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Über dieses Buch

Anschaulich und umfassend wird eine momentan vieldiskutierte Frage behandelt: Wachsen ärmere Länder und Regionen schneller als reiche, so daß sich die Lücke in den Einkommen über die Zeit schließt? Im Rahmen verschiedener wachstumstheoretischer und empirischer Ansätze werden hierzu Konzepte entwickelt. Als mögliche Quellen der Konvergenz beleuchtet der Autor insbesondere die Rolle der Kapitalakkumulation, die Diffusion technologischen Wissens, Veränderungen der Wirtschaftsstruktur sowie interregionale Transfers. Ausführlich kommentierte Graphiken und Zusammenfassungen jedes Kapitels tragen zur Lesefreundlichkeit dieses Buchs bei.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Eine Konvergenz der Produktivitätsniveaus ergibt sich, wenn ärmere Länder und Regionen schneller wachsen als reichere. Diese Arbeit beschäftigt sich in theoretischer und empirischer Hinsicht mit der Frage, wie und weshalb es zur Konvergenz kommen kann. In der Wirtschaftswissenschaft und in der politischen Diskussion wird diese Frage häufig als ein wichtiges Problem aufgeworfen. Die Wirtschaftswissenschaft behandelt die Konvergenz im Rahmen der Theorie und Empirie des wirtschaftlichen Wachstums. Die Determinanten des Wachstums bestimmen die relative Entwicklung einer Ökonomie und entscheiden damit, ob die ärmeren Länder und Regionen zu den reicheren aufschließen können oder nicht. Dabei ist es interessant zu erforschen, inwiefern solche Konvergenzkräfte dem Entwicklungsprozeß inhärent sind und inwiefern Bedingungen, wie z.B. die wirtschafts-, sozial-, bildungs- und finanzpolitischen Strukturen der Ökonomien eine Konvergenz beeinflussen.
Hansjörg Schmidt

2. Neoklassische Konvergenztheorie

Zusammenfassung
Das vorliegende Kapitel zeigt die Herleitung einer Konvergenzaussage innerhalb der neoklassischen Wachstumstheorie. In diesem Modellrahmen kann formal die Hypothese von sich angleichenden Produktivitätsniveaus abgeleitet werden. Dabei stützt sich das Modell auf eine sich verlangsamende Dynamik der Ökonomien auf ihrem Weg zu einem (sehr) langfristigen Gleichgewicht. In Abschnitt 2.1 wird zunächst das einfachste Konvergenzmodell, wie es sich aus dem neoklassischen Wachstumsmodell mit fixer Sparquote (Solow-Modell) ergibt, vorgestellt. Die grundlegenden Hypothesen der sogenannten „absoluten Konvergenz“ bzw. der „bedingten Konvergenz“ können damit aufgestellt werden. In Abschnitt 2.2 kommen die Modifikationen des Modells, wie sie sich aus einer zinsabhängigen Sparentscheidung ergeben (Ramsey-Cass-Koopmans-Modell), zur Sprache. Im zentralen Abschnitt 2.3 wird ein Ausdruck für die Geschwindigkeit, mit der die Ökonomien konvergieren, abgeleitet und die sogenannte Konvergenzgleichung aufgestellt, welche einen (negativen) Zusammenhang zwischen anfänglichem Einkommen und nachfolgendem Wachstum herstellt. Diese Gleichung stellt eine testbare Hypothese dar, deren empirische Evidenz in späteren Kapiteln erörtert wird. In diesem Zusammenhang wird auch die Dauer des Anpassungsprozesses eine Rolle spielen. Abschnitt 2.4 diskutiert einige Erweiterungen des Modells: Zunächst werden verschiedene Arten des Produktionsfaktors Kapital differenziert, dann Faktormobilität in das Modell eingeführt und schließlich das Modell so modifiziert, daß langfristig endogenes Wachstum möglich ist. Auch hier wird wieder der jeweilige Wachstums- und Konvergenzprozeß erörtert. Abschnitt 2.5 faßt das Kapitel zusammen.1
Hansjörg Schmidt

