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27.02.2018 | Konsumforschung | Infografik | Onlineartikel

"America First"-Politik spaltet Konsumenten

Autor:
Johanna Leitherer

Trump-Wähler leben das Paradigma "America First" auch in ihrem Konsumverhalten aus und ziehen heimische Marken den deutschen vor. Die amerikanische Abschottungspolitik prägte auch das diesjährige Weltwirtschaftsforum.

Ein Jahr nach der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump belegen erste Zahlen, dass sich die protektionistische Wirtschaftspolitik in den Köpfen vieler amerikanischer Konsumenten manifestiert hat. Einer Studie der Unternehmensberatung Globeone zufolge haben drei Viertel der Trump-Wähler im vergangenen Jahr bevorzugt Produkte von US-amerikanischen Herstellern gekauft. Knapp jeder Zweite (46 Prozent) entschied sich dabei gegen eine deutsche Marke. Auch 21 Prozent der US-Bürger, die 2016 für Hillary Clinton stimmten, haben sich im Sinne des Trump'schen Paradigmenwechsels von deutschen Labels distanziert. 

"Angesichts der Strategie des 'America First' droht ein Umfeld zu entstehen, in dem nicht mehr die Leistung eines Produktes, sondern vielmehr die politische Orientierung der Konsumenten ausschlaggebend für den Kauf ist", bedauert Niklas Schaffmeister, Managing Partner von Globeone. Die amerikanische Abschottungspolitik stellt das gute Verhältnis zwischen den USA und Deutschland jedoch nicht nur wirtschaftlich betrachtet auf die Probe. So gaben zwei Drittel der deutschen Konsumenten an, das Ansehen der USA habe sich in ihren Augen verschlechtert. 

America first, America alone?

Trumps umstrittene Abschottungspolitik und sein öffentliches Auftreten haben im vergangenen Jahr auf der ganzen Welt für Gesprächsstoff gesorgt. So waren auch Ende Januar alle Augen auf den ehemaligen Immobilienunternehmer gerichtet, als bekannt wurde, dass ausgerechnet er die Abschlussrede auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos halten würde. Die Diskussionsveranstaltung unter dem diesjährigen Motto "Für eine gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt" zielt auf eine gemeinschaftlich orientierte Weltwirtschaftspolitik ab. Trumps "America First"-Bestreben scheint damit augenscheinlich im Widerspruch zu stehen. 

Auch in Davos betone Trump abermals, dass Amerika für ihn immer an erster Stelle stehen werde. Gleichzeitig ermunterte er die anderen Staatsvertreter dazu, diese Loyalität auch ihrem eigenen Land zu zollen. Internationale Handelsabkommen seien nach wie vor wichtig, solange diese auf fairen Regeln basierten, die alle Beteiligten auch einhalten. "America first does not mean, America alone", so Trump. Trotz verbindender Worte setzte der US-Präsident den Fokus seiner Rede in gewohnter Manier auf die nationalen Interessen Amerikas. Im Zuge dessen ließ er es sich nicht nehmen, die Werbetrommel zu rühren: Internationale Unternehmen sollten in die USA ziehen und investieren, da die wirtschaftlichen Bedingungen dort bisher nie besser gewesen seien.

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