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Über dieses Buch

Wenn gesellschaftliche Eliten hinter verschlossenen Türen verhandeln, wird häufig ein Mangel an Transparenz kritisiert. Christina Viehmann stellt diese kontroverse und vielschichtige Debatte auf ein theoretisches Fundament, indem sie aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive öffentliche und medienvermittelte Kommunikationsprozesse in verhandlungsbasierten Entscheidungsprozessen von Funktionseliten modelliert. Das Resultat ist ein Modell, das vielfältige, vor allem indirekt und subtil wirkende Mechanismen von der Medienöffentlichkeit auf die gesellschaftlichen Entscheider aufzeigt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
In pluralistischen Massengesellschaften gilt es, zahlreiche Koordinationsprobleme und Konflikte zwischen divergenten Interessen zu lösen: Etwa wenn es um die Frage geht, wie öffentliche Mittel im Wohlfahrtsstaat (um-)verteilt werden, externe Kosten etwa aus der Umweltverschmutzung von den Mitgliedern der Gemeinschaft getragen werden oder wenn ein Unternehmen seinen größten Konkurrenten am Markt übernimmt und damit ein Monopol erschafft, das zu Lasten der Verbraucher gehen könnte. Diese Koordinationsprobleme und sozialen Konflikte gehen oft mit weitreichenden Folgen für große Teile der Bevölkerung einher, sodass der Lösungsdruck hoch ist. Gleichzeitig sorgt die steigende Multidimensionalität der Koordinationsprobleme dafür, dass dezentrale Lösungsmechanismen wie Mehrheitsentscheidungen oder der Marktmechanismus den Problemen immer weniger gerecht werden können (Czada, 2014, S. 118; Keller, 1991, S. 22, 95; Spörer-Wagner & Marcinkowski, 2011, S. 436; Strömbäck & Esser, 2014, S. 3).
Christina Viehmann

Problemstellung und theoretischer Hintergrund

Frontmatter

Kapitel 2. Problemstellung: Medien und Entscheidungen von Funktionseliten

Zusammenfassung
Die Problemstellung, die im Rahmen der vorliegenden Arbeit in den Blick genommen wird, zeichnet sich wie viele andere Themen in der Kommunikationswissenschaft durch ihren interdisziplinären Charakter aus. Entsprechend ergeben sich verschiedene Ausgangspunkte, um sich der Thematik zu nähern.
Christina Viehmann

Kapitel 3. Hintergrund: Verhandlungen in der Mediengesellschaft

Zusammenfassung
Die breite Sichtung des Forschungsstandes zum Zusammenspiel von Medien und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern hat gezeigt, dass es eine Vielzahl an potenziellen Ansatzpunkten gibt, man jedoch einen sparsamen und konsistenten Zugang vergeblich sucht (vgl. Kapitel 2). In der Kommunikationswissenschaft bzw. der politischen Kommunikationsforschung wird dabei traditionell die Frage nach dem Machtverhältnis (wer determiniert wen?; vgl. Kapitel 2.2) gestellt (Brants et al., 2010; Davis, 2009; Raupp, 2009; Strömbäck, 2011a).
Christina Viehmann

Modellbildung

Frontmatter

Kapitel 4. Abhängige Konstrukte: Konzeption des Entscheidungshandelns in der Medienarena

Zusammenfassung
Gesellschaftliche Entscheidungsträger haben die verantwortungsvolle Aufgabe, geeignete Lösungen für Koordinationsprobleme und soziale Konflikte von breiter gesellschaftlicher Relevanz zu erarbeiten. Dabei haben ihre Entscheidungen Folgen für weitaus mehr Menschen als nur sie selbst (M. Hartmann, 2004, S. 62; Keller, 1991, S. 4; vgl. Definition gesellschaftliche Funktionseliten Kapitel 2.1). Es hat sich aber gezeigt, dass allein das, also eine „gute Entscheidung“ zu treffen, nicht ausreicht. Vielmehr muss diese Performanz auch öffentlich zur Kenntnis genommen werden (Keller, 1991, S. 97; Landerer, 2015, S. 50).
Christina Viehmann

