Dem Mittelstand bietet sich nur ein kleiner Hoffnungsschimmer
- 04.10.2024
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Die Stimmung im deutschen Mittelstand rutscht weiter in den Keller. Im September fiel das KfW-Ifo-Geschäftsklima zum fünften Mal in Folge und liegt aktuell bei minus 19,4 Punkte. Hoffnung auf eine konsumgestützte Erholung machen nur steigende Reallöhne.
Viele Unternehmen navigieren in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.
Sergey Nivens / stock.adobe.com
Mit dem erneuten Rutsch auf minus 19,4 Zähler befindet sich der KfW-Ifo-Geschäftsklimaindx fast auf dem Niveau der Energiekrise im Herbst 2022. Allerdings hat sich die Geschwindigkeit des Stimmungsrückgangs zuletzt verlangsamt.
Geschäftserwartungen bieten kleinen Lichtblick
Die aktuelle Geschäftslage bewerten die rund 9.500 monatlich befragten Großunternehmen und mittelständischen Betriebe mit minus 20,1 Punkten. Das ist ein Rückgang von 2,5 Zählern. Einen Lichtblick bieten die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate: Diese stiegen um 1,1 Stellen auf minus 18,9 Punkte. Dennoch bleibt der Ausblick für das kommenden halbe Jahr insgesamt pessimistisch, was eine unterdurchschnittliche Konjunktur unterstreicht.
Am stärksten aufgehellt haben sich die Geschäftserwartungen im mittelständischen Bauhauptgewerbe. Hierfür ist laut der Ökonomen vor allem der laufende Zinssenkungszyklus der EZB verantwortlich. Das Geschäftsklima in disem Sektor ist im September um 2,0 Zähler auf minus 20,2 Punkte angestiegen. Im Großhandel ließ der Index hingegen mit -2,3 Zählern am stärksten nach.
Im Mittelstand sorgen steigende Reallöhne für einen Hoffnungsschimmer. Sie gelten als Grundlage für eine konsumgestützte Erholung - trotz möglicher Risiken am Arbeitsmarkt.
Stimmung bei Großbetrieben besonders schlecht
Besonders angespannt ist die Stimmungslage bei großen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden oder einem Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro: Deren Geschäftsklimaindex sank um 4,3 Zähler auf minus 29,8 Punkte. Dabei bewerten die Befragten sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen deutlich schlechter. Nicht besser sieht es bei ihren Beschäftigungserwartungen mit minus 15,2 Punkten aus. Seit Mitte September drohen etwa beim Autobauer Volkswagen, größter Industriearbeitgeber Deutschlands, Werksschließungen und der Abbau von Arbeitsplätzen.
Vor allem das Verarbeitende Gewerbe steht angesichts der grünen und digitalen Transformation vor großen strukturellen Herausforderungen. Hinzu kommen die global eher schwache Industriekonjunktur und viel Gegenwind aus China, das auch durch staatliche Subventionen zu einem der schärfsten Wettbewerber für die deutsche Wirtschaft wurde und dazu erhebliche
Überkapazitäten aufweist", schreiben die KfW-Volkswirte.