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Krisenkommunikation

weitere Buchkapitel

Chapter 8. Design and Evaluation of Social Media Guidelines for Citizens

Social media have been established in many natural disasters or human-induced crises and emergencies. Nowadays, authorities, such as emergency services, and citizens engage with social media in different phases of the emergency management cycle. However, as research in crisis informatics highlights, one remaining issue constitutes the chaotic use of social media by citizens during emergencies, which has the potential to increase the complexity of tasks, uncertainty, and pressure for emergency services. To counter these risks, besides implementing supportive technology, social media guidelines may help putting artefact and theoretical contributions into practical use for authorities and citizens. This chapter presents the design and evaluation (with 1,024 participants) of citizens’ guidelines for using social media before, during, and after emergencies.

Marc-André Kaufhold

Anpassung als Krisenschutz – Wie Unternehmen mit agilen Prozessen und Strukturen überleben

Stefanie Burgmaier, Hans Haarmeyer, Thorsten Garber

Öffentlichkeitsarbeit für die Offene Kinder- und Jugendarbeit

Methodische Anleitung

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist ein komplexes, pädagogisches Handlungsfeld. Dies gilt es zu kommunizieren und auch für Außenstehende nachvollziehbar darzustellen. In diesem Artikel werden sowohl die Bausteine der Öffentlichkeitsarbeit sowie ihr rechtlicher Rahmen als auch das eigene Besondere der OKJA betrachtet. Denn Öffentlichkeitsarbeit dient nicht allein der Darstellung von Angeboten der Jugendarbeit, sondern auch der Wertevermittlung sowie der Lobbyarbeit für die Belange junger Menschen. Abgerundet wird der Artikel durch Top Tipps, Best-Practice-Beispiele und eine Tool Box.

Marcus Fink, Carina Lange, Lena Schuster

Branding oder kein Branding – Eine Einführung in das B2B-Branding

Lead-Generierung, Marketing-Automatisierung, Performance-Marketing oder Content-KI sind nur einige der jüngsten Entwicklungen, die das Gesicht des B2B-Marketings neu geprägt haben. Vielleicht sogar so weit, dass konventionelle Elemente wie Branding obsolet geworden sind? Branding war schon immer ein heikles Thema im B2B-Umfeld. Ursprünglich aus der B2C-Welt stammend, hat die Bedeutung von Marken für B2B-Unternehmen nie denselben Status erreicht. Sobald ein Logo und einige damit verbundene Richtlinien erstellt wurden, gilt die Aufgabe des Branding in der Regel als erledigt. Es zeigt deutlich, dass selbst die heutigen B2B-Unternehmen immer noch dazu neigen, die weitreichende Macht, die erfolgreiche Marken auf das Unternehmen ausüben können, zu unterschätzen.

Kirsten Juliet Ives, Vera Müllner

An Eroding Nuclear Taboo? Neue Waffensysteme, Strategien und normative Herausforderungen

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Evolutionsprozessen, denen verschiedene Ausprägungen nuklearer Zurückhaltung in einem sich wandelnden technologischen, strategischen und normativen Umfeld ausgesetzt sind. Ich unterscheide drei Formen nuklearer Zurückhaltung – Tabu, kategorische Zurückhaltung und beschränkte Zurückhaltung – und bette diese in einen materiellen und intersubjektiven Kontext ein. Während empirische Evidenz darauf hindeutet, dass die stärkste Ausprägung nuklearer Zurückhaltung – das Tabu – in den meisten Nichtnuklearwaffenstaaten reproduziert oder sogar noch verstärkt wird, gibt es bei den Nuklearwaffenstaaten Hinweise dafür, dass kategorische und auch beschränkte Zurückhaltung unter Druck geraten.

Markus Kornprobst

Kapitel 4. Theorien mittlerer Reichweite und ihre Anwendbarkeit auf das Phänomen „Terrorismus“

Wie unter Abschnitt 3.4 bereits erwähnt, wird das Akteurs-Viereck jedem Unterkapitel vorangestellt, um zu verdeutlichen, dass in dieser Arbeit Terrorismus zwar als Prozess erfasst wird, aber auch immer nicht-lineare Handlungsrelationen vorliegen. Theorien mittlerer Reichweite setzen besonders nah an der Phänomen-Ebene an. Deshalb inkludiert dieses Kapitel viele deskriptive Passagen, um das Phänomen „Terrorismus“ umfassend darzustellen.

Liane Rothenberger

Social Media und digitale Kommentare als Herausforderung für kommunale Gremien

Social Media und die Kommentarmöglichkeiten auf lokalen, redaktionellen digitalen Plattformen sind nicht nur eine Chance für die zielgerichtete Kommunikation von Städten und Gemeinden, sondern auch eine Herausforderung, insbesondere im kontroversen kommunalpolitischen Alltag. Die Dialogmöglichkeiten haben die Möglichkeiten der Bürger*innen gestärkt, sich mit ihren Interessen, Anliegen und Meinungen Gehör zu verschaffen und die von der Verwaltung und den politischen Akteuren gesetzten Themen zu diskutieren und zu hinterfragen. Nicht immer findet hier in der kommunalen Praxis jedoch ein positiver und sachorientierter Dialog statt, so dass es gerade in der Kleinräumigkeit des kommunalen Geschehens auch zu sehr unangenehmen Szenarien kommen kann. Dies beruht dann meist auf einem unterschiedlichen Rollenkonzept der Akteure bis hin zu Abweichungen im Demokratieverständnis. Daher soll hier zunächst das Prinzip der repräsentativen Demokratie in Abgrenzung zu populistischen Rollenverständnissen dargestellt werden, bevor die konkreten Kommunikationsthemen analysiert werden.Social-Media-Kanäle spielen nicht nur für die Kommunikation von kommunalen Gremien, sondern vor allem im Wahlkampf für kommunale Spitzenämter eine besondere Rolle und erfordern die Berücksichtigung der Grundsätze authentischer Kommunikation.

Thomas Breyer-Mayländer, Christian Falk

Social Media in der öffentlichen Verwaltung

Die öffentliche Verwaltung steht vor der größten kommunikativen Herausforderung in ihrer Geschichte. Social Media prägt die Welt der Kommunikation und zwingt auch öffentliche Institutionen zum Handeln. Dieses Kapitel widmet sich der Frage, warum der Einsatz von Social Media für öffentliche Verwaltungen mit besonderen Herausforderungen verbunden ist und welche Chancen sich gleichermaßen auftun. Auf dem Weg zu E-Government und Smart Cities führt kein Weg an zeitgemäßer digitaler Kommunikation veorbei. Dazu müssen in den Verwaltungen organisatorische Entscheidungen getroffen und die Mitarbeitenden mit grundlegenden Kenntnissen und Kompetenzen ausgestattet werden.

Dominik Fehringer

Erreichbarkeit von Zielgruppen – Informations- und Mediennutzungsverhalten in Deutschland

Bevor man der Frage nachgeht, wie und in welcher Form am besten unterschiedliche Social-Media-Kanäle für die Kommunikation kommunaler Themen eingesetzt werden und somit ein wirksames Tool für die Interaktion der Kommunen mit ihren spezifischen Zielgruppen darstellen können, muss man sich ein paar generelle Gedanken machen, welche Stakeholder und Zielgruppen überhaupt auf diesem Weg bei welchen Themenkategorien erreichbar sind. Gerade aktuelle Fälle wie die Kommunikation während der Corona-Krise zeigen, wie man im Rahmen der Mediaplanung digitale Kanäle in das Gesamtspektrum der Kommunikationskanäle einordnen kann.

Thomas Breyer-Mayländer, Marc Löffel

Strukturwandel der Öffentlichkeit aus der Perspektive einer Theorie der Spätmoderne

Dieser Beitrag möchte die gesellschaftstheoretisch fundierte Diskussion des neuen Strukturwandels der Öffentlichkeit fortführen und dabei einen neuen Ansatz aufgreifen, der von dem Kultursoziologen Andreas Reckwitz unter dem Titel „Die Gesellschaft der Singularitäten – Zum Strukturwandel der Moderne“ vorgelegt wurde. Dazu wird dieser Theorieentwurf vorgestellt, diskutiert und auf seine Potenziale für eine Theorie von Öffentlichkeit unter Bedingungen eines neuerlichen Strukturwandels hin geprüft. Im Fokus steht die Frage, welche Einsichten durch die Unterscheidung der sozialen Logiken des Allgemeinen und Singulären (sowie die damit verbundene These ihrer Umstellung) gewonnen werden können – und wie sie sich mit derzeitigen Überlegungen in der Öffentlichkeitstheorie verbinden lassen. Darüber hinaus wird ein Vorschlag unterbreitet, wie der theoretischen Herausforderung begegnet werden kann, derzeitige Strukturveränderungen von Gesellschaft und Öffentlichkeit aus einer fachlichen Tradition heraus angemessen zu beobachten und zu beschreiben, die sich begrifflich und theoretisch in der industriellen Moderne entwickelt hat.

Christian Strippel

Kapitel 3. Literaturarbeit

Die Literaturarbeit setzt an einem theoriegeleiteten Ausgangspunkt an. Erstens wird angenommen, dass Organisationen ihre Umwelt beobachten; zweitens wird angenommen, dass Organisationen an beiden Seiten von Kommunikation beteiligt sind. Die Betrachtung und Analyse der Literatur selbst erfolgt nach der Methode einer theoriegeleiteten Literaturarbeit. Forschungsleitend für diesen Schritt ist die zentrale Frage: Wie wird organisationaler Umweltbezug als Kommunikationsprozess in Theorien, Modellen und Ansätzen ausgewählter wissenschaftlicher Disziplinen bearbeitet?

Britta Maria Gossel

Kapitel 1. Der Permanent Corporate Influencer (PCI)

Dieses Kapitel bietet Ihnen einen Einblick in die Definition und Rollen des PCI. Sie erfahren anhand der Herleitung der Social Media und des Kommunikationsverhaltens der Menschen, weshalb der Einsatz eines PCI strategisch sinnvoll ist. Darüber hinaus erhalten Sie eine Zusammenfassung zur Zielstellung, den Chancen, aber auch den Risiken dieser Beschäftigungsform.

Thomas Klein

Kapitel 2. Theoretische Grundlagen

Es werden zunächst zentrale Begriffe aus Theorie und Praxis wirtschaftlicher Krisen und deren Management dargestellt und abgegrenzt. Im teamsportspezifischen Teil wird anschließend der Untersuchungsgegenstand genauer beleuchtet. Dazu dient die Auseinandersetzung mit der Zielfunktion von Profisportclubs, den Produktmerkmalen und der Wertschöpfung sowie den beiden besonders relevanten Stakeholdern „Fan“ und „Ligaorganisation“. Vor allem die wichtige Rolle des Fans innerhalb der (teamsportspezifischen) Wertschöpfung ist zu betonen.

Konstantin Druker

5. E-Commerce

Fähigkeit,

Ralf T. Kreutzer

4. Instrumente des Online-Marketings

Fähigkeit,

Ralf T. Kreutzer

Kapitel 6. Diskussion

In diesem Kapitel werden die Erkenntnisse der fallvergleichenden Analyse zusammengeführt und im Lichte der persönlichkeitsbezogenen Erwartungen und der jeweiligen Regierungskontexte diskutiert. Die Schlussbetrachtungen fassen die Ergebnisse pointiert zusammen. Des Weiteren wird reflektiert, inwiefern sich die Leadership Trait Analysis in Hinblick auf das Untersuchungssubjekt und -setting bewährt hat. Das Kapitel schließt mit Überlegungen zur weiteren Anwendung der LTA.

Henrike Wehrkamp

Kapitel 5. Analyse von Merkels Krisen-Leadership

In diesem Kapitel wird das Krisen-Leadership von Kanzlerin Merkel analysiert. Das Ziel der fallvergleichenden Analyse besteht darin, die Übereinstimmung der aus der Führungspersönlichkeit der Kanzlerin abgeleiteten Erwartungen mit ihrem beobachtbaren Führungshandeln zu prüfen. Zu diesem Zweck wird auf Basis einer umfangreichen empirischen Grundlage Merkels Leadership Trait Profil ermittelt. Bei der Untersuchung der Währungskrise und der Migrationskrise kommt eine Kombination aus Prozess- und Kongruenzanalyse zur Anwendung.

Henrike Wehrkamp

Kapitel 1. Einleitung

Demokratie ist das Spielfeld kollektiver AkteurInnen. Gleichwohl drängt sich der Eindruck auf, dass es unter bestimmten Umständen Raum für individuelles Leadership gibt, mithin, dass einzelne AmtsinhaberInnen und deren Persönlichkeiten zur richtigen Zeit am richtigen Ort einen individuellen Unterschied machen.

Henrike Wehrkamp

4. Stoffe, Prozesse, Barrieren

Es gibt keine absolute Sicherheit im Sinne eines Null-Risikos. Allerdings sollten alle Möglichkeiten ausgenutzt werden, damit bei den technischen Produkten und Systemen jeweils das Verhältnis zwischen dem Risiko eines denkbaren Schadens und dem geschaffenen Nutzen für die zu schützenden Rechtsgüter ausgewogen ist. Der Maßstab für die größten noch zu vertretenen Schäden ist jedoch nicht nur durch das Schutzbedürfnis der zu betrachtenden Rechtsgüter bestimmt, sondern auch durch die Absicht, gesellschaftliche Bedürfnisse zu befriedigen. Es geht also nicht um Risikoverbot, sondern um Risikosteuerung.

Ursula Stephan, Bernd Schulz-Forberg

Die Umsetzung gesundheitsförderlicher Interventionen am Beispiel der Polizei - Eine qualitative Bestandsaufnahme

Polizistinnen und Polizisten sind unweigerlich mit physischen und psychischen Belastungen aufgrund von in der polizeilichen Alltagspraxis gefährlichen Sachlagen, zahlreichen Stressfaktoren und organisationalen Herausforderungen konfrontiert. Die Pandemiesituation im Jahr 2020 untermauert die Notwendigkeit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Organisation als Ganzes widerstandsfähig und stabil zu machen bzw. zu erhalten. Viele Lösungsansätze liegen dabei auch in einem effektiven und effizienten Gesundheitsmanagement zusammen mit einer wirkungsvollen Personalförderung. Im Rahmen einer Status quo-Erhebung über gesundheitsfördernde Aktivitäten in Polizeibehörden Europas und einer offenen Gruppendiskussion mit Behördenvertreterinnen und -vertretern der österreichischen Polizei in Bezug auf förderliche und hinderliche Faktoren betreffend die Umsetzung von Gesundheitsförderungsprojekten wurde eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Die Untersuchungsergebnisse zeigen die Wichtigkeit auf, die erforderlichen Strukturen und Prozesse aufzubauen, damit die Betriebliche Gesundheitsförderung nachhaltig in Organisationen implementiert werden kann. Hierfür bedarf es unter anderem auch der Umsetzung mitarbeiterorientierter Führungskonzepte sowie des Ausbaus des Gesundheitswissens der Führungskräfte.

Silvester Wolsegger, Margit Raich

Grundbegriffe, Anwendungen und Nutzungspotenziale von geodatenbasierter mobiler Augmented Reality im Umweltbereich

Die Autoren sehen ein großes, noch kaum erschlossenes Anwendungspotenzial für die neue Technologie der geodatenbasierten mobilen Augmented Reality (GeomAR) in der öffentlichen Verwaltung bzw. in der Umweltinformatik. Um ein Bewusstsein für solche Möglichkeiten zu schaffen und die Fantasie zum Konzipieren neuer denkbarer Anwendungen anzuregen, wird im vorliegenden Beitrag zunächst der Begriff erläutert, danach beispielhaft existierende Anwendungen aus der Fachliteratur dargestellt, schließlich prototypische und hypothetische Anwendungen aus dem eGovernment im Umweltbereich diskutiert und schließlich noch ein Ordnungsrahmen für GeomAR-Anwendungen vorgeschlagen.

Simon Burkard, Frank Fuchs-Kittowski, Andreas Abecker, Erik Haß, Fabienne Heise, Roman Miller, Kai Runte, Friedhelm Hosenfeld

Kapitel 20. Sprache im Eventbereich: Wörter machen Leute

Durch Digitalisierung und steigende Erwartungen von Stake- und Shareholdern unterzieht sich auch der Eventbereich einem dynamischen Wandel. Es gibt mittlerweile diverse Ratschläge dafür, wie man wichtige Eventinformationen im Digitalisierungszeitalter am effizientesten zirkuliert. Die unbegrenzten digitalen Möglichkeiten der Kommunikation machen es möglich, diverse Empfänger*innen in den Prozess miteinzubeziehen. Um Sprache erfolgreich und effektiv im Eventbereich einzusetzen, ist es vor allem wichtig, den gesamten Prozess von Beginn an sprachlich durchzuplanen und Mehrdeutigkeiten zu vermeiden. Ein Beispiel der erfolgreichen Implementierung von Sprachstrategie ist die Submarke Dr. fem. Fatale der LUB GmbH, die sich speziell an eine weibliche Zielgruppe der Professionals im Job richtet und für diese regelmäßig Events anbietet. Die Nachzeichnungen der Beispiele zeigen, dass Sprache eine wesentliche Rolle in der Eventkommunikation spielt und neue Welten erschafft: Es sollte von Beginn an systematisch über die Planung, Ausgestaltung und Kontrolle aller sprachlichen Aktivitäten im Hinblick auf relevante Zielgruppen gesprochen werden.

Simone Burel, Wintai Tsehaye

Kapitel 23. Veranstaltungen und Besuchersicherheit

Eine Einführung aus Sicht der Human Factors-Psychologie

Für eine sichere Veranstaltung sind vier Einflussbereiche „Anlass und Art der Veranstaltung“ „Umwelt und Infrastruktur“, „Risiken und Gefahren“ sowie „Menschen“ im Zusammenhang und über die Phasen einer Veranstaltung hinweg zu betrachten, auch in Sicherheitskonzepten. Eventmanagement und Besuchersicherheit brauchen Wissen über Menschen, ihre Bedürfnisse und Verhaltensweisen, um Veranstaltungen besser an BesucherInnen anzupassen. Dies gilt für präventive (Crowd Management) wie für restriktivere Maßnahmen (Crowd Control) der Besuchersicherheit. Die Veranstaltungspraxis kann Erkenntnisse aus Human Factors-Psychologie und Sozialwissenschaften für das Wohlergehen und die Sicherheit der BesucherInnen nutzen und sie sogar als Sicherheitsakteure einbinden. Dazu werden in diesem Beitrag Themen wie Gruppen, Stimmung und Verhalten von Menschenmengen vorgestellt und zugehörige Theorien (z.B. soziale Identität) sowie Erkenntnisse zur psychologischen Dichte (Crowding) und zu Informationsbedürfnissen von BesucherInnen.

Laura Künzer, Gesine Hofinger

Kapitel 25. Publikumszentrierte Sicherheits- & Krisenkommunikation auf Veranstaltungen

Die Entwicklung zeitgemäßer Konzepte für die Praxis – von Audience Safety Empowerment bis Guardian Angels

In Zeiten einer immer schnelleren und umfassenderen digitalen Verfügbarkeit von Informationen steigt auch auf Veranstaltungen der Informationsanspruch des Publikums. Dies trifft besonders auf Situationen wie Unfälle, Krisen und Katastrophen zu, welche die Besuchersicherheit unmittelbar betreffen. Klassische proaktive (Crowd Management) und reaktive (Crowd Control) Sicherheitsmaßnahmen bieten hierfür keine ausreichenden Kommunikationskonzepte mehr an. Aktuelle Forschungsergebnisse der Massenpsychologie sowie Richtlinien des Eventmanagements fordern für Sicherheitskonzepte nunmehr transparente, situative und persönliche Kommunikationsansätze. Erste professionelle Entwicklungen und Konzepte, die diesen Forderungen gerecht werden können, werden vorgestellt.

Daniel Brunsch

Kapitel 5. Research Insights – Eventpsychologie in der Hochschulforschung

Ausgewählte Beispiele eventpsychologischer Studien an Hochschulen

In diesem Kapitel werden ausgewählte Arbeiten zu Fragestellungen vorgestellt, die dem Feld der angewandten Eventpsychologie zuzurechnen sind. Kurze Abstracts der jeweiligen Studien geben dabei exklusive Einblicke, welche zentralen Aspekte mit welchen Mitteln untersucht wurden. Bei den Arbeiten handelt es sich überwiegend um Bachelor- und Masterarbeiten in berufsbegleitenden Studiengängen an deutschsprachigen Hochschulen. Diese zeichnen sich besonders durch ihre Wirtschaftsnähe der kooperierenden Unternehmen aus und ermöglichen so feldnahe Forschungen für praxisrelevante Fragestellungen. Die Arbeiten sind in der Regel unveröffentlicht und gewähren so erstmals Einblicke in das gegenwärtige Forschungsinteresse in Wissenschaft und Praxis zu eventpsychologischen Fragestellungen.

Steffen Ronft

Kapitel 3. Empirische Untersuchung der identitätsbasierten Markenauthentizitätsskala und ihrer Wirkbeziehungen

Die Entwicklung reliabler, valider Messmodelle ist eine der Kernherausforderungen innerhalb der Marketingforschung. Zur Sicherstellung der wissenschaftlichen Güte in Herleitung und Evaluierung der Markenauthentizitätsskala wurde das Skalenentwicklungsverfahren in Anlehnung an die Empfehlungen von Churchill (1979), Homburg/Giering (1996), Diamantopoulos /Winklhofer(2001) Rossiter (2002), Jarvis, MacKenzie/Podsakoff (2003), Eberl (2004), Giere/Wirtz (2006) umgesetzt.

Malte Adomeit

3. Werkzeuge des Online-Fundraisings

Dieses Kapitel vermittelt ein Grundverständnis der verschiedenen Werkzeuge und Instrumente, mit denen Online-Fundraising erfolgreich umgesetzt wird. Dazu gehören die eigene Internetseite, Spenden-Plattformen, Aktivisten-Fundraising, Crowdfunding, Online-Auktionen, Freiwilligen-Plattformen und Painless Giving. Mit einer grundlegenden Kenntnis der Werkzeuge und ihrer Mechanismen können Non-Profit-Organisationen und soziale Projekte Make-or-Buy-Überlegungen anstellen, um zu entscheiden, welche Leistungen sie selbst bereitstellen oder extern erbringen lassen.

Jörg Reschke

Chapter 17. Ethik in Zeiten globaler Krisen: Die CORONA-Pandemie

Der folgende Beitrag widmet sich aus diskursethischem Interesse der Berichterstattung über die aktuelle Corona-Pandemie und bettet sie in den größeren Zusammenhang der Krisenkommunikation ein. Im Anschluss an die derzeit bekannten biologisch-epidemiologischen Fakten wird erinnert an die wissenschaftliche, politische und moralische Verantwortung der Akteure in dieser globalen Ausnahmesituation, an ökonomische und ökologische Ursachen und Folgen und die Konsequenzen, die daraus für das Krisenmanagement im Falle multipler Katastrophen zu ziehen wären.

Ernest W. B. Hess-Lüttich, Uta Breuer, Dieter D. Genske

Kapitel 2. Die Geburt des Wirtschaftskriegs aus dem Geiste der Rivalität

Im zweiten Kapitel werden die Lehren der großen militärischen Kriegstheoretiker aufbereitet, um eine stringente Definition verbal und formal zu formulieren, die den Wirtschaftskrieg vom Wettbewerb abgrenzt; beide werden unter dem Begriff der Rivalität subsummiert. Es erfolgt eine Einordnung in das Konzept des hybriden Krieges, der militärische, politische, rechtliche, wirtschaftliche, informatorische und kognitive Ansätze des Erzwingens von Dominanz umfasst. Friedliche Situationen können genau dann zu kriegerischen eskalieren, wenn in Zukunft eine aktuell vorhandene Überlegenheit gegenüber dem Rivalen verlorenzugehen droht. Die Inhalte werden entlang des chinesisch-amerikanischen Handels- und Technologiekriegs verdeutlicht.

Ulrich Blum

Chapter 9. Das Unternehmen im Wirtschaftskrieg

Das neunte Kapitel befasst sich mit dem Wirtschaftskrieg der Unternehmen und greift zunächst die Lehren der modernen Industrieökonomik und Wettbewerbstheorie auf. Preis-Mengen- und Qualitätsinstrumente werden ebenso thematisiert wie das Kommunikationsverhalten der rivalen Unternehmen untereinander, beispielsweise Fusionen,Kooperationen oder der Aufbau von Plattformmärkten. Das wird ergänzt durch Verhaltensweisen, die es erlauben, Dominanz zu erzielen, Märkte zu vermachten, die dem nichtökonomischen Bereich zuzuordnen sind, wobei insbesondere die Skandalisierung von Produkten und die Spionage zu nennen sind. Verdeutlicht wird das am gezielten Zerstören von Konkurrenten durch bewusste Falschinformationen in der Autoindustrie, am Produktmobbing gegenüber innovativen Herstellern von weißer Ware und an einem Preiskrieg am Ende eines Kartells mit dem Ziel, überregionale Dominanz zu erzwingen, ein Unternehmen, das als Kronzeuge das Kartell auffliegen ließ, zu bestrafen, und den eigenen Wert des Unternehmens mit den Ziel des Verkaufs nach oben zu treiben.

