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19.04.2022 | Krisenmanagement | Infografik | Online-Artikel

Russland-Geschäft bereitet deutschen Firmen Kopfzerbrechen

verfasst von: Andrea Amerland

2 Min. Lesedauer
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Der Ukraine-Krieg hat negative Konsequenzen für die Aktivitäten deutscher Firmen in Russland. Viele haben ihr Engagement eingestellt. Doch der russische Markt bleibt wichtig. Zudem muss die deutsche Wirtschaft Lieferrisiken umschiffen und neue Cyber-Risiken abwehren.

Vom deutschen Autobauer bis zum Baumarkt-Imperium: Die Liste deutscher Unternehmen, die ihren Rückzug vom Russland-Geschäft angekündigt haben, ist lang und wurde werbewirksam kommuniziert. Schließlich erwarten Kunden von Unternehmen, dass sie Haltung zeigen, ergeben Studien immer wieder. Das gilt auch für den Ukraine-Konflikt. 

Doch nur eine Minderheit deutscher Unternehmen will sich dauerhaft aus dem russischen Markt zurückziehen. Das ist ein Ergebnis einer Yougov-Befragung im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, für die rund 350 Manager in Unternehmen mit 250 oder mehr Mitarbeitern befragt wurden. 

Dependancen und Joint Ventures in Russland

So haben drei Viertel der Befragten, für die der russische Markt wichtig ist, Dependancen vor Ort. Das gilt vor allem für die Finanzbranche (80 Prozent), aber auch für die Bereiche Technologie, Medien und Telekommunikation (78 Prozent). 61 Prozent der Unternehmen, für die das Russland-Geschäft einen hohen Stellenwert hat, unterhalten sogar Joint-Venture-Partnerschaften dort. Auch hier sind die Branchen Financial Services (67 Prozent) sowie Technology, Media und Telecom (50 Prozent) führend.

Auch wenn 64 Prozent der befragten Unternehmen vorerst ihre Geschäftsaktivitäten in der russischen Föderation auf Eis gelegt haben, planen nur 36 Prozent einen dauerhaften Rückzug. 42 Prozent machen diese Frage davon abhängig, wie sich die Situation im Ukraine-Konflikt in Zukunft entwickeln wird.  

Ukraine-Krieg stört Lieferketten

Unabhängig davon, sorgen der Krieg und die westlichen Sanktionen bei 36 Prozent der Unternehmen für gestörte Lieferketten bei Rohstoffen oder Zulieferprodukten. Daher sind 44 Prozent gezwungen, ihre Supply Chain breiter aufzustellen. Das gilt vor allem für die Energiewirtschaft und Konsumgüterindustrie.

Die Deloitte-Experten rechnen vor diesem Hintergrund mit Preissteigerungen bei Vorprodukten und Rohstoffen und warnen zudem vor "rautenförmigen" Lieferketten, bei den nur wenige regionale Anbieter über kritische Produkte verfügen. Vielen Unternehmen sei dieses Problem nicht bewusst, weil ihre Wertschöpfungsprozesse intransparent sind, da digitale Analyse-Instrumente bislang fehlen. 

Neben wenig resilienten Lieferketten treiben auch wachsende Cyber-Risiken die deutsche Wirtschaft um. 54 Prozent rechnen mit noch mehr Hacker-Attacken aus Russland als zuvor. Daher investieren insbesondere der Finanzsektor, aber auch die Energiewirtschaft sowie die Technologie und Telekommunikationsbranche in mehr Prävention. 

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