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Über dieses Buch

I. - Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 II. - Das Ende des Heiden . . . . . . . . . . . . . . . . •. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . •. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 I. DER STAAT ALS MYTHOS DES MACHBAREN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 2. DIE GRENZEN DES POLITISCHEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 3. DIE EROSION DES WISSENS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52 4. SUBJEKT UND LEBENSWELT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 5. INKLUSION DURCH EXKLUSION - . . . . . . . . . . . , . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . STRUKTURELLE KOPPLUNG VON SINNSYSTEMEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75 6. DER TRAUM YOM KONSENS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86 III. - Demokratie als postheroische Ordnung . . . •. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . •. . . . . . . . . . . . •. . . . . . •. . •. . . . •. . . . 96 I. DISSENSMANAGEMENT ALS FUNKTION DES POLITISCHEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97 2. SELBSTLEGITIMATION DES POLITISCHEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114 3. PLURALISMUS ZWEITER ORDNUNG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128 4. DEZISIONISMUS ALS FORM DER POLITIK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134 IV. - Politische Gesellschaft oder repolitisierte Politik? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151 I. DIE GESELLSCHAFT AUF DER COUCH? VERHANDLUNG UND SUPERVISION. 152 2. DIE ENTPOLITISIERTE POLITIK: THIRD WAY UND NEUE MITTE . . . . . . . . . . . . . . . . . 162 3. DIE POLITISIERTE GESELLSCHAFT: ZIVILGESELLSCHAFT UNO SUBPOLITIK. 171 4. DAs »TERTIUM NON DATUR« DES POLITISCHEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 188 5. ENDE DES POLITISCHEN ODER POLITISCHE GESELLSCHAFT? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 199 6. REPOLITISIERUNG DURCH AUSDIFFERENZIERUNG DER DEMOKRATIE . . . . . . . . . 207 V. - Postheroische Politik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 218 1. KONTINGENZANERKENNTNIS: VERTRAUEN IN DAS UNVERF'OGBARE . . . . . . . . . 219 2. EXKURS: FATALISMUS ODER SKEPTISCHE THEORIE DER FREIHEIT. . . . . . . . . . . . . 232 3. MORALISCHE POLITIK DDER AUTOPOIETISCHE ETHIK? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 238 4. DAS ENDE POLITI SCHER METAPHYSIK? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 252 5. SCHLUBBETRACHTUNG: KONTINGENZ UND DISSENS- PERSPEKTIVEN EINER SELBSTBEGRENZTEN POLITIK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 275 VI. - Nachwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 296 VII. - Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 299 5 "Kontingenz bedarf der Freundschaft als einer Alternative zur Irrenanstalt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Vorwort

Zusammenfassung
Seit dem September 2001 prägen heroische Worte und medial inszenierte Schlachtengemälde die Wahrnehmung machtvoller Politik. Augenscheinlich straft eine Hobbessche Wirklichkeit postmoderne Abgesänge auf den Primat der politischen Macht Lügen — das Plurale, die Differenz, der Dissens geraten in die Defensive. Dass sich eine unilaterale, heteronome und differenzfeindliche, kurz, heroische Politik auf Dauer jedoch nicht durchsetzen kann, dafür spricht historische Erfahrung ebenso wie die neuere Theorie des politischen Systems. Die Kernthese dieser Untersuchung bleibt bestehen: Nicht der berüchtigte Ausnahmezustand bestimmt den Prozess des Politischen, sondern ein illusionsloser, vielleicht nur evolutorisch zu verstehender Inkre-mentalismus ohne Sieg und ohne Helden.
Matthias Wefer

I. Einleitung

Zusammenfassung
Kontingenz ist der unvermeidbare Schatten des Politischen. Als das Nichtnotwendige und unbestimmt Mögliche ist sie eine stete Quelle menschlicher Furcht und erzeugt daher den Ruf nach politischen Heroen, die das unbestimmte Chaos weltlichen Seins in Ordnung bringen sollen. In der Tradition des anthropologischen Pessimismus wird heroische Politik dabei gemeinhin noch mit den Totalisierungen eines auf Gewalt, Macht und autoritäre Herrschaft reduzierten Politikbegriffs assoziiert. Doch auch die philosophische Vernunftmoderne hat sich stets als Antipode sozialer Kontingenz verstanden. Für sie verkörperte Kontingenz die gefährliche Irrationalität eines heidnischen Obskurantismus. Hegel wollte deshalb das Zufällige und Unbestimmte aus der Gesellschaft systematisch eliminiert wissen und entwarf an ihrer Statt den vernunftgeleiteten und gewaltbewehrten Staat, der die Gesellschaft im Zweifelsfall »zur Räson« bringen sollte.1
Matthias Wefer

II. Das Ende des Helden

Zusammenfassung
Postmoderne Dekonstruktion und konstruktivistische Epistemologie haben mit einigem Aufsehen die heroische Wissenschaft verabschiedet, in der zunehmend dislozierten Wirtschaft zeigen sich Anzeichen eines postheroischen Verständnisses von Management und auch Kunst und Religion bleiben von dieser Entwicklung nicht verschont; ihre Götter und Ikonen sehen sich zunehmend kontingent gestellt.22 Es liegt daher nahe, daß mit der Auflösung der großen Universaldiskurse nun auch eine Relativierung, vielleicht sogar eine Entpolitisierung des Politischen zu erwarten ist. Das ist freilich nicht neu, denn die Phänomenologie des Politischen ist immer auch die Geschichte ihrer „Entzauberung“, die spätestens seit Max Weber systematisch betrieben wird.23 Gleichwohl hat die systemtheoretische Perspektive eine neue Qualität. Denn anders als die klassische Kritik des Politischen, die sich vornehmlich an den Struktur-, Legitimitäts- und Performanzproblemen zeitgenössischer Politik abarbeitet, hegt die Theorie des politischen Systems den Verdacht, daß es nicht so sehr das Scheitern politischen Handelns ist, das dem politischen System seine evidenten Legitimations- und Integrationsprobleme einträgt, sondern die Kontrafaktizität seines Selbstverständnisses.24
Matthias Wefer

