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08.05.2020 | Kredit | Nachricht | Onlineartikel

BAG erwartet Problemkredite in dreistelliger Millionenhöhe

Autor:
Jan F. Wagner
2 Min. Lesedauer

Die BAG, Abwicklungsbank des genossenschaftlichen Bankensektors, rechnet mit der Übernahme von wenigstens 105 Millionen Euro an problembehafteten Krediten im aktuellen Krisenjahr. Infolge der Pandemie-bedingte Rezession dürfte diese Zahl noch steigen.

Mit der genannten Summe würde die BAG Bankaktiengesellschaft im laufenden Geschäftsjahr mindestens 52 Prozent mehr an Problemkrediten von den genossenschaftlichen Banken übernehmen als im Vorjahr. Da die Schätzung für 2020 bereits im Dezember getroffen wurde, also etwa drei Monate vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, könnte das Volumen allerdings auch noch höher ausfallen. Denn aufgrund der Krise befindet sich Deutschland derzeit in einer Rezession. Dies erklärte die BAG auf einer aktuellen Webkonferenz vor Journalisten.

BAG fühlt sich "gut gerüstet"

"Bis die Auswirkungen der aktuellen Krise in den Kreditbüchern Spuren hinterlassen, werden noch vier bis sechs Monate vergehen", sagte BAG-Vorstandssprecher René Kunsleben. Er ergänzte: "Für den Anstieg bei Problemkrediten sind wir bestens gerüstet und können diese theoretisch mit einem Bearbeitungsvolumen bis in den Milliardenbereich übernehmen." Kunsleben schließt einen so gewaltigen Anstieg jedoch aus.

Die BAG wurde 1987 in Hamm gegründet und fungiert im genossenschaftlichen Bereich als Abwickler von problembehafteten Krediten, Immobilien und Beteiligungen. Das Institut kauft Forderungen der Volks- und Raiffeisenbanken auf und versucht, mit den Kreditnehmern eine Lösung für die Rückzahlung zu finden. Kommt es dabei zu einem kompletten Zahlungsausfall, nimmt die BAG die Vermögensgegenstände wieder in Besitz und lässt diese versteigern.

Wie die BAG weiter mitteilte, wird sie aus dem Jahresergebnis 2019 einen Beitrag in Höhe von 19,5 Millionen Euro an die Sicherungseinrichtung der Volks- und Raiffeisenbanken leisten. Seit 2010 hat das Geldhaus insgesamt rund 110 Millionen Euro an die Einrichtung überwiesen.

BAG stärkt Sicherheitspolster der Genossenschaftsbanken

Weil der Auftrag der BAG darin besteht, den Sicherheitspolster der Genossenschaftsbanken zu stärken, veröffentlicht sie keine Gewinn- und Verlustrechnung wie andere Finanzunternehmen. Am Ende des Geschäftsjahres steht gewöhnlich eine Null beim Ergebnis nach Steuern. Für 2020 erwartet das Institut aber zumindest ein sogenanntes "Jahresergebnis vor Abführung auf den Besserungsschein" von rund fünf Millionen Euro. Die Bilanzsumme der BAG beträgt 372 Millionen Euro und die Bank verfügt über 255 Millionen Euro an Eigenmitteln. Derzeit nehmen 356 Volksbanken ihre Dienstleistungen in Anspruch.

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