Ulrich Blum

Kapitel 5. Dialogorientierte Unternehmenskommunikation im Internet: Forschungsstand

Blickt man in den Stand der Forschung zur dialogorientierten Organisationskommunikation im Internet, wird immer wieder bemängelt, dass Organisationen das Potenzial der Online-Kommunikation vernachlässigen. Daher ist es das Ziel dieses Kapitels, aus übergeordneter Perspektive und vor dem Hintergrund der verschiedenen Zugänge zur Unternehmenskommunikation (vgl. Kapitel 2), zur Online-Kommunikation (vgl. Kapitel 3) und zur Dialogorientierung (vgl. Kapitel 4) zu ergründen, wie sich die PR-Forschung seit Grundlegung einer Dialog-Theorie für die Public Relations (vgl. Kent & Taylor 1998, 2002) entwickelt hat. Auf Basis einer systematischen Literaturanalyse relevanter Beiträge werden 20 Jahre Dialog-Forschung aufgearbeitet, um Implikationen für den Fortgang dieser Arbeit abzuleiten (vgl. Kapitel 6).

Michael Johann

Kapitel 2. Unternehmenskommunikation

In diesem Kapitel steht die Unternehmenskommunikation als zentraler Analysegegenstand im Fokus. Grundsätzlich soll dieses Kapitel für die unterschiedlichen Analyseebenen (Makro, Meso, Mikro) und ihre Verbindungen sensibilisieren und ein Verständnis der zentralen Begriffe grundlegen. Dazu werden in einem ersten Schritt wichtige Begriffe geklärt, das Verständnis von Unternehmenskommunikation dargelegt sowie die Unternehmenskommunikation als Untersuchungsgegenstand grundlegend theoretisch verortet (Abschnitt 2.1). Darauf aufbauend werden aus einer integrativen Sicht die Teilbereiche der Unternehmenskommunikation vorgestellt (Abschnitt 2.2). Da es im Verlauf dieser Arbeit vor allem um das Beziehungsmanagement von Unternehmen gehen wird, erfolgt in einem weiteren Schritt eine Zuspitzung auf die Public Relations (Abschnitt 2.3). Hier stehen relevante organisations- und gesellschaftsbezogene Zugänge im Fokus. Auf dieser Grundlage werden die Beziehungen zwischen Unternehmen und ihrem gesellschaftlichen Umfeld näher beleuchtet (Abschnitt 2.4). Dabei interessieren vor allem die Fragen, inwiefern Beziehungen eine zentrale Bezugsgröße der Public Relations darstellen und wie Beziehungen konzeptualisiert werden können. Die zentralen theoretischen Befunde werden abschließend zusammengefasst (Abschnitt 2.5).

Michael Johann

34. Herausforderungen bei der Schadenregulierung

Die Welt wird durch die zunehmende Globalisierung und durch stetig wechselnde rechtliche Landschaften komplexer. Diese Entwicklungen beeinflussen auch die Schadenbearbeitung von Industrieversicherungsverträgen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Kapitel mit den Herausforderungen, denen der Versicherungsnehmer in der Schadenregulierung ausgesetzt ist, und zeigt entsprechende Handlungsempfehlungen auf. Beginnend mit der Auswahl des Versicherers gliedert es sich in die zeitlichen Dimensionen „vor dem Schaden“, „während des Schadens“ und „nach dem Schaden“ sowie einen „Ausblick“. Im ersten Abschnitt „Schadenbearbeitung als ein Kernprozess des Versicherers“ wird dem Leser verdeutlicht, warum eine sorgfältige Überprüfung des Versicherers wichtig ist und welche Auswahlkriterien eine Rolle spielen. Im nächsten Abschnitt werden Handlungsempfehlungen herausgearbeitet, die vom Versicherungsnehmer bereits vor dem Schaden zu berücksichtigen sind, um später dann eine zügige und zufriedenstellende Regulierung zu gewährleisten. In der zeitlichen Dimension „während des Schadens“ erfolgt eine Darstellung der Beteiligten im Schadensprozess, der ersten Schritte einer Schadensmeldung, einzuleitender Ad-hoc-Maßnahmen sowie Ausführungen zur Bedeutung der Krisenkommunikation und zu den Obliegenheiten im Schadensfall. Der vierte Abschnitt behandelt das Schadencontrolling und Empfehlungen, wie das Unternehmen nach dem Schadensfall zu einer positiven Reputation beitragen kann. Zukünftige Trends und Innovationen bilden den Abschluss.

Birgit Beudt, Frank Cremer

26. Produktrückruf und Produkthaftung, Qualitätssicherung

Hersteller von Produkten sind dazu verpflichtet, ihre Produkte, auch nachdem sie auf dem Markt in Umlauf gebracht wurden, weiterhin zu beobachten. Diese Verpflichtung ist die sogenannte Produktbeobachtungspflicht. Sollte sich nach dem Inverkehrbringen des Produkts eine Fehlerhaftigkeit zeigen, ergeben sich für den Hersteller verschiedene Reaktionspflichten, wie zum Beispiel zur Produktionsumstellung oder eine Warnpflicht. Wird die Gesundheit oder die Sicherheit des Verwenders des Produkts oder eines Dritten durch das Produkt gefährdet, besteht für den Hersteller eine Verpflichtung zum Rückruf der betroffenen Produkte. Diese Verpflichtung kann durch eine behördliche Anordnung ausgelöst werden.Um eine gesundheitsgefährdende oder sicherheitsgefährdende Fehlerhaftigkeit des Produkts frühzeitig zu erkennen, ist es wichtig, eine dauerhafte Produktbeobachtung nach dem Inverkehrbringen des Produkts auf dem Markt im Unternehmen zu integrieren, damit das Unternehmen im Falle einer Fehlerhaftigkeit schnell agieren kann. Hierzu sollte das Unternehmen die Ergebnisse in Form einer Risikoabschätzung bewerten und die notwendigen Maßnahmen zur Beseitigung des Problems ergreifen. Zu diesen Maßnahmen gehört unter anderem der Rückruf der fehlerhaften Produkte. Diese Aufgaben gehören zum Rückrufmanagement und sollen ein Unternehmen in die Lage versetzen, in Krisensituationen schnell und professionell agieren zu können. Eine wichtige Rolle spielt hierbei auch professionelles Kommunikationsmanagement.Produktrückrufe können jedoch durch ein im Unternehmen integriertes Qualitätsmanagementsystem oftmals bereits im Vorfeld verhindert werden, da bei einem guten Qualitätsmanagementsystem das Produkt während des gesamten Produktionsprozesses immer wieder kontrolliert wird. Dadurch kann eine Fehlerhaftigkeit des Produkts bereits frühzeitig erkannt werden. Sollte es jedoch trotzdem zu einem Produktrückruf kommen, kann sich das Unternehmen mit speziellen Versicherungslösungen gegen das finanzielle Risiko eines Rückrufs absichern.

Christian Kuhrt, Monique Neußmann

9. Schaden- und Krisenmanagement

Das Schaden- und Krisenmanagement beschäftigt sich mit der Prävention sowie Bewältigung von Schäden und Krisen. Dem Krisenmanagement ist ein Schaden oder Ereignis zuzuordnen, welcher/welches zu einer ernsthaften bis hin zu einer existenzbedrohliche Lage für das Unternehmen führen kann. Dementsprechend sind Schaden- und Krisenmanagement eng miteinander verflochten. Hierbei ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass eingetretene Schäden ohne strukturierte Methoden zur Bewältigung häufig das Potenzial besitzen, sich zu einer Krise auszuweiten. Allein die Entstehung einer öffentlichen Meinung, ein Unternehmen habe im Schadenfall nicht oder falsch reagiert, kann für dieses Unternehmen bereits zu einer Krise führen. Je nach Risiko sind unterschiedliche Maßnahmen im Rahmen des Schaden- und Krisenmanagements erforderlich.

Michael Seidl, Kathrin Regeling

21. Cyber

Cyber-Risiken, eine wachsende Bedrohung

Im Zuge der Digitalisierung und der zunehmenden Vernetzung der Weltwirtschaft werden Unternehmen mit neuen Risiken konfrontiert. Hierzu gehören insbesondere auch Cyber-Risiken. Besonders Malware, Social Engineering und DDoS-Attacken spielen in diesem Kontext eine wichtige Rolle. Die Angreifer nutzen hierzu verschiedene Methoden, um Daten zu stehlen, zu manipulieren oder zu zerstören, so dass Unternehmen hohe Schäden durch Betriebsunterbrechungen oder auch Haftungsschäden gegenüber Dritten erleiden. Kleine, mittlere und große Unternehmen jeglicher Branchen müssen sich mit diesem Thema auseinandersetzen und die Schwachstellen in ihrem Unternehmen identifizieren. Ein wirksames Risikomanagement kann dabei helfen, Risiken zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Versicherungslösungen können einen sinnvollen und wichtigen Baustein zum Schutz vor Cyber-Risiken darstellen. Der Markt für Cyber-Policen wächst stetig und Versicherungsunternehmen bieten ihren Kunden, neben der rein finanziellen Absicherung, immer mehr Service-Leistungen, die den Unternehmen helfen, mit diesen neuartigen Risiken umzugehen.

Andreas Walz, Jörg Klemens, Romina Röpke

Kapitel 1. Nützlicher Humor

Dieser Buchteil geht den Fragen nach, was es mit Humor eigentlich auf sich hat. wie sich Humor unter der Lupe der Nützlichkeit betrachten lässt. wie Sie testen können, welchen Humorstil Sie selbst haben. was passiert, wenn Sie Humor zulassen, und was, wenn nicht. wie Sie Humorstile managen. was Humor mit dem Hoch- und Tiefstatus zu tun hat. warum Humor im Spiel liegt anstatt im Kampf. welcher Humor ein hilfreicher Krisenmanager ist.

Eva Ullmann

Kapitel 6. Effiziente Kundenbindung

Insbesondere in Zeiten, in denen die Märkte zunehmend enger werden, und viele Unternehmen unter einem hohen Kosten- und Ertragsdruck stehen, wird es immer wichtiger, Kundenzufriedenheit als strategischen Faktor für zukünftigen Markterfolg zu erkennen und zu nutzen.

Armin Töpfer

Kapitel 1. Kundenorientierung und Positionierung

Fast kein Unternehmen, unabhängig von der Branchenzugehörigkeit, kann sich heute der Notwendigkeit der Anpassung an veränderte Markt- und Umweltsituationen entziehen. Im Vergleich zu in der Vergangenheit eher kontinuierlichen Entwicklungen gibt es heute gravierende Veränderungen, die sich in viel kürzerer Zeit bedrohlich und manchmal sogar existenzgefährdend auf das Unternehmen auswirken. Maßgeblich für derartige Strukturbrüche sind extern – wie Abbildung 1 zeigt – ein hoher, auch internationaler Wettbewerbsdruck mit der gleichzeitigen Forderung nach mehr Kundennutzen und Service-Excellence, insbesondere auch durch neue Technologien der Digitalisierung.

Armin Töpfer

Kapitel 2. Inhalte in der Kommunikation – Klärung der Begriffe

Neben dem Themenbegriff werden weitere, den Kommunikationsgegenstand betreffende Termini vorgestellt. Dazu zählen die Begriffe der (öffentlichen) Meinung, Ereignisse, Botschaften und Frames. Themen werden als für die Unternehmenskommunikation grundlegende Voraussetzung definiert, von Issues unterschieden und schließlich in ein gemeinsames Gefüge mit öffentlichen Meinungen, Ereignissen, Botschaften und Frames überführt.

Alena Kirchenbauer

Chapter 1. Grundlagen und Grundbegriffe: Wie mit diesen Materialien arbeiten?

Für die praktische Journalistenausbildung werden hier komplette Lehreinheiten rund um die Themen Konstruktiver Journalismus, Framing sowie Reflexion der eigenen Berufsrolle vorgelegt. Der lösungsorientierte Journalismus („constructive journalism“) dient dabei als Leitlinie für das journalistische Handeln vor dem Hintergrund von Krisenphänomenen,insbesondere bezogen auf ein Publikum Heranwachsender. Er findet deshalb im Folgenden eine besonders ausführliche Darstellung.

Gabriele Hooffacker

Kapitel 4. Einsatzfeld Digitaler Personenschutz: Mit Sichtbarkeit umgehen

Die Sicherheit von Unternehmen und exponierter Persönlichkeiten erfordert durch die digitale Sichtbarkeit neue Vorgehensweisen und Werkzeuge: So sind Schutzpersonen und ihre Familien aktiv oder passiv im Internet präsent. Böswillige Dritte verfügen über neuartige Werkzeuge und Zugänge.Ausgehend von der professionellen Struktur des Personenschutzes lässt sich die digitale Komponente aufnehmen. Digital Listening kommt hierbei eine hohe Bedeutung zu, es gilt zudem, auch neue Bedrohungen wie Data-Breaches mit zu berücksichtigen: Sichtbarkeitsanalysen bieten aus Täterperspektive einen wichtigen Baustein des Lagebildes, laufende und fallweise digitale Aufklärung und Sensibilisierung der Schutzpersonen müssen ein begleitender Prozess sein bzw. werden.Die Digitalisierung ändert damit sowohl Anforderungen als auch Möglichkeiten des Personenschutzes. Es wird aufgezeigt, wie sich die Profession weiter entwickeln muss. Als zentraler Baustein wird die Sichtbarkeitsanalyse für exponierte Persönlichkeiten in ihren einzelnen Dimensionen beschrieben.

Martin Grothe

Kapitel 3. Einsatzfeld Unternehmenssicherheit: Bedrohungen erkennen und vor die Lage kommen

Es ist eine natürliche Vorstellung, dass die Digitalisierung immer weiterer Bereiche des ökonomischen, öffentlichen und privaten Lebens eine Vielzahl neuartiger und potenziell nutzbringender Funktionen generiert. Und natürlich erreicht in dieser Digitaldatenwelt die kunstfertige Suche („Artificial Intelligence“) und Verknüpfung relevanter Daten durch Algorithmen bisher unbekannte Ebenen von Information und Wertschöpfung. So ist doch der digitale Raum keinesfalls mehr eine parallele virtuelle Teilwelt, sondern ein alles durchdringender Informations- und Meinungsraum.Im Folgenden wird allerdings ausgeführt, wie sich in diesem Raum unternehmensbezogene Bedrohungen exponentiell verstärken: Digital versiert agierende Gegnerschaften, Data-Breaches als einfach verfügbare Munition sowie Desinformation als Angriffsvektor stellen die Unternehmenssicherheit und insbesondere die Früherkennung vor Herausforderungen. Es entsteht eine vielschichtige Bedrohungslage für Unternehmen.Lassen Sie uns auch mit dem Gedanken spielen, dass zum einen der Digitalraum quasi eine weitere Destination („Digitalien“) für die Auslands- und Reisesicherheit ist und zum anderen die digitale Ebene auch die Sicherheit der Reisenden betrifft.Aber wir wollen den Digitalraum nicht nur als missliche Ausweitung der Angriffsfläche, sondern auch als Bereicherung für die Unternehmenssicherheit verstehen: Erlaubt er doch die Detektion zusätzlicher Informationen zu entstehenden Bedrohungen, um das unerwünschte Überraschungspotenzial zu senken.Hierzu werden passende Analyseformate – Factbook, Premonitor und Alerting – vorgestellt und am Beispiel des G20-Gipfels in Hamburg durchdekliniert.

Martin Grothe

Kapitel 2. Digitaler Datenraum: Vorgehen und Werkzeuge

Wenn wir den digitalen Raum professionell für unser Unternehmen nutzen wollen, dann sollten wir dies auch professionell tun. Im Folgenden wird ein Vorgehen eingeführt, um in hinreichender Zeit sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Wichtigster Punkt ist hierbei, zunächst die aufzunehmende Fragestellung zu klären. Dies klingt banal, unterbleibt aber oft: Und wer kein Ziel hat, wird dieses schwerlich erreichen. Wobei das Ziel gerne auch komplex sein kann.Für diesen Prozess, den Intelligence Cycle, werden zahlreiche Werkzeuge und Ressourcen dargestellt, die allgemeine und spezifische Aufgaben unterstützen können. Ebenso werden die unterschiedlichen Bereiche des digitalen Eisbergs eingeführt: Das Clear Web, Deep Web und das Darknet.Mit diesen Grundlagen ist der digitale Raum für unsere Zwecke gut vermessen: Sie können konkrete Einsatzfelder angehen.

Martin Grothe

Marketing Weiterdenken in der marktorientierten Unternehmensführung

Entwicklungen und Zukunftsthemen der Marketingdisziplin

Der Beitrag zeigt unterschiedliche Entwicklungsphasen des Marketing auf. Anhand zentraler Meilensteine wird verdeutlicht, welche Leitthemen die Marketingdisziplin geprägt haben. Als Ergebnis ist zu konstatieren, dass eine Ausdifferenzierung des Marketing stattgefunden hat. Der Beitrag schließt mit zahlreichen Vorschlägen und Anregungen zu den Zukunftsperspektiven der Marketingdisziplin.

Manfred Bruhn

8. Krisenkommunikation

Am 6. März 2020 besuchte der Präsident ein Gesundheitszentrum in Atlanta; nachdem man ihm durch die Einrichtung geführt hatte, äußerte er sich beeindruckt von den Testverfahren, die man ihm eben präsentiert hatte. Sie seien nicht nur »beautiful «, sondern so perfekt wie sein Telefonanruf neulich (in die Ukraine). Von Sorge angesichts der gerade in Fahrt kommenden Pandemie war wenig zu hören. Dafür entdeckte Trump etwas Neues – (s)eine ganz persönliche Auffassungsgabe. Dr. Trump: »I like this stuff.

Klaus Kamps

Chapter 13. Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Vom positiven Umgang mit Fehlern

Nicht jeder Netzwerkkontakt führt gleich zu einem Traumjob. Nicht jedes Treffen wird einen tollen neuen Kontakt bringen. Vielmehr ist es sogar wahrscheinlicher, dass wir auf Menschen treffen, die andere Meinungen haben. Und auch sonst wird es Rückschläge geben. Die Devise lautet dennoch: weitermachen. Um weitermachen zu können, ist es auch wichtig, dass du deine eigene Geschichte kennst, zu ihr stehst und sie mit dem eigenen Netzwerk teilst. Genauso wie nicht immer die Sonne scheinen kann, wird es unweigerlich auch einmal zu Krisen kommen. Auf diese musst du dich und dein Netzwerk vorbereiten. Warum das so ist und wie du es am besten machst, erklärt dieses Kapitel.

Tijen Onaran

Kapitel 20. Die dunkle Seite: Angriffe gegen die Arbeitgebermarke und was zu tun ist

Natürlich ist es großartig, dass über digitale Kanäle die eigenen Zielgruppen erreicht werden können. Social Media Recruiting ist ein Thema, ohne das es nicht mehr geht. Da nun aber alles auch eine dunkle Seite hat, gilt dies auch für diese neuen digitalen Kommunikationsarenen und -formen. So wird das Personalmarketing deutlich schwieriger, wenn gegen das eigene Unternehmen „geschossen“ wird. Solche Aktionen müssen gleichwohl nicht aus der Personalsphäre stammen, sondern können sich auch gegen das Unternehmen insgesamt richten. Es entstehen Phänomene, für die es nicht relevant ist, dass das Personalmarketing bisher vielleicht noch nie mit der Unternehmenssicherheit gesprochen hat. Die notwendige digitale Transformation lässt einen gewichtigen Abstimmungsbedarf entstehen. Hierbei spielt es auch eine Rolle, welche Informationen böswillige Dritte über Mitarbeiter in Hackerdaten finden. So ist die üble Nachrede nur die einfachste Form des Angriffs auf eine Arbeitgebermarke.

Martin Grothe

Kapitel 7. Mehr Sichtbarkeit in Social Media

Mehr Sichtbarkeit in den Sozialen Medien ist der Schlüssel zum Erfolg, um die Direktbuchungen für die Reisebranche signifikant zu steigern. Das klingt trivial, ist es aber in Anbetracht von zig verschiedenen Netzwerken, Content- und Anzeigenformaten nicht. In Kap. 7 möchte ich die Spezifika der wichtigsten Netzwerke vorstellen und einen Überblick über die kreativen Möglichkeiten bei Inhalten und Anzeigen geben. Zudem gibt es praktische Tipps, wie man sich gegenüber Wettbewerbern differenzieren kann und dabei dem jeweiligen Algorithmus in die Karten spielt.

André Gebel

Kapitel 1. Willkommen in der Experience Economy

Der Mensch sehnt sich nach Erlebnissen. Sie beeinflussen sein Konsumverhalten stärker als Preis- und Produktvorteile. Die Experience Economy ist deshalb mehr als ein Add-on für Produkte oder Dienstleistungen – Erlebnisse haben die Macht, ein Business auf ein neues Preisniveau zu heben. Dabei ist es zwingend, die einzelnen Berührungspunkte des Customers mit der Marke entlang der Customer Journey zu identifizieren, am Markenkern auszurichten und konsequent als erfreuliches Markenerlebnis zu gestalten. Ziel eines gelungenen Markenerlebnisses ist, den Konsumenten jenseits seiner Erwartungshaltung positiv zu überraschen und emotional zu berühren mit dem Ziel, eine Markenbindung herzustellen.

Martin Schnaack

17. Ereignisinduzierte Krisen: Wie man einen Flächenbrand verhindert

Es gibt Ereignisse, die unvermittelt über einen hereinbrechen und sich so schnell zur Krise entwickeln, dass jede Vorbeugung zu spät kommt.Jemand macht zum Beispiel eine Entdeckung, die grundlegende Annahmen der Projektplanung komplett in Frage stellt. Oder ein Sponsor kündigt spontan seine Unterstützung auf. Folglich fehlen essentielle Ressourcen, mit denen fest gerechnet wurde. Eine zentrale Aufgabenstellung, von der Sie angenommen hatten, sie sei längst gelöst und in trockenen Tüchern, wurde von den Beauftragten ganz anders verstanden. Nun fallen die Verantwortlichen aus allen Wolken und erklären die Aufgabe als unlösbar.In solchen Fällen ist der Projektstatus schlagartig rot. Weil ereignisinduzierte Krisen einen unvorbereitet treffen, fühlen sie sich höchst bedrohlich an und es scheint unklar, ob das Projekt sie überleben wird. Meistens aber vergehen spontan aufflammende Krisen genauso schnell, wie sie gekommen sind, vorausgesetzt man reagiert richtig und versucht sie nicht einfach nur auszusitzen (Abb. 17.1).

Christoph Lüttge

Kapitel 2. Digitale Krisenkommunikation: Learnings aus der Covid-19-Krise

Beispiele aus der Corona-Virus-Krise belegen die Möglichkeiten und die Grenzen der Digitalisierung. Die Unternehmensbeispiele wurden unter dem Aspekt gewählt, eine möglichst große Bandbreite hinsichtlich Branchen und Unternehmensgrößen sowie Problemsituationen aufzuzeigen. Es wurden ausschließlich Unternehmen/Institutionen aus Österreich befragt, um die Vergleichbarkeit ihrer Reaktionen auf Regierungsvorgaben zu verbessern.

Kristin Engelhardt

5. Meinungen & Statements

Was denken andere Menschen über das Thema Vertrauen? Wie verorten sie es im privaten und unternehmerischen Kontext? Diese beiden Fragen waren die Ausgangspunkte für das Kapitel „Meinungen und Statements“. In sechs Interviews wurden Persönlichkeiten mit unternehmerischem Know-how, gesellschaftspolitischem Weitblick und unterschiedlichem Hintergrund zu ihren Meinungen, Einschätzungen und persönlichen Erfahrungen zum Thema Vertrauen befragt. Das Ergebnis ist ein interessanter und inspirierender Überblick, der durchaus verschiedene Perspektiven hierzu erkennen lässt. Was aber alle eint, ist das Bekenntnis zur großen Bedeutung von Vertrauen für das menschliche Miteinander und den Erfolg von Führungskräften, Unternehmen und Organisationen. Der Autor bedankt sich von ganzem Herzen bei Katrin Pucknat, Hendrik Adam, Steffen Ball, Prof. Dr. Simon Hahnzog, Marcus Lübbering und Heiko Thieme für deren Bereitschaft Teil dieses Buches zu sein, für ihr zeitliches Investment und die angenehme Zusammenarbeit während der Durchführung der Interviews.

Wolfram Schön

Newsroom-Prinzipien in der NGO-Kommunikation

Ein Vorbild für das Fundraising?

