Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

01.06.2017 | Bankwirtschaft in Übersichten | Ausgabe 6/2017

Bankfachklasse 6/2017

Kreditarten

Zeitschrift:
Bankfachklasse > Ausgabe 6/2017
Autor:
Tobias Hohberger
Definition Kredit
▪ Unter dem Begriff „Kredit“ sind die befristete Überlassung von Geld und das Vertrauen in die Fähigkeit sowie die Bereitschaft zu verstehen, die Schulden zurückzuzahlen.
▪ § 488 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): Durch den Darlehensvertrag wird der Darlehensgeber verpflichtet, dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag in der vereinbarten Höhe zur Verfügung zu stellen. Der Darlehensnehmer ist verpflichtet, einen geschuldeten Zins zu zahlen und bei Fälligkeit das zur Verfügung gestellte Darlehen zurückzuzahlen.
Unterteilung der Kredite nach
▪ Laufzeit:
— kurzfristig mit weniger als einem Jahr Laufzeit
— mittelfristig mit ein bis vier Jahren Laufzeit
— langfristig mit mehr als vier Jahren Laufzeit
▪ Art der Besicherung:
— Blankokredit (Darlehen ohne Sicherheit)
— gesicherter Kredit
▪ zur Verfügung gestellten Mitteln:
— Geldleihe
— Kreditleihe
▪ Kreditgeber:
— Bankkredit
— Privatkredit (zum Beispiel über Peer-to-Peer-Plattformen wie Auxmoney)
— Lieferantenkredit
— öffentlicher Kredit (Staat)
▪ Art der Bereitstellung:
— Darlehen (Bereitstellung in einer Summe)
— Kontokorrent (Bereitstellung in Form einer Kreditlinie)
▪ Verwendungszweck, zum Beispiel:
— Anschaffungskredit
— Realkredit
Dispositions-, Kontokorrent- und Überziehungskredit
▪ Dem Kunden wird eine Kreditlinie auf sein vorhandenes Girokonto eingeräumt. Deren Höhe richtet sich nach dem monatlichen Gehaltseingang oder anderen Sicherheiten.
▪ Bei Privatkunden ist dabei von einem Dispositionskredit, kurz Dispo, bei Firmenkunden von einem Kontokorrentkredit die Rede.
▪ Die Inanspruchnahme ist flexibel möglich. Oft wird die Kreditlinie ohne spezielles Einwirken des Kunden automatisch vonseiten der Bank eingeräumt.
▪ Kreditverfügungen können etwa durch Auszahlungen und Überweisungen erfolgen, Rückführungen in Form von Einzahlungen oder Kontogutschriften.
▪ Die Bank berechnet dem Kunden für die Anzahl der Tage, abhängig vom Kreditbetrag, Sollzinsen. Sie werden bei der Abschlussbuchung mit den Kontoführungsgebühren automatisch abgebucht und separat im Kontoabschluss auf dem Kontoauszug ausgewiesen.
▪ Überzieht der Kunde über die zur Verfügung gestellte Kreditlinie sein Konto noch weiter, wird von einem geduldeten Überziehungskredit gesprochen. Der dafür fällige Kreditzins übersteigt den normalen Sollzinssatz für die Kreditlinie. Die Bank ist zu keiner Duldung der Überziehung verpflichtet.
Ratenkredit
▪ Für größere Anschaffungen, die mit dem Dispositions- oder Überziehungskredit nicht oder nur teuer finanzierbar sind, richtet die Bank ein eigenes Darlehenskonto ein. Der Kreditbetrag wird als Gutschrift auf das Girokonto des Kunden übertragen.
▪ Mittlerweile gibt es für den Ratenkredit viele andere Bezeichnungen wie Konsumentenkredit, Autokredit oder Modernisierungskredit.
▪ Der Sollzins liegt beim Ratenkredit üblicherweise deutlich niedriger als beim Dispositions- oder gar beim Überziehungskredit.
▪ Der Zins- und Tilgungsplan gibt dem Kunden einen Überblick über die monatliche Belastung. Damit der Kreditnehmer nicht mit einer zu hohen Rate konfrontiert wird, errechnet der Bankberater vorab das frei verfügbare Einkommen.
▪ Zur Besicherung des Kredits wird häufig der Ehegatte mitverpflichtet oder der Abschluss einer Restschuldversicherung angeboten.
▪ Während der Beratung und bei Kreditabschluss hat der Bankberater die Vorschriften aus dem BGB, insbesondere § 491 ff. zum Verbraucherdarlehensvertrag und zu den vorvertraglichen Informationspflichten, zu beachten.
▪ Verbraucherdarlehen müssen schriftlich abgeschlossen werden. Der Verbraucher hat nach § 355 BGB ein 14-tägiges Widerrufsrecht.
Realkredit
▪ Mit diesem Kredit bedient die Bank alle Investitionen in Gebäude und Grundstücke, etwa Baufinanzierung und Renovierungsvorhaben.
▪ Der Unterschied zum Ratenkredit besteht in der höheren Kreditsumme sowie in der Eintragung von Grundpfandrechten im Grundbuch.
▪ Die Bank vergibt das Darlehen grundsätzlich bis zur Beleihungsgrenze der Immobilie, die im Schnitt rund 60 Prozent des Beleihungswertes beträgt. Der Beleihungswert ist der Wert des Grundstücks mit beziehungsweise ohne Gebäude. Er wird vom Kreditinstitut errechnet, wozu die Bank den Boden- und Bauwert sowie den Ertrags- und Verkehrswert ermittelt.
▪ Zu Beginn der Laufzeit sind die Sollzinsen oft festgeschrieben.
▪ Bei der Rückzahlung wird unterschieden in:
— Annuitätendarlehen: Die Rückzahlung erfolgt in jährlich gleichbleibenden Annuitäten, die in monatlichen Raten abgegolten werden.
— Abzahlungsdarlehen: Die Beträge, die der Kunde zurückzahlt, nehmen über den Zeitverlauf stetig ab.
— Festdarlehen: Der Darlehensnehmer zahlt den kompletten Kreditbetrag in einer Summe vollständig zurück.
▪ Der Bankberater hat bei den Kundengesprächen die Neuerungen aus der Wohnimmobilienkreditrichtlinie zu beachten. Dazu gehört die Aushändigung des Europäischen Standardisierten Merkblatts (ESIS-Blatt).
Avalkredit
▪ Der Aval wird durch die Übernahme einer Bürgschaft oder die Stellung einer Garantie gewährt. Statt Bar- oder Buchgeld wird dem Kunden die Kreditwürdigkeit der Bank zur Verfügung gestellt.
▪ Anstelle von Zinsen hat der Kunde eine Avalprovision zu bezahlen.
#x25AA;n Für die Bank stellt diese Kreditform eine Eventualverbindlichkeit dar. Sie tritt nur dann ein, wenn ihr Kunde die mit anderen vereinbarten Verpflichtungen nicht erfüllt. In der Bilanz wird sie unter dem Strich ausgewiesen.
...

