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01.08.2016 | Konsumforschung | Im Fokus | Onlineartikel

So ticken Teenager

Autor:
Annette Speck

Jugendliche fühlen sich oft nicht ernst genommen. Marktforscher interessieren sich aber sehr für sie: Die neue Sinus-Studie beschreibt ihre Befindlichkeiten – und attestiert eine digitale Sättigung.

So verschieden die Lebenswelten von 14- bis 17-Jährigen in Deutschland auch sind, die meisten Jugendlichen wollen doch sein wie alle anderen. Die Teenager eint zudem die Sehnsucht nach Akzeptanz, Halt und Orientierung in einer unübersichtlichen Welt. Der Großteil der Jugendlichen befürwortet denn auch einen gemeinsamen Wertekanon.

Einblick in jugendliche Welten

Diese und viele weitere Erkenntnisse liefert die Studie "Wie ticken Jugendliche 2016?" des Sinus-Institutes, die auf 72 qualitativen Tiefeninterviews mit 14- bis 17-Jährigen in Deutschland basiert. Dabei ging es um digitale Medien und digitales Lernen, Mobilität, Nachhaltigkeit, Liebe und Partnerschaft, Glaube und Religion, Geschichtsbilder, Nation und nationale Identität sowie Flucht und Asyl.

Empfehlung der Redaktion

2016 | Open Access | Buch Open Access

Wie ticken Jugendliche 2016?

Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland

Wie leben und erleben Jugendliche ihren Alltag? Wie nehmen sie die historischen und heutigen Verhältnisse in Deutschland und in der Welt wahr? Was stiftet für sie Sinn? Welche Lebensentwürfe verfolgen sie? Welche Rolle spielen Mobilität …


Die Kernaussagen der Studie:

  • Starker Wunsch nach Orientierung und Sicherheit
  • Zunehmende Akzeptanz von Vielfalt in der postmigrantischen Gesellschaft bei teilweise manifesten Vorbehalten gegenüber anderen Nationen
  • Werte sind wichtiger als Religionen
  • Zweifel, ob man selbst etwas bewirken kann, z.B. hinsichtlich Nachhaltigkeit
  • Mobilitätsangebote werden pragmatisch genutzt
  • Digitale Sättigung im eigenen Alltag

Gute Digitalausstattung quer durch alle Schichten

Angesichts der enormen Bedeutung, die digitale Geräte für Jugendliche heute haben, ist insbesondere der Aspekt der digitalen Sättigung neu. "Jugendliche bekunden auf die Frage nach weiteren Wünschen für digitale Geräte eine hohe Zufriedenheit und können kaum Dinge nennen, die sie noch bräuchten [...]. Dies gilt mitnichten nur für wohlhabendere Haushalte, sondern für Jugendliche aller sozialen Schichten", betonen Marc Calmbach et al. in dem Studienkapitel "Digitale Medien und digitales Lernen" auf Seite 173.

Besonders relevant sind für die Heranwachsenden dabei internetfähige Geräte, da diese Generation quasi online lebt. An erster Stelle steht natürlich das Smartphone. Als "Alles-in-Einem"-Gerät ist es ständiger Begleiter, zu dem die Jugendlichen laut der Studie eine enge Beziehung mit emotionalen Qualitäten aufbauen (Seite 176). Fernsehen ist für die Jugendlichen hingegen ein selbstverständliches Nebenbei-Medium.

Immer dabei sein kontra einfach mal ausschalten

Weil die zentrale Funktion der digitalen Medien für die 14- bis 17-Jährigen die Pflege und Aufrechterhaltung von Freundschaften ist, treibt sie auch die Angst um, etwas zu verpassen, wenn sie ihre Geräte einmal ausschalten. "Wer online nicht dabei ist, ist auch sonst draußen", stellen die Forscher auf Seite 181 fest. Nichtsdestotrotz gaben die Befragten erstmals an, dass Handys und ständige Erreichbarkeit nerven können. Der Studie zufolge gilt es insbesondere in bildungshöheren Lebenswelten mittlerweile als Kompetenz und Distinktionsmerkmal, Geräte auch mal ausschalten zu können.

Keine Zweifel, dass Medienkompetenz nötig ist

Da Jugendliche von der fortschreitenden Digitalisierung überzeugt sind, steht für sie außer Frage, dass man mindestens über ein Basiswissen im Umgang mit digitalen Medien verfügen muss – vor allem auch mit Blick auf den Beruf. Dennoch assoziieren nur wenige Jugendliche mit Online-Aktivitäten ihren künftigen Berufsalltag, so die Studienautoren (Seite 211). Aus der Untersuchung ziehen sie den Schluss, dass auch bei gleicher Verfügbarkeit von digitalen Medien erhebliche Kompetenzunterschiede in den Lebenswelten vorherrschen. Dies hänge unter anderem damit zusammen, dass den digitalen Medien sehr unterschiedliche Bedeutungen und Funktionen zugeschrieben werden – von der reinen Entertainmentzentrale zur Erholung bis hin zur Infrastruktur für Informationsbeschaffung und Berufsplanung (Seite 219).

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel Open Access

Digitale Medien und digitales Lernen

Quelle:
Wie ticken Jugendliche 2016?

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