Nichtregierungsorganisationen (NGO) passen ihre Kommunikation aufgrund der Herausforderungen der VUCA World an. Die Vorreiter orientieren sich dabei an Newsroom-Prinzipien, die geprägt sind von New Work-Ansätzen. Das Fundraising steht vor gleichen Herausforderungen. Kommunikation und Fundraising sind zwei Seiten einer Medaille. Die neuen hier dargelegten Newsroom-Methoden und -Tools können zum einem transferiert werden und zum anderen dabei helfen, beide Entitäten wieder besser zu verzahnen und dadurch für die NGOs mehr zu bewirken.

Katrin Kowark, Mario Schulz

Kapitel 2. Die Moderne ist die Krise

Woraus resultiert das „ständige Krisengerede“ in der modernen Gesellschaft? Es muss strukturelle Gründe geben für die Uferlosigkeit der Krisenbefunde – unter Lebensbedingungen, von denen andere nur träumen können. Zwar weist die Coronakrise Eigenarten und Einzigartigkeiten auf, etwa das Großexperiment volldigitalisierten Lehrens und Lernens. Gleichwohl lässt die Krisenkommunikation bekannte Muster erkennen. So treten beispielsweise wie stets Kritiker auf, die nachher wissen, was man schon vorher gewusst haben könnte; und in die Deutungskonkurrenz um die „Meistererzählung“ der Krise greifen immer auch Verschwörungsprediger ein. Der Politik wächst gleichsam automatisch die Rolle der Krisenmanagerin zu.

Hans-Jürgen Arlt

Kapitel 1. Ohne Kommunikation keine Krise

Als Thema hat Krise Karriere gemacht. In die Diagnose „Krise“ steigert sich die neuzeitliche öffentliche Kommunikation zunehmend hinein. Vorstellungen von Krise finden sich jedoch auch in vormodernen Gesellschaften. Für die Stammes- und die Ständegesellschaft der Vormoderne sowie für die Industrie- und die Computergesellschaft der Moderne lassen sich unterschiedliche Krisenerlebnisse identifizieren.

Hans-Jürgen Arlt

Kapitel 3. Politik und Massenmedien im Netzwerkdebakel

Sozialstruktur und Kultur der Industriegesellschaft erfahren in der Computergesellschaft markante Änderungen, freilich ohne an die Wurzeln der Moderne, an Steigerungslogik, Konkurrenzdynamik und Kommerzialisierungsprozesse heranzureichen. Das Zentrum-Peripherie-Verhältnis, wie es für industriegesellschaftliche Kommunikation und Arbeit typisch ist, wird jedoch zugunsten von Netzverbindungen abgelöst. Soziale Bindungen werden deshalb in der Coronakrise leichter zerstört und leichter geknüpft. Um die Politik als Krisenmanagerin und den Journalismus als Krisenberichterstatter und – Kommentator zu verstehen, bieten sich Funktionsanalysen an, wie sie in der Theorie sozialer Systeme grundgelegt sind. Bleibt die Frage, wie viel Aufbruch - „Jetzt oder nie: Der Corona-Schock birgt die Chance auf eine bessere Welt“ (Der Spiegel) - der Umgang mit der Coronakrise hervorruft, zulässt, vermeidet, verhindert...

Hans-Jürgen Arlt

Gesellschaftlicher Aufbruch und Protest von der Außerparlamentarischen Opposition bis zu den Neuen Sozialen Bewegungen

Seit den späten 1960er Jahren ist innerhalb der bundesrepublikanischen Bevölkerung ein neuer Anspruch auf Mitsprache und Partizipation zu vernehmen. In Westdeutschland ist – genau wie in zahlreichen anderen Ländern Europas und den USA auch – ein deutlicher Anstieg des Protestgeschehens auszumachen. Mit neuen Protestformen und Symbolen etablierten und konsolidierten sich neue politische Rituale und Bräuche. Gleichwohl kann man eine regionale und sektorale Ungleichzeitigkeit dieser Veränderungen beobachten. Es ist somit zu fragen, wer diesen grundlegenden Wandel in der Gesellschaft einforderte und trug und was die Ziele, Themen und Aktionsformen dieser neuen Partizipations- und Protestinitiativen waren.

Sabine Mecking

3. Botschaften entwickeln

Mit Mitarbeitern sprechen: Die Kommunikation mit Mitarbeitern zu steuern und die Bedeutung von Kommunikation am Arbeitsplatz zu verstehen, ist wesentlich für den Erfolg einer Unternehmung. Mitarbeiter dürfen nicht lediglich als Empfänger von Arbeitsaufträgen verstanden werden, sondern sind eine wesentliche Anspruchsgruppe, die sich mit dem Unternehmen und seiner Tätigkeit identifizieren wollen und bei relevanten Entscheidungsprozessen einbezogen werden müssen, um ihre jeweilige Expertise und ihr Fachwissen einbringen zu können. Insofern sollte die Mitarbeiterkommunikation auf Augenhöhe stattfinden und wichtige Impulse für den Unternehmenserfolg liefern. Storytelling: Unternehmenskommunikation mit allen Anspruchsgruppen gelingt besonders effizient, wenn die Botschaften in Geschichten eingebunden werden. Narrative Strukturen ermöglichen es, Unternehmensbotschaften verständlich zu machen und diese zusätzlich emotional aufzuladen. Dies erleichtert die Verarbeitung der Botschaften aufseiten der Rezipienten beziehungsweise der Kunden und ermöglicht es dem Unternehmen, langfristig eine kohärente Identität bei den relevanten Zielgruppen aufzubauen. Zudem können kommunikative Maßnahmen strategisch in einen übergeordneten Zusammenhang eingeordnet werden. Wenn der Chef spricht: Um öffentliche Aufmerksamkeit für Botschaften zu erzielen, spielen die Chefmanager der Unternehmen seit einigen Jahren eine wichtige Rolle. Die Aufgabe der Unternehmenskommunikation lautet immer öfter, die CEOs auf ihre neuen Rollen als verantwortungsbewusste und kompetente, aber auch soziale, moralische und politische Repräsentanten des Unternehmens vorzubereiten und ihre Auftritte glaubwürdig zu inszenieren. Das Ringen um die Macht: Für die politische Kommunikation ist nicht nur der CEO, sondern die gesamte Unternehmenskommunikation zuständig. Um dies leisten zu können, ist eine gute Kenntnis des politischen Systems, der Entscheidungsstrukturen und der zentralen Akteure wichtig. Dargestellt werden die wichtigsten Institutionen in Deutschland und auf EU-Ebene. Anschließend werden die Möglichkeiten der Unternehmenskommunikation erklärt, um eigene Interessen im politischen System zu artikulieren und politische Entscheidungen zu beeinflussen. Wenn’s um Geld geht: Neben der Politik nimmt auch der Finanzmarkt einen immer stärkeren Einfluss auf das Handeln von Unternehmen. Die Finanzkommunikation muss dem Kapitalmarkt zeitnahe, vollständige und ehrliche Informationen über die Leistungsfähigkeit des Unternehmens und seine Pläne zur Verfügung stellen. Erläutert werden die wichtigsten Akteure aus dem Bereich der Anleger sowie der Rating-Agenturen, Analysten und Finanzmedien und deren Funktionen in der Finanzkommunikation.

Jan Rommerskirchen, Michael Roslon

2. Die Arbeit an der Kommunikation

Theorie der Kommunikation: Kommunikation ist eine soziale Handlung. Sie ermöglicht soziale Beziehungen und gemeinsames Handeln, wenn die Akteure sich wechselseitig ihre Absichten und Ziele vermitteln. Strategische Unternehmenskommunikation will die Gedanken und Handlungen der Anspruchsgruppen beeinflussen. Aus der Sicht der pragmatistischen Kommunikationstheorie werden die Bedeutung des Perspektivenwechsels und der Antizipation von Erwartungen für die Interaktion erläutert. Strategische Kommunikation: Dargestellt werden die zentralen Instrumente und Wirkungswege der strategischen Unternehmenskommunikation: die Information, die Diskussion und die Persuasion. Themen entwickeln: Das Themenmanagement baut darauf auf, es muss alle Anliegen seiner Anspruchsgruppen identifizieren, die die Wirtschaftlichkeit und die Legitimität des Unternehmens betreffen. Es plant und steuert alle Prozesse von der Beobachtung der Unternehmensumwelt bis zur Entwicklung von Botschaften. Aufgezeigt werden die Stufen der Themenentwicklung von der Latenzphase über die aktive und intensive Phase bis zum Abschwung sowie die Maßnahmen der Themensteuerung und die Strategien der Themenidentifizierung und des Themenmanagements. Das Unternehmen als guter Bürger: Daraus entsteht die Positionierung des Unternehmens als guter Bürger in der Gesellschaft. Neben seinen wirtschaftlichen Beiträgen müssen Unternehmen heute auch eine soziale Verantwortung übernehmen und einen gesellschaftlichen Zweck (purpose) verfolgen. Diskutiert wird die Frage nach der wirtschaftlichen, juristischen, moralischen und ethischen Verantwortung des Unternehmens und seiner Mitarbeiter im Kontext der Konzepte Corporate Citizenship, Corporate Stewardship und Corporate Social Responsibility. Risiken erkennen, Krisen vermeiden: Wesentliche Aufgaben der Unternehmenskommunikation sind das Risikomanagement und die Krisenkommunikation. Aufgezeigt werden die möglichen Risikoarten, deren Bewertung und die Formen der Vorbereitung auf eventuelle Krisen, die sich aus Risiken ergeben können. Dafür werden die Planungsschritte der Krisenkommunikation, ihre Strategien und die Krisennachsorge vorgestellt.

Jan Rommerskirchen, Michael Roslon

Kapitel 2. Kontext: Zur Verortung der Thematik im politikwissenschaftlichen Diskurs

Eines der kennzeichnenden Merkmale gegenwärtiger Politik ist die wachsende Komplexität politischer Prozesse. Eine Vielzahl gesellschaftlicher Akteur*innen interagiert auf unterschiedlichen Politikebenen und bedient sich diverser medialer Kanäle für die Kommunikation ihrer Agenden. Um sich in diesem Gewirr an Stimmen, Themen und Diskursen zurechtzufinden und sich dem Wandel gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse analytisch zu nähern, benötigen die Sozialwissenschaften stets neue Forschungsperspektiven.

Sebastian Jarzebski

Kapitel 2. Kommunikationsmanagement in einer digitalisierten Welt – eine Einführung

Kapitel 2.1 beschreibt den sozialen und medialen Wandel näher und analysiert die Konsequenzen für das Kommunikationsmanagement. Kapitel 2.2 geht auf die Anforderungen an die Kommunikationsstrategien ein und beschreibt, wie sich die strategischen Grundkoordinaten verschieben. Kapitel 2.3 diskutiert, welche Auswirkungen die veränderten Rahmenbedingungen auf ausgewählte Handlungsfelder des strategischen Kommunikationsmanagements haben und geht auf Schwerpunktverschiebungen in den Aufgabenbereichen ein.

Claudia Mast, Klaus Spachmann

Kapitel 4. Die Geschichte von den zwei Impeachments: Medien, Internet, Umfragen

Die Rolle der Medien – analog wie digital – ist seit der Kampagne um das Weiße Haus 2016 zentral für Donald Trump und seine Präsidentschaft, in guten wie in schlechten Zeiten. Die Erfahrung einer radikal polarisierten Öffentlichkeit hat der Präsident bereits während des Wahlkampfs erlebt; bei seinen campaign rallies traf er (fast) im ganzen Land auf ein elektrisiertes, enthusiastisches Publikum, das ihm überall hin folgen würde. Und in der medial vermittelten Öffentlichkeit sah er sich offener Häme ebenso wie harscher Kritik gegenüber, fand dort aber auch vorbehaltlose Unterstützung – größer konnten die Gegensätze nicht sein.

Christoph Bieber, Klaus Kamps

Kapitel 4. Zusammenfassung, Implikationen und Ausblick

Die Erkenntnisbeiträge dieser Arbeit basieren im Wesentlichen auf den fünf eingangs formulierten Forschungsfragen. Sie sollen daher im Folgenden anhand dieser Forschungsfragen zusammengefasst werden.

Helena Maria Lischka

5. Kommunikation im eSport

Aufgrund der Unterschiede zwischen Sport und eSport muss auch die Kommunikation unterschiedlich ausgestaltet sein und sich beispielsweise an der jungen Generation und der Komplexität der Spiele ausrichten. Als Kanäle stehen neben der klassischen Pressemitteilung insbesondere Social Media und Videoportale zur Verfügung. Obwohl der Charme des eSports in der Internationalität und dem grenzüberschreitenden Enthusiasmus liegt, sind lokale Themen wichtig wie nie zuvor. Der Leitsatz „think globally, act locally“ ergibt daher auch bei der Kommunikationsstrategie Sinn. Für diese lokalen Themen arbeitet die ESL mit Universitäten, Politikern, Elternverbänden oder beispielsweise der USK zusammen, um passende Kampagnen umzusetzen, Workshops zu veranstalten und Interessenten zu informieren.

Christopher Flato

Kapitel 1. Die Immunreaktion

Auf den ersten Blick scheint Donald Trump wenig mit einer griechischen Sagengestalt gemein zu haben. Auf den zweiten erweist er sich als moderne Variante des König Midas: Nahezu alles, was er anfasst, wird zu einem Skandal – und sei es ein Wasserglas. Innerhalb von gerade einmal zwei Jahren als amerikanischer Präsident ist es ihm gelungen, einen außergewöhnlichen Reichtum an Eklats, Demütigungen und Affären um sich zu versammeln.

Markus Heidingsfelder

Kriegsspiele. Video-Games und Weltpolitik

Dieser Beitrag richtet den Blick auf Videospiele, um die (welt-)politischen Dimensionen dieses gesellschaftlich weit verbreiteten Mediums auszuloten. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt vor allem auf der Frage, welches politikwissenschaftliche Erkenntnispotential in einer analytischen Auseinandersetzung mit Videospielen liegt, die Kriege und internationale Gewaltkonflikte thematisieren. Zudem wird diskutiert, wie Videospiele theoretisiert und methodisch geleitet untersucht werden können. Dies wird insbesondere dann wichtig, wenn die Forscher*innen keine Gaming-Experten sind und folglich auch nicht über eine ausgeprägte Spielpraxis oder die erforderlichen Fingerfertigkeiten verfügen.Zunächst verlangt die politikwissenschaftliche Betrachtung des Untersuchungsgegenstands eine Erläuterung. Sicherlich erscheint nicht allen Leser*innen direkt einleuchtend, weshalb diesem Medium ein eigener Beitrag gewidmet ist – die Vorbehalte gegenüber Videospielen sind nicht nur in der breiteren Gesellschaft sehr groß, sondern auch und gerade in der Wissenschaft, handelt es sich doch in erster Linie um Produkte der Unterhaltungsindustrie. Zudem werden insbesondere reaktionssensible Videospiele gerne auch als „E-Sport“ betrieben, was sich zu einem beträchtlichen internationalen Markt entwickelt hat. Die politische Dimension in Videospielen muss daher zunächst einmal freigelegt werden, wobei auch die Skepsis hinsichtlich der Erforschung von Videospielen einer Erörterung bedarf.Politisch relevant sind kulturelle Erzeugnisse wie Videospiele, Filme, Bücher, Theaterstücke etc. unter anderem auch, da durch die Re-mediatisierung und mediale Verankerung von Ereignissen kollektiv geteilte und sinnstiften de Erinnerungsnarrative geprägt und stabilisiert, aber auch hinterfragt und gegebenenfalls umgeschrieben werden können. Die Erkenntnisse über die erinnerungskulturelle- und politische Dimension von Videospielen lassen sich etwa für die Friedens- und Konfliktforschung nutzen, wenn es um Fragen nach der Repräsentation und Aufarbeitung von Kriegserfahrungen und kollektiver Traumata geht.

Axel Heck

6. Risiko-Management in der Produktion

In einem Industrie- und Handelsunternehmen können Risiken an jedem Punkt entlang der Wertschöpfungskette entstehen. So hatte die Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 oder die COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 massive Auswirkungen auf die Produktionsprozesse weltweit. Die Unterbrechung länderüberschreitender Lieferketten führte zu zumindest zeitweisen Produktionsstopps. Vor allem in der Folge der verstärkten Globalisierung der Wertschöpfungsnetzwerke sowie die Verschlankung derartiger Netzwerke ist die Risikoexponierung vieler produzierender Unternehmen in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Das Kapitel "Risiko-Management in der Produktion" bietet eine Einführung in Methoden zum Aufbau eines wirksamens Risiko-Managements im Bereich der Produktion. So werden u.a. die Methoden Szenariotechnik/Szenarioanalyse (deterministisch), FMEA (Failure Mode and Effects Analysis), Fehlerbaumanalyse (Fault Tree Analysis), Bow-Tie-Analyse, CIRS, PAAG und HAZOP beschrieben.

Frank Romeike, Peter Hager

5. Das digitale Technologierad der nächsten Generation

Um ihr Geschäftsmodell weiterhin erfolgreich zu betreiben, benötigen Unternehmen deutlich ausgeprägtere Technologiekompetenzen als seit in den vergangenen 20 Jahren. Noch nie gab es so viele unterschiedliche, miteinander kombierbare Technologien und damit ein so schwer zu durchschauendes, branchenumwälzendes Feld wie heute. Für die Chefetage birgt diese rasch voranschreitende Entwicklung von Technologien Chancen und Risiken zugleich. Als Business Technologies verstandene Technologien werden zum sicheren Wachstumsmotor, wenn sie bei richtigem Einsatz Effizienzreserven ausschöpfen, Unternehmen zum besseren „Kundenversteher“ befähigen und Innovationen ermöglichen. Sie werden zur Bedrohung, wenn sie sich in der eigenen Branche schneller als erwartet ausbreiten und den Wettbewerbs- und Anpassungsdruck erhöhen. Im Transformationskontext sprechen wir insbesondere von 20 Zukunftstechnologien, bei denen eine als Supertechnologie im Zentrum vor allen anderen steht: Künstliche Intelligenz. Die universell integrierbare Supertechnologie kann jede andere Technologie in ihrer Leistungsfähgikeit verbessern und ökonomisch veredeln. Damit wird KI zum größten Effizienz- und Innovationstreiber des digitalen Zeitalters. Im hier vorgestellten Technologierad der nächsten Generation werden alle 20 Technologien in einem Modell zusammengeführt. Aufgeteilt in Basis-, Schlüssel- und Schrittmachertechnologien umspannen sie einen ganzheitlich aufgefächerten Bezugsrahmen, der Unternehmen zur Verfügung steht, um eine robuste und zukunftsfähige Marktsituation zu entwickeln. Wenden Unternehmen KI und weitere Technologien richtig an, sind sie dem Wettbewerb weit voraus, begeistern ihre Kunden, steigern ihren Unternehmenwert und ihre Profitabilität und können kontinuierlich in weitere Technologien, Wettbewerbsvorteile und Innovationen investieren.

Michael Wolan

1. Unternehmenskommunikation in Zeiten digitaler Transformation

Der Beitrag beschreibt aktuelle Anforderungen, Trends und Tendenzen des Kommunikationsmanagements von Unternehmen in der digitalen Transformation. Dabei werden Antworten auf folgende Kernfrage gefunden: Wie und in welchem Umfang muss Kommunikationsmanagement konzeptionell-strategisch geplant und taktisch implementiert werden, um den Aufgaben, Rollen und Ansprüchen an gelingende Kommunikationsprozesse adäquat zu entsprechen und zur unternehmerischen Wertschöpfung beizutragen? Es wird ein differenzierter Blick auf die Materie gewagt, in den bis dato bewährtes kommunikationswissenschaftliches Reflexionswissen sowie die spezifisch digitalen Einflussfaktoren und diskursiven Ausprägungen der Mediengesellschaft 2.0 gleichermaßen einbezogen werden. Durch die Digitalisierung hat sich Kommunikationsarbeit in Teilen formal, instrumentell, inhaltlich und prozessual bereits verändert, mit sichtbaren Effekten auf beispielsweise Stakeholdermanagement, Reputationsbildung und Kommunikationssteuerung.

Bodo Kirf, Kai-Nils Eicke, Souren Schömburg

Preiskommunikation als Bestandteil des Reputationsmanagements

Preiskommunikation trägt zu einem positiven Reputationsprofil eines Unternehmens bei oder kann dieses Profil andererseits schädigen. Neben der Produktqualität und der passenden Promotion sind der Faktor Preis und seine Kommunikation ein Merkmal für Kundenzufriedenheit und die positive Wahrnehmung eines Unternehmens. Welche Faktoren des Reputationsmanagements lassen sich über die Preiskommunikation steuern? Welche Cases illustrieren, wie Preiskommunikation Wahrnehmungsprofile von Marken und Unternehmen modelliert? Dieser Beitrag bildet die gemeinsamen Nenner zweier strategischer Kommunikationsaufgaben ab und unterstreicht, dass Preisbotschaften und Preiswahrnehmung integrale Bestandteile von Reputationskonzepten ausmachen. In diesen Abgleich fließt sowohl die wissenschaftliche Perspektive als auch die öffentliche Wahrnehmung in Form exemplarischer, medial geführter Diskurse ein.

Silke Hahn

Preiskommunikation in Krisenunternehmen – eine Betrachtung aus Praxis-Sicht

Unternehmenskrisen werden meist von Preiskrisen begleitet. Der Preis als „Fieberthermometer“ offenbart Probleme, wie etwa mangelnde Wettbewerbsstärke oder nicht marktgerechte Angebote, häufig schon bevor die Krise insgesamt sichtbar wird. In der Krise selbst führt ein erheblicher Liquiditätsdruck nicht selten zu weiteren Preissenkungen. Dass sich die „Macht“ der Kunden und des Wettbewerbs gegenüber einem geschwächten Gegner vergrößert, verschärft die Herausforderung für das Management. Dieser Beitrag stellt ein systematisches Vorgehen zur Preiskommunikation in Krisenunternehmen vor, das mit der Definition der Preisziele und preispolitischen Maßnahmen beginnt und daraus den Stil und die Kanäle der Preiskommunikation ableitet. Dabei wird insbesondere auf die liquiditätsgetriebene Kurz- und die am Unternehmenswert und der nachhaltigen Rentabilität orientierte Mittelfristperspektive Bezug genommen.

Michael Paul

4. Führung zwischen Tradition und Wandel

Die Anzahl an Führungsstilen ist nahezu unüberschaubar geworden, ebenso die Zahl der Veröffentlichungen hierzu. Ein Beispiel: Der mediative Führungsstil soll als Weiterführung des demokratischen Führungsstils dazu beitragen, dass anstehende Themen und Anliegen, von der Faktenklärung über den Perspektivenwechsel hin zu zukunftsfähigen Lösungsoptionen, von den Betroffenen selbst erarbeitet werden. Dadurch entsteht Qualitätssicherung, weil gemeinsame Interessen und Bedürfnisse sich in individuell auf die Organisation abgestimmten Lösungen wiederfinden.Eine Modeerscheinung? Schwer zu beurteilen, da viele Führungsstile zeitlich gesehen recht jung und nicht immer mit wissenschaftlichen Grundlagen unterlegt sind. Die transformationale Führung, die vertrauensbasierte Führung, Digital Leadership, Distance Leadership und Agile Führung sind Führungsansätze, die sich in der Literatur und Praxis etabliert haben. Auch in der Führungswelt von Banken und Sparkassen erfahren diese Führungsstile zunehmend Beachtung.Aber braucht es wirklich neue Führungsansätze oder liefern die traditionellen Theorien und Konzepte, wie die Führungsprinzipien von Peter F. Drucker, bereits genug Impulse dafür, was eine wirksame Führung in der Praxis von Finanzinstituten ausmacht?

Alfred Burkhart

Wann ist eine humanitäre Krise eine humanitäre Krise? Zur Definition und Auslegung eines vagen Begriffspaares

Das Begriffspaar „humanitäre Krise“ verbindet zwei Worte, deren Bedeutung und Abgrenzung umstritten sind. Obwohl einige Disziplinen Wege zur Datensammlung und -analyse humanitärer Krisen entwickelt haben, sind sie doch mit dem Problem konfrontiert, diese genauer zu definieren. Das Kapitel analysiert Versuche unterschiedlicher Disziplinen und Experten sowie Expertinnen, humanitäre Krisen zu beschreiben und zu definieren (Humanitäres Völkerecht, Public Health und Humanitarian Studies). Der Beitrag untersucht unterschiedliche Herangehensweisen und Perspektiven, diskutiert aber auch die Defizite, die mit den jeweiligen Sichtweisen verbunden sind, die oft ein partielles und technokratisches Bild von Krisen zeichnen, das wenig kontextualisiert wird und den politischen Ursachen von Krisen und insbesondere der Rolle lokaler Akteure kaum gerecht wird. Schließlich plädiert das Kapitel für eine multiperspektivische und machtsensiblere Definition von Krisen und eine feinkörnigere Sprache, um die Diversität von Krisen adäquat zu fassen und schließlich allen Beteiligten gerecht zu werden.