3. Interregionale Transfers und Konvergenz

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird ein Modell vorgestellt, das die Analyse des vorhergehenden Kapitels erweitert und anwendet. In den Rahmen eines neoklassischen EinSektor-Wachstumsmodells werden produktive staatliche Leistungen integriert. Neben den Faktoren Kapital und Arbeit gehen also auch staatliche Tätigkeiten in die Produktionsfunktion ein. Finanziert werden diese Leistungen durch eine Besteuerung des Outputs. Das Modell wird deswegen durch eine Budgetrestriktion des Staates ergänzt. Die wichtigste Erweiterung wird darin bestehen, daß zwei regionale Ökonomien betrachtet werden, die durch Transfers auf staatlicher Ebene miteinander verbunden sind. Diese Transfers kommen im Rahmen eines Finanzausgleichs zustande, d.h. die beiden Ökonomien teilen sich ihr gemeinsames Steueraufkommen. In diesem Kapitel werden also die Effekte eines Finanzausgleichs auf den Wachstums- und Konvergenzprozess von Regionen analysiert. Die Berechnung und der Vergleich der Wachstumsraten und Niveaus der regionalen Produktivitäten für den Fall isolierter Regionen einerseits und für den Fall eines interregionalen Finanzausgleichs andererseits sollen dazu dienen. Letztlich wird die Frage nach Nutzen oder Schaden eines Finanzausgleichs auf die Entwicklung der beteiligten Ökonomien beantwortet werden.
Hansjörg Schmidt

4. Technologie, Wirtschaftsstruktur und Konvergenz

Zusammenfassung
In den beiden vorangegangenen Kapiteln wurde die neoklassische Konvergenztheorie vorgestellt und angewandt. Konvergenz ist in diesen Modellen das Ergebnis einer sich verlangsamenden Kapitalakkumulation im Entwicklungsprozeß der Ökonomien. Das vorliegende Kapitel beschäftigt sich mit alternativen Konvergenzhypothesen. Zuerst wird die Rolle des technischen Fortschritts im Wachstums- und Konvergenzprozess näher beleuchtet. Dabei soll es zum einen darum gehen, wachstumstheoretische Ansätze zur Erklärung des technischen Fortschritts vorzustellen, womit das Spektrum der Erklärungen für unterschiedliche Wachstums- und Konvergenzerfahrungen erweitert wird. Zum anderen soll aufgezeigt werden, daß es durch Wissensdiffusion zu einer Konvergenz der Technologieniveaus kommen kann und daß diese zu einer Konvergenz der Produktivitätsniveaus beitragen kann.
Hansjörg Schmidt

5. Empirische Konvergenzkonzepte

Zusammenfassung
In der empirischen Literatur zum wirtschaftlichen Wachstum sind in den vergangenen Jahren besonders viele Beiträge zur Frage der Konvergenz erschienen. Dabei waren die Definitionen von Konvergenz aber alles andere als einheitlich, und entsprechend vielseitig waren die getesteten Hypothesen und die entsprechenden Ergebnisse. Nicht zuletzt war die Orientierung der Autoren an einem gewissen wissenschaftlichen Ansatz ausschlaggebend für die Wahl der ein oder anderen Definition von Konvergenz und die Interpretation der Resultate.
Hansjörg Schmidt

6. Regionale Konvergenz in der Bundesrepublik Deutschland

Zusammenfassung
Dieses Kapitel zeigt Ergebnisse einer empirischen Konvergenzuntersuchung westdeutscher Regionen für verschiedene Zeiträume. Bei den Regionen handelt es sich zum einen um die Landkreise und kreisfreien Städte und zum anderen um die Bundesländer. Die meisten der im vorangegangenen Kapitel entwickelten empirischen Konvergenzkonzepte werden hier angewandt.
Hansjörg Schmidt

7. Schlußfolgerungen

Zusammenfassung
Eine Analyse der Frage, ob und wie es zur Konvergenz der Produktivitätsniveaus von Ländern und Regionen kommt, war die Hauptaufgabe dieser Arbeit. Dazu kam das Problem der Definition und Messung der Konvergenz. In theoretischer Hinsicht bildete die neoklassische Wachstumstheorie die Grundlage der Untersuchung. Wie Kapitel 2 gezeigt hat, bedeutet Konvergenz in Modellen dieses Theoriezweigs streng genommen die Annäherung einer Ökonomie an ein langfristiges Gleichgewicht. Das Wachstum im Übergangsprozeß wird dabei getragen von der ständigen, aber sich verlangsamenden, Erhöhung der Kapitalintensität in der Volkswirtschaft. Diese Art des Übergangsprozesses impliziert eine Konvergenz mehrerer Ökonomien untereinander. Je nach den Voraussetzungen kann es dabei zu einer sogenannten tatsächlichen Konvergenz, d.h. einem tatsächlichen Angleichen der gemessenen Produktivitätsniveaus, oder zu einer sogenannten absoluten Konvergenz, d.h. einem Angleichen der relativen Niveaus, kommen. Liegen dem Wachstumsprozeß der Ökonomien unterschiedliche Bedingungen zugrunde, weil sie sich in Technologie- und Präferenzparametern unterscheiden, so ergibt sich eine sogenannte bedingte Konvergenz, weil die Niveaus nur (tatsächlich oder relativ) konvergieren, wenn diese Bedingungen konstant gehalten werden.
Hansjörg Schmidt

Backmatter

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