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Über dieses Buch

Unternehmenskooperationen und -netzwerke leben vom Engagement der beteiligten Partner und deren Bereitschaft, sich für die gemeinsamen Ziele einzusetzen. Das beinhaltet auch, dass sich Individuen und auch Organisationen als Ganze über die vertraglich vereinbarte Minimalanforderung hinaus – auch wenn sie nicht direkt dafür honoriert werden – kooperativ engagieren, um den Erfolg der Zusammenarbeit sicherzustellen.
Innerhalb einzelner Organisationen werden solche Verhaltensweisen vor allem in der Arbeits-/Organisationspsychologie als „Organizational Citizenship Behavior“ (OCB) bezeichnet und seit den 1980er Jahren intensiv erforscht. Diese Forschung beschränkt sich jedoch auf die organisationalen Grenzen und wird der zunehmenden Bedeutung von interorganisationaler Zusammenarbeit nicht gerecht. Ziel der Dissertation ist es, die Übertragbarkeit von OCB auf den (Projekt-)Netzwerkkontext unter Berücksichtigung spezifischer Strukturmerkmale von temporären Organisationen und Netzwerken zu überprüfen. Damit wird sowohl ein Beitrag zur OCB-Forschung geleistet, als auch eine neue, stärker verhaltensbezogene Perspektive der (Projekt-)Netzwerkforschung angeregt.
Das Buch wendet sich sowohl an Forscher, Dozenten und Studierende, die sich für verhaltenswissenschaftliche und zugleich organisationstheoretisch informierte Managementforschung interessieren als auch an Projekt- und Personalmanager sowie an alle Führungskräfte mit Personalverantwortung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Seit Mitte der 1980er Jahre bis in die Gegenwart erfahren Unternehmenskooperationen und im Besonderen Unternehmensnetzwerke in der Managementforschung großes Interesse (Jarillo, 1988; Miles und Snow, 1986; Powell, 1990; Sydow, 1992; 2010). Da interorganisationale Netzwerke eine eigene Form der Koordination ökonomischer Aktivitäten darstellen, die weder rein marktlichen noch rein hierarchischen Mechanismen unterliegen (Powell, 1990), ergeben sich zahlreiche Fragen zu den Merkmalen und zur Steuerbarkeit dieser Organisationsform. Obwohl seither vielzählige Beiträge, sowohl aus unterschiedlichen funktionalen Bereichen der Betriebswirtschaftslehre als auch aus anderen, oft angrenzenden, wissenschaftlichen Disziplinen hervorgebracht wurden, besteht weiterhin großer Bedarf an managementorientierter Netzwerkforschung (Sydow, 2010; Sydow und Windeler, 2000: 18).
Timo Braun

Kapitel 2. Theoretische Grundlagen

Zusammenfassung
Verankert in der Arbeits- und Organisationspsychologie hat das OCBKonzept längst auch den Sprung in die Managementforschung geschafft (z.B. Bolino et al., 2002; Bommer et al., 2007; Podsakoff et al., 2000). OCB wurde und wird bis in die Gegenwart permanent weiterentwickelt, verfeinert und in verschiedenen Kontexten untersucht. Bei einem Blick auf die Anzahl und Entwicklung der OCB-bezogenen Publikationen wird deutlich, dass der Strom an Veröffentlichungen über die Jahre keineswegs abreißt, sondern im Gegenteil, kontinuierlich und seit der Jahrtausendwende sogar erheblich zugenommen hat.
Timo Braun

Kapitel 3. Empirische Untersuchungen

Zusammenfassung
Die in der vorliegenden Arbeit entwickelte theoretische Konzeption von PCB und NCB gründet – wie in den vorangegangenen Kapiteln hergeleitet – auf drei interdisziplinären Perspektiven: (1) die sozialpsychologische Perspektive, welche die personalen Akteure in den Mittelpunkt der Analyse rückt und das Verhalten von Individuen aus personenbezogenen, aufgabenbezogenen und situativen Faktoren, die auf Personen einwirken, erklärt. Diese Betrachtungsweise entspricht derjenigen, die üblicherweise von OCB-Forschern eingenommen wird, (2) die Perspektive der Forschung zu temporären Organisationsformen, die sich mit dem Spannungsfeld von Temporärem und Permanentem auseinandersetzt und insbesondere Projekte, sowie deren Einbettung in projektübergreifende Strukturen wie Projektnetzwerke und Projektökologien, als Untersuchungsobjekt heranzieht, (3) die vor allem soziologisch motivierte Netzwerkperspektive, die spezifische Strukturmerkmale der Organisationsform des Netzwerks aufgreift.
Timo Braun

Kapitel 4. Implikationen für die Managementforschung

Zusammenfassung
Neben den Implikationen, die im Diskussionsteil jeder der drei Teilstudien aus den Befunden abgeleitet wurden, soll nun auf jene Implikationen eingegangen werden, die sich aus dem Gesamtbild, also über die drei Teilstudien hinweg, ergeben. Im Vergleich zu den teilstudienbezogenen Implikationen haben diese einen globaleren Charakter und sollen mögliche Entwicklungslinien – auch im Sinne einer Fortsetzung der vorliegenden Arbeit – für die zukünftige Forschung skizzieren.
Timo Braun

Kapitel 5. Implikationen für die Managementpraxis

Zusammenfassung
In der praxisorientierten Projektmanagementforschung werden Projekte bis heute als weitgehend isoliertes Gestaltungsobjekt dargestellt. Entsprechend sind auch die Denkstrukturen von Projektmanagern sehr stark auf das vordergründige Projekt fokussiert. Natürlich ist es funktional, dass die Aufmerksamkeit dem aktuellen Projekt zu Teil wird und dadurch die Projektziele konsequent mit den Mitteln und Tools, die von der praktischen Projektmanagementforschung bereitgestellt werden, verfolgt werden (vgl. Kapitel 2.2.1).
Timo Braun

Kapitel 6. Schlussbetrachtung

Zusammenfassung
Die kooperativen Verhaltensweisen von Individuen in interorganisationalen Projekten zu erkennen, zu beschreiben und zu erklären ist das zentrale Anliegen dieser Forschungsarbeit. Dazu wurde zunächst in einer theoretischen Annäherung an die Thematik auf Erkenntnisse der OCB-Forschung zurückgegriffen. Obwohl diese sich in den vergangenen Jahren zunehmend für neue Arbeits- und Organisationsformen öffnet, wurden die Interorganisationalität, Temporalität und Relationalität als Parameter von kooperativem Verhalten in der Vergangenheit unzureichend theoretisch konzeptualisiert.
Timo Braun

Backmatter

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