Dennis Dijkzeul, Diana Griesinger

Für eine reflexive Krisenforschung – zur Einführung

Das Kapitel dient als Einführung in diesen Band und gibt einen Überblick über die einzelnen Teile und Beiträge. Zugleich plädiert es für eine reflexive Krisenforschung, die von den realen Bedrohungen ökologischer, ökonomischer, humanitärer oder politischer Bedrohungen ausgeht, die aber zugleich den konstruktivistischen Charakter von Krisendiagnosen und -dynamiken verdeutlicht. Anhand von politikwissenschaftlichen und zeithistorischen Betrachtungen wird verdeutlicht, dass sich im Begriff der Krise reale Probleme, deren Perzeption und eine Handlungsebene miteinander verbinden. Für zukünftige Forschungen wird empfohlen, Krise viel stärker als einen zu beobachtenden Begriff zu verstehen, denn als Analysekategorie.

Frank Bösch, Nicole Deitelhoff, Stefan Kroll, Thorsten Thiel

Krisenberatung: Sachliche und prozessuale Expertise in Krisen

Im Zentrum des Beitrags steht die Frage, wie wissenschaftliche Expertise in Krisensituationen durch wissenschaftsbasierte Beratung in praktische Problemkontexte übertragen werden kann. Während die Einbringung von wissenschaftlicher Expertise in politische Entscheidungsprozesse ein breit diskutiertes Forschungsfeld ist, wird Beratung in Situationen von Krisen weit weniger thematisiert. Unter diesen Vorzeichen wird idealtypisch unterschieden zwischen „Expertise in Krisen“, verstanden als Beratung auf der Basis vertieften Wissens über das in der Krise befindliche (Teil-)system, und „Expertise für Krisen“, verstanden als Beratung auf der Basis von generischem Wissen über Krisen und Krisenmanagement. Krisenberatung, so unsere These, ist zu verstehen als das im Prozessverlauf situativ aufeinander bezogene, sich dynamisch verändernde Zusammenwirken dieser beiden Formen von Expertise.

Verena Brinks, Oliver Ibert

Kapitel 4. Das Selbstverständnis der Feldakteure

Der folgende Beitrag befasst sich mit dem Selbstverständnis der Redakteure, die als Journalisten für die konkrete Produktion von Sondersendungen verantwortlich zeichnen. Um dieses Selbstverständnis rekonstruieren zu können, wurden teilstandardisierte, leitfadengestützte Interviews mit insgesamt elf Redakteuren durchgeführt. Die Interviewpartner erwiesen sich als sehr gesprächsfreudig und auskunftsbereit, die Interviews dauerten teilweise bis zu zwei Stunden.

Ludgera Vogt, Marcel Mathes, Svenja Reinhardt, Fiona Hollmann

Kapitel 1. Einleitung: Sondersendungen als Störungsanzeiger und Entstörungsritual

Außenreporter Sandro Zahlemann vom Mitteldeutschen Rundfunk steht abends auf dem Gleis 16 des Leipziger Hauptbahnhofs, um live von der Einfahrt eines nagelneuen ICE der Deutschen Bahn zu berichten. An Bord befinden sich u. a. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Verkehrsminister Alexander Dobrindt sowie Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, König von Bhutan. Anlass der Fahrt ist die Präsentation einer neuen ICE-Generation und der Abschluss eines großen Geschäfts, denn der König hat angekündigt, eine große Anzahl an ICE-Zügen in Auftrag zu geben.

Andreas Dörner, Ludgera Vogt

Kapitel 2. Die Methodik der Studie

Eine ethnografisch eingebettete Medienanalyse

Das methodische Vorgehen der in diesem Band veröffentlichten Studie wurde bereits in zwei Vorgängerprojekten erprobt, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert wurden. Im einen Projekt ging es um Politikerauftritte in Personality-Talkshows des deutschen Fernsehens (vgl. Dörner u. a. 2015), im anderen um den Einsatz von Komik und Humor im Bundestagswahlkampf 2013 (vgl. Dörner/Vogt 2017; siehe auch Dörner/Vogt 2018).

Ludgera Vogt

Kapitel 8. Fazit und Ausblick

Die vorliegende Studie hat Einblicke in den Produktionsprozess und die audiovisuelle Gestalt der Sondersendungen ARD Brennpunkt und ZDF spezial in den Jahren 2015 bis 2016 gegeben. Diese Sonderformate des deutschen Fernsehens haben nach wie vor hohe Reichweiten und stellen eine zentrale Institution der Krisenkommunikation in der politischen Medienkultur Deutschlands dar. Die Sendungen zeigen öffentlich gravierende Störungen der politischen und gesellschaftlichen Normalität an, sie ordnen diese Störungen jeweils ein und bieten Entstörungsrituale an, deren Spektrum von der kollektiven Trauer bis zur Problemlösungsfindung reicht.

Andreas Dörner, Ludgera Vogt

Kapitel 7. Fallstudien

Insgesamt wurden 19 Sondersendung auf ARD und ZDF zum Thema Griechenlandkrise ausgestrahlt, davon acht BP- (vier WDR, vier BR) und elf ZS-Sendungen. Jeweils eine Sendung behandelt den Wahlsieg der Syriza, drei BP und fünf ZS das Auslaufen der IWF-Kredite und die Rückzahlungsschwierigkeiten Griechenlands, zwei BP sowie drei ZS das auf Initiative der griechischen Regierung abgehaltene Referendum zum geplanten EU-Hilfspaket und die Folgen des Abstimmungsergebnisses. Jeweils zwei Sendungen behandeln die erfolgreichen Verhandlungen um ein neues Hilfspaket bei einem EU-Gipfel. Eine Besonderheit stellen der BP vom 29.06.2015 und das ZS vom 29.06.2015 dar, denn diese Sendungen werden live aus Athen gesendet.

Axel Fischer, Deborah Wolf, Andreas Dörner, Ludgera Vogt, Martin Henkelmann, Benjamin Scholz

Issues Management mit Social Media – Ein Erfolgsfaktor für die Unternehmens- und Markenkommunikation

Elke Kronewald und Theresa Lotichius zeigen im Rahmen ihres Beitrags die Bedeutung eines Themen- und Issues-Managements mit Social Media für die erfolgreiche Kommunikation von Unternehmen und Marken auf. Laut einschlägiger Studien ist die Social-Media-Kommunikation von Unternehmen weiterhin stärker auf eine möglichst kontrollierte Außendarstellung als auf einen direkten und authentischen Dialog mit den Nutzern ausgelegt. Themen- und Issues-Management im Social Web ermöglicht die frühzeitige Antizipation von kommunikativen Chancen und Risiken, um (Re-)Aktionen vorbereiten zu können. Mitarbeiter können durch Sensibilisierung für die Relevanz des Themen- und Issues-Managements den Scanning-Prozess unterstützen. Darüber hinaus empfehlen sie ein Themen- und Issues-Management auch für Unternehmen, die selbst nicht im Social Web aktiv sind.

Elke Kronewald, Theresa Lotichius

5. Cyber Crisis Prevention

Wie bei allen Krisen kommt es auch bei Cyber-Krisen darauf an, inwieweit das Ereignis schon außerhalb der Organisation sichtbar ist. Faustregel: je sichtbarer, desto komplexer die Lage und teurer die Bewältigung. Daher spielt auch bei Cyber-Krisen die Prävention eine wesentliche Rolle. Prävention bedeutet zweierlei: (1) Die Eintrittswahrscheinlichkeit zu senken, mit der vertrauliche Informationen öffentlich werden, wichtige Informationen nicht verfügbar sind, Informationen verfälscht oder von unechten Absendern verbreitet werden. (2) Vorkehrungen zu treffen, die die Auswirkungen eines Verlusts an Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit oder Authentizität kritischer Informationen begrenzen. Das alles können wir – wenn wir ISO 27032 folgen wollen – unter dem Label Cybersecurity verbuchen. Zum besseren Verständnis nutzen wir eine Analogie zwischen Cybersecurity und Verkehrssicherheit.

Holger Kaschner

3. Cyber Crisis Response

Ziel und Zweck der unmittelbaren Reaktion auf Cyber-Krisen ist, die (negativen) Auswirkungen eines adversen Ereignisses schnell und effizient einzudämmen sowie im Idealfall als Chance für (positive) Veränderungen zu nutzen. Dazu müssen wir schnell, mutig und umsichtig zugleich sein. Unter dem Druck einer Krise, d. h. den Erwartungshaltungen und kritischen Augen unserer zahlreichen Stakeholder, bleibt nicht viel Raum für Fehler. Daher müssen wir aus dem Chaos die wirklich wesentlichen Problemstellungen herausfiltern und systematisch angehen – und zwar unverzüglich. Dazu brauchen wir mehrere Prozesse: Alarmierung, Eskalation und Information; Initialisierung der Krisenbewältigung; Krisenbewältigung auf strategischer Ebene; Krisenkommunikation; Notbetrieb der kritischen Geschäftsprozesse; Reaktion auf IT-technischer Ebene (Incident Response, Disaster Recovery). Diese Prozesse laufen teils innerhalb einzelner Ebenen (strategisch, taktisch, operativ), teils über sie hinweg. Daher besteht eine weitere Herausforderung darin, für die Kohärenz der Krisenbewältigung über alle Ebenen hinweg zu sorgen. Obendrein sollten wir uns mit grundsätzlich denkbaren Strategien für unterschiedliche Problemstellungen vertraut machen. Die Problemstellungen reichen vom Öffentlichwerden vertraulicher Informationen bis zu Erpressungen mit gestohlenen, manipulierten oder verschlüsselten Datensätzen.

Holger Kaschner

6. Post Crisis Care – Krisennachsorge und -nachbereitung

Im Kern geht es bei der Krisennachsorge und -nachbereitung um zwei Dinge: Wir müssen die Beziehungen zu unseren Stakeholdern wieder reparieren – das ist der Blick nach außen – und wir müssen uns selbst einer ehrlichen und schonungslosen Manöverkritik unterziehen – das ist der Blick nach innen. Während die Beziehungspflege zu unseren Stakeholdern vor allem darauf abzielt, verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen, geht es bei der Manöverkritik um die Identifikation von Ansatzpunkten, an denen wir besser werden können und müssen. Egal, ob wir den Blick nach außen oder nach innen richten, wir brauchen ehrliche Aussagen. Wenn wir keine ehrlichen Aussagen bekommen, ist unsere Datenbasis schief. Und aus einer schiefen Datenbasis ziehen wir Schlüsse, die uns aller Wahrscheinlichkeit nach nicht weiterhelfen. In der Praxis hat sich daher ein bunter Mix an Formaten bewährt, mittels derer wir belastbare Aussagen zu unserem Krisenmanagement sowie der Entwicklung unserer Stakeholderbeziehungen bekommen können.

Holger Kaschner

4. Cyber Crisis Preparation

Ziel und Zweck vorbereitender Maßnahmen ist die Effizienz der Krisenbewältigung zu steigern. Sämtliche Lösungen erst unter dem unmittelbaren Druck einer Krise entwickeln zu müssen ist im besten Fall unnötig kompliziert, im schlechtesten sogar unmöglich. Daher bietet sich an, dass wir verschiedene Vorbereitungsmaßnahmen treffen: organisatorische, infrastrukturelle, logistische und technische. Die Notfall- und Krisenorganisation besteht (mindestens) aus einem Krisenstab, der die strategische Ebene verkörpert, und Notfallteams für die taktisch-operative Ebene. Sie profitiert von diversen Hilfsmitteln, wie beispielsweise einem Krisenhandbuch und Notfallplänen, speziellen Räumlichkeiten und Templates, aber auch technische Lösungen wie Alarmierungstools, Intrusion Detection Systeme (IDS) oder Security Information and Event Management Tools (SIEM-Tools). Insbesondere für die Krisenkommunikation sollten wir Vorkehrungen treffen. Elementar ist, dass wir die Mitglieder der Notfall- und Krisenorganisation angemessen auf ihre Aufgaben bei der Krisenbewältigung vorbereiten. Weitere Aspekte der Vorbereitung auf Cyber-Krisen sind die Identifikation der kritischen Ressourcen. Für deren Ausfall und Wiederanlauf sollten wir Pläne erstellen. Die Wirksamkeit der Pläne sowie der restlichen Vorbereitungsmaßnahmen sollten wir durch geeignete Testformate und Audits überprüfen. Damit nicht genug: Obendrein können wir eine entsprechende Cyberpolice abschließen und uns so gegen Cyberrisiken versichern.

Holger Kaschner

7. Auf einen Blick: Sieben Todsünden des Cyber Crisis Managements

Im Cyber Crisis Management gibt es zahllose Fettnäpfchen, die wir besser meiden sollten. Unter diesen Fettnäpfchen gibt es aber einige, die deutlich schlimmer sind als andere. Nennen wir sie die sieben Todsünden. (1) den Stakeholderfokus zu verlieren, (2) Prävention und Präparation zu vernachlässigen, (3) der „zu …-Illusion“ zu erliegen, (4) sich auf öffentliche Blame-Games einzulassen, (5) die Salami-Taktik einzusetzen, (6) die interne Kommunikation zu vernachlässigen oder (7) schönen Worten keine Taten folgen zu lassen.

Holger Kaschner

1. Cyber-Krisen wie aus dem Lehrbuch

Wie bei so vielem im Leben lassen sich auch bei Cyber-Krisen wiederkehrende Muster erkennen. Wenn wir diese verstehen, können wir versuchen die Krisen innewohnende Dynamik zu durchbrechen. Eine hier in Deutschland viel zu wenig beachtete Cyber-Krise erlebte Sony Pictures Entertainment (SPE) vor einigen Jahren. Diese kann als Blaupause dienen – sowohl für Unternehmen, die sich auf Cyber-Krisen vorbereiten, als leider auch für Angreifer, die aus einem breiten Instrumentarium schöpfen, mit dem sie Organisationen aller Branchen und Größen schaden können. Daher schauen wir uns zunächst die Erlebnisse von SPE um den Jahreswechsel 2014/2015 an, bevor daraus den prototypischen Verlauf der meisten Cyber-Krisen destillieren.

Holger Kaschner

3. Selbstverständnis des Mutterunternehmens

Die Zinsentwicklung führt zu einer deutlichen Verschiebung von Anlagegeldern aus dem Anleihemarkt in Richtung von Aktienanlagen und in Richtung direkter Unternehmensbeteiligungen. Entsprechend konkurrieren viele Konzern-Mutterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften mit ihren verfügbaren Geldmitteln, dem „dry powder“, um wenige zum Verkauf stehende mittelständische Unternehmen. Das Selbstverständnis des Mutterunternehmens ist eine Quelle für eine positive Differenzierung.Die Formulierung eines Selbstverständnisses des Mutterunternehmens ist die Grundlage für die Ausgestaltung des Beteiligungsmanagements. Dies umfasst die wesentlichen Aufgaben, die seitens der Holding- oder Beteiligungsgesellschaft wahrgenommen werden sollen. Mit den Aufgaben verbunden ist eine Zuordnung entsprechender Ressourcen. Das vorliegende Kapitel präsentiert einen Gestaltungsrahmen für die Formulierung des Selbstverständnisses von Mutterunternehmen. Darüber hinaus stehen die Motive für den Erwerb und das Halten von Beteiligungen, ausgewählte Typologien von Mutterunternehmen sowie eine neue Mission-Eigentümer-Matrix der realen Ausprägungen von Mutterunternehmen im Fokus. Das Kapitel umfasst auch eine quantitative Analyse der Beteiligungsstrukturen der DAX-30-Konzerne. Darüber hinaus enthält das Kapitel rund 30 Fallbeispiele, die Einblicke in die Praxis gewähren.

Klaus-Michael Ahrend

Kapitel 7. Zielgruppengerecht mixen: die neue Rolle interner Kommunikationsinstrumente

Die Auswahl an Instrumenten für die Interne Kommunikation ist groß, nahezu täglich kommen Anbieter neuer (digitaler) Informationstools hinzu. Vieles, was wir aus dem privaten Alltag kennen – Social-Collaboration-Plattformen, Apps, Print- und Online-Magazine, Veranstaltungsformate und Bewegtbild-Optionen – stehen uns auch im Rahmen kommunikativer Prozesse im Unternehmen zur Verfügung. Für Führungskräfte und Kommunikatoren gilt es, die passende Mischung an Instrumenten und Formaten zu finden und sie mit passgenauen Inhalten für ihre Zielgruppen zu befüllen.

Andrea Montua

1. Gute Arbeit 4.0 – Was könnte „gute Arbeit“ unter Bedingungen des Arbeitens 4.0 bedeuten?

Der nachstehende Aufsatz befasst sich mit den diskutierten Entwicklungen der ArbeitsweltArbeitswelt in Richtung 4.0 und betrachtet das Phänomen auf drei Ebenen (organisatorisch, individuell, sozialpolitisch). Zu Beginn wird die Janusköpfigkeit der Digitalisierung mit Blick auf Fragen der Arbeitsgestaltung beschrieben. Auf der organisatorischen Ebene sind ganzheitliche und systemische Konzepte für eine zukunftsfähige Arbeitsgestaltung notwendig. Betriebe, insbesondere KMU, benötigen Unterstützung für den Transfer erforschter Konzepte guter Arbeitsqualität in die Praxis. Mit der Digitalisierung können gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Arbeitserleichterungen einhergehen. Gute Arbeit 4.0 erfordert hierbei das reibungsfreie Zusammenspiel von organisatorischer und individueller Ebene und ist auf der individuellen Ebene als vollständig gestaltete Arbeit, die die Entwicklung der Persönlichkeit unterstützt, zu verstehen. Dies wird anhand der Prototypentheorie mithilfe des RIASEC-Modells am Beispiel der Berufe Erzieher/-in und Industriemechaniker/-in heuristisch untersucht. Digitalisierungsprozesse können Berufsbilder verändern und dadurch mehr oder weniger attraktiv für die Beschäftigten machen. Hier zeigen sich Gestaltungsfelder zur Bekämpfung eines etwaigen Fachkräftemangels. Auf der sozialpolitischen Ebene schafft ein Mindestmaß an sozialem Ausgleich und Schutz vor Selbstvermarktungszwang auch bei digitalem Wirtschaften Legitimation für parlamentarisch-demokratische Systeme. Die künftige Arbeitswelt sollte sich stärker für Arbeitsbeiträge unterhalb einer Vollzeittätigkeit öffnen. Stärker digitalisierte und neue Arbeitsformen erfordern nicht die Abschaffung von Sozialversicherungssystemen, sondern brauchen eine diskursive wie ganzheitliche Überarbeitung. Sozialpolitische Reformprozesse benötigen künftig elektronische Beteiligungsformen und sollten antizipierend auf Reaktionen in neuen Medien eingehen.

Ralph Conrads, Peter Guggemos, Gert-Holger Klevenow

Kapitel 5. Sanierungstaktik, Sanierungskommunikation, Sanierungshelfer

Auch wenn der Erfolg der Sanierung im Wesentlichen von der finanziellen Sanierungsfähigkeit und Sanierungswürdigkeit des in der Krise befindlichen Unternehmens abhängt, dürfen die vermeintlich weichen Faktoren keinesfalls unterschätzt werden. Dies nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass über die für eine erfolgreiche Sanierung erforderlichen Zugeständnisse Menschen entscheiden, welche sich nicht allein von Fakten überzeugen lassen, sondern im besten Sinne des Wortes auch bei den erforderlichen Entscheidungen abgeholt und mitgenommen werden wollen. Nur wer es versteht, mit dem notwendigen Feingefühl seine Gesprächspartner auf dem Sanierungsweg mitzunehmen, wird mit deren Unterstützung rechnen können.

Christoph Niering, Christoph Hillebrand

2. Geschäftsmodelle neu denken

Digitale und gesellschaftliche Einflüsse verändern Geschäftsmodelle schneller und radikaler als je zuvor. Die statische Betrachtung zu einem bestimmten Zeitpunkt wandelt sich zu einer andauernden, dynamischen Optimierung. Kundenprobleme und Bedürfnisse sowie das dazu zugehörige Wertangebot rücken in den Fokus. Zu klären ist, welche Bausteine für erfolgreiche Geschäftsmodelle in der Zukunft handlungsleitend sind und wie ein Geschäftsmodell aufgebaut sein muss, welches sich fortwährend weiterentwickelt. Dazu wird ein systemischer Geschäftsmodellansatz (Business Model System) abgeleitet, welcher auf Basis von drei Subsystemen (Einfluss-, Kanal- und Operating System) einen dauerhaften Veränderungserfolg des Geschäftsmodells gewährleisten kann.

Stefan Tewes

14. Handlungsempfehlungen für die Zukunft

In diesem Kapitel werden auf Basis der Expertenbeiträge aus dem zweiten Teil des Buches Handlungsempfehlungen für die Zukunft abgeleitet. Ziel des Kapitels ist es, branchenspezifische und -übergreifende Erfolgsfaktoren für die Geschäftsmodelle der Zukunft zu identifizieren. Um die Vergleichbarkeit der einzelnen Branchen zu gewährleisten, wird der Analyse- und Handlungsrahmen künftiger Geschäftsmodelle aus Kap. 2 verwendet.

Stefan Tewes, Benjamin Niestroj, Carolin Tewes

STUDIO360 – the Story Factory by AccorHotels Content und Storytelling auf allen Kanälen

Mit dem „STUDIO360 – the story factory by AccorHotels“ (kurz: STUDIO360) hat das Reise- und Lifestyleunternehmen Accor inmitten einer umfassenden Unternehmenstransformation eine integrierte Marketing- und Kommunikationsstrategie für die Region Central Europe geschaffen. Im Folgenden wird neben der Ausgangslage detailliert auf die Umsetzung eingegangen – und erklärt, welche Herausforderungen mit der neuen Organisationsstruktur einhergingen. Eine der wichtigsten Besonderheiten: Die Kommunikationsstrategie samt Umsetzung wurde vollständig intern und ohne die Unterstützung einer externen Beratungsleistung entwickelt. Zudem ging diese Initiative von einer der Länderorganisationen aus, ohne in der globalen Konzernzentrale gespiegelt zu werden. Das STUDIO360 bietet damit ein gutes Beispiel für eine pragmatische Umsetzung mit limitierten finanziellen Mitteln.

Anne Wahl, Janine Martin, Sybille Milka-Böhm

Kapitel 2. Ernährungskommunikation(-sforschung)

In diesem Kapitel erfolgt zunächst ein kurzer historischer Abriss zum Stellenwert von Ernährungskommunikation in der bisherigen Ernährungsforschung. Anschließend folgt eine Einführung in die Perspektive der gesellschaftlichen Ernährungskommunikationsforschung. Es werden Veränderungen der Ernährungsforschung im Kontext von Nachhaltigkeit aufgezeigt und im Hinblick auf ihre Bedeutung für das Verständnis und die Praxis der Ernährungskommunikation diskutiert.

Tina Bartelmeß

Symmetrische und asymmetrische Macht

In der Ambivalenz des Machtbegriffs verortet Jan Rommerskirchen ein Problem: Macht ist allgegenwärtig in Gesellschaft und zugleich ein Tabu. Er schlägt deshalb vor, zwischen zwei Formen von Macht zu unterscheiden: Einerseits die asymmetrische Macht einiger weniger über viele andere und andererseits die symmetrische Macht zu handeln und die Welt in und durch Gruppen oder Organisationen zu verändern. Jan Rommerskirchen untersucht in seinem Beitrag die Voraussetzungen und die sozialen Kontexte der Handlungsmacht von Konsumenten und Unternehmen, um daraus deren Chancen und Risiken zu analysieren, die zu einer vertrauensvollen kooperativen Machtverteilung zwischen den Akteursgruppen im gemeinsamen Bemühen um eine bessere Welt führen.

Jan Rommerskirchen

Kapitel 3. Der Mittelstand aus Sicht der Organisationskommunikation

„Die zunehmende Verlagerung von der Leistungs- und Preiskonkurrenz zum Kommunikations- und Akzeptanzwettbewerb sorgt dafür, dass viele Unternehmen – zunehmend auch im Mittelstand – ihre Kommunikation professionalisieren und intensivieren.“ (Zerfaß 2014, S. 22) Im Folgenden wird die Kommunikation mittelständischer Unternehmen näher skizziert. Hierfür nimmt die Arbeit erstens eine theoretische Vororientierung zur Organisationskommunikation vor, indem sie die Begriffe Organisationskommunikation und Public Relations kommunikationswissenschaftlich fundiert und zum Begriff der Unternehmenskommunikation in Beziehung setzt. Die Darlegung erster Begriffsskizzen wird erforderlich, da die Arbeit erst in Kapitel 4 das verwendete Kommunikationsverständnis auf Basis einer handlungsorientierten, organisationssoziologischen Perspektive begründet.

