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01.08.2016 | Kredit | Im Fokus | Onlineartikel

Baufinanzierungen bleiben Wachstumstreiber des Kreditgeschäfts

Autor:
Barbara Bocks


Das Kreditgeschäft ist seit jeher eines der Kerngeschäftsfelder deutscher Banken. Wie sich der Markt entwickelt hat.

Keine guten Nachrichten für die Kreditinstitute: Das Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen lag im ersten Quartal 2016 zum dritten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert. Zu diesem Ergebnis kommt Sebastian Wanke von KfW Research im KfW-Kreditmarktausblick Juni 2016. Auch durch das Brexit-Votum dürfte zumindest ein Teil der bisher geplanten Investitionen von Unternehmen vorerst auf Eis gelegt werden und daher auch die Kreditnachfrage einen Dämpfer erhalten. Er gehe aber davon aus, dass durch das "Ja" zum Brexit nur kurzfristige Irritationen entstehen würden und die an sich sehr robuste Konjunktur in Deutschland nur eine Delle durchläuft, erklärt Wanke von KfW Research weiter.

Wachstum vor allem bei Baufinanzierungen

Ende Dezember 2015 lag das Kreditvolumen aller deutschen Kreditinstitute laut der Bundesbank-Bankenstatistik April 2016 bei insgesamt bei 2.439,9 Milliarden Euro. Mit 1.230,2 Milliarden Euro entfielen davon knapp die Hälfte auf Wohnungsbaukredite. Im Gegensatz zum Neugeschäft bei der Kreditvergabe an Unternehmen laufen private Baufinanzierungen weiterhin gut. „Die Kredite an Privatkunden stiegen 2015 dank einer hohen Nachfrage nach langfristigen Baufinanzierungen verglichen mit dem Vorjahr um 4,8 Prozent auf 264 Milliarden Euro“, heißt es beispielsweise seitens des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR).

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Kreditgeschäft im KWG

Ein Großkredit nach Art. 392 CRR liegt vor, wenn alle Kredite von einem Institut an einen Kunden oder eine Gruppe verbundener Kunden insgesamt 10% der anrechenbaren Eigenmittel des Institutes erreichen bzw. übersteigen.

„Im privaten Wohnungsmarkt sehe ich gegenwärtig noch keine Blase“, beruhigt Jan-Alexander Huber, Bankenexperte und Partner bei Bain & Company.
Die Baufinanzierung lohnt sich für die Institute, selbst wenn der Deutsche Sparkassenverband (DSGV) von keinen wesentlichen Veränderungen bei den Margen ausgeht, heißt es im Beitrag „Boom steht auf soliden Füßen“ (Bankmagazin-Ausgabe 7-8/2016, Seite 46). 

Wohnungsbaukredite bleiben beliebt

Bereits 2014 hatten Kreditinstitute an Baufinanzierungen viel Freude, analysiert Bankmagazin-Autor Stefan Terliesner in seinem Beitrag „Mehr Vorsicht ist geboten" (Bankmagazin-Ausgabe 5/2015, Seite 32). Vor allem die Sparkassen als größte Wohnungsbaufinanzierer profitierten von der Nachfrage, beschreibt Terliesner. Diese Entwicklung sei nicht verwunderlich: Bei Hypothekenzinsen von unter zwei Prozent realisieren immer mehr Menschen ihren Traum vom Eigenheim. Auch professionelle Anleger wüssten laut Terliesner deutsche Wohnimmobilien zu schätzen. 

Auch künftig werden „Wohnungsbaukredite rege nachgefragt werden“, erklärt Jörg Zeuner, KfW-Chefsvolkswirt, gegenüber Bankmagazin. Das gilt auch für das Geschäft mit gewerblichen Wohnungsbaudarlehen. In diesem Bereich erwartet Wanke von KfW Research ein weiter kräftiges Wachstum der Kreditbestände. Jan-Alexander Huber, Partner bei Bain, sieht die Entwicklung bei gewerblichen Wohnungsbaukrediten allerdings kritisch. „Abgesehen von den Top-Lagen ist die Vermietung schwierig und das Angebot zu groß. Vor dem Hintergrund würden Banken und institutionelle Investoren gerade sehr genau überlegen, welche Risiken sie mit welchem Zeithorizont einzugehen bereit sind, warnt Huber. 

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.05.2015 | Geschäftsfelder | Ausgabe 5/2015

Mehr Vorsicht ist geboten

01.07.2016 | Strategie | Ausgabe 7-8/2016

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