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29.08.2017 | Konsumforschung | Im Fokus | Onlineartikel

Audi liegt bei Käufern im Trend

Autor:
Johanna Leitherer

Nagelneu und dekadent lautet dieses Jahr die Devise der Autokäufer. Audi erweist sich als besonders beliebt, aber auch andere Hersteller punkten mit SUV-Modellen. Die Trends im Überblick.

Autohändler können sich auf ein florierendes Geschäft freuen: 41 Prozent der Kunden planen, in den nächsten 18 Monaten ein anderes Fahrzeug zu kaufen, womit sich die Zahl der Interessenten im Vergleich zum Jahr 2003 verdoppelt hat. Jeder Vierte möchte ein fabrikneues Auto, Jahreswagen und Gebrauchtwagen hingegen bilden mit zehn und sechs Prozent das Schlusslicht der Käuferabsichten. Die Bezahlung wollen die meisten zügig in bar abwickeln (53 Prozent). Etwas weniger als ein Drittel erwägt eine Finanzierung und nur jeder Zehnte denkt über einen Leasingvertrag nach. Das und noch mehr hat die Umfrage "Trends beim Autokauf 2017" der Aral AG mit rund 1000 Autofahrern ergeben.

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Stand der Kleinwagen vor zwei Jahren noch bei jedem Vierten hoch im Kurs, tendieren nun viele zum großen Geländewagen. "Das Interesse an einem SUV hat sich binnen zwei Jahren auf 15 Prozent verdreifacht", heißt es in der Aral-Studie. Auch die Limousine ist mit 34 Prozent bei Kunden nach wie vor sehr gefragt und sichert sich die Spitzenposition im Beliebtheitsranking. Die Deutschen kosten ihr Fahrvergnügen dementsprechend gerne in vollen Zügen aus. "Eine zunehmende Anzahl von gesellschaftlichen Aktivitäten wird von Ästhetisierung geprägt, und das gilt in hohem Maße für Autos und den Autovertrieb. Diese Entwicklung und die zunehmende Wertschätzung von Schönheit und Kunst äußern sich in der sogenannten Erlebniswirtschaft und der Branded Society", erklärt Springer-Autor Anders Parment im Buchkapitel "Gesellschaftliche Trends und Implikationen für die Automobilindustrie" (Seite 22). Ästhetik und Marken ergeben zusammen also eine für viele Kunden reizvolle Mischung alltäglich gelebten Luxus


Audi hat sich in diesem Jahr mit 17 Prozent der Kaufinteressenten gegen BMW und Volkswagen durchgesetzt. Letzter hatte das Aral-Ranking in der Vergangenheit immer für sich entschieden. Deutsche Traditionsmarken sind somit am beliebtesten. 

Emotionales Kaufverhalten vorherrschend

Auch in Sachen Antrieb bevorzugt der Großteil der Kunden das Altbewährte: Jeder Zweite möchte einen Benziner. 15 Prozent erwägen einen Hybridantrieb und der Dieselmotor erlebt mit 18 Prozent einen herben Rückschlag in seiner Beliebtheit. Erstaunlich ist, dass sich zwar viele Studienteilnehmer (55 Prozent) für Elektroautos interessieren, nur fünf Prozent aber ernsthaft über eine Anschaffung nachdenken. Obwohl der viel diskutierte Stromer einige rationale Vorteile mit sich bringt, scheint doch die emotionale Vertrautheit der etablierten Lösungen in den Köpfen zu dominieren – ein bekanntes Marketing-Phänomen: "Im Laufe der Zeit hat die Bedeutung von emotionaler Attraktivität, von Ästhetik und Marken zugenommen. Wer ein emotional attraktives Produkt im Angebot hat, kann den Kunden überzeugen und somit einen höheren Preis als die Konkurrenz erzielen", schreibt Parment (Seite 36). Solange Technologie und Umweltfreundlichkeit noch nicht abschließend geklärt sind und reibungslos funktionieren, wird sich daran vermutlich auch so schnell nichts ändern.

Was die digitale Transformation des Automobils betrifft, sind die Gefühle der Deutschen gemischt. Einige Innovationen aus diesem Bereich haben es bereits in die Praxis geschafft, doch der Weiterführung hin zum vollständigen autonomen Fahren stehen nur 20 Prozent der Befragten offen gegenüber. "Abstandstempomat und Spurhaltungsassistent sind relativ unproblematische Systeme. Die rechtlichen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen des automatisierten Fahrens werfen da schon eher Diskussionsbedarf auf", fasst Parment die Haltung vieler Autokäufer zusammen (Seite 20). 

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