Luisa Winkler

Kapitel 3. Über das echte Personaler*innenleben, und wie man es meistert

Candidate Experience ist seit langem eines der wichtigsten HR-Themen. Es ist kein Geheimnis mehr, dass Arbeitgebende gerade bei der Anbahnung von Kontakten zu Kandidat*innen eine gute Figur abgeben müssen. Ganz passend zu einem meiner Lieblingssprüche „Arbeitgebermarke ist wie Disko, entweder du siehst geil aus oder du tanzt allein!“, müssen Unternehmen dafür sorgen, dass über den gesamten Recruitingprozess hinweg alles stimmt.

Jannis Tsalikis, Eva Stock

3. Compliance Management

Compliance Management stellt die rechtliche Verantwortung von Unternehmen in den Fokus. Rechtlich korrektes Verhalten soll im Unternehmen bei allen Beteiligten gesichert werden. Dafür können Unternehmen Compliance Management-Systeme etablieren. Der Begriff Compliance Management, seine Treiber, Nutzen und die Funktionen verweisen bereits auf das Potenzial des Ansatzes. Die theoretische Basis und die rechtliche Grundlage von Compliance Management werden erörtert. Ausmaß und Arten von Wirtschaftskriminalität zeigen mögliche Schäden in Unternehmen auf, denen ein Compliance Management entgegnen kann. Bei der Umsetzung von Compliance Management in Unternehmen wird auch das Konzept des Whistleblowing eingebunden. Neben einer organisatorischen Verankerung bildet insbesondere die Ausgestaltung einer Compliance-Kultur einen Eckpfeiler erfolgreichen Managements. Compliance Management wird ergänzend mit besonderem Augenmerk auf kleine und mittelständische Unternehmen betrachtet. Eine Untersuchung der Erfolgswirkungen von Compliance Management rundet das Kapitel ab.

Claudia Kreipl

Kapitel 13. Bedarfe an neuen Beteiligungsformaten aus Sicht kommunaler Verantwortlicher in Sachsen

Die politische Situation in Sachsen gilt bundesweit als besonders brisant. Die gesellschaftliche Polarisierung zeigte sich in den letzten 5 Jahren in eskalierenden und in gewalttätige Ausschreitungen gipfelnden Konflikten um die politische und gesellschaftliche Bewältigung der gestiegenen Zuwanderung von Geflüchteten und Migranten in den Freistaat. Einem schwindenden gesellschaftlichen Zusammenhalt und emotional aufgeladenen Konflikten müssen die Kommunen aber nicht hilflos gegenüberstehen. Kommunale Krisendialoge und bürgernahe Kommunikation können diese Probleme effektiv bearbeiten. Eine bürgerorientierte Verwaltungspraxis, welche die betroffenen Akteurinnen frühzeitig einbindet und mit Dialogbereitschaft Verwaltung mit Bürgerinnen und Bürger lösungsorientiert rückkoppelt, ist jedoch voraussetzungsreich. Im vorliegenden Beitrag werden hierfür die Ergebnisse der „Sächsischen Bürgerdialogstudie“, einer Befragung der sächsischen Gemeinden zu Prioritäten, Bewertungen und Meinungen zu Dialogformaten, dargestellt. Zuvor werden die hierfür bedeutsamen Besonderheiten in Ostdeutschland dargelegt sowie Ansätze zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements angeregt und anhand von Erfahrungen aus der praktischen Verwaltungsarbeit auf Kreisebene flankiert.

David Gäbel, Cathleen Bochmann

Mit Rechts- und Krisenthemen im Fokus der Öffentlichkeit – Worauf es bei überzeugender Litigation-PR ankommt

Litigation-PR kann grundsätzlich jedes Rechtsgebiet betreffen, fokussiert sich in der Regel allerdings auf einige besonders relevante. Dieser Beitrag zeigt, wie sich die Rechtskommunikation in den vergangenen Jahren entwickelt hat, worauf es bei Vorbereitung und Umsetzung der PR-Strategie ankommt und welche Instrumente sich besonders anbieten. Beleuchtet werden dabei Einsatzmöglichkeiten, aber auch Grenzen. Unterfüttert wird der Beitrag mit einer Vielzahl aktueller Beispiele.

Martin Wohlrabe

Interview: Litigation-PR im Großkonzern – Die Öffentlichkeitsarbeit am Beispiel Kartellschadensersatz

Juristische Auseinandersetzungen bedeuten regelmäßig erhebliche Belastungen für Unternehmen. Teils stecken darin aber auch große wirtschaftliche Chancen. Die Deutsche Bahn (DB) packte diese beim Schopfe, als es um das Thema Kartellschadensersatz ging. Wie, insbesondere mit Blick auf die Pressearbeit, darüber spricht Bahnkommunikator Jens-Oliver Voß mit Herausgeber Martin Wohlrabe. Darüber hinaus wirft er einen Blick darauf zurück, wie der Staatskonzern in weiteren juristischen Auseinandersetzungen kommunizierte.

Martin Wohlrabe, Jens-Oliver Voß

Kommunikation im Umfeld der DSGVO – Wie Unternehmen bei Cyberattacken vorgehen

Hackerangriffe sind eine große Gefahr für den Ruf eines Unternehmens. Zum einen sehen sich die Manager plötzlich einem Heer zorniger Nutzer gegenüber, denen sensible Informationen gestohlen wurden: Namen, Adressen, manchmal Kreditkartendaten. Zum anderen werden Journalisten Aufklärung fordern, werden wissen wollen, wie es dazu kommen konnte und wer schuld ist. Und dann sind da auch noch die Behörden, die mit Bußgeldern drohen. Wie die Führungsebene mit all dem umgeht, lässt tief in die Firmenkultur blicken. So war es auch im ersten großen öffentlichkeitswirksamen Bußgeldverfahren in Sachen DSGVO (der Autor war hier als Berater tätig). Worauf es bei der Kommunikation nach Cyberattacken ankommt.

Martin Wohlrabe

Kapitel 8. Bestandsaufnahme der öffentlichen Kommunikation und Wahrnehmung

Die Debatten über Biokunststoffe prägen den öffentlichen Diskurs und stellen für Unternehmen einerseits den Rahmen, in welchem sie sich kommunikativ bewegen und den sie andererseits durch ihre eigenen Kommunikationsaktivitäten mitgestalten. Wie in Kap. 1 dargestellt, war ein Ziel des Teilprojekts „Öffentliche Wahrnehmung und Kommunikation“ eine Bestandaufnahme der öffentlichen Kommunikation über und Wahrnehmung von Biokunststoffen. Grundlage hierfür waren drei qualitative Studien. In den folgenden Abschnitten werden neben grundlegenden Informationen zu Design und Anlage der qualitativen Erhebungen deren Kernergebnisse vorgestellt. Abschn. 8.1 fasst Erkenntnisse zu Perspektiven, Informationsinteressen, Strategien und Maßnahmen zusammen, die bisher die öffentliche Kommunikation über Biokunststoffe bestimmen (Ergebnisse einer Webseitenanalyse sowie von Leitfadengesprächen). In Abschn. 8.2 werden Wahrnehmungsstrukturen – insbesondere hinsichtlich der prägnanten Eigenschaften Bioabbaubarkeit und Biobasiertheit – erörtert, die für Einstellungen und Bewertungen seitens der VerbraucherInnen zentral sind (Ergebnisse aus Gruppendiskussionen). Die Erkenntnisse aus den verschiedenen Studien werden in Abschn. 8.3 zusammengeführt und bieten damit einen Anknüpfungspunkt für die Entwicklung organisationsspezifischer Kommunikationskonzepte zu Biokunststoffen.

Julia-Maria Blesin, Wiebke Möhring

Baustellenbeirat und Baggerballett

Kommunikation und Öffentlichkeitsbeteiligung in der Ausführungsphase von Bauprojekten

Aufbauend auf theoretischen Modellen sowie Erkenntnissen aus den Bereichen Stakeholder-Management, Issue- und Change-Management wird ein Ansatz für integriertes Kommunikationsmanagement in der Bauphase entwickelt. Dabei werden die Möglichkeiten für Information, Konsultation, Kooperation und Marketing in dieser Phase herausgearbeitet. Auf der Basis leitfadengestützter Experteninterviews mit Vorhabenträgern, Bauunternehmen und Agenturen werden Stakeholder, Ziele, Inhalte und Instrumente für die Kommunikation in der Bauphase identifiziert. Die Ergebnisse zeigen: In der Bauphase stehen Betroffene und Interessierte im Zentrum der Kommunikation und der Beteiligung. Sie werden mit vielfältigen Kommunikationsinstrumenten angesprochen. Für die Wahl der Instrumente gibt es keine Patentlösung, vielmehr ist sie stark vom jeweiligen Projekt und seinen Anspruchsgruppen abhängig.

Sarah Rögele

Kommunikationsmanagement bei Bau- und Infrastrukturprojekten

Erfolgsfaktoren am Beispiel des ThyssenKrupp Testturms in Rottweil

Trotz seines Konfliktpotenzials ist der ThyssenKrupp Testturm in Rottweil ohne große Proteste realisiert worden. Mittels leitfadengestützter Interviews mit Projektverantwortlichen und Journalisten wird das Kommunikationsmanagement der Projektpartner ThyssenKrupp (Bauherr), Stadtverwaltung Rottweil (Standortkommune) und Züblin (Generalunternehmer) nachgezeichnet. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Faktoren zum kommunikativen Gelingen des Großprojekts beigetragen haben. Ferner wird die Medienberichterstattung über den Testturm untersucht. Neben den allgemein gültigen Erfolgsfaktoren, die sich auch bei anderen Projekten finden lassen, gibt es projektspezifische Erfolgsfaktoren: u. a. die gute Zusammenarbeit im Projektteam, die Einbeziehung eines Mittlers und das Aktivieren von Multiplikatoren. Auch wurde das Projekt von der Konzern- auf die lokale Ebene heruntergebrochen: Der Testturm wurde als neues Wahrzeichen in das Stadtmarketing integriert und durch Begleitaktionen externer Akteure (z. B. Künstler, Schulen, Redaktionen) positiv geframt.

Lisa Fehrentz

Vorhabenträger auf dem Weg zu gesellschaftlich tragfähigen Lösungen

Dialogorientierte Kommunikation bei Bau- und Infrastrukturprojekten

Bau- und Infrastrukturprojekte stoßen immer wieder auf Widerstände in Teilen der Bevölkerung. Die Gründe für Proteste sind vielfältig. Um gesellschaftlich tragfähige Lösungen zu finden, bedarf es einer dialogorientierten Kommunikation zwischen den Vorhabenträgern einerseits sowie der Bevölkerung, zivilgesellschaftlichen Gruppen, Politik und Verwaltung andererseits. Damit der Dialog gelingt, ist die Einhaltung grundsätzlicher Regeln wichtig. Darüber hinaus gibt es in den verschiedenen Phasen eines Projektes – von der Grundlagenermittlung bis zur Baufertigstellung – spezifische Regeln für die Projektkommunikation. Wie Vorhabenträger diese Anforderungen wahrnehmen, welche Kommunikationsinstrumente sie einsetzen und wie sie das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag der Projektkommunikation einschätzen, ergab eine Umfrage unter Vorhabenträgern bei 97 deutschen und österreichischen Bau- und Infrastrukturprojekten.

Frank Brettschneider, Ulrich Müller

3. Handlungsfelder PR – Was gibt es und was passt zu uns?

Sinnstiftende PR ist nicht nur börsennotierten Unternehmen und anderen Big Playern vorbehalten: mit den richtigen Maßnahmen ist das auch bei kleinen Unternehmen und Mittelständlern ohne Weiteres möglich. Und enorm wichtig, denn wer kann heutzutage auf Bekanntheitssteigerung, Imagebildung und Vertrauensbildung in der eigenen Öffentlichkeit verzichten?

Nina Claudy

Kapitel 71. Interview: Zu unserer Sicherheit und Resilienz müssen wir alle beitragen

Wolfram Geier, Chirine Etezadzadeh

1. PR und die Corporate Communications

Zu Beginn des Buches werden die Grundlagen gelegt und Besonderheiten der Public Relations (PR) angesprochen. Die Inhalte und Funktionen der PR haben sich im Laufe ihrer Ausdifferenzierung mehrfach gewandelt – und mit ihr auch die Definitionen dessen, was PR ist. Darüber hinaus werden eingangs zunächst Handlungsfelder und Funktionen der PR erläutert (Abb. 1.1).

Carina Schmidt, Carsten Rennhak

4. Ethik der PR

In diesem Kapitel werden dem Leser der moralisch-sittliche Kodex im Handeln von PR-Praktikern und die diesem zugrunde liegenden Normen nahegebracht (Abb. 4.1). Die Verhaltensanforderungen für PR-Praktiker haben sich parallel zum Berufsbild entwickelt und entsprechend entstanden über die Jahre verschiedene nationale und internationale Kodizes, von denen die wichtigsten im Folgenden vorgestellt werden.

Carina Schmidt, Carsten Rennhak

Kapitel 2. Konzeptionelle Grundlagen

Im zweiten Kapitel wird der Zusammenhang zwischen LOHAS und Online- Kommunikation im Lebensmitteleinzelhandel näher beleuchtet. Dabei werden zunächst aus der wissenschaftlichen Literatur die thematisch wichtigsten Begriffe definiert, Abgrenzungen gesetzt und erläutert. Folgend wird die Verwebung der Begriffe abgeleitet, um die theoretischen Forschungsfragen beantworten zu können und ein Zwischenfazit daraus zu ziehen. Das Theorie-Kapitel stellt die Grundlage für die empirische Auseinandersetzung der Thematik in Kapitel 3 dar.

Karin Weissinger

Kapitel 9. MS Kompass

MS Kompass steht für einen großen Dampfer im übertragenen Sinn. Viele Unternehmen sind wie große Schiffe schwer zu manövrieren und, wenn es einmal Schlagseite gibt, auch schwer wieder aufzurichten. Auch Kliniken und insbesondere Universitätskliniken sind häufig wie große Schiffe, die nur schwer zu manövrieren sind. Zu viele einzelne Bereiche, zu viele unterschiedliche Interessen, zu viele Mitarbeiter und zu wenig nachhaltige Durchdringung von gemeinsamer Fokussierung auf den Patienten. Gerade in der Zeit der Digitalisierung und des mehr und mehr aufgeklärten Patienten ist es wichtig, in rauer und stürmischer See (Ressourcenmangel) Kurs zu halten und einen sicheren Hafen immer wieder anzusteuern, sowohl für Patienten als auch für Mitarbeiter. Auch dieser Aspekt spielt in der Zukunft eine immer wichtigere Rolle, denn sind die Fachkräfte erstmal von Bord gegangen, wird es für die Matrosen und den Kapitän noch schwieriger, das Schiff zu lenken.

Anna-Lena Spiegel, Martina Oldhafer

Polizei 4.0 und digitale Arbeitswelt

Eine qualitativ-empirische Untersuchung am Beispiel der Polizei NRW

Die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) haben unseren Alltag erobert, ihn effizienter, effektiver, flexibler und dynamischer oder einfach „smarter“ gemacht. Dieser Wandel scheint noch lange nicht abgeschlossen zu sein. Hochautomatisierte, vernetzte und smarte Systeme auf Grundlage von Digitalisierung, Robotik, Sensorik sowie cyberphysischen Systemen und Big Data werden im Zuge einer digitalen Transformation alle Bereiche der Arbeitswelt maßgeblich verändern. Das Internet of Things (IoT), Big Data, künstliche Intelligenz (KI) und Vernetzung werden die Arbeitswelt von morgen prägen.

Andreas Hering, Antonio Vera

Der GWA Effie Award – Erfolgsfaktoren effizienter analoger und digitaler Marketingkommunikation

Die Erfolgsfaktoren effizienter analoger und digitaler Marketingkommunikation sind ein Thema, das für Theorie und Praxis, für Agenturen, Beratungen und Unternehmen relevant und zugleich nur unvollständig analysiert ist und das bislang nicht annähernd transparent dargestellt werden kann. Gerade aufgrund des drastischen Wandels im Rahmen der digitalen Transformation, welche die Marketingbranche aktuell und zukünftig vor Herausforderungen stellt und zugleich zahlreiche Chancen bietet, ist eine deutliche Identifikation von Stellhebeln effizienter 360°-Kommunikation notwendig. Anhand einer Untersuchung von Daten des Gesamtverbandes deutscher werbetreibender Agenturen (GWA) zum deutschen Werbeeffizienzpreis „Effie“ erfolgte daher – in Kooperation mit der Werbeagentur BBDO und dem GWA – die Analyse der für ihre Effizienz und Werbewirkung ausgezeichneten analogen und digitalen Kampagnen. Die Identifikation der Erfolgsfaktoren effizienter und integrierter Marketingkommunikation wird im Folgenden detailliert dargestellt.

Stephanie Cordesmeyer, Fabian Degen, Meike Terstiege

Fallstudie: Preiskommunikation bei beckers bester

Veränderte rechtliche Rahmenbedingungen sowie eine Verschärfung der Wettbewerbssituation führten zu einer notwendigen Neuausrichtung der Marke beckers bester. Die hohe Qualität und die Nähe zur Natur als bisherige Kernmarkenattribute wurden durch die Werte Wertschätzung, Offenheit und Nachhaltigkeit konsequent weiterentwickelt und durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen gezielt umgesetzt. So entschied sich das Unternehmen, auch die Preiskommunikation zu den Endverbrauchern an diesen Werten auszurichten.Die Fallstudie zeigt, wie beckers bester daher auch in einer Krisensituation, ausgelöst durch einen dramatischen Ernteausfall und der damit verbundenen Kostenerhöhung im Beschaffungsmarkt, an diesen Werten festgehalten hat und eine ehrliche und begründete Preiskommunikation der unausweichlichen Erhöhung der Endverbraucherpreise umgesetzt hat.

Sebastian Koeppel

Zur Relevanz der Ressource Wissen für Einsatzorganisationen

Innerhalb des vorliegenden Beitrages wird ein empiriebasierter konzeptioneller Bezugsrahmen für den Transfer von Einsatzwissen vorgestellt. Nach einer grundlegenden Erläuterung des Begriffs Einsatzwissen wird der einsatzorganisationsspezifische Umgang mit Wissen – sowohl in konzeptioneller Hinsicht als auch in Bezug auf konkrete Vorgehensweisen – adressiert. Es wird deutlich, dass trotz überwiegend hierarchischer Strukturen insbesondere informelle Formen des Wissenstransfers von zentraler Bedeutung für Einsatzorganisationen sind. Der gegenständliche Beitrag befasst sich überdies mit Entwicklungstendenzen, die für Einsatzorganisationen bezüglich des Umgangs mit der Ressource Wissen von zukünftiger Relevanz sind.

Johannes C. Müller

3. Fußball und Sicherheit

Fußballspiele in den drei deutschen Profiligen gelten einerseits als vergleichsweise sichere Großveranstaltungen, bei denen verhältnismäßig wenige Personen zu Schaden kommen. Andererseits kommt es gerade auf den Reisewegen von und zum Stadion immer wieder zu sicherheitsrelevanten Ereignissen, zum Beispiel zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Fangruppierungen, Konflikten zwischen Fans und Polizei oder Störungen von Mitreisenden und Anwohnern. Während im hochregulierten Stadionbereich vergleichsweise wenig Störungen zu registrieren sind, sieht dies im Umfeld des Stadions und auf den Reisewegen anders aus. Besonders in den urbanen Regionen der Großstädte kommt es zu Konflikten durch regelwidriges bzw. abweichendes Verhalten. Hier bewegen sich große Menschenmengen durch dicht besiedeltes Stadtgebiet, in Bussen, S- und U-Bahnen zum Stadion und zurück. Die Unübersichtlichkeit des Stadtraums stellt eine besondere Herausforderung für die Sicherheitsakteure dar, Konflikten präventiv zu begegnen oder diese im Nachhinein friedlich zu regeln. Solche Konflikte entstehen dabei nicht immer rein intentional, sondern sie werden auch durch Missverständnisse oder vermeidbare Situation ausgelöst, die als Provokationen gewertet werden können. Mit Hilfe von richtig eingesetzter Kommunikation kann dem vorgebeugt werden bzw. eine Grundlage für Konfliktregulierung geschaffen werden. Dies gilt für das Verhältnis zwischen den (Sicherheits-)Akteuren im Netzwerk der Sicherheitsgewährleistung, für das Innenverhältnis der Sicherheitsakteure sowie im Verhältnis der Sicherheitsakteure zur Außenwelt, insbesondere gegenüber Veranstaltungsbesuchern und Fans, aber auch der weiteren Öffentlichkeit. Dieses Kapitel widmet sich daher der Kommunikation der Sicherheitsakteure nach innen (interne Kommunikation), außen (externe Kommunikation) und der Kommunikation im lokalen Netzwerk der Sicherheitsgewährleistung (interorganisationale Kommunikation).

Thomas Kubera, Andreas Werner, Malte Klemmt, Beatrice Borner, Johannes Hoffmann

4. Social Media

Durch die starke Verbreitung der sozialen Medien und deren Rückkanalfähigkeit wandeln sich Unternehmen von reinen Absendern einer Werbebotschaft zu Vertretern einer Marke, die im Dialog mit ihren Kunden stehen und ebenso als Content-Provider wie als „Ermöglicher“ für Kommunikation fungieren müssen. Die Bandbreite der verfügbaren Maßgrößen für die Steuerung der Unternehmenskommunikation in den sozialen Medien ist allerdings so groß, dass man sich gerne in einer Vielzahl möglicher Metriken verliert. Das Kapitel führt durch die wichtigsten Fragen und die dafür jeweils hilfreichen Kennzahlen angefangen von einem grundlegenden Social Media Listening bis hin zu spezifischen Social Media Insights.

Dennis Ahrholdt, Goetz Greve, Gregor Hopf

Open Access

Kommunale Kommunikation in digitalen Zeiten

Nirgendwo agiert Politik näher am Volk als in Städten und Gemeinden. Jede Entscheidung eines kommunalen Parlamentes oder einer Verwaltung, jeder Behördenfehler, jedes Versagen einzelner Sachbearbeiter und jede technische Panne haben unmittelbar Folgen für den Alltag der Bürger. Entsprechend nah am Leben gestaltet sich die Kommunikation einer Kommunalverwaltung – oft anders als nach Lehrbuch konzipiert.

Andreas Möser

Open Access

Öffentliche Verwaltung – Verwaltung in der Öffentlichkeit: Eine Szenario-Analyse

Öffentliche Verwaltung bezeichnet den Teil der Exekutive, der mit der Umsetzung legislativer Entscheidungen befasst ist. Aber wie öffentlich ist die öffentliche Verwaltung? Was für den Bereich der Gubernative, also für Regierungen bzw. die politische Spitze von Bundes- und Landesministerien oder Kommunen vielleicht noch ein selbstverständliches, umfassendes Postulat ist, gilt für die Administrative, also v. a. klassische Behörden nach wie vor nicht im vergleichbaren Sinne.

Susanne Knorre, Jan Niklas Kocks

4. Burnout-Prävention und -Intervention: Was kann ich tun?

Wir können dem Burnout in drei Stufen begegnen: präventiv, interventionell und kurativ. Nicht immer lassen sich diese drei Stufen scharf voneinander trennen. Denn während eine innere Seite womöglich Hoffnungslosigkeit wähnt, ist eine andere Seite bereits oder wieder am Hoffen und am Herstellen von Veränderung. Lernen Sie in diesem Kapitel alles über Auslöser, Muster, entscheidende Briefings und Veränderungen.

Johannes Faupel

9. Bindungen verstehen und Loyalitätskonflikte auflösen

Loyalitätskonflikte können Burnout-Auslöser sein. Damit verbundene Vermeidungsstrategien sind ein riskantes Spiel, weil Verhalten, das nur auf Vermeidung abzielt, ungeheure Mengen von Ressourcen verbrennen kann, aber niemals zu einem Ziel führt.

Johannes Faupel

Kapitel 5. Kommunikation in Konfliktsituationen

Kommunikation nach innnen und aussen ist in einer Hochschule eine zentrale Führungsaufgabe. Man kann nicht nicht kommunizieren! Aus einem internen Konflikt wird rasch eine Krise. Die verantwortlichen Führungskräfte müssen wissen, wie in Konflikt- und Krisensituationen informieren und wie mit Medien, JournalistInnen und Social Medias umzugehen ist.

Urs Alter, Werner Inderbitzin

Kapitel 4. Aufmerksamkeit und Interesse wecken durch Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen

In Ihrer Marketing-, PR- oder Content-Strategie haben Sie Ziele festgelegt – und Maßnahmen, um diese zu erreichen. In diesem Kapitel geht es um Einzelbausteine Ihres Aktivitätenplans. Für eine maximale Wirkung sollten diese möglichst gut aufeinander abgestimmt sein.