Kapitel 5. Unabhängige Konstrukte: Die kognitive und emotionale Auseinandersetzung mit der Medienöffentlichkeit

Zusammenfassung
In diesem Abschnitt geht es um die Frage, wie medienbezogene Kalküle in die strategisch- taktischen Überlegungen der gesellschaftlichen Funktionseliten einfließen. Diese bilden, wie zuvor dargelegt (vgl. Kapitel 4.4), die Grundlage für die Aktivitäten in der Verhandlungsarena und in der medienvermittelten öffentlichen Arena (z. B. die öffentliche Kommunikation über die eigenen Verhandlungsaktivitäten und Erfolge). Damit wird der zweite Komplex an konzeptionsleitenden Fragestellungen dieser Arbeit adressiert, der auf die Mechanismen abzielt, die medialer und öffentlicher Aufmerksamkeit den Weg in den Entscheidungsprozess von Funktionseliten bahnen (vgl. Kapitel 2.5.2). Die unabhängigen Konstrukte im vorliegenden Modell sollen also konzeptioniert werden.
Christina Viehmann

Kapitel 6. Rahmenbedingungen und Umweltfaktoren

Zusammenfassung
Mit dem Ziel, ein Konzept vorzuschlagen, das die Medialisierung der Entscheidungsfindung von gesellschaftlichen Funktionseliten erfasst, wurden in den vorangegangenen Kapiteln die Konstrukte des Kernprozesses aufgearbeitet: Die psychologische Verarbeitung von medienvermittelten öffentlichen Kommunikationsinhalten als unabhängiges Konstrukt beeinflusst das Handeln der gesellschaftlichen Eliten am Verhandlungstisch und ihre öffentlichen Kommunikationsaktivitäten (zwei Blöcke abhängiger Konstrukte) – jeweils vermittelt über die zentrale Stellschraube der strategisch-taktischen Überlegungen der Verhandlungsakteure. Allerdings könnte man einwerfen, dass sich diese Beziehung völlig anders gestaltet, denkt man etwa an nationale Verhandlungen über Regierungskoalitionen im Vergleich zu internationalen Verhandlungen über Handelsabkommen oder Geschäftsverhandlungen über die Fusion zweier Unternehmen. So legen auch die vorhandenen Einsichten zur Medialisierung nahe, dass dieser Prozess keineswegs linear und überall in gleicher Weise von statten geht (Hepp et al., 2015, S. 320; Strömbäck, 2011a, S. 426; Strömbäck & Esser, 2014, S. 7).
Christina Viehmann

Kapitel 7. Zusammenfassung, Reflexion und Ausblick

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit nahm ihren Ausgangspunkt in der Tatsache, dass es zur Wahrung der sozialen Ordnung in einer Gesellschaft notwendig ist, einer Vielzahl an Koordinationsproblemen Herr zu werden. Diese sozialen Konflikte umspannen immer häufiger zahlreiche, miteinander verwobene Dimensionen, die sich durch Entscheidungsmechanismen wie Abstimmungen und Wahlen oder hierarchiegestützte Steuerung nur bedingt beilegen lassen. Aufgrund dieser zunehmenden Komplexität und Unübersichtlichkeit der gesellschaftlichen Streitfragen erfolgt deren Lösung immer öfter, indem auf Verhandlungen zwischen gesellschaftlichen Funktionseliten als wesentlichen Entscheidungsmechanismus zurückgegriffen wird: Entscheidungsträger in gesellschaftlichen Führungspositionen versuchen, oftmals abseits der Öffentlichkeit, am Verhandlungstisch das Koordinationsproblem bzw.
Christina Viehmann

Backmatter

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