Kreditzahlen für Private und Unternehmen bleiben stabil
- 09.10.2024
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Die im Bankenfachverband zusammengeschlossenen Geldhäuser melden für Ende Juni 2024 einen Bestand an Privat- und Unternehmenskrediten von insgesamt 200 Milliarden Euro. Das ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023 ein Plus von 3,5 Prozent.
Barkredite sind bei Privathaushalten besonders beliebt.
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Das Gesamtvolumen der Neukredite in den ersten sechs Monaten des Jahres beläuft sich nach Angaben des Bankenfachverbands auf 66,5 Milliarden Euro und liegt damit fast auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (minus 0,4 Prozent). "Die Kreditbanken fördern die Konjunktur in einem weiterhin von hoher Unsicherheit geprägten wirtschaftlichen Umfeld", erläutert Jens Loa, Geschäftsführer des Bankenfachverbandes, die Zahlen der angeschlossenen Kreditinstitute zum ersten Halbjahr 2024.
Konsumfinanzierung mit deutlichem Plus
Dabei ging die Konsumenenkredite in den ersten sechs Monaten mit einem Plus von 8,1 Prozent auf 28,8 Milliarden Euro wieder deutlich nach oben. Rückläufig waren hingegen die privaten Kfz-Finanzierungen mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro leicht rückläufig. Das größte Plus erreichten die freiverwendbaren Barkredite mit 16,3 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro. Diese schließen die Kunden laut Bankenfachverband häufig im Internet ab.
Mehr Investitions- und weniger Kfz-Kredite
Aber auch frisches Kapital für Unternehmen zahlten die Institute häufiger aus als im Vorjahreszeitraum: Insgesamt stieg die Zahl der Neukredite um 5,9 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro aus. Davon entfällt mehr als die Hälfte des Volumens auf gewerbliche Kfz-Finanzierungen, die um 1,5 Prozent gewachsen sind. Insgesamt finanzierten die Kreditbanken 568.000 Kraftfahrzeuge per Kredit an private und gewerbliche Kunden. Das entspricht einem Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Allerdings fragten Private wie Unternehmen laut der bundesweiten Zulassungszahlen von Januar bis Juni 16,4 Prozent weniger Elektrofahrzeuge nach. "Die rückläufigen Absatzzahlen von Elektroautos spiegeln auch das Auslaufen des Umweltbonus Ende letzten Jahres wider", ordnet Loa diese Entwicklung ein.
E-Mobilität kann Nachfragedelle überwinden
Dennoch ist laut einer Befragung des Beratungshauses Zeb unter rund 1.000 Verbrauchern mehr als die Hälfte (54 Prozent) an nachhaltigen Finanzierungen vor allem im Bereich der E-Mobilität interessiert. Hierzu gehören auch Kredite. Insbesondere junge Menschen und Befragte mit einem hohen Einkommen sind dabei attraktive Zielgruppen, betont Maciej Meder, Executive Manager bei Zeb. "Von den 18- bis 50-Jährigen sind 63 Prozent offen für nachhaltige Finanzierungsangebote. Und bei den Verbrauchern mit einem monatlichen Netto-Haushaltseinkommen von 4.000 Euro und mehr beträgt der Anteil 64 Prozent."
28 Prozent der Befragten wollen sich in den kommenden Monaten zur Finanzierung oder dem Leasing von Elektrofahrzeugen beraten lassen. "Die erste Adresse für Verbraucher ist die eigene Hausbank. Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten, genau 54 Prozent, schenken zuerst ihrer Hausbank Vertrauen, was uns überrascht hat", erläutert Zeb-Partner Ulrich Hoyer. "Im Bereich E-Mobilität offenbart unsere Studie also ein bedeutendes Geschäftspotenzial für Banken."
Finanzierungsvolumen von 53 Milliarden bis 2030 möglich
Zeb schätzt das Finanzierungsvolumen, das die Banken allein durch die Verbraucherfinanzierung von Elektrofahrzeugen erzielen können, aufgrund der Umfrage und eigener Marktmodelle auf rund 53 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030. "Im Jahr 2022 lag dieser Wert bei lediglich 4,6 Milliarden Euro. Auf Basis dieses rasch ansteigenden Marktvolumens prognostizieren wir Erträge allein aus privaten E-Auto-Finanzierungen in Höhe von 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro - inklusive der Erträge aus Leasing", so Meder.