Dr. Birgit Lutzer, Angelika Howind

Personalführung in fragilen Kontexten von Entwicklungs- und Schwellenländern

Der vorliegende Beitrag behandelt Fragen von Personal- und Führungskräfteentwicklung bei der Entsendung von Fachkräften der Entwicklungszusammenarbeit in schwache, scheiternde oder gescheiterte Staaten, die unter dem Begriff fragile Länder zusammengefasst werden. Nach einleitenden Ausführungen zur Natur solcher Staaten wie den besonderen Anforderungen, die diese an das entsandte Personal stellen, werden die personalpolitischen Instrumente der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit für die Entsendung in diese Länder vorgestellt. Rekrutierung, sorgfältige Auswahl und intensive Vorbereitung dieser Fach- und Führungskräfte in Deutschland und im Partnerland sind neben einem vor Ort aufgebauten Security-and-Risk-Management-System wichtige Voraussetzungen, die Führungsherausforderung zu meistern. Spezielle Angebote für Führungskräfte runden das Personalentwicklungsangebot ab.

Hans-Joachim Preuß

Mobile Health

Studien zur Bedeutung mobiler Medien im Gesundheitskontext

Joachim Höflich ist ein Pioniergeist, der sich für seine Forschung immer wieder Themen sucht, denen sich bis dahin nur wenige Forscher und Forscherinnen gewidmet haben, und deren gesellschaftliche Relevanz klar heraussticht. Dies gilt auch und insbesondere für seine Doktorarbeit zur Kommunikation im Krankenhaus (Höflich, 1984), einen wichtigen ersten Beitrag zur Bedeutung von Medien im Gesundheitskontext. So war die Gesundheitskommunikation als Forschungsfeld der Kommunikationswissenschaft zum Entstehungszeitpunkt der Arbeit im deutschsprachigen Raum noch lange nicht etabliert (Rossmann, 2018).

Constanze Rossmann, Sven Jöckel

Krisenkommunikation im Gesundheitsbereich

Gesundheitsbezogene Krisen wie die H1N1-Pandemie sind unvorhergesehene Ereignisse, die die Akteure der Gesundheitskommunikation vor Herausforderungen stellen. Das Feld der Krisenkommunikation analysiert in diesem Zusammenhang Handlungen, die das Ziel haben, die Situation zu bewältigen, die Bevölkerung angemessen zu informieren und die Reputation der eigenen Organisation zu schützen. Der vorliegende Beitrag beschreibt grundlegende Modelle der Krisenkommunikation und empirische Befunde aus dem Gesundheitsbereich, um auf dieser Basis evidenzbasierte Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Stephan Winter, Leonie Rösner

Gesundheitskommunikation öffentlicher Institutionen in Deutschland

Im Gesundheitswesen gibt es zahlreiche öffentliche Institutionen, die Gesundheitskommunikation betreiben. Ihre Strategien und Maßnahmen der Gesundheitskommunikation sind so vielfältig wie ihre Aufgaben. Öffentliche Institutionen sind zudem nicht zwangsläufig Behörden. Unter diesem Begriff fallen auch andere Einrichtungen, die dem Wohl oder Nutzen der Allgemeinheit dienen. Dieser Beitrag zeigt das Spektrum der Gesundheitskommunikation öffentlicher Institutionen auf und stellt anhand ausgewählter Beispiele Arbeitsschwerpunkte, Besonderheiten und spezifische Herausforderungen dar.

Beate Wiegard, Beate Zschorlich, Klaus Koch

Gesundheitskommunikation: Eine Einführung aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive

Die Gesundheitskommunikation setzt sich mit den sozialen Bedingungen, Folgen und Bedeutungen von gesundheitsbezogener und gesundheitsrelevanter, intendierter und nicht-intendierter, intrapersonaler, interpersonaler, medialer und öffentlicher Kommunikation auseinander. Diese Definition resultiert aus einer Begriffsdiskussion im ersten Teil dieses Beitrags. Der Kommunikationswissenschaft kommt hier eine zentrale Rolle zu. Viele Fragestellungen lassen sich als Anwendungsfälle des Faches betrachten und anhand seiner Systematisierungen einordnen. Hierauf geht der zweite Teil ein.

Constanze Rossmann

Agenda-Setting-Effekte im Gesundheitsbereich

Der Agenda-Setting-Ansatz, wonach sich Prioritäten in der Medienberichterstattung auf die Publikumswahrnehmungen übertragen, gilt als eines der fruchtbarsten Konzepte der empirischen Medienwirkungsforschung. Inzwischen durch zahlreiche Studien untermauert und mehrfach ausdifferenziert, wird der Begriff in der Gesundheitskommunikation gleichwohl als Metapher in verschiedenen Kontexten verwendet, die dieser Beitrag zunächst erläutert. Im Anschluss werden das kommunikationswissenschaftliche Verständnis von Agenda-Setting anhand einer verbreiteten, dreistufigen Ebenengliederung beschrieben und die jeweiligen Prozesse anhand eines Fallbeispiels aus dem Gesundheitskontext verdeutlicht.

Patrick Rössler

Desinformationen und Fake-News in der Lage: Virtual Operations Support Team (VOST) und Digital Volunteers im Einsatz

Chancen und Risiken für den Bevölkerungsschutz

Selten hat eine neue technische Errungenschaft, wie die des Internets, eine solch tiefgreifende Veränderung des kollektiven Zusammenlebens herbeigeführt. Soziale Netzwerke nehmen im Alltäglichen eine immer wichtigere Rolle ein. Zum Beispiel greifen Menschen in Krisenzeiten auf die sozialen Netzwerke als Informationsquellen zurück, die sie auch aus Nicht-Krisenzeiten kennen.

Ramian Fathi, Anne-Marie Brixy, Frank Fiedrich

Eine veränderte Kommunikationskultur: Risiko- und Krisenkommunikation und Monitoring mittels sozialer Medien bei Großveranstaltungen

Neue Kommunikationstechnologien und neues Kommunikationsverhalten werden weltweit kontrovers diskutiert und halten ebenfalls Einzug in den deutschen Bevölkerungsschutz. In diesem Zusammenhang stellt die Risiko- und Krisenkommunikation mittels sozialer Medien bei Großveranstaltungen (im Freien) eine besondere Herausforderung dar. Es stellt sich unter anderem die Frage, ob und in welcher Weise Informationen, die auf den diversen Plattformen der sozialen Medien von Veranstaltungsteilnehmer/innen produziert werden, in Entscheidungsprozesse des Sicherheitskreises (bestehend aus: Veranstalter/in, Dienstleister/inund Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)) mit einbezogen werden.

Ramian Fathi, Stefan Martini, Frank Fiedrich

Kommunikationsmanagement von Großveranstaltungen – Eine systemund prozessanalytische Perspektive

Die Geschichte zahlreicher tragischer Unglücksfälle und Katastrophen bei Großveranstaltungen – der tragische Verlauf der Loveparade in Duisburg am 24. Juli 2010 ist in wacher Erinnerung – zeigt nicht nur, wie dringend der Bedarf für leistungsfähige Sicherheitslösungen ist. Sie lehrt auch, und darauf hatte Wolf Dombrowsky einmal in einer Diskussion zum Thema Krisenkommunikation hingewiesen, dass in vielen solcher tragischen Fälle ursächlich organisatorische und Managementfehler am Anfang kritischer Lagen standen, die dann im Verlauf und am Ende überkritischer Eskalationen auch durch noch so viele Kommunikationsbemühungen nicht mehr „eingefangen“ und korrigiert werden konnten.

Gebhard Rusch

Einsatz von Medien und Kommunikation zur Sicherheit von Großveranstaltungen

Kommunikation im Krisenfall – das Modell der Landeshauptstadt München

Die Sicherheit von Veranstaltungen wird in Deutschland bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts in Gesetzen und Verordnungen geregelt und geht in ihren Ursprüngen auf die Sicherheit von Theateraufführungen zurück (vgl. Eckart u. a. 2013: 6). Dennoch gibt es im föderalen System der Bundesrepublik, trotz dieser langen historischen Tradition, außerhalb des Geltungsbereichs der Versammlungsstättenverordnungen der Länder, keine gesonderten Vorschriften. Ob eine Orientierung außerhalb des Geltungsbereichs erfolgen soll, muss dem Einzelfall überlassen werden.

Dennis Vosteen

Einleitung

Festivals, Sportereignisse, Konzerte oder Volksfeste mit zum Teil mehreren tausend Besuchern sind fester Bestandteil in nahezu allen Kulturen. Insbesondere in den westlichen Zivilisationen identifizierten jedoch verschiedene Autoren einen zunehmenden Trend der „Eventisierung“, der Zunahme derartiger Veranstaltungen mit immer größeren Publika. Beispielsweise Gerhard Schulze (2005) prägte hierfür den Begriff „Erlebnisgesellschaft“.

Christoph Groneberg

Methoden der Bildrezeptions- und Bildwirkungsforschung

Empirische Kommunikationsforschung, die sich im weitesten Sinne dem spezifischen Analysegegenstand „Bild“ widmet, ist mit der Herausforderung konfrontiert, die mit der visuellen Codierung und Decodierung einhergehenden Besonderheiten Visueller Kommunikation analytisch zu durchdringen, theoretisch zu fundieren und angemessen methodisch auf diese zu reagieren. Da Bilder im Wahrnehmungs- und Rezeptionsprozess über eine spezifische, assoziative und holistische Decodierungslogik operieren, ist ein „spezifisch visuell-wissenschaftliches Vorgehen“ im gesamten Forschungs- und Analyseprozess unerlässlich (Knieper und Müller 2001, S. 13). Diese Erkenntnis markiert den Ausgangspunkt des vorliegenden Beitrags, der sich aus Perspektive einer spezifischen Bildrezeptions- und Bildwirkungsforschung zentralen Methoden ihrer empirischen Analyse widmet, diese im Überblick zusammenstellt und ihre jeweiligen Aufklärungspotenziale vorstellt.

Stephanie Geise

Kapitel 9. Sprache und Transformation

Zur kommunikativen Potenzialbetrachtung von Transformationen ist es m. E. unerlässlich, auch die ethisch-moralischen Grundlagen der Unternehmenskommunikation unter die Lupe zu nehmen.

Helmut Ebert

Kapitel 2. Theoretischer Bezugsrahmen zu Vertrauen, Misstrauen und Rechenschaft

Wie in der Einleitung bereits angesprochen gibt es zum Thema Vertrauen einige Forschungsansätze in verschiedenen Disziplinen, wie z.B. der Soziologie, Psychologie, Philosophie und Ökonomie. So divers wie die Disziplinen sind auch die Ansätze der Forschungsarbeiten.

Franziska Hoberg

Kapitel 4. Fazit

Vertrauen ist eine zentrale Ressource im unternehmerischen Kontext. Es muss demnach das vorrangige Ziel eines Unternehmens sein, Vertrauen als Ressource wiederaufzubauen, wenn dieses zerstört wurde und in jedem Fall Misstrauen zu reduzieren, wenn es entstanden ist. Insbesondere gilt dies für Verbände.

Franziska Hoberg

Kapitel 3. Methodenteil

Zur Überprüfung des Vorliegens der vermuteten Zusammenhänge bietet sich ein quantitatives Vorgehen an. Um eine große Fallzahl zu generieren, welche notwendig ist, um eine hohe externe Validität zu gewährleisten (vgl. Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013, S.3), wurde ein webbasiertes experimentelles Design gewählt. Ein Vorteil des webbasierten Designs liegt laut Reips (2000) darin, „ohne Probleme […] die ´ideal´ kalkulierte Sample Größe (nicht zu groß und nicht zu klein) [zu erreichen]“ (S. 11).

Franziska Hoberg

Kapitel 1. Einleitung

Vertrauen spielt seit je her eine außerordentliche Rolle in zwischenmenschlichen Interaktionen und ebenso in wirtschaftlichen Zusammenhängen. Da Vertrauen so elementar ist, haben sich bereits einige Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen, wie z.B. der Psychologie, Soziologie, oder Wirtschaftswissenschaften daran versucht, die dem Vertrauen zu Grunde liegenden Konzepte und unterschiedlichen Ausdrucksformen zu beschreiben und zu erforschen.

Franziska Hoberg

14. Soziale Medien als Kundenbindungsinstrument

Die sozialen Medien stehen immer noch im Verdacht, für Themen der kommunalen Ebene wie Energieversorgung nicht die geeignete Plattform zu sein. Die Geschwindigkeit, mit der sich diese Form der Medien entwickelt und verändert, macht Angst und trübt die Sicht auf die Potenziale, die sich insbesondere im Rahmen der Kundenbeziehung ergeben. Übersehen wird oft, dass die Nutzer sozialer Medien ihre Inhalte ganz gezielt suchen und nach ihren Bedürfnissen zusammenstellen. Wer es also in diesen Fokus schafft, ist nahe am Kunden – ein Wunsch vieler Versorger. Facebook, YouTube oder auch WhatsApp eignen sich für einen Kundendialog mit Mehrwert. Unternehmen müssen aber auch ihre Ressourcen kennen, denn Kommunikation findet nahezu in Echtzeit statt. Monitoring, Reporting, Social Listening sind neben dem Bespielen der Kanäle die notwendigen Bausteine erfolgreicher Social-Media-Kommunikation.

Frank Köster-Düpree

Verwaltung und der Umgang mit Krisen und Katastrophen

Behörden und exekutive Akteure sind zentrale Akteure im Umgang mit Krisen und Katastrophen. Die an sie gerichteten Erwartungen sind hoch: Es gilt, rasch Entscheidungen zu treffen, auch wenn noch unklar ist, wie sich die Krisensituation darstellt. Oft müssen sich politische Akteure post-hoc für späte Reaktion, schlechte Koordination und Kommunikation rechtfertigen. Eine Reihe neuartiger Bedrohungen wie etwa internationaler Terrorismus oder das Problem der Cybersicherheit haben in vielen Ländern zu Reformen der Krisenmanagement- und Katastrophenschutzsysteme geführt. Im Mittelpunkt dieser Reformbestrebungen steht einerseits das Ziel, die Koordination der beteiligten Behörden zu verbessern. Andererseits wird unter dem Stichwort Resilienz versucht, Risiken und Gefahren zu reduzieren und im Falle des Falles rasch zur Normalität zurückzukehren.

Thurid Hustedt

Kapitel 21. Reputationskommunikation – aktuelle Herausforderungen für Krankenhäuser

Als immaterieller Vermögenswert trägt Reputation direkt zur Wertschöpfung eines Unternehmens bei. Dieser Beitrag befasst sich mit dem Zusammenhang von Wertschöpfung durch Kommunikation in Krankenhäusern mit Fokus auf Reputation und zeigt dabei mögliche Wege für eine professionelle Umsetzung von Kommunikationsaktivitäten bei Krankenhäusern. Ausgehend von einer definitorischen Abgrenzung des Bereiches Reputation werden aktuelle und bisher teilweise unveröffentlichte Studien präsentiert, die den aktuellen Status Quo der Krankenhauskommunikation in Österreich und Deutschland wiedergeben. Der Rolle von digitalen Gesundheitsplattformen und Bewertungsportalen wird dabei besondere Beachtung geschenkt.

Peter Schneckenleitner

Kapitel 32. Fehler- und Risikomanagement

Fehler machen ist menschlich; daher ist Fehler- und Risikomanagement im Krankenhaus zuallererst eine Frage des Risikobewusstseins und der Nicht-Immunität von Führungskräften und Fachpersonal vor Fehlern. Menschliche Größe zeigen heißt darüber reden, Fehler zugeben und alles versuchen, damit sich Fehler nicht wiederholen – im Sinn aller Prozesspartner und aller Stakeholder, und hier allen voran Patienten und Angehörige. Das betrifft die Risikostrategie jedes Krankenhauses, die nur auf möglichst null Fehler ausgerichtet sein kann bzw. darf.

Helmut Siller

Kapitel 5. Ideenintensivierung und -fortführung

Die folgenden Ausführungen befassen sich mit dem ersten Erfolgsfaktor eines jeden zu gründenden Unternehmens für die Phase der Ideenintensivierung: dem Gründer bzw. dem Gründerteam. Dabei stehen für den Faktor „Management“ vor diesem Hintergrund folgende Fragen, deren Antworten zugleich auch die Lernziele darstellen, im Mittelpunkt der Betrachtungen: Wie sind die internen Kommunikationsprozesse eines jungen Unternehmens der Digitalen Wirtschaft zu gestalten? Wie genau entstehen Teams im Zeitablauf, was macht ein gutes Team aus, welche Probleme existieren und wie kann diesen Problemen entgegengewirkt werden? Welche besonderen Informations- und Kommunikationsbedürfnisse haben die Shareholder als herausgehobene Anspruchsgruppe eines Startups in der Digitalen Wirtschaft?

Tobias Kollmann

Kapitel 6. Exkurs: der Auftritt im Internet

Die Macht der Internets wird oftmals noch immer unterschätzt. Eine kleine Unbedachtheit kann die weitesten Kreise ziehen; Unwahrheiten, Halbwahrheiten, Ausflüchte werden entlarvt und mitunter unerbittlich bestraft. Banking & Finance ist noch immer eine diskrete Branche. Ist ein „Shitstorm“ immer auch schon gleich ein Skandal? Was findet den Weg in die Social Media-Kanäle, was nicht? Ist es besser, sich dem Online-Diskurs zu stellen, oder sollte man den Aufruhr nicht im Zweifelsfall besser aussitzen.

Stefanie Etzel

Kapitel 8. Analysieren Sie Ihre Auftrittswirkung

Wer lediglich Zahlen und Fakten referiert, verkennt die wichtigste Aufgabe der Kommunikation: Wir reden, um die Haltung unserer Zuhörer zu verändern. Auch wenn es mitunter so scheinen mag, als ginge es lediglich um einen Zuwachs an Wissen – letztlich wählen wir die Informationen aus, die wir übermitteln; und die Frage, was wir wissen, ist von unermesslichem Einfluss auf unsere Meinungen, Haltungen, Neigungen. Somit lautet der wichtigste Anspruch an Rede wie Antwort: Überzeuge von deiner Botschaft!Jeder kennt solche Präsentationen: Alle starren die Leinwand an, Folien vollgepackt mit Charts, Zahlen, Text, Farben, Bildern. Ein Mann, am Pult davor, er hebt sich schon optisch kaum vom Hintergrund ab. Würde er beim anschließenden Get-together vor Ihnen am Büffet stehen, Sie würden ihn wahrscheinlich nicht erkennen. Wer hingegen die Bühne einnimmt, wird wahrgenommen. Wer sich mit der gesprochenen Rede in den Vordergrund stellt, den Wechsel zwischen dem Fokus aufs Wort und aufs Bild souverän beherrscht, der wird seine Botschaft durchbringen.

Stefanie Etzel

Kapitel 5. Antwort

Kurz, prägnant, auf den Punkt: Das ist der Anspruch ans Statement. Wer kurze Sätze sagt, sich einfach ausdrückt und griffige Beispiele wählt, hat die besten Chancen verstanden zu werden. Und wer das Gefühl hat, die komplizierte Welt der Zahlen voll und ganz zu verstehen – der wird sich eher als Gefolgschaft andienen. Wer sagt „wie es ist“ kann gerade damit überraschen. So lässt sich mit dem Statement noch viel schneller der Blumentopf gewinnen als mit ausschweifenden Reden.

Stefanie Etzel

11. Siebte Station des Personalmanagements: Personalfreisetzung

Endstation Personalarbeit. Die Verabschiedung des Personals stellt den aufreibendsten Kernprozess dar. Und deshalb wird er oftmals von der Personalarbeit vernachlässigt. Jedoch stellt sich dieser Prozess zusehends als Normalität heraus und hat relativ selten mit kündigungsrelevanten Anlässen zu tun. In diesem Kapitel werden Herausforderungen, Funktionen und Ziele der Personalfreisetzung vorgestellt. V. a. werden Methoden und Instrumente für ein modernes Trennungsmanagement erörtert, deren Ziel es ist, die Trennungskosten zu reduzieren. Aus wirtschaftspsychologischer Sicht werden hierzu der psychologische Vertrag, die antizipierte Arbeitslosigkeit und die Psychopathologie der Arbeit thematisiert. Ein modernes Trennungsmanagement sollte salutogenetisch konzipiert sein.

Michael Treier

Kapitel 7. Empirische Umsetzung: Organisationsfallstudien mit Beobachtung

Um die entwickelte theoretische Konzeption explorativ zu erproben, wurden zwei vertiefende Organisationsfallstudien durchgeführt. Das Herzstück dieser Fallstudien stellt eine teilnehmende Beobachtung dar, die durch weitere Methoden ergänzt wurde. Zur Vorbereitung der Organisationsfallstudien wurden Interviews mit Kommunikationsverantwortlichen von insgesamt 28 Interessenorganisationen geführt.

Paula Nitschke

5. Die Unternehmenskommunikation

Die Kommunikationspolitik dient dem Dialog des Unternehmens mit seinen Zielgruppen außerhalb und innerhalb des Unternehmenssystems. Bedürfnisse der Zielgruppen sollen damit aufgenommen und mit der eigenen Leistungsfähigkeit konfrontiert werden. Kernpunkt ist hierbei, dass das Unternehmen eine Anpassungsleistung der jeweiligen Zielgruppe einfordert, die dann erbracht wird, wenn die eigene Leistung überzeugend dargestellt wird.

Steffen Hillebrecht

Kapitel 13. Mehrwert evaluieren

Nach all den Diagnosen und Interventionen stellt sich die Frage: Was bringt der Einsatz? Führen mehr Adressatenbewusstheit, geschärfte Language Awareness und ausgebaute Repertoires an Schreibtechniken tatsächlich zu besseren Texten bei gleichem Aufwand und damit zu effektiverer Kommunikation? – Der Schluss dieses Buchs berichtet von realen Güteproben: von Messpunkten im Document Cycling einer einzelnen Organisation und darüber hinaus, von Evaluationsperspektiven und -verfahren und schließlich, exemplarisch und rückrundend zur Fallstudie Aktienresearch (Teil II), von einer Evaluation mit ermutigenden Folgen.

Marlies Whitehouse

10. Mit den Mitarbeitern kommunizieren

Gut informierte und motivierte Mitarbeiter sind ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Ein Betrieb lebt und stirbt mit seiner internen Kommunikation. Vor allem in Unternehmen, die sich für werteorientierte Führung entschieden haben, spielt interne Kommunikation eine zentrale Rolle. Im Zentrum steht dabei die Führungskraft als Führungspersönlichkeit und ihr Kommunikationsverhalten. Darum ist es wichtig, dass Führungskräfte sich für ihre Mitarbeiter interessieren, offen mit diesen kommunizieren und darüber nachdenken, wie sie die Qualität der internen Kommunikation verbessern können. Dieses Kapitel ist deshalb der Bedeutung der Mitarbeiterkommunikation für das Führungshandeln und das Erreichen der Unternehmensziele gewidmet. In diesem Rahmen werden folgende Fragen behandelt: Was sind die Ziele und Inhalte der Mitarbeiterkommunikation? Welche Instrumente kommen dabei zum Einsatz? Und wie können Führungskräfte dazu beitragen, dass Kommunikation im Unternehmen optimal fließt?

Helmut Ebert

Kapitel 3. Perspektiven der Umweltkommunikation

In diesem Kapitel wird der zweite Teil des Forschungsstandes zur Umweltkommunikation dargestellt. Welche Perspektiven können in der Umweltkommunikation unterschieden werden? Hierbei zeigt sich, dass insgesamt fünf Perspektiven in der sozialwissenschaftlichen Forschung zur Umweltkommunikation herausgestellt werden können: Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Bildung und Forschung sowie Medien.

Lisa Marzahl

Wirtschaftsspionage in Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen ist ein exportstarkes und innovatives Hochtechnologieland. Das Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2018 spiegelt eine Wirtschaftsleistung von 705 Mrd. EUR wieder. Nordrhein-Westfalen (NRW) ist damit das wirtschaftsstärkste Bundesland. Würde man es als eigenständigen Staat betrachten, stünde es im internationalen Ranking der stärksten Wirtschaftsnationen an 19. Stelle hinter der Türkei und vor der Schweiz.

Burkhard Freier

Kapitel 2. Grundlegende Vorbemerkungen zur Radikalisierungsforschung

Eines der Kernprobleme, welches bei wissenschaftlichen Untersuchungen über den Jihadismus anfällt, liegt in der großen öffentlichen Aufmerksamkeit für den jihadistischen Terrorismus. Unmittelbar nach den Terroranschlägen von Madrid (2004) und London (2005) und der Ermordung des niederländischen Regisseurs und Publizisten Theo van Gogh begannen in Europa zahlreiche öffentliche Diskurse über den Jihadismus, die zu einer erheblichen Politisierung des Themas führten. Eigentlich hätten diese Diskurse der deutschen und europäischen Gesellschaft Aufschluss über die Handlungsmotive der Täter geben sollen.

