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Über dieses Buch

Die Frage nach der Wirksamkeit und der Wirtschaftlichkeit des Lernens und Lehrens mit digitalen Medien ist bisher nicht systematisch geklärt. Juliana Schlicht legt eine wegweisende Arbeit für die Analyse und monetäre Bewertung „intangibler“ Phänomene wie Einstellungen, berufliches Handlungs­wissen oder Motivation vor. Sie zeigt am Beispiel einer Studie im öffentlichen Sektor, wie diese Phänomene in Kosten-Nutzen-Analysen von Weiterbildung theoriegeleitet untersucht und monetarisiert werden können. Damit schließt sie eine Forschungslücke in der Wirtschaftspädagogik, der Bildungsökonomie und den Wirtschaftswissenschaften und stellt ein erprobtes Instrumentarium für die Praxis bereit, das über den Weiterbildungssektor hinaus nutzbar ist.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einführung

In der öffentlichen Verwaltung werden zunehmend berufliche Weiterbildungskonzepte angeboten und nachgefragt, die ein arbeitsplatznahes Lernen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglichen und eine stärkere Selbstorganisation der Lernenden fördern, u. a. durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (Ihringer, 2003; Projektgruppe Bildungscontrolling, 2008). Ein praktisches Beispiel dafür ist das Konzept „Fernausbildung“ in der Bundeswehr (vgl. Schulz, 2006), das konzipiert wurde, um u. a. eigenverantwortliches Lernen der Soldaten und Mitarbeiter zu unterstützen und um das traditionelle Weiterbildungsangebot in dieser Organisation zu ergänzen und zeitlich zu verkürzen (Bundesministerium der Verteidigung [BMVg], 2003, S. 6).

Juliana Schlicht

2. Aktueller Forschungsstand zu weiterbildungsbezogenen Kosten-Nutzen-Analysen

Die wissenschaftliche Diskussion um weiterbildungsbezogene Kosten-Nutzen-Analysen wurde im Zeitverlauf durch zahlreiche Beiträge verschiedener Forschungsrichtungen (insbesondere der Ökonomie und Pädagogik) und dazugehöriger Wissenschaftsdisziplinen beeinflusst. Die theoretischen Wurzeln derartiger Analysen reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als in der wohlfahrtsökonomischen Forschung erste methodische Ansätze für kosten-nutzenanalytische Untersuchungen entwickelt wurden (Dyckhoff & Ahn, 2002, S. 1099). Die wohlfahrtsökonomische Methodik wurde in den 1960er Jahren mit dem Etablieren der Bildungsökonomie erstmalig auch auf Weiterbildungsmaßnahmen angewandt (vgl. Bateman, 1967; Stromsdorfer, 1968). Das bildungsökonomische Forschungsinteresse bestand seinerzeit darin, zu prüfen, inwieweit definierte Wohlfahrtsziele durch staatlich finanzierte Weiterbildungsmaßnahmen wirksam erreicht werden (z. B. hinsichtlich der Entwicklung von Erwerbseinkommen).

Juliana Schlicht

3. Kosten und Nutzen von beruflicher Weiterbildung in der öffentlichen Verwaltung – eine Begriffsbestimmung

Der Nutzenbegriff repräsentiert im Allgemeinen – ähnlich wie „gut“ und „richtig“ – ein handlungsleitendes, gegenstandsbezogenes Prädikat und steht in einem engen etymologischen Zusammenhang mit „gebrauchen“ (uti) bzw. „brauchbar“ (utilis) (Höffe & Jüssen, 1984, S. 992). Er wurde vor allem durch die wirtschaftswissenschaftlichen Betrachtungen über den Wert bzw. Preis von Sachgütern geprägt (Schumann, 1984, S. 1008) und bezieht sich im heutigen ökonomischen Sprachgebrauch auf individuelle Wahrnehmungen, Bedürfnisse, Ziele und Präferenzen sowie klassifikatorische und komparative Wertungen (Black, 2008; Neumann, 1988).

Juliana Schlicht

4. Konzeption und Anwendung der Kosten-Nutzen-Analyse von beruflicher Weiterbildung in der öffentlichen Verwaltung

Der Überblick über die bisher realisierten empirischen Kosten-Nutzen-Analysen von beruflicher Weiterbildung zeigt, dass es (a) bisher kaum gelungen ist, ein pädagogisches Verständnis zur Evaluation (vgl. Stufflebeam, 2003; Wesseler, 2009) umzusetzen und (b) die monetären und nicht-monetären Wirkungen der Maßnahmen in Bezug auf drei Zielperspektiven – die individuelle, die institutionelle und die gesellschaftliche Perspektive – in ihrer Gesamtheit und in ihren wechselseitigen Beziehungen zu erfassen. Ein Grund dafür ist in den unterschiedlichen Prämissen zu suchen, auf denen das pädagogische Konzept der Evaluation und das traditionelle ökonomische Konzept zur monetären Bewertung des Analysegegenstandes basieren. Um einen integrativen Lösungsansatz entwickeln zu können, sind zunächst die Spezifika von pädagogischen Evaluationen sowie die Prämissen einer verwaltungsspezifischen monetären Bewertung von Weiterbildungsmaßnahmen zu betrachten.

Juliana Schlicht

5. Schlussbetrachtung und Ausblick

Nachdem am Beispiel der „Fernausbildung in der Bundeswehr“ gezeigt wurde, wie die drei pädagogischen Wirksamkeitskriterien – Lernerfolg, Akzeptanz des Lernangebots und Qualität der Lernumgebung – operationalisiert und mit der entwickelten Methodik monetär bewertet werden können, wird im Folgenden ein Resümee gezogen über die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit. Darüber hinaus werden Problemstellungen aufgezeigt, die (vor allem aus Platzgründen) nicht oder nur zum Teil bearbeitet werden konnten und/oder die eine weiterführende Forschung erfordern.

Juliana Schlicht

Backmatter

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