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Sie möchten Zugang zu diesem Inhalt erhalten? Dann informieren Sie sich jetzt über unsere Produkte:

Springer Professional "Wirtschaft+Technik"

Online-Abonnement

Mit Springer Professional "Wirtschaft+Technik" erhalten Sie Zugriff auf:

  • über 69.000 Bücher
  • über 500 Zeitschriften

aus folgenden Fachgebieten:

  • Automobil + Motoren
  • Bauwesen + Immobilien
  • Business IT + Informatik
  • Elektrotechnik + Elektronik
  • Energie + Umwelt
  • Finance + Banking
  • Management + Führung
  • Marketing + Vertrieb
  • Maschinenbau + Werkstoffe
  • Versicherung + Risiko

Testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.

Bankfachklasse

Fit für die Prüfung - BANKFACHKLASSE unterstützt Bankazubis mit relevantem Wissen für die IHK-Zwischen- und Abschlussprüfung, sowie mit wichtigen Infos für Schule und Beruf. Die Praxisfälle und das Pr ...

Springer Professional "Wirtschaft"

Online-Abonnement

Mit Springer Professional "Wirtschaft" erhalten Sie Zugriff auf:

  • über 58.000 Bücher
  • über 300 Zeitschriften

aus folgenden Fachgebieten:

  • Bauwesen + Immobilien
  • Business IT + Informatik
  • Finance + Banking
  • Management + Führung
  • Marketing + Vertrieb
  • Versicherung + Risiko




Testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.

Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 6/2017

Bankfachklasse 6/2017 Zur Ausgabe

Prüfungstraining

Kreditgeschäft

Premium Partner

    Bildnachweise