Dirk Baehr

Kapitel 11. ERGO-Image im Aushandlungsprozess

Im Untersuchungszeitrahmen der Riester-Renten-Debatte ereignet sich eine auf einen Versicherer (ERGO) fokussierte Diskussion, die in deren Diskursverlauf die (Marken-)Identität, das (Marken-)Image und die (Marken-)Reputation der ERGO regelmäßig direkt adressiert. Dies hängt damit zusammen, dass die Organisation erst ein halbes Jahr vor dem Skandal mit dem (Marken-)Name „ERGO“ aufzutreten beginnt und im Zeitraum vor der Veröffentlichung des Skandals sowie während seiner anfänglichen Thematisierung noch mit enormen Werbemaßnahmen (Image-Kommunikation) versucht, dem neuen (Marken-)Namen und der neuen (Marken-)Identität (positive) Aufmerksamkeit bzw. ein vorteilhaftes Image zu bescheren. Der Skandal über die Begebenheiten während einer von der Vertriebsleitung für erfolgreiche Versicherungsvertreter des Strukturvertriebs „Hamburg-Mannheimer International“ (HMI) geplanten Incentive-Reise im Jahr 2007 nach Budapest sowie die Abrechnung zu hoher Gebühren bei Riester-Renten bringen dem Versicherer mit neuem (Marken-)Namen enorme öffentliche Aufmerksamkeit ein, jedoch ist diese eher negativer Natur.

Nazim Diehl

Kapitel 3. Framing als strategische Tätigkeit

In der Politischen Kommunikation dient das Framing oft als strategisches Hilfsmittel, mit welchem die Wirklichkeit in einer spezifischen Sichtweise dargestellt wird. Häufig wird dabei eine Situation problematisiert, um eine erwünschte Reaktion oder Interpretation und Bewertung eines Sachverhaltes zu erreichen.

Michael Oswald

Heft 1/2018: Neue Geschäftsmodelle

Veränderungen müssen von der Unternehmensspitze nicht nur angestoßen werden, sondern dort beginnen, forderte einst Manager William Wiggenhorn von Motorola, bevor sein Konzern als Spielball auf Umwälzungswellen tanzte. Vorbei war da die Zeit, als seine Company als Erfinder des Autoradios gefeiert wurde, worauf erfolgreiche Jahre mit Funkgeräten und Unterhaltungselektronik folgten. Auch mit der Entwicklung von mobilen Telefonen und Mikroprozessoren errang Motorola erst eine führende Stellung. Die endete in Aufspaltung und Verkauf. Patente hält heute Google.

Thorsten Garber

Kapitel 19. Brand Citizenship wertebasiert, generationsgemäß und pragmatisch aufbauen

Brand Citizenship hat für Unternehmen eine Wirkungsdimension nach innen und nach außen. Markenmission, -vision und -werte sind das Fundament, auf dem Unternehmen aufbauen. Wird dieses Fundament in der tagtäglichen Arbeit von den Mitarbeitern getragen und gelebt, entsteht durch dieses Brand Citizenship-Verhalten eine Strahlkraft, die von Stakeholdern erfahrbar ist und deren Verhalten beeinflussen kann. Durch gezielt eingesetzte Kommunikation nach innen und außen, unternehmensinterne Events zur Einbeziehung aller Mitarbeiter und die konsequente Umsetzung eines starken Markenkerns schaffen Unternehmen einen Bedeutungshorizont für die Konsumenten, der weit über das reine Produktversprechen hinausgeht. Ein Streifzug durch die Literatur, Zielsysteme, Strategien und Umsetzungsmöglichkeiten der Brand Citizenship werden mithilfe von Praxisbeispielen aus unterschiedlichen Branchen aufgezeigt.

Simone Roth, Negar Nazemian

Kapitel 24. Mit Markenkrisen umgehen

Marken sind ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen. Krisen jedoch können Marken schwächen und schaden. Fehler im Produkt oder im Umgang mit ethischen Aspekten bilden typische Grundlagen von solcher Markenkrisen. Medien transportieren Markenkrisenereignisse breitenwirksam und international. Zudem kann der Verbreitungseffekt durch Word-of-Mouth und soziale Medien noch verstärkt werden. Kommt es zu Markenkrisen, drohen negative Auswirkungen auf verhaltenswissenschaftliche und ökonomische Zielgrößen im Unternehmen. Wie man solche Auswirkungen möglichst gering hält, damit befasst sich dieses Kapitel. Dabei werden insbesondere Krisenprävention und Reaktionsstrategien angesprochen. Effektive Markenkrisenprävention liegt in der Vermeidung von Markenkrisengrundlagen, dem strategischen Markenaufbau, strategisch geplanter Markenportfoliostrukturierung sowie konsequenter Umsetzung. Im Fall einer Markenkrise müssen adäquate Reaktionsstrategien gewählt und umgesetzt werden. Proaktive Reaktionen können die Wirkungen von Markenkrisen eindämmen.

Stephan Weyler, Franz-Rudolf Esch

Kapitel 6. Gelassen bleiben: Konflikte mit der Presse und Krisenkommunikation

Konflikte mit der Presse gehören zum Geschäft. Um solche Konflikte geht es im ersten Abschnitt.

Norbert Franck

Kapitel 10. Erkenntnisse der qualitativen Folgeerhebung

In Kapitel 6.1.4 wurde der Frage nachgegangen, ob politische Interessenvertreter Forderungen nach Transparenz als ein Instrument zur Verbesserung ihrer öffentlichen Wahrnehmung sehen und hinter der Transparenzdebatte eine Inszenierung im Wettbewerb um Zustimmungswerte vermuten. Eine breite Mehrheit der Befragungsteilnehmer zeigte sich überzeugt, dass Forderungen nach Transparenz einen positiven Eindruck in der öffentlichen Debatte hinterlassen, während sich bei der Frage nach deren Inszenierung ein ausgeglicheneres Ergebnis mit leichter Tendenz in Richtung Zustimmung einstellte.

Stefan Schwaneck

Kapitel 3. Empirische Grundlegung

Weltweit existiert eine Vielzahl von Regulierungsansätzen, mit denen Lobbyismus eingedämmt und die Grauzonenproblematik behoben werden soll. Die meisten Ansätze zielen ab auf die Herstellung gewisser Transparenzgrade, in der Absicht, Klarheit über das Wirken von Lobbyisten zu schaffen und diesen bei Fehlverhalten einen öffentlichen Pranger vorzuhalten. Drei besonders prägnante Beispiele geben Aufschluss darüber, welche Art von Transparenz geschaffen werden soll und welche Unterschiede zwischen den politischen Systemen bestehen: der von Lobbykritikern oft als Referenz herangezogene Ansatz der USA, der viel versprechende und doch als zu kurz greifend kritisierte Ansatz der Europäischen Kommission sowie der kaum über rudimentäre Informationen hinausgehende Ansatz der Bundesrepublik Deutschland (Müller 2010, Propach/Fuderholz 2010).

Stefan Schwaneck

Kapitel 13. Teilstudie III: Sportkommunikation und Profitrainer

In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der dritten und letzten Teilstudie präsentiert. Die übergeordnete Forschungsfrage lautete, wie Sportkommunikation in der digitalen Medienwelt funktioniert, sich verändert und welche Auswirkungen das auf die Arbeit als Profitrainer hat. Zur Beantwortung wurden insgesamt zwölf Experten (je drei) aus den Ligen Fußball-Bundesliga, BBL, HBL und DEL mit einem Leitfaden interviewt.

Jonas Schützeneder

Kapitel 1. Reputationsbildung und Reputationsmanagement unter besonderer Berücksichtigung sozialer Medien – Einblicke aus dem Forschungsprojekt Webutatio

Dieser Beitrag thematisiert den Prozess der Reputationsbildung und des Reputationsmanagements unter besonderer Berücksichtigung sozialer Medien. Einleitend werden zunächst die für den Beitrag relevanten Begrifflichkeiten eingeführt, bevor auf folgende Fragen näher eingegangen wird: 1) Worauf sollten Unternehmen bei der Online- und Offline-Reputationsbildung achten? 2) Worauf sollten Unternehmen beim Online- und Offline-Reputationsmanagement achten? Abschließend werden strategische Aspekte hinsichtlich der Nutzung sozialer Netzwerke erläutert. Um die Themenstellung unter Einbezug von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Einblicken aus der Praxis zu bearbeiten, wird Literatur zum Thema eingeführt und mit Einblicken aus der Forschungsarbeit im Projekt Webutatio ergänzt. Gemäß dem Forschungsschwerpunkt im Projekt Webutatio wird insbesondere auf die Gefahr der Schädigung der Unternehmensreputation durch die mitarbeiterseitige Nutzung von sozialen Netzwerken eingegangen.

Harald von Korflesch

26. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit – erste Schritte zu einer wirksamen Strategie

Irina Kretschmer, freie Texterin und Autorin, stellt in diesem Beitrag dar, wieso eine gezielte Medien- und Öffentlichkeitsarbeit gerade für Startups so wichtig ist, welche Inhalte man kommunizieren sollte und wie man Aufwand und Nutzen gegeneinander abwägen kann.

Irina Kretschmer

10. Krisenmanagement

Erfolgreiche Unternehmen und Organisationen entwickeln ein umfassendes Bewusstsein für mögliche Krisen, sie betreiben professionelle Krisenprävention. Das Rezept für eine dauerhafte und erfolgreiche Krisenprävention lautet: Jeden Tag nach vorne schauen, Risiken wahrnehmen, richtig abschätzen und möglichst neutralisieren. Systematische Verfahren zur Früherkennung von Warnsignalen spielen dabei eine wichtige Rolle. Krisenpotenziale erkennen und antizipieren, Infrastrukturen schaffen, Abläufe einüben und Mitarbeiter schulen sind gute Voraussetzungen, um in krisenhaften Situationen souverän zu agieren, statt in einen Schockzustand zu verfallen. Leider sind noch zu viele Unternehmen und Organisationen von diesem Ideal weit entfernt.Krisen gefährden außerdem immer das Image und die Reputation eines Unternehmens. In diesem Zusammenhang darf das mediale Interesse nicht unterschätzt werden. Die Mediengesellschaft, in der wir leben, liebt und produziert deswegen unentwegt große und kleine Krisen, indem sie schlicht jede Gelegenheit zur Berichterstattung nutzt. Schließlich ist die Krise – mehr noch als die bloß schlechte Nachricht – ein hervorragend verkäufliches Gut (Mörle 2004). Leider verfügen noch zu wenig Unternehmen über professionelle Konzepte, die auch den Aspekt der Krisenkommunikation hinreichend berücksichtigen. Auch ist einzelnen Studien zu entnehmen, dass das Bewusstsein in Deutschland für das Thema Krisenprävention und ‑bewältigung in einigen Branchen noch nicht hinreichend ausgeprägt ist.

Prof. Dipl.-Ing. Bernhard Tenckhoff, Silvester Siegmann

Kapitel 5. Einbindung der Krisenkommunikation ins Krisenmanagement

Best Practice: Erfolgreiche Krisenkommunikation als Standortvorteil

Die Salami-Strategie hat als Leitprinzip der Krisenkommunikation ausgedient. In Zeiten von Social Media gilt: Ist die Krisenkommunikation nicht in der Lage, im Ereignisfall offen, ehrlich und schnell zu informieren, schafft sie die Krise, die sie doch eigentlich verhindern wollte, am Ende selbst. Aus Online-Empörung wird ganz schnell Offline-Protest: Das Wutbürgertum bildet für Gerüchte und gezielte Desinformationen einen mächtigen Resonanzboden. Dieser Beitrag betrachtet die Krisenkommunikation der Currenta, die mit dem Chempark eines der größten Chemieareale in Europa mit Standorten in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen betreibt. Die Akzeptanz der Nachbarschaft ist für sie ein Schlüsselfaktor im Standortwettbewerb, eine schnelle und wirkungsvolle Krisenkommunikation daher unabdingbar. Die Vorbereitung betrifft Organisation, Strategie und Methodik. Das bedeutet: Integration der Kommunikation ins Krisenmanagement, maximale Anschlussfähigkeit an kommunale Krisenbewältigungsstrukturen, Arbeit im strikten Führungsrhythmus des Krisenstabs, klare Trennung von strategischer und operativer Kommunikationsarbeit. Schnelle Skalierbarkeit der Strukturen und Unterstützung der eigenen Mannschaft durch digitale Tools runden das Bild ab.

Jörg Brückner

Kapitel 15. Strategische Krisenprävention

Sensibilisierungsmaßnahmen, Alarmstufen und das 4R-Modell: Ausgewählte Methoden zur nachhaltigen Vorbereitung auf den Ernstfall

In der Krisenkommunikation ist Zeit – gerade in der akuten Phase – der entscheidende Faktor. Das Dilemma: Gerade dann, wenn der Kommunikationsdruck am größten ist, sind gesicherte Informationen meistens Mangelware. Wer sich in dieser Situation noch mit grundlegenden internen Organisationsfragen beschäftigen muss, verliert kostbare Zeit – eine adäquate, zeitnahe Kommunikation an die Stakeholder ist so kaum zu schaffen. Um die Reputation wirkungsvoll und nachhaltig zu schützen und krisenhafte Situationen gut zu bewältigen, ist strategische Krisenprävention erforderlich. Dabei gilt: Die Krisenorganisation ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Und gerade in global operierenden Unternehmen zeigt sich oftmals ein Gefälle der „Crisis Readiness“ zwischen der Zentrale und der regionalen Kommunikation. Dieser Beitrag gibt Kommunikatoren Methoden und Tools an die Hand, die bei der frühzeitigen, nachhaltigen und global wirksamen Vorbereitung auf den Ernstfall unterstützen. Es ist Aufgabe der Unternehmenskommunikation, für die Relevanz von Kommunikation zum Schutz der Reputation in einem Krisenfall zu sensibilisieren. Wichtig sind hierbei auch die Schnittstellen zu anderen Abteilungen, denn Silo-Denken verhindert erfolgreiche organisationsweite Krisenprävention und Krisenmanagement. Der Leser bekommt im Folgenden Methoden an die Hand, mithilfe derer übergreifend eine wirkungsvolle Sensibilisierung erfolgen kann und die es in der täglichen Arbeit erleichtern, fundierte Einschätzungen zu möglichen Issues oder Krisenfällen systematisch vorzunehmen und entsprechende Maßnahmen auf Basis eines vordefinierten Schemas abzuleiten. Mit dem 4R-Modell aus der Katastrophenforschung stellen die Autoren zudem eine Methode vor, die dabei hilft, den Satus quo der aktuellen Krisenorganisation systematisch zu bewerten und Optimierungsfelder zu identifizieren.

Tobias Müller, Sebastian Riedel

Kapitel 6. Kommunikation braucht Haltung

Ein Plädoyer für ein Ethos der Wahrhaftigkeit

PR-Arbeit kann nachhaltig nur erfolgreich sein, wenn sie eine grundsätzlich positive Unternehmenswirklichkeit reflektiert: Sie kann die Wirklichkeit nicht dauerhaft „schönen“ und letztlich niemals besser sein als die Faktenlage selbst. Dies gilt insbesondere bei Krisen, die vor allem dann gemeistert werden, wenn ein Ethos der Wahrhaftigkeit die Grundlage der Kommunikation des Unternehmens mit seinen Stakeholdern ist. Dieser Beitrag befasst sich mit der Unternehmenskommunikation, der die Aufgabe zukommt, nicht nur die Technik und Form der Botschaften-Übermittlung zu verantworten, sondern aktiv an der Gestaltung der Unternehmenswirklichkeit zu partizipieren. Die Basis einer erfolgreichen PR-Arbeit bilden insofern die umfassende interne Information der PR-Verantwortlichen und ihre Beteiligung an den Entscheidungen des Managements. Nicht zuletzt können jedoch Gefahren für die Reputation eines Unternehmens durch eine PR-Arbeit entstehen, die bei den Stakeholdern überzogen positive Eindrücke und Erwartungen weckt, die nicht von der Unternehmenswirklichkeit gedeckt sind. Dann droht ein Reputation-Reality Gap, dessen Aufdeckung dem Ansehen und der Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens weitreichenden Schaden zufügt.

Martin Brüning

Kapitel 7. Das Gesicht der Krise

Der erste Eindruck hat keine zweite Chance: Erfolgsfaktoren für ein professionelles Agieren der Manager in Krisenzeiten

Ob Carsten Spohr, Elon Musk, Mark Zuckerberg oder Martin Winterkorn – sie alle sind oder waren bereits ein „Gesicht der Krise“. Auch Bürgermeister wie Adolf Sauerland oder Politiker wie Olaf Scholz gehören in diese Aufzählung. Analysiert man diese Personen und ihre Verhaltensweisen in Krisenzeiten, seien sie bewusst oder unbewusst, so werden deutliche Unterschiede sichtbar. Beobachter können ebenso gelungene wie fatale Beispiele ausmachen. Während einige Gesichter das Image von Unternehmen und – beziehungsweise oder – ihr eigenes Image nachhaltig schädigen und vielleicht sogar vernichten, schaffen es andere, Vertrauen aufzubauen und sogar gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Dieser Beitrag richtet sich an potenzielle Gesichter der Krise, Krisenmanager und Verantwortliche in der Unternehmenskommunikation. Die Autorin erläutert, welche Eigenschaften und Verhaltensweisen für ein Gesicht der Krise zugunsten eines professionellen Agierens im Ernstfall entscheidend sind. Schließlich gilt es, nichts dem Zufall zu überlassen, sondern zu wissen, auf welche Erfolgsfaktoren es ankommt und gut vorbereitet zu sein.

Bettina Kappe

Kapitel 8. Risiko „Desinformation“

Das klassische Krisenmanagement bedarf eines Upgrades: Das Zeitalter der Digitalisierung stellt Krisenkommunikatoren vor große Herausforderungen

Desinformationen sind im Zeitalter der Digitalisierung eine reale Bedrohung für deutsche Unternehmen. Unabhängige Studien und wissenschaftliche Experimente haben verdeutlicht, wie schnell sich Desinformationen im Internet verbreiten können. Sie stellen die Krisenkommunikatoren vor neue Herausforderungen. Um diese bewältigen zu können, bedarf es eines Upgrades des klassischen Krisenkommunikationsmanagements. Wer als Unternehmen seine Reputation weiterhin bestmöglich schützen will, benötigt ein integriertes Reputations- und Risikomanagement. Nicht zu handeln und darauf zu hoffen, dass das Thema einen nicht betreffen könnte, ist keine Option. Der folgende Beitrag behandelt die verschiedenen Ausprägungen von Desinformationen und skizziert anhand von ausgewählten Beispielen und Cases aus der Lebensmittelindustrie sowie der Medienlandschaft den Schaden, den sie auf Unternehmen haben können. Mit Blick auf aktuelle rasante technische Entwicklung werden zudem wichtige Handlungsempfehlungen für den sicheren Umgang mit Krisen und zum Schutz der Reputation formuliert.

Christiane Schulz, Marten Neelsen

Kapitel 19. Die Macht der Sprache

Skandalisierende Formulierungen, Metaphern und Frames identifizieren und thematisieren

Der Beitrag gibt einen Überblick über das sensible Thema der Verwendung von Sprache in kritischen Kommunikationssituationen. Krisen werden so wahrgenommen, wie sie kommuniziert werden. Ganz besonders im Fokus stehen dabei stets die Texte und Statements der betroffenen Unternehmen. Die Analyse und Beschäftigung mit Formulierungen, Metaphern und Frames sind für Unternehmenskommunikatoren in Krisensituationen daher von besonderer Bedeutung. Zum einen können auf diese Weise gegnerische Angriffe und reputationsschädigende Medienberichterstattungen identifiziert und thematisiert werden. Zum anderen lässt sich mit einer strategischen Sprache die eigene Kommunikation zielführender gestalten. Der Beitrag zeigt die Grundlagen des Framings auf und gibt einen praktischen Leitfaden für Kommunikatorinnen und Kommunikatoren zu der Frage: Welche sprachlichen Kriterien gilt es in der Krise zu beachten?

Annika Schach

Kapitel 20. „Ich habe es im Fernsehen gesehen!“

Bildmanipulationen in der journalistischen Fernsehberichterstattung

Inszenierungen in fernsehjournalistischen Beiträgen sind alltäglich und sowohl bei den öffentlich-rechtlichen Sendern wie bei den privat-kommerziellen zu finden. Da sich Journalistinnen und Journalisten immer häufiger als Erzähler verstehen, ist das nur konsequent. Für die Fernsehzuschauerinnen und – zuschauer sind gut erzählte Geschichten glaubwürdig, beinahe unabhängig davon, wie stark sie inszeniert sind. Der Trend zur guten Geschichte, die visuelle Vermittlungsleistung für die Kommunikatoren und die Erwartungen des Fernsehpublikums unterhaltsam informiert zu werden, können in der Krisenkommunikation zur Herausforderung für Unternehmens-, Parteien- und Verbandskommunikatoren und PR-Verantwortliche werden. Bildmanipulationen können in der Krisenkommunikation zu einer Verschärfung der Lage beitragen und müssen deshalb im Krisenmanagement zwingend berücksichtigt werde. Dieser Beitrag beschreibt die Manipulationsmöglichkeiten in der Bewegtbildberichterstattung und erläutert die zugrunde liegenden Mechanismen. Diese, auch systemischen Bedingungen, zu kennen, ermöglicht es, strategisch größerem Schaden vorzubeugen, Maßnahmen zu ergreifen und Instrumente zu entwickeln, um der Bildmanipulation ggf. mit eigenen Inszenierungen zu begegnen.

Wilfried Köpke

Kapitel 13. Grundwissen für Krisenkommunikatoren

Inhaltliche, organisatorische und methodische Hilfestellungen für den kommunikativen Angang von Krisen und Ereignissen mit Krisenpotenzial

Kommt es zu einem Ernstfall, fehlt vielen Kommunikatoren die Kompetenz, die Krise oder das Ereignis mit Krisenpotenzial vonseiten der Kommunikation professionell anzugehen – sowohl inhaltlich und organisatorisch als auch methodisch. Wenn sie Glück haben, können die Betroffenen auf eine der erfahrenen Krisenkommunikationsberatungen zurückgreifen, die – sofern das Ereignis international Relevanz hat – bestenfalls selbst Teil eines internationalen Netzwerkes ist. Setzt voraus, dass das betroffene Unternehmen die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen kann und auch stellt und diese Unterstützung idealerweise schon im Vorfeld ausgehandelt hat. Oder – auch das ist üblich – das Unternehmen ist gegen dieses konkrete Risiko versichert und die externen Krisenmanagement-Berater gehen im Response-Fall auch die kommunikativen Herausforderungen an oder bringen sogar einen Experten mit. Haben Kommunikatoren des Unternehmens aber Pech, weil sowohl die eigene Krisenkompetenz als auch die professionelle, externe Unterstützung fehlen, ist nicht auszuschließen, dass die Kommunikation die Krise verschärft. Damit das nicht passiert, vermittelt dieser Beitrag Grundwissen für Krisenkommunikatoren hinsichtlich der inhaltlichen, organisatorischen und methodischen Herangehensweise an Krisen und Ereignisse mit Krisenpotenzial. Zur Veranschaulichung wird der Germanwings-Absturz im Jahr 2015 reflektiert, der Münchener Amoklauf im Jahr 2016 und der Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus im Jahr 2017. Kommunikationsabteilungen in Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen können das im Beitrag erworbene Krisenkommunikations-Grundwissen und die beschriebene Arbeitsmethodik unmittelbar in der Praxis anwenden. Die Methodik ist eine geschützte Marke der Autorin und dient Krisenkommunikatoren als stabiles Halteseil. Der Nutzen des Beitrages liegt auch darin, dass der Leser in der Lage ist, seinen Präventionsbedarf zu bestimmen und entsprechende Handlungsempfehlungen umzusetzen.

Jana Meißner

Kapitel 18. Krise und Public Affairs

Schadensbegrenzung durch politisch-gesellschaftliche Netzwerke

Krisenzeiten in Unternehmen und anderen Institutionen sind insbesondere im Kommunikationsbereich von durchweg hektischer Aktivität geprägt. Traditionell steht die Medienarbeit im Vordergrund, was angesichts der Bedeutung sozialer und online Medien nur allzu verständlich ist. Aber auch Public Affairs Maßnahmen innerhalb belastbarer politischer und gesellschaftlicher Netzwerke können einen maßgeblichen Beitrag zur Schadensbegrenzung leisten. Dieser Beitrag gibt Antworten auf die Fragen, was Public Affairs sind, welche Bedeutung diese Disziplin in und vor Krisenzeiten hat und welche „Tretminen“ auf dem politischen und dem zivilgesellschaftlichen Parkett liegen. Der Autor benennt den relevantesten Erfolgsfaktor von Public Affairs, erörtert, wie Netzwerke aufgebaut, gepflegt und belastbar gestaltet werden können und beleuchtet, welche Besonderheiten und Erwartungen ausgewählte Stakeholder-Gruppen haben. Zudem gibt er Handlungsempfehlungen für Aktivitäten, die schon vor einer Krise erfolgen können, damit sie im Krisenfall greifen. Der Appell an Führungskräfte in Organisationen lautet: Überprüfen Sie Ihre Haltung gegenüber unterschiedlichen Anspruchsgruppen, beziehen Sie grundsätzlich Ihre kritischen Stakeholder in die eigenen Netzwerke ein und interagieren Sie auch mit diesen vertrauensvoll.

