 und 15.000 ermittelte die Befragung einen Anstieg von 14 auf 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Schnitt zahlen die Verbraucher rund 310 Euro monatlich an den Kreditgeber zurück. 2019 waren es 300 und 2018 nur 290 Euro im Monat.

Allerdings ging die Gesamtzahl der genutzten Kredite pro Haushalt im Vergleich zur Vorjahresstudie leicht auf den Mittelwert von 2,1 (2019: 2,2) zurück. Ebenfalls leicht gesunken ist die Zahl von fünf oder mehr Parallelfinanzierungen von zehn Prozent 2019 auf aktuell noch acht Prozent. Rund 22 Prozent der Befragten haben zwei laufende Kredite (2019: 21 Prozent). Die Zahlen bei drei und vier parallelen Finanzierungen stagnieren bei 13 beziehungsweise sechs Prozent. 

Kreditabschlüsse erfolgen immer häufiger online

Dabei nutzen die Deutschen vor allem bei Ratenkredite immer öfter Antragsprozesse im Internet. Etwa vier Prozent der Verträge kommt mittlerweile sogar komplett online zustande. Der Abschluss erfolgt dann per Fernidentifizierung und elektronischer Signatur. 2019 war das nur bei ein Prozent der Ratenfinanzierungen der Fall. 

Insgesamt setzen aber immer noch 44 Prozent der Verbraucher bei der Finanzierung auf die Beratung in der Bankfiliale, auch wenn die Zahlen hier in den vergangen Jahren insgesamt rückläufig sind (2019: 44 Prozent, 2018: 46 Prozent, 2017: 47 Prozent, 2016: 52 Prozent). Auf Informationen von den Internetseiten der Banken stützen sich aktuell 26 Prozent der Verbraucher (2019: 24 Prozent) und auf Online-Vergleichsportale 25 Prozent der Ratsuchenden (2019: 19 Prozent). 

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