III. Demokratie als postheroische Ordnung

Zusammenfassung
Die Idee politischer Generalzuständigkeit, in der Politik die Position des heroischen Problemlösers der Gesellschaft einnimmt, erweist sich als Mythos des Machbarkeitsvoluntarismus’ Alteuropas. Das politische System kann sich nicht auf die Einheitssemantiken rationalen Wissens, einer apriorischen Lebenswelt oder intersubjektiven Konsenses stützen, sondern bekommt in der Beobachtung seiner Umwelt stets nur sich selbst zu Gesicht. Wir werden im Folgenden versuchen, die klassischen Ordnungsvorstellungen und Selbstbeschreibungen der Moderne durch systemtheoretische Konstruktionen zu ersetzen, die einen ungewohnten, gleichwohl weniger voraussetzungsreichen Blick auf die Funktion des Politischen ermöglichen.
Matthias Wefer

IV. Politische Gesellschaft oder repolitisierte Politik?

Zusammenfassung
Die systemtheoretische Dekonstruktion des heroischen Paradigmas politischer Gesellschaftssteuerung stößt in der klassischen Gesellschaftstheorie bislang weitgehend auf Ablehnung, hinterfragt sie doch ein über Jahrhunderte gewachsenes Verständnis von Politik als regulatives Gegenüber der Gesellschaft. Insbesondere die in ihrer Mehrheit handlungstheoretisch orientierte Politikwissenschaft fühlt sich durch das Luhmannsche Steuerungsverdikt provoziert und rezipiert die neuere Systemtheorie entsprechend ablehnend. Jenseits dieser Verweigerung gibt es allerdings auch Bemühungen, den kapriziösen systemtheoretischen Ansatz wieder in den im Kuhnschen Sinne „normalen“ sozialwissenschaftlichen Diskurs zu integrieren oder zumindest einige seiner unabweislichen Erkenntnisse in einen handlungstheoretisch anschluß-fähigen Kontext zu übernehmen.464 Andere Ansätze versuchen wiederum, den steuerungstheoretischen Problemen des Politischen durch ihre Externalisierung in meta- oder subpolitische Räume zu entkommen. In den folgenden Kapiteln widmen wir uns daher der Auseinandersetzung mit diesen Ansätzen, die die intrinsische Dissensualität des Politischen in konsensorientierten Verhandlungssystemen, in zivilgesellschaftlichen Subpolitiken oder dem Dritten Weg einer „neuen Mitte“ aufzuheben suchen.
Matthias Wefer

V. Postheroische Politik

Zusammenfassung
Wenn die heroischen Versprechungen einer politischen Kontrolle der Gesellschaft obsolet geworden sind, dann stellt sich die drängende Frage, wie psychische Beobachter mit diesem Sicherheitsverlust umgehen sollen. Muß das autopoietische Verdikt der operativen Geschlossenheit der Funktionssysteme nicht als politische Aporie der Beliebigkeit, als Apologie des Schicksals verstanden werden? Drohen nicht Anomie und Desintegration und in der Folge eine nachhaltige Delegitimierung des Politischen, oder stehen wir womöglich »nur« vor einem Beobachtungsproblem?
Matthias Wefer

VI. Nachwort

Zusammenfassung
„Vor der Abstraktion ist alles eins — aber eins, wie das Chaos — Nach der Abstraktion ist wieder alles vereinigt — aber diese Vereinigung ist eine freie Verbündung selbständiger, selbstbestimmter Wesen — Aus einem Haufen ist eine Gesellschaft geworden — das Chaos ist in eine mannigfache Welt verwandelt.“ 937 Novalis’ hehre Worte kennzeichnen wohl die schönsten Erkenntnishoffnungen eines jeden gesellschaftstheoretischen Denkens. Statt aber eine sauber geordnete Welt zu bieten, formulieren postmoderne Theorien wissenschaftliche Sprachspiele, die Normalitätsvorstellungen auflösen und an ihrer Statt Versuchswahrheiten modellieren.938 Das notorisch Unfertige an solchen Überlegungen muß angesichts drängender politischer Probleme insbesondere für den praxeologischen und normativen Selbstanspruch der Politikwissenschaft provozierend wirken. Als „Wirklichkeitswissenschaft“ will sie sich zum Beispiel nicht mit den funktionalen Analysen der neueren Systemtheorie begnügen, sondern möglichst praxisnahe Beiträge zur Lösung »echter« gesellschaftlicher Probleme generieren. Aber reichen die ihr gängigen Beschrei-bungs- und Erkenntnismethoden für eine adäquate Erfassung und Darstellung dieser Realität noch aus?939
Matthias Wefer

VII. Literatur

Ohne Zusammenfassung
Matthias Wefer

Backmatter

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