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Über dieses Buch

Im Kontext der (digitalen) Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft wird die Technologieakzeptanz der Bevölkerung zunehmend durch einen wahrgenommenen Kontrollverlust durch neue Technologien beeinflusst. Kontrollverlust wird in dem vorliegenden Band als multikausaler, multimodaler und zyklischer Prozess des Übergangs von Kontrolle definiert und in einem mehrdimensionalen heuristischen Modell konzeptionell zusammengeführt. Die Ergebnisse einer ersten quantitativ-empirischen Analyse für Baden-Württemberg auf Basis dieses Modells bestätigen, dass Kontrollverlust ein zentraler Einflussfaktor auf die Technologieakzeptanz ist, aber von verschiedenen soziodemographischen Gruppen unterschiedlich wahrgenommen wird.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Neue Technologien, technische Systeme und technologische Entwicklung sind seit den teils emotional geführten Debatten der 1970er und 1980er Jahre als Themen des öffentlichen Diskurses in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft weitestgehend randständig und von anderen Themen verdrängt worden. Auch eine dezidierte Technologiepolitik findet sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene kaum noch ihren Weg in breite Teile der Öffentlichkeit und wird in der Wahrnehmung häufig von anderen Politikfeldern überlagert. Dies wird nicht selten auch auf ein mangelndes Interesse an Technologien und technologischer Entwicklung als gesamtgesellschaftlicher Herausforderung und Projektionsfläche zurückgeführt, das nicht nur für die Gesellschaft insgesamt, sondern auch für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft im Besonderen festgestellt wird.
Michael Ortiz

Kapitel 2. Technologieakzeptanz in Deutschland und Baden-Württemberg: Stand der Debatte

Zusammenfassung
Immer wieder wird für Deutschland und auch für Baden-Württemberg eine vermeintliche Technologiefeindlichkeit von Teilen der Gesellschaft in die Debatten um Standortwettbewerb und technologische Innovationskraft des Landes eingebracht. Aktuell wird dieser Befund nicht zuletzt an den dramatischen Veränderungen im Kontext der digitalen Transformation von Wirtschaft, Gesellschaft und ganzen Technologiefeldern festgemacht. Dabei ist diese Debatte keinesfalls eine neue und ist in Phasen wiederholt Gegenstand des wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Diskurses geworden. Im Folgenden soll dieser Diskurs daher zunächst historisch rekonstruiert werden, um anschließend den aktuellen Stand der Forschung und aktuelle Debattenbeiträge für Deutschland insgesamt und für das Land Baden-Württemberg im Besonderen fundiert verorten zu können. Dabei sollen auch relevante Konzepte und Modelle der Technologieakzeptanz diskutiert und erste Bezüge zu einem wahrgenommenen Kontrollverlust als Einflussfaktor herausgearbeitet werden.
Michael Ortiz

Kapitel 3. Kontrollverlust und Technologieakzeptanz

Zusammenfassung
Eine etymologische Annäherung an den Begriff „Kontrollverlust“ beginnt mit den Teilbegriffen „Kontrolle“ und „Verlust“. „Kontrolle“ impliziert hierbei mehrere mögliche Bedeutungen: Zum einen überblicken, überwachen, prüfen, zum anderen steuern, regeln, bestimmen, aber auch beherrschen bzw. Gewalt über etwas haben. Kontroll„verlust“ impliziert in diesem Zusammenhang das Abhandenkommen dieser Kontrolle, also die (ggf. graduelle oder auch abrupte, radikale) Veränderung eines Zustandes der Kontrolle hin zu einem Zustand der eingeschränkten bzw. nicht mehr vorhandenen oder möglichen Kontrolle durch die einzelne Person oder Entität (Organisation, System). Dabei ist hervorzuheben, dass Kontrolle nicht „verloren“ geht. Der Vorgang des Kontrollverlusts ist somit als der Übergang von Kontrolle zwischen zwei distinkten Entitäten zu verstehen.
Michael Ortiz

Kapitel 4. Empirischer Rahmen: Die #techourfuture-Projektinitiative

Zusammenfassung
Aufbauend auf diesen konzeptionellen Überlegungen, ist es das Ziel der vorliegenden Studie, auf Basis des vorgestellten heuristischen Modells erste empirische Erkenntnisse zur Rolle von Kontrollverlust als Einflussfaktor auf die Technologieakzeptanz bei der Einführung neuer Technologien und technischer Systeme zu generieren. Grundlage für diese empirische Untersuchung ist die vom Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg geförderte #techourfuture-Projektinitiative des Ferdinand-Steinbeis-Instituts, das sich zum Ziel gesetzt hat, in innovativen Veranstaltungsformaten breiten Teilen der Bevölkerung des Landes neue Technologien und technische Systeme näher zu bringen und darüber zu einem Technologie*Begreifen beizutragen. Über die vorliegende, projektbegleitende quantitativ-empirische Studie sollen weitere Anhaltspunkte für die konkrete Ausgestaltung solcher Formate, aber auch erste Hinweise auf die Ausprägung der verschiedenen Dimensionen von Kontrollverlust sowie auf relevante Einflussfaktoren im Zusammenhang mit der Einführung neuer Technologien gewonnen werden.
Michael Ortiz

Kapitel 5. Auswertung der Ergebnisse

Zusammenfassung
In einem ersten Schritt soll die soziodemographische Zusammensetzung der untersuchten Stichprobe beschrieben werden. Dabei ist zu beachten, dass die erhobenen soziodemographischen Merkmale teils auf einer direkten Abfrage – zum Beispiel nach dem Geschlecht –, und teils auf einer nachträglich aus der Frage neucodierten Variable, wie dem Alter, basieren.
Michael Ortiz

Kapitel 6. Fazit, Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Zusammenfassung
Die vorstehende Analyse zeigt die Relevanz einer differenzierteren Betrachtung von wahrgenommenem Kontrollverlust als Einflussfaktor auf die Akzeptanz neuer Technologien und technischer Systeme auf. Bisherige konzeptionelle und empirische Studien zur Technologieakzeptanz in der Bevölkerung beziehen sich meist nur unspezifisch auf Kontrollverlust als einen möglichen Erklärungsfaktor der Einstellung zu neuen Technologien im Land. Dabei konnte in der vorliegenden Studie herausgearbeitet werden, dass sich die in Deutschland und Baden-Württemberg seit Jahrzehnten konstant vorherrschende, positive aber ambivalente und nach Technologiearten differenzierte Haltung der Bevölkerung zu Technologien durch die sich intensivierende digitale Transformation und Vernetzung von Wirtschaft und Gesellschaft durchaus in Richtung einer zunehmenden Skepsis entwickeln könnte. Dabei ist die Sorge vor einem zunehmenden Kontrollverlust in Verbindung mit diesen digital vernetzten, immer stärker konvergierenden und autonom gesteuerten Technologien als eine wesentliche Ursache herauszustellen.
Michael Ortiz

Backmatter

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