Ekkehard Seegers

Kapitel 11. Akzeptiert durch die Krise

Akzeptanz-Kommunikation als Krisenprävention

„Wir wollen gewollt sein“, sagte ein Chemieparkleiter aus Nordrhein-Westfalen vor einiger Zeit vor Politikern und Journalisten. Seine Aussage fasst die Essenz der „neuen“ Disziplin Akzeptanz-Kommunikation wunderbar zusammen. Basisakzeptanz wird hier verstanden als die Akzeptanz von politischen, gesellschaftlichen und medialen Stakeholdern gegenüber einer Organisation, die im besten Fall bereits vor Eintritt einer Krise besteht. Aus ihr ergibt sich ein Vertrauensguthaben, von dem die Organisation im Krisenfall zehren kann. Nicht selten führt Basisakzeptanz auch deutlich schneller zur Projektakzeptanz für aktuelle Großvorhaben. Es wundert, dass Akzeptanz und das Werben um Akzeptanz in der Literatur eine bislang nur untergeordnete Rolle gespielt haben. Dabei ist das Bemühen von Unternehmen und Organisationen um Akzeptanz keine Erfindung des dritten Jahrtausends. Als eigenständige Disziplin bildet sich Akzeptanz-Kommunikation jedoch gerade erst heraus: So hat der Chemiepark-Betreiber Currenta im Jahr 2016 den ersten Akzeptanzbericht eines Unternehmens herausgegeben. Die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) publizierte jüngst einen Reader mit unterschiedlichen Aufsätzen zu diesem Thema (Höhne et al. 2018) und hat kürzlich einen gleichnamigen Arbeitskreis gegründet. Ekkehard Seegers, maßgeblich beteiligt an zwei der genannten Projekte, führt in diesem Fachbeitrag in das Thema Akzeptanz-Kommunikation ein. Er beleuchtet die Erfolgsfaktoren der Disziplin, gibt Anregungen für die konkrete Umsetzung und plädiert zudem für Stakeholder-Umfragen. Denn Akzeptanz ist messbar.

Ekkehard Seegers

Kapitel 14. Krisenkommunikation im internationalen Kontext

Erfahrungen und Empfehlungen aus der praktischen Alltagssicht eines Kommunikationsberaters

Nicht nur Großkonzerne sind heute international aufgestellt. Bereits 2016 hat laut KFW-Mittelstandspanel 2017 über jeder fünfte deutsche Mittelständler Umsätze im Ausland erwirtschaftet, insgesamt rund 547 Mrd. EUR. Mit dem Aufbau eines internationalen Vertriebsnetzes, der Steuerung einer globalen Supply Chain und einer wachsenden globalen Präsenz hat gerade für Mittelständler die Gefahr zugenommen, noch krisenanfälliger zu werden. Internationale Krisen stellen an Unternehmen besondere Herausforderungen: hinsichtlich der Ressourcen, der Steuerbarkeit, organisatorischer und struktureller Fähigkeiten und der kommunikativen Reichweite und Wirkung. Dieser Beitrag setzt den Fokus auf die Herausforderung „Globalisierung“. Aus der praktischen Alltagssicht eines Krisenkommunikationsberaters stellt er die Besonderheiten dar, die ein internationales Krisenmanagement im Hinblick auf die Kommunikation mit sich bringt. Der Autor berichtet von seinen Erfahrungen, verweist auf bedeutende, internationale Krisenfälle und zeigt zudem praktikable Lösungen für Präventionsmaßnahmen auf.

Alexander Fink

Kapitel 2. Die Zahnräder des Integralen Risikomanagements

Integrations- und Spannungsfelder der Managementdisziplinen Risikomanagement, Notfall- und Krisenmanagement, Internes Kontrollsystem und Business Continuity Management

Aufgrund der heute bestehenden kurz- und mittelfristigen unternehmerischen Unsicherheiten und regulatorischen Entwicklungen ist davon auszugehen, dass die Anforderungen an die Unternehmensführung auch im deutschsprachigen Raum steigen werden. Das heißt, dass ein durchdachtes, angemessenes Risikomanagement nicht nur in Großunternehmen ein wichtiges Führungsinstrument bleibt, sondern selbst für erfolgreiche kleine und mittlere Unternehmen unerlässlich wird. Hier gilt es, von Beginn an mögliches Synergiepotenzial mit anderen Managementsystemen wie dem Internen Kontrollsystem, dem Business Continuity Management und beschränkt auch mit dem Krisenmanagement zu nutzen und Insellösungen insbesondere aus Effizienzgründen zu vermeiden. Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen, die in diesen Bereichen meist nur auf minimale Personal-, Finanz- und Zeit-Ressourcen zurückgreifen können, ist das Ausnutzen solcher Synergien sehr wichtig, wenn nicht sogar existenziell notwendig. Dieser Beitrag beschreibt zuerst einzeln die vier Managementdisziplinen Notfall- und Krisenmanagement, Risikomanagement, Internes Kontrollsystem sowie Business Continuity Management, um danach aufzuzeigen, wo sich ihre Synergiepotenziale befinden, die zum Aufbau eines Integralen Risikomanagements genutzt werden können. Er dient insbesondere den Kommunikatoren als Grundlage und verdeutlicht die Zusammenhänge zwischen den vier Management-Disziplinen. Die Autoren regen zudem an, der Kommunikation einen bedeutenderen Stellenwert im Integralen Risikomanagement zu geben.

Jens O. Meissner, Sheron Baumann

Kapitel 16. Der Nutzen von Medientrainings für Krisenmanagement und Kommunikation

Mit gemeinsamer Vorbereitung Teamwork fördern, Akzeptanz für einen frühen Stakeholder-Dialog schaffen und das Risiko von Vertrauenskrisen minimieren

Krisenmanagement und Kommunikation bilden das Yin und Yang der Krisenbewältigung. Hier der zur Objektivität verpflichtete Blick auf die Fakten, dort die emotionale Welt der Wahrnehmung und enttäuschten Erwartungen. Wenn es darum geht, eine Vertrauenskrise abzuwenden oder den Reputationsverlust zu minimieren, ist es wichtig, die Kommunikation als strategische Querschnittsaufgabe in das Krisenmanagement zu integrieren und dieses Zusammenspiel zu trainieren. Die Stakeholder erwarten, dass ein verursachendes Unternehmen sofort ansprechbar ist und ihre Sorgen und Ängste ernst nimmt. Das Unternehmen muss die organisatorische Voraussetzung für eine zügige Kommunikation mit den Stakeholdern schaffen und – je nach Situation – Verantwortung zeigen. Dazu ist es notwendig, Führungskräfte frühzeitig vorzubereiten. Nur so können sie im Ernstfall ihr Unternehmen glaubwürdig und kompetent öffentlich vertreten. Den Sicherheitsfaktor bildet dabei die Betreuung durch die Unternehmenskommunikation. Medientrainings bereiten auf diese Aufgaben vor. Geübt wird auf der Grundlage von Krisenszenarien, die die kommunikativen Herausforderungen des Geschehens schildern. Realitätsnah sind sie, wenn sie die Wahrnehmung von Stakeholdern, ihre Emotionen und Spekulationen transportieren. Dieser Beitrag plädiert dafür, Medientrainings für Unternehmenslenker, Krisenmanager und Krisenkommunikatoren zu nutzen, um das Teamwork zwischen den Teilnehmern zu fördern und zu vertiefen. Sie bieten die Möglichkeit, die Kommunikationsmechanismen zu verstehen und den professionellen Angang der Szenarien zu trainieren. Am anonymisierten Beispiel eines realen Falles wird geschildert, welche typischen Fehler unterlaufen, wenn man die emotionale Seite einer Krise unterschätzt und wie man die Reaktionen der Stakeholder antizipieren kann, um das Risikopotenzial einer Situation verlässlich zu bewerten. Deutlich wird, dass nicht die Menge der Fakten die Qualität der Kommunikation bestimmt, sondern wie über die Definition von Botschaften eine konsistente Außenwahrnehmung erzielt werden kann.

Bernhard Messer

Kapitel 1. Reifegrade organisationaler Resilienz

Impulse für die Weiterentwicklung von Risiko- und Krisenmanagement-Systemen im Zeichen unternehmerischer Zukunftssicherung

Die Geschäftswelt dreht sich immer schneller. Sie ist komplexer, dynamischer und unvorhersehbarer denn je. Heute und in Zukunft kommt es darum mehr und mehr auf die Fähigkeit der Unternehmen an, mit Risiken, Widerständen, Krisen und Unbekanntem umgehen zu können. Diese Fähigkeit bezeichnen wir als organisationale Resilienz. Sie zu entwickeln und zu erhalten, ist eine hervorragende Form der Zukunftssicherung. In Kenntnis dessen erfüllen Krisen- und Risikomanagement-Systeme in Unternehmen bereits heute unverzichtbare und vitale Aufgaben. Dieser Beitrag beschreibt die Reifegrade organisationaler Resilienz. Die Autoren betrachten dabei insbesondere die exponierte Rolle und Reifegrade des Krisenmanagements, das sicherstellt, dass betroffene Unternehmen Ereignisse und Situationen bewältigen, aus denen ihnen nachhaltiger Schaden droht. Sie benennen Unzulänglichkeiten, leiten Konsequenzen ab und geben Impulse für die systemische Weiterentwicklung in Richtung Integrales Risikomanagement und organisationaler Resilienz im engeren Sinne. Die Ausführungen helfen insbesondere Führungskräften, die mit dem Aufbau und der Entwicklung von Management-Systemen betraut sind, die zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens beitragen. Dazu benennt der Beitrag auch die Meilensteine für eine entsprechende strategische Entscheidung des Unternehmens.

Jens Washausen, Jana Meißner

Wissenschaft im Lokalen

Letzte Chance, das Lokale nicht zu unterschätzen

Artikel zu wissenschaftlichen Sachverhalten ziehen sich heute durch die komplette Tageszeitung. Das Thema muss neu sein, es sollte einen lokalen Bezug haben und es sollte etwas Besonderes sein. Entscheidend ist auch die Seriosität der Einrichtung, die eine entsprechende Mitteilung herausgibt.Ob Chirurgen oder Archäologen, Dentisten oder Radiologen, zahlreiche Fachgruppen tagen immer wieder in der Stadt. Abgesehen davon, dass der Journalist über Inhalte der Pressekonferenzen berichten kann, gibt es die Möglichkeit, einzelne Kongressthemen journalistisch und mit lokalem Bezug aufzubereiten.Auf Fachbegriffe sollte man möglichst ganz verzichten oder sie übersetzen und erklären. Der Lokalteil einer Zeitung richtet sich an alle Leser. Die Geschichten sollten von allen Lesern verstanden werden.

Tanja Kotlorz

Kapitel 5. Umsetzungstools

Tools für die dritte Phase des Kommunikationsmanagements unterstützen die Umsetzung von konzipierten Kommunikationsprogrammen, beispielsweise die Auswahl verschiedener Instrumente und Plattformen, die Erstellung von Redaktionsplänen, Formulierung von Botschaften oder Entwicklung von Kommunikationsmaßnahmen. Dafür müssen operative Prozesse und Arbeitsabläufe gut koordiniert werden. Umsetzungstools unterstützen dabei, Kommunikationsprogramme zu realisieren und im Alltag zu strukturieren. Im Vergleich zu Analyse- oder Planungstools kommen Umsetzungstools oftmals täglich oder wöchentlich zum Einsatz.

Ansgar Zerfaß, Sophia Charlotte Volk

Kapitel 9. Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Tools

Welche Managementtools sind am wichtigsten, welche funktionieren am besten? Diese Frage wird seit jeher sowohl in Wissenschaft als auch Praxis heiß diskutiert – aber eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf nicht. Dieses Kapitel stellt deshalb aktuelle Studienergebnisse zu den am häufigsten einsetzten Tools, den unbekanntesten Tools und den Top-Tools in deutschen Kommunikationsabteilungen vor. Darüber hinaus werden Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Tools benannt sowie konkrete Ansatzpunkte für die Implementierung einer Toolbox im eigenen Unternehmen gegeben.

Ansgar Zerfaß, Sophia Charlotte Volk

Kapitel 6. Persönlichkeiten in der Reputationskrise

Welche Rolle spielt die Kommunikation bei der Bewältigung einer Krise? Und wie sollten Persönlichkeitsmarken reagieren, wenn sie verschuldet oder unverschuldet in eine Reputationskrise geraten? Fakten auf den Tisch, Reue, Besinnung auf den Kern der eigenen Marke und Rückzug aus der Öffentlichkeit sind die möglichen Optionen, die es zu prüfen gilt. Wir argumentieren, dass es nicht nur ein mögliches Fehlverhalten selbst ist, das Reputationskrisen auslöst, sondern auch die Kommunikation im Anschluss an das potenziell imageschädigende Ereignis.

Christopher Spall, Holger J. Schmidt

Kapitel 6. Fazit: Deutscher und japanischer Journalismus im Zeichen der Katastrophe

Die Große Ostjapanische Erdbebenkatastrophe, für die sich in Deutschland das Schlagwort „Fukushima“ etabliert hat, ist zweifellos eine Zäsur in der japanischen Nachkriegsgeschichte. Schließlich handelt es sich beim verheerenden Tsunami nicht nur um die größte humanitäre Katastrophe in Japan seit 1945, sondern auch um den Zusammenbruch eines nationalen Mythos: der vermeintlichen Unfehlbarkeit der japanischen Atomtechnologie. Auf einmal stand nicht mehr nur ein technologisch vermeintlich unterlegener Sowjet-Reaktor mit dem Schreckenswort „Nuklearkatastrophe“ in Verbindung, sondern auch ein Kernkraftwerk in einer der modernsten Industriegesellschaften der Erde.

Florian Meißner

Kapitel 4. Katastrophenberichterstattung

Katastrophen haben die Kraft, Gesellschaften zu erschüttern, ihre kollektive Bewusstseinsschemata zu prägen und zu verändern (Alexander, 2004). Dabei werden die meisten Menschen (zu Friedenszeiten) nie selbst zu Betroffenen einer Katastrophe. Vielmehr erfahren sie davon aus den Medien, weshalb die Berichterstattung darüber erhebliche gesellschaftliche und politische Implikationen besitzt. Vor diesem Hintergrund erstaunt es, dass es von Seiten der Risikosoziologie bislang nur wenige Versuche gegeben hat, journalistische Katastrophenberichterstattung in die Theoriebildung einzubeziehen. Dies änderte sich erst in den früheren 2000er Jahren. So verwiesen Keller (2003) und schließlich auch Beck (2007) in seiner wegweisenden Arbeit „Weltrisikogesellschaft“ auf die zentrale Bedeutung der medialen Berichterstattung und ihre Rolle in der gesellschaftlichen Aushandlung von Risikobewertungen.

Florian Meißner

Hochschulen im Dilemma zwischen Forschung und Anwendung: Erhebungen zur digitalen Kommunikation von Digitalisierungstreibern

Die digitale Agenda der Bundesregierung – anschaulich einzusehen und nachzuvollziehen auf deren gleichnamiger Homepage www.digitale-agenda.de – nennt Bildung, Forschung und Wissenschaft nebst Kultur und Medien als „maßgebliche Treiber und Garanten für die weitere digitale Entwicklung“. Aufgrund der hohen gesellschaftlichen Relevanz sämtlicher die Digitalisierung und digitale Transformation der Gesellschaft betreffenden Aspekte, so die Bundesregierung in ihrer Agenda, sei eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema unerlässlich.

Matthias Johannes Bauer

Digitalisierung als Gegengewicht zum Dieselgate – Betrachtung der externen Risikokommunikation der VW AG

Bei der VW AG handelt es sich um eines der weltweit größten börsennotierten Unternehmen im Automotive-Bereich. Zusammen mit ihren international ansässigen Tochterkonzernen „Audi, SEAT, ŠKODA, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche, Ducati, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Scania und MAN“ bildet VW eines der umsatzstärksten internationalen Automobilimperien – mehr noch: „2017 verteidigt der Autobauer nach Absatzzahlen seine Position als Weltmarktführer aus dem Vorjahr“.

Nadine Kronforst

Kapitel 6. Meldepflichten nach DSGVO, ITSiG bzw. NIS-Richtlinie: Vorgaben und Prüfung

Menschen machen Fehler. Maschinen machen Fehler. Nolens volens kommt es in jeder Organisation irgendwann zu Sicherheits- oder Datenschutzvorfällen. In solchen Fällen ist derjenige im Vorteil, der vorbereitet ist. Eine Herausforderung liegt dabei auch in der Erfüllung der Pflichten zur behördlichen Meldung des Vorfalls. Zu den bereits bestehenden Meldepflichten über IT-Störungen, u. a. aus dem BSIG, TKG und aus Spezialgesetzen, ist jüngst die Pflicht zur Meldung der Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten hinzugekommen. Angesichts der kurzen vorgeschriebenen Reaktionszeiten ist eine gemeinsame Berücksichtigung der verschiedenen Meldepflichten im Incident- sowie Notfallmanagement nahezu zwingend. Im vorliegenden Kapitel werden Vorgaben zu den Meldepflichten aus dem BSIG und der DSGVO zusammengestellt und Ansätze zur Prüfung der Umsetzung dieser Meldepflichten durch die Revision entwickelt.

Aleksandra Sowa

Kapitel 6. Operatives Dienstleistungsmarketing

Auf Grundlage der verfolgten Marketingstrategie sowie unter Einbeziehung von Ergebnissen der Marktforschung und der darauf aufbauenden Marktsegmentierung sind im Rahmen dieses Kapitels die Marketinginstrumente hinsichtlich ihres zielgerichteten Einsatzes zu bestimmen. Grundsätzlich wird eine Systematisierung der Marketinginstrumente in die vier Mixbereiche Leistungspolitik, Kommunikationspolitik, Distributionspolitik sowie Preispolitik in der allgemeinen Marketingliteratur vorgenommen. Diese vier sogenannten externen Instrumente des Dienstleistungsmarketing werden in dem vorliegenden Kapitel um ein internes Instrument des Dienstleistungsmarketing, die Personalpolitik, ergänzt. Dabei erfolgt die Betrachtung der Personalpolitik jedoch nicht im Sinne eines umfassenden Personalmanagements. Vielmehr wird ein Fokus auf jene personalbezogenen Aspekte gelegt, die bei der Erstellung von Dienstleistungen aus Marketingsicht zu berücksichtigen sind. Hierbei ist insbesondere auf das Interne Marketing zu verweisen, deren Bedeutung innerhalb eines Dienstleistungsunternehmens hervorzuheben ist. Im Verlauf dieses Kapitels zum operativen Dienstleistungsmarketing werden diese fünf benannten operativen Marketingmixinstrumente im Hinblick auf ihre Besonderheiten im Dienstleistungsbereich vorgestellt und erläutert sowie unterschiedliche Einzelmaßnahmen analysiert und kritisch diskutiert.

Manfred Bruhn, Heribert Meffert, Karsten Hadwich

Unternehmensmarken und NGOs im gesellschaftspolitischen Diskurs

Dieser Beitrag analysiert die Art und Weise, wie sich Unternehmen und NGOs heute kommunikativ begegnen und welche Auswirkungen das auf die Unternehmensmarke hat. Die kommunikativen Rahmenbedingungen haben sich derart verändert, dass starke Meinungen und Provokation zunehmend zu Trägern von Botschaften werden. Getrieben wird dieser Veränderungsprozess durch neue Kommunikationswege, eine sich wandelnde Funktion von Medien, ein verändertes Agieren von Medienakteuren sowie politische und gesellschaftspolitische Veränderungen. Für NGOs ergibt sich aus den neuen Rahmenbedingungen die Gefahr, über die Stränge zu schlagen, um Gehör zu finden. Für Unternehmen dagegen vergrößert sich der Druck, gesellschaftspolitisch Profil zu zeigen. Diese Entwicklungen werden im Beitrag anhand von Fallbeispielen analysiert. Aus diesen beiden sich antagonistisch intensivierenden Entwicklungen erwachsen indes auch Chancen. NGOs können von polemischen Kritikern zu seriösen Mitgestaltern werden, Unternehmen von indifferenten Gewinnmaschinen zu echten Debattenteilnehmern mit Haltung und Gesicht. Beides gelingt nur unter bestimmten Bedingungen, die der Beitrag kurz beleuchtet.

Patrick Klein

7. Entscheidungen der Kommunikationspolitik

Sie erfahren in diesem Kapitel, welche Zielsetzungen in der Kommunikationspolitik im Vordergrund stehen und welche unterschiedlichen Instrumente eingesetzt werden, um Kommunikationsziele zu erreichen. Sie- setzen sich mit einem systematischen Planungsprozess der Kommunikation auseinander,- vollziehen unterschiedliche Methoden der Kommunikationsplanung nach,- erkennen die Besonderheiten im Einsatz unterschiedlicher Kommunikationsinstrumente und- werden mit der Notwendigkeit sowie den Ansatzpunkten einer Integrierten Kommunikation vertraut gemacht.Besonderes Anliegen des Kapitels ist es, die Kommunikation nicht nur als kreatives Instrument zu verstehen, sondern auch die relevanten Aspekte eines systematischen Kommunikationsmanagements aufzuzeigen.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Manfred Bruhn

Skandale und Moral

Skandale aktualisieren die Moral sozialer Systeme durch die öffentliche Aushandlung akzeptabler und nicht akzeptabler Verhaltensweisen. Der Beitrag diskutiert die Bedeutung moralischer Kollektive für diesen Aushandlungsprozess, der auch das Agenda Setting politischer Kommunikatoren im Social Web zunehmend prägt. In einem ersten Schritt werden hierzu zentrale Ergebnisse der Skandalforschung mit Blick auf die Wechselbeziehung zwischen Skandalen und Moral sowie den Verlauf der moralischen Kommunikation in der Netzwerkgesellschaft vorgestellt. In einem zweiten Schritt werden die Handlungsfelder für die moralischen Kollektive bestimmt, denen besondere Funktionen in Skandalisierungen zukommen. Der Journalismus als nach wie vor relevantes Selbstbeobachtungs- und Selbstbeschreibungssystem der Gesellschaft verwendet bei der Skandalisierung im Wesentlichen die moralischen Positionen von Akteuren aus den Bereichen 1) Ideologie und Religion, 2) Öffentlichkeit, 3) Privatheit, 4) Justiz und 5) Politik. Die moralischen Prinzipien, die in den skandalisierten Situationen, Prozessen oder Aktionen durch die mediale Inszenierung eines Helden präsent sind, funktionieren im Handlungsvollzug wie blinde Flecken und können ihre Wirkung nur entfalten, weil ihre Rezipienten den Code des dominierenden moralischen Kollektivs bereits kennen. In einem dritten Schritt empfiehlt der Beitrag daher das moralische Prinzip medialer Skandalisierung in ein ethisches zu übersetzen, das Begründungen für die moralische Position einfordert und sich dem Diskurs stellt.

Steffen Burkhardt

Glaubwürdigkeit in der narrativen Konstruktion von Unternehmensidentität

Jedes Unternehmen hat eine Identität – man könnte auch sagen, eine bestimmte Persönlichkeit –, die sich darin ausdrückt, wie das Unternehmen wahrgenommen wird, aber auch auf welche Art und Weise es agiert, nach innen und außen. Eine Identität in diesem Sinne hat jedes System, ob es ihm bewusst ist oder nicht.In diesem Beitrag werde ich zunächst das theoretische Konzept der narrativen Konstruktion von Identitäten erläutern, dann darauf eingehen, was Glaubwürdigkeit von Narrativen bzw. Geschichten bedeutet und schließlich Überlegungen dazu anstellen, wie Unternehmen an ihrer narrativ konstruierten Identität arbeiten können.

Michael Müller

Kapitel 3. Krisentheorie

Das theoretische Grundgerüst, das es erlauben soll, den Formen des Krisenmanagements der US-Notenbank in der Finanzkrise von 2007 bis 2009 auf den Grund zu gehen, ist als Dreischritt gefasst. Am Anfang steht der Kulturbegriff Niklas Luhmanns, der Kulturformen überall dort vermutet, wo Gesellschaft sich produktiv mit neuen Verbreitungsmedien auseinandersetzt (vgl. Luhmann 1998: 409); Kulturformen, mit denen seit der Einführung des Computers auch in der digitalen Krisenverarbeitung gerechnet werden muss.

Christian Jekat
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